Radtour rund um den Zürichsee: Eine umfassende Anleitung

Der Radweg rund um den Zürichsee ist ein Geheimtipp für alle Fahrradliebhaber. Im Gegensatz zum bekannteren Bodenseeradweg hat diese Route ihren ganz eigenen Charme. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr solcher Seen-Radwege gäbe, nicht nur Flussradwege.

Die Route

Am besten beginnt man seine Radtour (oder Velotour, wie die Schweizer sagen) in Zürich. Obwohl Zürich in Bezug auf Radwege nicht perfekt ist, fährt man nur ein kurzes Stück in der Stadt. Die Orte, die nach Zürich kommen, sind Zollikon, Küsnacht, Erlenbach, Meilen, Männedorf, Stäfa und Feldbach. An allen diesen Orten fährt man weitgehend ohne Radweg direkt auf der vielbefahrenen Seestraße. Eigentlich schmiegt sich Ort an Ort, Stadt an Stadt. Erst nach Rapperswil ändert sich etwas.

Bei Rapperswil-Jona könnte man dann abkürzen und über eine Straße und ein Stück Land auf die andere Seite nach Pfäffikon fahren. Dieser Marktort hat über 6.000 Einwohner und ist sogar etwas weg vom Zürichsee. Er ist praktisch der Wendepunkt. Man kommt eben nach Tuggen und den oben beschriebenen höchsten Punkt. Die Kulisse ist wirklich hervorragend am Zürichsee, weil man im Hintergrund die ganze Zeit die Alpen sieht.

Zwischen Tuggen und Nuolen ist der höchste und eigentlich auch einzig hohe Punkt des Radwegs um den kompletten Zürichsee. Sonst sind es um die 400 Höhenmeter. Da der Weg hier nicht direkt am See vorbeigeht, sondern etwas höher gelegen ist, waren nun ein paar Höhenmeter zu absolvieren. Gar nicht so unanstrengend war das. Von 400 Höhenmeter geht es hier auf bis zu 600 Höhenmeter in der Spitze.

Nach dem höchsten Punkt hat man dann eine eindrucksvolle Aussicht. Außerdem sieht man den Zürichsee von oben. Es folgt Nuolen und Lachen, anschließend Altendorf. So richtig wusste ich nicht, welcher Wegweisung ich hier folgen sollte. Also improvisierte ich etwas. Ich hätte einfach auf der Hauptstraße weiterfahren können.

Nach Pfäffikon gibt es eigentlich nichts mehr spektakuläres zu berichten. Es folgen Richterswil, Horgen und Thalwil. Es geht strikt auf der Straße entlang. Auch hier war es dicht besiedelt. Das schönste Stück ist das zwischen Rapperswil und Lachen. Eine Familienradtour ist das nicht.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Durch Städte und Dörfer, über Weinberge und direkt entlang des Zürichsees radeln wir auf unserer Tour von Zürich nach Rapperswil-Jona. Unterwegs kommen wir an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei, wie dem Opernhaus und dem Chinagarten in Zürich oder dem Schloss Rapperswil.

Rapperswil

Wir kommen mit der Bahn in Zürich an und fahren mit der S-Bahn nach Rapperswil. Rechts vom Bahnhof locken uns die historischen Türme in die Innenstadt. Enge Gassen mit hohen typisch schweizer Häuser führen uns auf den Stadtplatz. Dort finden wir ein traumhaftes Ensemble unter dem Hügel mit der Burg und der Kirche. Die alten Bürgerhäuser haben im Erdgeschoss Arkadengänge, damit man früher auch bei schlechtem Wetter Handel treiben konnte. Weil gerade Mittag ist, essen wir in einem recht edlen Restaurant im Freien. Der Gastronom entpuppt sich als edler Portugiese. Als Vorspeise des Hauses bekommen wir einen Fischknödel vom Bacalau mit dreierlei Soßen.

Etzelpass

Vom Südufer aus, dort, wo der Seedamm die Orte Rapperswil und Pfäffikon übers Wasser hinweg verbindet, zieht das schmale Asphaltband in nahezu direkter Linie zur Passhöhe hinauf, die sich auf einem optisch unscheinbaren, bewaldeten Höhenrücken versteckt. Aber wahrscheinlich muss diese Bergprüfung wie eine Selbstkasteiung schmerzen, weil über den Etzel zugleich eine alte Pilgerroute zum Kloster Einsiedeln führt. Der berühmteste Wallfahrtsort der Schweiz liegt in unmittel­barer Nachbarschaft des Zürichsees im Kanton Schwyz, nur wenige Kilometer südlich des Etzelpasses. Nach knapp fünf Kilometern im kleinsten Gang habe ich den schmerzvollen Kreuzweg absolviert und stehe schnaufend an der Kapelle auf der Passhöhe. Ein Ort voller Mythen und Legenden. So soll hier das Herz des Benediktiners Meinrad von Einsiedeln begraben sein, auf den die Gründung des Klosters zurückgeht.

Zürcher Oberland

Willkommen im Zürcher Oberland, wo ihr eine Vielzahl von atemberaubenden Radtouren entdecken könnt. Das Zürcher Oberland bietet eine Fülle an abwechslungsreichen Radwegen durch malerische Landschaften und idyllische Dörfer. Eine beliebte Route führt euch rund um den malerischen Greifensee. Auf gut ausgebauten Radwegen könnt ihr die Natur genießen und zwischendurch an einem der zahlreichen Badeplätze entspannen. Für etwas erfahrene Fahrer empfehlen wir eine Tour auf den Pfannenstiel.

Praktische Informationen

Beschaffenheit der Radwege

Sie radeln auf weitgehend ebenen und asphaltierten Radwegen, sowie auf verkehrsarmen Nebenstraßen. Auf mehreren Etappen verlaufen die Wege etwas hügelig. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass nur Kinder mit einer guten Ausdauer und einem Mindestalter von 12 Jahren die Radtouren aus eigener Kraft bewältigen können.

Verfügbare Leihräder

Es stehen 27-Gang-Räder (Unisex) mit tiefem Einstieg, Kettenschaltung und Freilauf zur Verfügung. 27-Gang Herrenräder mit Kettenschaltung und Freilauf können ab 1,75 m Körpergröße gebucht werden. Des weiteren stehen 8-Gang unisex Elektroräder mit Freilauf. Geben Sie einfach Ihren Wunsch bei Buchung mit an. Alle Räder sind mit Tachos, Satteltasche und Lenkertasche ausgestattet.

Zahlungsmittel in der Schweiz

Für die Schweiz empfiehlt sich der Umtausch in Franken, obwohl in Euro bezahlt werden kann. Franken können bequem per EC- oder Kreditkarte am Geldautomaten abgehoben werden. Alternativ können Sie in den meisten Restaurants und Einrichtungen direkt mit EC- oder Kreditkarte bezahlen.

Extrakosten, die nicht im Reisepreis enthalten sind

Eine möglicherweise anfallende Tourismusabgabe sowie Ladegebühren für Fahrradakkus sind nicht Bestandteil des Reisepreises und daher im Hotel vor Ort zu zahlen.

Anreise nach Zürich

  • Bahn: Von allen größeren deutschen Städten aus gibt es tägliche Verbindungen. Für die Radmitnahme im Fernverkehr benötigt man eine internationale Fahrradkarte (ab 7,50 Euro) und eine Stellplatzreservierung. Möglich ist der Transport in den Zugklassen EC, RE und RB.
  • Bus: Eine preiswerte Alternative ist die Fahrt mit dem Flixbus. Die Fernbusse fahren von allen deutschen Großstädten aus nach Zürich, oftmals sogar direkt. Wer rechtzeitig bucht, kann Tickets ab 25 Euro ergattern (einfach), die Obergrenze liegt bei etwa 40 Euro. Ein Rad ist als Zusatzgepäck extra zu buchen (ab 8 Euro) und sollte im Gepäckraum in einer Tasche verpackt sein.
  • Auto: Aus Süddeutschland: Über Rheintal (A 5) und Basel nach Zürich, über die A 81 von Stuttgart über Singen und Schaffhausen oder A 96 via Lindau, Bregenz, St. Gallen. Maut: die Schweizer Autobahn-Vignette (40 CHF/Jahr).

Beste Reisezeit

Von Mai bis in den Herbst hinein angenehme Temperaturen. Die Staulage am Alpenrand kann im Sommer zu regnerischem Wetter oder Nachmittagsgewittern führen; September und Oktober sind die trockensten Monate im Jahr.

Essen & Trinken

Nach dem typischen Gericht der Region braucht man nicht lange zu suchen, schließlich trägt es den Namen der Stadt: Zürcher Geschnetzeltes, im Original „Züri-Gschnätzlets“. Zum klein geschnittenen und in Butter angebratenen Kalbfleisch gibt’s goldbraun gebratene Rösti.

Weiterhin typisch für die regionale Küche ist der Schübling, eine geräucherte Wurst, die meist kalt zur Brotzeit gegessen wird. Auch fangfrische Felchen kommen auf den Tisch, die mit knusprigem Züri-Brot besonders gut schmecken. Was kaum jemand weiß: In Zürich wurde auch das berühmte Birchermüesli erfunden.

Restaurant-Tipps:

  • Restaurant zum Kropf, Telefon 0041/(0)442211805, www.zumkropf.ch
  • Swiss Chuchi, Telefon 0041/(0)442669696, www.hotel-adler.ch

Unterkunft

Das Preisniveau ist generell hoch, in jeder Unterkunfts­kategorie. Je weiter man sich von See und Zentrum entfernt, desto größer sind die Chancen, ein paar Franken zu sparen.

Radservice

Cycle Store, Telefon 0041/(0)445108393, www.cyclestorezurich.com

Nicht verpassen!

  • Zürich-Spaziergang: Das überschaubare Zentrum lädt ein, sich für ein paar Stunden durch die Innenstadt treiben zu lassen.
  • Flussbäder (Badi): Die Limmat entlang befinden sich mehrere historische Flussbäder.

Karte

Velokarten „Zürich“ (Blatt 6) und „Schwyz/Glarus“ (Blatt 12), 1:60.000, Verlag Küm­merly+Frey

Informationen

Zürich Tourismus, Telefon 0041/(0)442154000

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