Die Radroute von Venedig nach Rom ist ein unvergessliches Abenteuer, das durch einige der schönsten Landschaften und kulturellen Highlights Italiens führt. Dieser Artikel fasst Erfahrungsberichte und gibt nützliche Tipps für die Planung und Durchführung dieser anspruchsvollen Tour.
Die Route
Die Strecke beginnt beschaulich in Cavallino und führt nach Punta Sabbioni, von wo aus eine Fährfahrt zum Lido di Venezia und weiter zur Insel Pellestrina erfolgt. Von dort geht es mit einer weiteren Fähre nach Chioggia, auch bekannt als "Klein-Venedig". Der Sonnenuntergang auf Pellestrina ist ein unvergessliches Erlebnis. Am nächsten Tag führt die Route Richtung Marina di Ravenna, mit einer Flussüberquerung per Fähre.
Weiter geht es nach Faenza, von wo aus der Anstieg zum Passo della Colla beginnt. Dieser zieht sich über 60 km mit angenehmer Steigung durch eine wunderschöne Landschaft. Nach der Abfahrt erreicht man Borgo San Lorenzo. Die nächsten Etappen sind Florenz, Arezzo, der Trasimenische See, Citta della Pieve, Orvieto, Viterbo, der Lago di Bracciano und schließlich Rom.
Die Anfahrt zu den sehenswerten Städten der Toskana und Umbriens, wie Arezzo, Cortona, Perugia und Assisi, ist hügelig und erfordert Anstrengung. Die Bilderbuchlandschaft, die lokale Küche und die malerischen Orte sind die Mühe jedoch wert.
Eine offizielle Beschilderung für die Route gibt es bisher nicht.
Anreise und Abreise
Venedig und Rom sind von Deutschland aus gut mit dem Fernzug oder per Flugzeug zu erreichen. Von Rom nach Venedig fahren Eurostar-Schnellzüge, bei denen die Fahrradmitnahme nur zerlegt in Fahrradtaschen möglich ist.
Unterkünfte
Es empfiehlt sich, Unterkünfte vorab zu buchen, da die Route abseits der Küste und touristischen Hotspots durch Gegenden führt, in denen die Infrastruktur begrenzt ist. Spontane Buchungen über Portale wie booking.com sind jedoch oft problemlos möglich.
Einige Unterkunft-Tipps:
- Hotel Villa Mabapa am Lido di Venezia
- Hotel Riviera in Marina di Ravenna
- B & B Villa Nobili in Bagno A Ripoli
- Hotel Sabrina in Cortona
- Hotel Charleston in Spoleto
Erfahrungen und Tipps
Die Radtour von Venedig nach Rom erfordert eine ordentliche Grundkondition, da die Strecke lang und hügelig bis bergig ist. Es ist ratsam, die Route vorab zu recherchieren und sich nicht blind auf die Bikeline-Route zu verlassen, da manchmal eine Strada Statale mit Seitenstreifen geeigneter ist als Feldwege.
Es ist wichtig, genügend Wasser mitzunehmen, da es unterwegs nicht immer Einkaufsmöglichkeiten gibt. Zwischen Faenza und Borgo San Lorenzo gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten.
In Florenz sollte man die Unterkunft wegen des Overtourismus vorab buchen, auch wegen des Unterstellplatzes für die Räder. Wer Florenz noch nicht kennt, sollte mindestens drei Tage für die obligatorischen kulturellen Besichtigungen einplanen.
Die Navigationsapp Komoot kann hilfreich sein, aber man sollte nicht jeden Vorschlag annehmen, da man hin und wieder in die Irre geführt wird oder elendig steile Straßen empfohlen werden. Es ist am besten, auf Landstraßen mit LKW-Verbot zu fahren, aber es lässt sich nicht vermeiden, auch mal viel befahrene Straßen zu nutzen, da man sonst nicht vorwärtskommt. Richtige Radwege sind Mangelware.
In Rom ist das Radfahren unproblematisch, aber die Straßen sind oft gut gefüllt, so dass sich der Autoverkehr im Schnitt langsamer bewegt. Auch bei Stau ist für Radfahrer immer Platz. Es empfiehlt sich, eine Unterkunft in der Nähe des Hauptbahnhofs ("Roma Termini") zu suchen, da es dort ein großes Angebot an bezahlbaren Hotels gibt und man von dort alles gut zu Fuß oder mit dem ÖPNV erreichen kann.
Ausrüstung
Es empfiehlt sich, mit einem Gravelbike oder MTB mit Packtaschen für Zelt, Schlafsack und Wechselklamotten unterwegs zu sein. Die Unterkünfte können Campingplätze, Pensionen oder Hotels sein.
Reiseberichte
Einige Radfahrer haben ihre Erfahrungen auf der Strecke dokumentiert. Ein Teilnehmer berichtete von einer Tour mit Hund, bei der spontan Unterkünfte über booking.com gebucht wurden. Die Fahrt führte über den München-Venedig-Radweg und Treviso, bevor in Bologna der Zug genommen wurde. In Florenz wurde direkt in der City übernachtet, und das Fahrrad stand sicher in der Tiefgarage. Auch in Rom wurde direkt beim Colosseum übernachtet. Die Rückfahrt erfolgte mit dem IC, und es gab genug Plätze für Fahrräder.
Zusätzliche Tipps
- Lieber morgens nicht ohne Tagesration Wasser starten; manchmal gibt's sogar an Tankstellen nur Zuckerzeugs zu trinken.
- Beim Radwegende Ponte della Libertà rechts abbiegen zur Autofähre auf den Tronchetto nach Lido via Canale San Giorgio.
- Ein Abstecher zur Abbazia die Pomposa lohnt für alle die nicht nur Kilometer fressen wollen.
- Wenn bikeline "Vogelparadies" schreibt, immer genug Authan bereit halten!
- Route direkt von Classe nach Faenza planen, dann spart man sich den Weg zurück nach Ravenna.
Schwierigkeitsgrade
Die Radroute Venedig-Rom ist in verschiedenen Schwierigkeitsgraden möglich, je nach Kondition und Trainingszustand. Es gibt geführte Gruppenreisen und individuelle Reisen. Die Streckenlänge und die Höhenmeter variieren je nach gewählter Route.
Einige Beispiele für Schwierigkeitsgrade:
| Schwierigkeitsgrad | Kilometerleistung | Höhenmeter | Voraussetzungen |
|---|---|---|---|
| Für ungeübte Rennradfahrer mit etwas Kondition | Kürzere Tour (wenn zwei Kilometerangaben stehen) | Bis 1500 | Genuss von frischer Luft, Land, Leuten und Kultur |
| Für geübte Rennradfahrer mit etwas Kondition | Bis 100 Kilometer | Bis 1500 möglich | Ca. 300 bis 600 Kilometer in den Beinen |
| „Sie sind eher ausdauernd“ | Bis 150 Kilometer | Bis 2000 (ab und zu auch darüber) | Mindestens 1000 bis 1500 Kilometer in den Beinen, lockeres Sitzen im Sattel für 5 Stunden oder mehr, Passerfahrung |
| „Sie sind eher sportlich“ | Bis 150 (aber auch darüber hinaus) | Bis 3000 (ab und zu auch darüber) | Ambitionierte Hobbysportler, mindestens 3 x wöchentliches Training, 2000 Trainingskilometer, 6 bis 8 Stunden im Sattel, Passerfahrung |
| „Sie sind eher leistungsorientiert“ | Variabel | Variabel | Regelmäßiges Joggen, Langlaufen bzw. Skaten oder sportives Inlinerfahren |
Fazit
Die Radroute Venedig-Rom ist eine anspruchsvolle, aber lohnende Tour, die durch einige der schönsten Regionen Italiens führt. Mit guter Planung und Vorbereitung kann man diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Die Kombination aus Kultur, Landschaft und sportlicher Herausforderung macht diese Route zu einem besonderen Highlight für jeden Radfahrer.
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