Der RegnitzRadweg verbindet die historische Altstadt von Nürnberg mit der Weltkulturerbestadt Bamberg und begleitet dabei den Lauf der Pegnitz und später der Regnitz.
Für den Radweg gibt es zwei beschilderte Varianten: die Kanalroute (75 km) und die Talroute (85 km). Die Kanalroute verläuft grösstenteils direkt am Main-Donau-Kanal, während die Talroute sich hauptsächlich am Lauf der Regnitz orientiert und durch sehenswerte Orte führt. Abschnittsweise sind die Streckenführungen beider Varianten identisch.
Von Nürnberg entlang der Pegnitz bis Bamberg
Die dritte Etappe verlässt Nürnberg entlang der Pegnitz bis Fürth, wo ein Abstecher in die Altstadt empfehlenswert ist. Im Pegnitztal geht es weiter an historischen Wasserschöpfmühlen vorbei bis zur Regnitzmündung.
Der Radweg verlässt gut beschildert die Altstadt von Nürnberg und folgt nun vollkommen verkehrsberuhigt dem Park entlang der Pegnitz.
In "Eltersdorf" passieren Sie eine Wehrkirche aus dem 10. Jahrhundert. Der Radweg überquert gleich danach die Regnitz.
Der historische Ludwig-Main-Donaukanal wurde in dieser Gegend in den 50-er Jahren zugeschüttet und mit der Autobahn A73 überbaut. Der Radweg folgt hier dem Main-Donaukanal und führt an Erlangen vorbei.
Nach "Möhrendorf" erreichen Sie den Main-Donau-Kanal und fahren an ihm entlang weiter in die historisch interessante Fachwerkstadt "Forchheim". Hier gibt es viel zu besichtigen.
Auf schönen Radwegen entlang den Regnitzarmen oder dem Main-Donaukanal erreicht man schließlich die geschichtsträchtige Stadt Bamberg mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Entlang des RegnitzRadwegs gibt es zahlreiche kulturelle und landschaftliche Höhepunkte zu entdecken.
- Nürnberg: Altstadt mit Kaiserburg, Frauenkirche, Schöner Brunnen.
- Fürth: Historischer Kern, Gustavstraße, Grüner Markt.
- Erlangen: Kanaldenkmal, Alterlanger See.
- Forchheim: Kaiserpfalz, historische Altstadt.
- Bamberg: Romanischer Dom, Neue Residenz, Altes Rathaus, Klein Venedig.
Details zur Strecke
Die Talroute des RegnitzRadwegs ist eine knapp 84 km lange und bis Forchheim flache Radtour mit nur wenigen Steigungen. Zwischen Eggolsheim und Sassanfahrt gilt es kurze moderate Steigungen zu bewältigen, zwischen Erlach und Pettstadt eine etwas steilere Steigung. Die Radtour führt hauptsächlich über Radwege, unasphaltierte Feldwege und verkehrsarme Straßen.
Empfehlungen für die Tour
- Fahrrad: Tourenrad oder Trekkingrad empfohlen, da der Radweg nicht durchgehend asphaltiert ist.
- Unterkünfte: Zahlreiche Unterkünfte entlang des Radwegs in den Städten und Ortschaften.
- Verpflegung: Gaststätten und Biergärten laden zur Einkehr ein.
- Zeitplanung: Je nach Interesse ein bis zwei Tage zur Besichtigung von Bamberg einplanen.
Der Startpunkt Nürnberg
Nürnberg wurde Mitte des 11. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Unter Friedrich Barbarossa wurde Nürnberg zur Kaiserpfalz ausgebaut. Die Hohenzollern statteten Nürnberg mit dem Münzrecht, dem Marktrecht und weiteren Privilegien aus und machten es zur Königsstadt. Albrecht Dürer prägte ab dem 16. Jahrhundert am Ende der Gotik und der beginnenden Renaissance die künstlerische Seite Nürnbergs. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fand in Nürnberg das "Friedensmahl" der beteiligten Seiten statt. Die Industrialisierung begann im 19. Jahrhundert. Die erste deutsche Eisenbahn fuhr zwischen Nürnberg und Fürth. Im zweiten Weltkrieg wurde Nürnberg zu 90% zerstört. Heute hat Nürnberg eine wirklich sehenswerte Innenstadt.
Die gotische Frauenkirche "Unserer lieben Frau" wurde im 14. Jahrhundert von Peter Parler erbaut. Sie steht am östlichen Rand des Hauptmarktes und wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Nach der Reformation wurde sie von Protestanten genutzt und entsprechend umgebaut, erst seit dem 19. Jahrhundert dient sie wieder den Katholiken und erhielt z.B. An der Frauenkirche gibt es das bekannte Glockenspiel "Männleinlaufen".
Der "Schöne Brunnen" wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut. Der ursprünglich aus Sandstein gefertigte Brunnen zeigt in 40 Figuren das damalige Weltbild. Heute steht das Original im Germanischen Nationalmuseum, die Kopie aus Muschelkalk auf dem Markt wurde 1903 gefertigt.
Recht gut ist die Burg auf dem Felshügel über der Stadt erhalten. Ihre Anfänge hatte sie im 10./11. Jahrhundert. Von der Burg aus überblickt man die Stadt Nürnberg mit ihren vielen Türmen. Am nächsten liegt die Kirche St.
Seit dem 15. Jahrhundert sind die typischen Nürnberger Bratwürste bekannt.
Am Schlayerturm ist die Fronveste als Teil der früheren Stadtbefestigung angebaut. Sie wurde ursprünglich schon im 13. An der Feste entlang führt der bekannte Kettensteig.
Ursprünglich stammt die Kleinweidenmühle aus dem 13. Jahrhundert.
Fürth: Historische Bausubstanz und Ludwig-Main-Donaukanal
Die Siedlung Fürth wurde zu Beginn des 11. Jahrhunderts gegründet. Im 16. Jahrhundert begann der Zuzug von Juden, die hier sogar das erste jüdische Krankenhaus in Deutschland errichteten. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu Beginn der Industrialisierung hauptsächlich durch den Ludwig-Main-Donaukanal und die erste Eisenbahnverbindung, die zwischen Fürth und Nürnberg verkehrte. Nach Stilllegung des Main-Donau-Kanales 1950 wurde der Kanalverlauf in diesem Bereich mit der Autobahn A79 überbaut. Das Fürther Rathaus hat einen 55 Meter hohen Turm und erinnert im Erscheinungsbild an den Palazzo Vecchio in Florenz. Es wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut.
Überraschenderweise hat Fürth noch sehr viel historische Bausubstanz. Entlang der Uferbewaldung erreichen Sie den Zusammenfluss von "Pegnitz" und "Rednitz".
Weitere Orte entlang der Strecke
Seit dem 15. Jahrhundert sind die "Möhrendorfer Wasserschöpfräder" schon urkundlich belegt. Der Radweg erreicht den Ort "Stadeln" und führt aus dem Tal hinauf auf den Radweg entlang der "Stadelner Hauptstraße" (St2241).
Der kleine Ort Stadeln wuchs nach dem zweiten Weltkrieg durch Heimatvertriebene und Zuzügler von 500 auf 6000 Einwohner. Man bemerkt die Beleibtheit des Ortes auch an den zahlreichen Neubauten. Zunächst führt er zwei Kilometer in Straßennähe weiter, dann zweigt er nach links in den Wald zur Regnitz hin.
Der Ort "Eltersdorf" ist seit dem 10. Jahrhundert besiedelt. Seine markante Wehrkirche, die Aegidenkirche, wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut.
Die Stadt Erlangen geht auf das naheliegende Dorf Alterlangen zurück, das im 10. Jahrhundert gegründet wurde. Im 14. Jahrhundert erteilte Karl V. dem neuen Erlangen, das etwas abseits des Dorfes erbaut wurde das Marktrecht. König Wenzel stattete es Ende des Jahrhunderts mit dem Stadtrecht und einer Münze aus. Der Radweg bleibt links der Regnitz und von Erlangen.
Im Alterlanger See lebt eine große Biberpopulation. Bald müssen Sie die Straße überqueren und folgen dann nach recht der gut beschilderten einspurigen Straße in Richtung "Möhrendorf". Zunächst durchquert der Radweg ein teilweise bewaldetes Gebiet und erreicht nach drei Kilometern ein Neubaugebiet das zu "Möhrendorf" gehört.
Die alte Wehrkirche St. Oswald/ St. Martin stammt aus dem 15. Jahrhundert. Heute dient sie eher als Stätte für Trauungen und Beerdigungen. Aber auch bei den Störchen ist sie beliebt.
Nach dem Ort überqueren die Regnitz auf der Brücke und fahren auf dem Radweg neben der Straße weiter. Der Flusslauf der Regnitz ist in diesem Gebiet breit und aufgefächert.
Nach einem weiteren Kilometer führt der Radweg an den Fuss des Dammes des Main-Donau-Kanals. In diesem Gebiet fließen die Regnitz und der Main-Donau-Kanal mit wenig Abstand nahezu nebeneinander. Bei dem Ort Hausen fließen hier sogar beide ineinander und nutzen dasselbe Flussbett.
Nach vier Kilometern erreichen Sie die alte frühere Regnitzbrücke mit den Steinfiguren und überqueren auf ihr und der modernen Stahlbrücke den Kanal in Richtung "Forchheim". Die ursprüngliche Siedlung stammt wahrscheinlich aus dem 7. Jahrhundert. Im 8. Jahrhundert wurde hier eine fränkische Königspfalz errichtet.
Die Stadt Forchheim liegt an der Fachwerkstraße. Die ältesten Fachwerkhäuser stammen hier aus dem 14. Jahrhundert. Heute gibt es in der Stadt noch geschlossene historische Straßenzüge mit Fachwerkbauten. In der Stadt gibt es zahlreichen Restaurants und immer noch vier selbständige Brauereien. Im 12. Jahrhundert wurde die ehemalige Königskirche, die aus dem 10. Jahrhundert stammt dem Heiligen Martin geweiht.
Von der ehemaligen Kaiserpfalz fehlt heute jede Spur. Sie könnte auch an der Stelle der früheren Burg aus dem 14. Jahrhundert stehen. Die heutige Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von den Bamberger Bischöfen erbaut. Die Innenstadt ist verkehrsberuhigt. Überall gibt es etwas zum Essen oder das einheimische Bier zum trinken. Zahlreiche Gaststätten, Cafes und vier Brauereien sorgen für ein gastronomisches Erlebnis.
Der Radweg verlässt die Straße wieder nach links und folgt dem Uferweg bis zur "Bamberger Straße". Die Talroute bleibt am Kanal und erreicht "Hirschaid". Auf der "Regnitzstraße" erreichen Sie die Ortsmitte und folgen dem gut beschilderten Radweg.
In "Seußling" steht die Kirche St. Sigismund, deren Vorgängerbau zu den 14 Slawenkirchen zählte, die Karl der Große bauen lies. Etwas bergauf, dann nach rechst entlang der Hauptstraße geht es weiter.
Auf der "Pfarrer Hopfenmüller Straße" erreichen Sie den Ort "Sassanfahrt". Der Ort besteht schon seit dem 12. Jahrhundert und bestand lange aus einem Schloss und einigen Höfen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts kauft Reichsgraf Julius Friedrich Heinrich von Soden das Rittergut. Sein guter Wille wollte den verarmten Einwohnern ein eigenes Haus schaffen. Nach der Fertigstellung des Ludwig-Main-Kanals und später der Eisenbahn begann der wirtschaftliche Aufstieg des Gebietes.
Nach der Unterquerung der St2260 geht es nach links weiter und Sie erreichen die "Köttmannsdorfer Hauptstraße" und Sie folgen ihr. Der Radweg zweigt nach rechts auf die Straße "Im Anriss" ab und führt auf ihr in den Wald. Gut beschildert führt dort der Radweg nach rechts im Wald teils hügelig entlang der B505 weiter.
Der Ort Pettstadt ist seit dem 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Im Ort gibt es eine Barockkirche auf dem 18. Hintergrund ist die Geschichte, dass der Schmid Fährmann auf der handbetriebenen Fähre war. Daraufhin wurde er anzeigt und dem Richter vorgeführt. Er wurde aber freigesprochen, weil er niemanden beleidigt hatte. Seitdem wird die Redewendung im Volksmund verwendet.
Auf der anderen Seite führt der Radweg an den Gleisen entlang. Nach 300 Metern überqueren Sie die Gleise nach Norden und fahren dort gut beschildert weiter. Nach 400 Metern zweigen Sie nach links ab und nach 300 Metern wieder nach rechts.
Bamberg: Weltkulturerbe am Ziel
Bambergs Geschichte beginnt schon früh. Es lag strategisch günstig an einer Handelsroute auf dem Weg vom Main zum Rhein. Erwähnt ist ein "Castrum Babenberch", das Sitz örtlicher Grafen war. Der Aufstieg zur Residenz begann, als Heinrich II. Bamberg zum Bistum erhob.
Besonders beeindruckend in der Weltkulturerbestadt sind der romanische Dom, die vielen Kirchen, die Neue Residenz, das Alte Rathaus, Klein Venedig und die historische Innenstadt. Fahrzeit: ca. 5 - 6 Std.
Sie sollten sich in Bamberg je nach Interesse ein bis zwei Tage zur Besichtigung einplanen. Die Schleuse 100 des Ludwig-Main-Kanals ist noch völlig intakt und wird wie früher von Hand bedient. Neben dem Transport von Sportbooten dient die Schleuse auch zum Wasserausgleich des linken Regnitzarmes. Die einzigartige Lage auf einer Insel macht das Bamberger Rathaus so interessant.
Von der Straßenseite sieht das bemalte Rathaus ganz anders aus. Der Tortum wurde 1755 barockisiert und die Fassaden mit Scheinarchitekturen bemalt.
Die Bamberger Fürstbischöfe erbauten Anfang des 17. Jahrhunderts ihre prunkvolle Neue Residenz.
Der Bamberger Dom wurde zu Beginn des elften Jahrhunderts als Kaiserdom von Kaiser Heinrich II. erbaut. Geweihnt ist er den Heiligen St. Peter und St. Georg. Als einziger Dom ausserhalb Italiens enthält er ein Papstgrab und das Grab des heilig gesprochenen Kaiserpaares.
Der aus Stein gemeiselte Reiter steht schon seit dem Bau des Bamberger Doms an dieser Stelle. Der Künstler ist unbekannt, aber man weiß, dass die Figur früher stark bemalt war.
Etwas oberhalb der Altstadt liegt die Jakobskirche.
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