Die Zillertaler Höhenstraße ist eine mautpflichtige Panoramastraße in den Tuxer Alpen, die mit ihren zahlreichen Hochpunkten und Anstiegsmöglichkeiten ein beliebtes Ziel für Rennradfahrer darstellt. Wer nach harten Anstiegen, knackigen Pässen, atemberaubender Aussicht und einer Alpenkulisse sucht, ist hier gut aufgehoben.
Eine anspruchsvolle Strecke
Die Zillertaler Höhenstraße ist bekannt für ihre steilen Rampen, die selbst erfahrene Radfahrer herausfordern. Direkt nach der Haustür des Quartiers bei 590 m Höhe biegt man in Ried in die Höhenstrasse ein. Nach den ersten 500 m mit 10 % Steigung wird es ernst, und der Berg stemmt sich mit 12-18 %, rampenweise auch 20 %, entgegen. Die Straße führt auch wieder ca. 300 Höhenmeter nach unten, bevor es wieder bergauf geht.
Einige Radfahrer beschreiben die Strecke als eine der anspruchsvollsten Bergstraßen der Alpen. Wer denkt, dass der Stilfser Joch steil und der Grimselpass mörderisch ist, sollte sich die Höhenstraße besser nicht antun. Denn „steil“ bekommt hier eine ganz neue Qualität.
Routenoptionen und Schwierigkeitsgrade
Insgesamt führen fünf Auffahrten aus dem Tal nach oben. Die südlichste Rampe von Hippach zum höchsten Punkt am Melchboden auf knapp über 2.000 Meter Höhe ist besonders reizvoll. Für den vollen optischen Genuss empfiehlt sich der Anstieg über die nördlichste Rampe ab Ried.
Die Route ist durchgehend asphaltiert, teilweise rissig und mit kleinen Unebenheiten/Löchern versehen!
Die meisten Touren sind eher etwas für Erfahrene und starke Randonneure, die nicht nur den richtigen Druck aufs Pedal bringen, sondern sich auch in den Bergen leicht tun. Die Anstiege variieren, haben aber oft bis über 20 Prozent Steigung. Anfänger werden im Zillertal möglicherweise weniger auf ihre Kosten kommen, da die gemäßigteren Strecken begrenzt (und auch etwas langweilig) sind.
Erfahrungen eines Radfahrers
Ein Radfahrer schildert seine Erfahrungen auf der Zillertaler Höhenstraße wie folgt: "Das war schon ziemlich mutig eine der anspruchvollsten Bergstraßen der Alpen im fortgeschrittenen Radleralter in Angriff zu nehmen. Hatte mich vorher bei quäldich.de kundig gemacht und die Variante von Ried aus gewählt." Nach 49 km und 4:02 h reiner Fahrzeit war dieses Erlebnis vorüber.
Der höchste Punkt der Höhenstraße bei 2027 m Höhe und 22,5 km am Melchboden war bald erreicht. Die Abfahrt nach Hippach wurde bei besserer Sicht genossen, einzige Hindernisse waren die 180°-Kehren, etliche Weideroste und ein paar Kühe. Im Tal angelangt ging es über Zell am Ziller und Aschau teils auf Nebenstraßen und dem Ziller-Radweg zurück nach Ried.
Fazit: Eine gebrochene Speiche bergauf, verspannte Gesäßmuskulatur und um die Erfahrung reicher, solche Höhenritte zukünftig nicht mehr zur Beute zu machen.
In seinen „Palmares“ war es der Pass/Bergstrasse Nr. 121, bei Nr. 100 war sein persönlich gestecktes Ziel bereits erreicht, aber ewig lockt das Rad und die Bergwelt!
Was die Höhenmeter betrifft, bleibt das Stilfser Joch zwar der Spitzenreiter mit 1870 Höhenmetern im Jahr 1991 mit einer Steigleistung von 14,96 m/min. Die Zillertaler Höhenstraße mit 1803 Höhenmetern entlockte dem Radfahrer gerade mal 11,17 m/min, der Schnitt bergauf war 7,15 km/h.
Alternativen und Kombinationen
Wer es am ersten Radtag erstmal ruhig angehen will, der sollte die knapp 70 Kilometer Strecke mit Start und Ziel in Mayrhofen fahren. Bei gerade mal 220 Höhenmeter auf der gesamten Route ist die Runde ideal dafür geeignet, die Beine zu lockern und sich mit der Umgebung vertraut zu machen. In Ried oder Kaltenbach kann man dann auf dem Rückweg noch einen spontanen Abstecher in westliche Richtung machen, um ein bisschen Höhenluft zu schnuppern.
Eine weitere Möglichkeit ist der Gerlospass. Der Pass war bereits wiederholt Bestandteil der Österreichrundfahrt und wird - bei der Anfahrt von Zell am Ziller - auch als Bergwertung der Kategorie 1 geführt.
Tabelle: Vergleich von Pässen
| Pass | Höhenmeter | Steigleistung (m/min) | Jahr |
|---|---|---|---|
| Stilfser Joch | 1870 | 14,96 | 1991 |
| Stilfser Joch | 1838 | 12,59 | 2006 |
| Zillertaler Höhenstraße | 1803 | 11,17 | - |
Tipps für die Tour
- Ratsam ist es, sich im Vorfeld Gedanken über die zu fahrenden Routen zu machen.
- Die Kombinationsmöglichkeiten sind enorm und planloses Gegend erkunden wird mit brennenden Waden sofort bestraft.
- Wer das Privileg hat in der Nähe zu leben, der sollte sich durchaus mal für ein Wochenende an den dortigen Bergen versuchen.
- Für Rennrad-Urlauber sind mindestens fünf Tage ratsam, da sich Muskeln und Lungen womöglich erst noch an die neue Belastung gewöhnen müssen.
- Langsam angehen lassen, die passende Trittfrequenz finden und die Aussicht genießen.
- Als Ausflugsziel empfehlen wir zudem die Käserei in Fügen und die Fleischerei in Ried.
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