Der Forggensee, Bayerns fünftgrößter See und Deutschlands größter Stausee, bietet eine traumhafte Kulisse für eine unvergessliche Radtour. Mit atemberaubenden Ausblicken auf die Berge und das berühmte Schloss Neuschwanstein ist diese Strecke ein Muss für jeden Radfahrer.
Die Geschichte des Forggensees
Es scheint, als wäre dieses Schauspiel mit dem kristallklaren Wasser, dem Märchenschloss und den umliegenden Bergen nie anders gewesen. Doch der Forggensee hat bereits mehrere erdgeschichtliche Verwandlungen hinter sich. Einst war er noch ein eiszeitlicher Wasserspeicher, der dann schmolz und eine riesige Wasserfläche hinterließ. Nach einiger Zeit bahnte sich der Lech seinen Weg zum Speicher, der daraufhin abfloß und es blieb eine trockene Landschaft zurück, die Wohnraum für viele Menschen wurde. Unter anderem entstand das Dorf Forggen.
Die Forggensee-Radrunde: Eine detaillierte Beschreibung
Die Forggensee-Runde ist durchgehend mit einem Einhänger an der Radwegweisung ausgeschildert. Mit Logenblick auf die Berge radeln Sie um Bayerns fünftgrößten See, der nur im Sommer den vollen Wasserstand hat. Der Lech-Stausee dient als Kopfspeicher für die flussabwärts gelegenen Kraftwerke und zur Hochwasserregulierung. Wenn Sie vom Bootshafen Füssen über das Festspielhaus im Uhrzeigersinn touren, passieren Sie außerdem zahlreiche schöne Badeplätze.
Startpunkt ist der Bootshafen Füssen. Ein kleines Stück an der Weidachstraße entlang, dann zweigen Sie rechts in Richtung Festspielhaus ab. Der Forggensee begleitet Sie nun auf Ihrer rechten Seite. Der Radweg führt Sie in Richtung Ehrwang bis hin zum Café Maria. Dort angekommen, erreichen Sie nach einer kleinen Bergauffahrt das Örtchen Osterreinen. Hier folgen Sie dem Radweg und kommen an dem Tierheim Rieden vorbei. Der Weg führt Sie in den nächsten Ort nach Dietringen, wo Sie der Beschilderung in Richtung Roßhaupten folgen. Den Ort Roßhaupten lassen Sie auf Ihrer linken Seite liegen und folgen dem Radweg.
Vorbei am kleinen Kunstpark zum Thema Römer geht es nach der großen Staumauer am Wasserkraftwerk bergauf, bis Sie am Panoramastadel angelangt sind. Vom Staudamm ist ein Abstecher zum nahe gelegenen Infozentrum im Wasserkraftwerk Roßhaupten möglich. Für den schönsten Bergblick stoppen Sie am Panoramastadel kurz vor dem Illasbergsee. Der Radweg führt Sie weiter vorbei am Illasbergsee. Anschließend müssen Sie noch einmal kräftig in die Pedale treten, damit Sie den Ort Kniebis hinter sich lassen können. Am Kiosk Seerose biegen Sie links ab und durchfahren den Weiler Greith. Zwischen Wiesen und Wäldern geht es auf größtenteils nur landwirtschaftlich genutzten Wegen zur Ortschaft Brunnen.
Nach dem Überqueren einer kleinen Brücke geht es rechts in Richtung Waltenhofen. Die Pfarrkirche Waltenhofen geht auf eine der ersten Kirchen in der Region zurück und ist ein kulturelles Highlight der Tour. Nun folgen Sie dem Radweg in Richtung Horn, bis Sie über den Lech wieder nach Füssen gelangen. Nachdem Sie die Wehrstufe überquert haben, halten Sie sich links und biegen rechts in Richtung Füssener Skate- und Bikepark ab und folgen dem Radweg entlang am Skatepark, bis Sie über die Weidachstraße wieder am Bootshafen angelangt sind.
Knapp 32 Kilometer liegen vor uns und wir beginnen unsere Radroute an der historischen Lechstaumauer in Füssen. Sie ist verantwortlich für den Zufluss des Lechs im Frühling und den Abfluss des Wassers im Herbst. Weiter geht es auf dem Mountainbike durch die Schwangauer Ortsteile Horn, Waltenhofen und Brunnen, vorbei an Wiesen und Wäldern.
Unser nächster Halt ist der Hergratsrieder See, ein kleiner idyllischer Ort zwischen Forggensee und Bannwaldsee. Experten bezeichnen ihn aufgrund vielfältiger und seltener Artenvorkommnisse auch als Biotop-Mosaik. Langsam ändert sich das landschaftliche Bild. Wir lassen das Ostufer hinter uns und radeln entlang der Straße durch die Ortsteile von Halblech: Greith, Rauhenbichl und Kniebis. Ab letzterem führt uns eine steile Abfahrt zum bekannten Illasbergsee, der mit dem Forggensee direkt verbunden ist. Hoch motiviert und mit neuen Kräften erreichen wir mit dem Mountainbike den Gegenpol zur Lechstaumauer: die Forggenseestaumauer bei Roßhaupten. Diese dient als riesiges Wasserkraftwerk zur Energieerzeugung von 151,4 Mio. kWh im Regeljahr.
Von dort geht es bergauf über Roßhaupten bis nach Dietringen, wo wir einen Abstecher zum See hinunter machen und die Aussicht auf die vielen Segelboote in der Dietringer Bucht genießen. Es ist ein ganz historischer Ort auf der Radtour, denn hier verläuft die alte Römerstraße Via Claudia Augusta weiter in den Forggensee hinein. Sie führte damals von der Adria bis zur Donau und galt als wichtige Handelsstraße. Beim Radfahren entlang des Westufers fällt mir der starke Gegensatz der Natur zum Ostufer auf. Hier ist alles grüner und hügeliger, während im Osten braune Gräser und Schilf die Landschaft prägen. Ab dem Café Maria in Osterreinen führen schmale kiesige Radwege durch die sanfte Hügellandschaft nicht weit des Ufers. Egal ob mit Mountainbike, Rennrad oder eBike - die Beschaffenheit des Weges sollte kein Hindernis sein. Im weiteren Verlauf der Radtour verwandeln sich die Kieselsteine dann wieder in Teer, welcher uns bis zum Festspielhaus, dem kulturellen Höhepunkt begleitet. Zahlreiche Veranstaltungen aller Art finden in der Eventlocation regelmäßig statt.
Wegbeschaffenheit und Schwierigkeitsgrad
Die Wegstrecke der Forggensee-Radrunde beträgt ziemlich genau 30 Kilometer. Es sind nur relativ wenige Steigungen zu bewältigen, sodass die Runde auch den Kindern Spaß gemacht hat. Die abwechslungsreiche und leicht hügelige Landschaft vom Ostallgäu ist super für Radtouren.
Badeplätze und Einkehrmöglichkeiten
Packen Sie an heißen Sommertagen Ihre Badesachen ein und springen Sie in einen der vorbeikommenden Seen oder Weiler. Schöne Badestellen sind z.B.: Badeplatz Dietringen, in Roßhaupten an der Wasserwacht, Familienbad Forggensee in Rieden und Badeplatz Brunnen in Schwangau. Perfekt für eine Pause mit Stärkung sind das Panorama-Stadl am Forggensee - ein Kiosk mit Spielplatz, kleinen Snacks und genialem Ausblick.
Bevor es aber über die Forggenseestraße nach Waltenhofen geht, lege ich eine kurze Pause bei Café Hermine ein. Die kleine, sonnige Terrasse mit Blick auf den Garten ist der perfekte Platz um ein bisschen zu verweilen und… den unglaublich leckeren hausgemachten Kuchen zu genießen.
Zusätzliche Informationen
Befahrbarkeit
Die Forggensee-Runde ist ganzjährig befahrbar. Bei niedrigem Wasserstand kann man sogar Teile über den Boden des Stausees fahren. Aber Achtung: hier verlässt du die offizielle Radwege und es kann sehr matschig/steinig werden.
Schifffahrt auf dem Forggensee
Die Saison der Schifffahrt ist vom 1. Juni bis zum 15. Oktober. Wer die Radtour abkürzen möchte, kann in den Sommermonaten (1. Juni bis 15. Oktober) auf das Forggenseeschiff umsteigen.
Wasserstand des Forggensees
Der Forggensee wird im Oktober abgelassen und spätestens Anfang Juni ist der Forggensee wieder voll. Der Tiefststand wird in der Regel im April erreicht.
Anfahrt und Parken
Über die Autobahn A7 sowie die Bundesstraßen B310, B16 und B17 gelangen Sie direkt nach Füssen. Über die Augsburger Straße (B16) und die Weidachstraße gelangen Sie direkt zum Bootshafen Füssen.
Das Parkleitsystem in Füssen bietet Ihnen mehrere Parkmöglichkeiten. In unmittelbarer Nähe des Startpunkts liegen die kostenpflichtigen Parkplätze am Bootshafen (P7) oder am Festspielhaus (P8).
Öffentliche Verkehrsmittel
Von den Fernbahnhöfen Ulm, Augsburg und München finden Sie regelmäßige Zugverbindungen nach Füssen. Der Füssener Zug- und Busbahnhof ist ca. 10 Fahrradminuten vom Startpunkt der Tour entfernt oder per Buslinie 56 erreichbar, Haltestelle "Bootshafen". Relativ nahe am Startpunkt ist auch die Bushaltestelle "Augsburger Str., Friedhof" der Linie 72. Die Schiffsanlegestelle Roßhaupten erreichen Sie ab Füssen mit der Buslinie 72 von Mo - Fr, Haltestelle Tiefenbruck. Von Hopfen erreichen Sie den Startpunkt per Linie 56 nach Füssen (Bahnhof). Von Weißensee erreichen Sie den Startpunkt per Linie 71 nach Füssen (Bahnhof).
Camping am Forggensee
Camping direkt am See? Das ist tatsächlich auf mehreren Campingplätzen am Forggensee möglich. Terrassenförmig am Hang angelegt, kannst du von vielen Stellplätzen aus einen tollen Ausblick auf See und Berge genießen. Sogar Schloss Neuschwanstein ist am gegenüberliegenden Seeufer gut zu erkennen. Super finde ich die Möglichkeit, alles mit Fahrrädern oder Bus zu erreichen - das Wohnmobil kann stehen bleiben!
Weitere Aktivitäten in der Umgebung
Abstecher zu den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, zum Alpsee in Schwangau oder auch in die Innenstadt von Füssen sind problemlos möglich. Wer rund um Füssen unterwegs ist, sollte sich den herrlichen Alatsee auf 868 m nicht entgehen lassen. Am südwestlichen Forggenseeufer entlang, vorbei am Festspielhaus, radelst du nach Füssen. Hier lohnt sich zum Beispiel ein Abstecher an den berühmten Lechfall.
Und noch ein See, den du vom Forggensee aus easy mit den Fahrrädern erreichst: Den Hopfensee mit seiner Uferpromenade, nicht umsonst die „Allgäuer Riviera“ genannt. Gerade mal rund 5 km fährst du über wenig befahrene Straßen von See zu See. Am Hopfensee gibt’s einiges zu tun: an der Uferpromenade bummeln, in einem der Restaurants und Cafés einkehren, einmal um den See radeln oder spazieren (7 km), kneippen, baden oder mit dem geliehenen Boot über den See paddeln. Auch SUP fahren ist auf dem Forggensee erlaubt und vor der herrlichen Kulisse wirklich ein Highlight.
Zusammenfassung
Die Forggensee-Radrunde bietet eine perfekte Kombination aus Naturerlebnis, kulturellen Highlights und sportlicher Betätigung. Egal ob Sie einen entspannten Familienausflug oder eine anspruchsvolle Mountainbike-Tour planen, der Forggensee und seine Umgebung bieten für jeden Geschmack das Richtige.
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