Radtouren im Ruhrgebiet: Essen und seine Highlights

Das Ruhrgebiet ist ein außergewöhnliches Ziel für einen Radurlaub in Deutschland. Hier radelt man fernab des Straßenverkehrs auf stillgelegten Bahntrassen, entlang landschaftlich schöner Kanaluferwege, beeindruckender Industriedenkmäler und Halden. Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde!

Ein neues Knotenpunktsystem, 17 thematische RevierRouten und ein digitaler Radtourenplaner helfen bei der Orientierung beim Radfahren im Ruhrgebiet. In der Metropole Ruhr verschwimmen die Stadtgrenzen, sodass man auf nur einer Radtour, ohne es zu merken, mehrere Städte durchradelt. Halden, Arbeitersiedlungen, Zechen, Bahntrassen und „Radeln nach Zahlen“ sind nur einige Beispiele dafür, was das Radfahren im Ruhrgebiet besonders macht.

Die schönsten Radtouren im Ruhrgebiet, absolute Lieblingstouren, sollen hier vorgestellt werden. Bei den Strecken wird versucht, wo es geht, auf Bahntrassen, guten Rad- Wanderwegen und Fahrradstraßen zu bleiben. Das funktioniert natürlich nicht durchgängig, so weit ist die Infrastruktur für Radfahrer nicht ausgebaut. Für die anderen Abschnitte werden dann Straßen mit halbwegs brauchbaren Radwegen oder Nebenstraßen gewählt. Beim Untergrund wird, wo es geht, auf Asphalt oder Sand-/Kiespisten geblieben, welche in einem brauchbaren Zustand sind. Singletrails mit höheren Bewertungen werden auf den Touren nicht gefahren. Alle Touren sind mit City- oder Trekking-Bikes locker zu fahren, egal ob als E-Bike oder manuell. Bei den Halden wurde darauf geachtet, den schonendsten Weg nach oben zu beschreiben, nicht unbedingt den kürzesten Weg.

Die Startpunkte liegen immer in Bahnhofs-Nähe oder an Orten, die mit dem ÖPNV gut zu erreichen sind, wie die Zeche Zollverein. Sollte über die entsprechende Tour ein eigener Bericht geschrieben worden sein, wird auch dieser hier verlinkt.

Ausgewählte Radtouren im Detail

Radtour: Von Mülheim zur Zeche Zollverein

Von Mülheim Ruhr Hauptbahnhof geht es über den Radschnellweg und durch das Hexbachtal Richtung Rhein-Herne-Kanal. Dort wird man mit einem Blick auf den tanzenden Strommast, dem Zauberlehrling begrüßt und bekommt einen Eindruck vom großen Einkaufszentrum CentrO. Hinter dem Rhein-Herne-Kanal geht es nach Norden Richtung Bottrop, wo es dann auf Nebenstraßen und durch Grünanlagen Richtig Tetraeder geht. Wer mag, kann hier einen Abstecher auf die Halde machen. Vorbei an der Skihalle Bottrop geht es nun Richtung Gelsenkirchen und wieder Richtung Süden zum Rhein-Herne-Kanal, wo das alte Zechengelände Nordsternpark erkundet werden kann. Das nächste Ziel ist nun die Zeche Zollverein, ein Weltkulturerbe in Essen. Dieses erreicht man über den Nordsternweg, eine alte Bahntrasse. Von Zollverein aus geht es weiter über alte Bahntrassen bis Essen Kray, bevor es durch Felder runter zur Ruhr geht, welche in Höhe Essen Steele erreicht wird.

Hinweis: Diese Tour ist schon Hardcore - auch für E-Bike-Fahrer. Wem das in einem Stück zu viel ist, kann die Tour aber wunderbar in zwei Teile splitten. Einmal den westlichen Teil und für eine zweite Tour den östlichen Teil.

Radtour: Halden Hopping Deluxe

Los geht die Tour am Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Von hier geht es über den Nordsternweg, eine alte Bahntrasse zum Rhein-Herne-Kanal. Am Ende findet sich die Schurenbach-Halde. An der Emscher und dem Rhein-Herne-Kanal entlang geht es nun Richtung Oberhausen zur sehr tollen Halde Haniel. Der Aufstieg erfolgt über sogenannten Kreuzweg.

Dieser ist, wie alle anderen Wege nicht befestigt, bietet aber eine breite Schotterpiste, die man auch mit einem Trekkingrad gut fahren kann, wenn es nicht sehr nass ist. Der gleiche Weg wird auch für die Abfahrt genommen. Lasst Euch oben nicht von der Asphalt-Piste verlocken. Nun geht es quer durch Bottrop über Radwege und Radrouten zur Halde Beckstraße und dem berühmten Tetraeder. Nach der Abfahrt geht es vorbei an der Skihalle Bottrop zurück zum Rhein-Herne-Kanal.

Solltet Ihr die Strecke teilen wollen, könnt Ihr nun über den Nordsternweg zurück zur Zeche Zollverein fahren bzw. Weiter geht es an Emscher und Rhein-Herne-Kanal entlang Richtung Westen und Gelsenkirchen. Ziel ist die Zeche Ewald und die gigantische Halde Hoheward. Auch hier erfolgt der Aufstieg über eine asphaltierte Piste, die aber teilweise deutlich steiler ist, wie am Tetraeder. Nach der Abfahrt geht es über eine andere Strecke wieder zum Rhein-Herne-Kanal. Von dort geht es über die Erzbahntrasse und der Kray-Wanner-Bahn, zur letzten Halde der Tour. Von der Halde Rheinelbe habt ihr unter anderem eine tolle Aussicht auf das alte Lorheidestadion von Wattenscheid 09.

Radtour: Panoramaradweg Niederbergbahn

Los geht es am Hauptbahnhof Mülheim Ruhr. Entlang der Ruhr geht es am Wasserbahnhof vorbei den Leinpfad bis nach Essen Kettwig. In Kettwig findet man den Einstieg in den Panoramaradweg Niederbergbahn. Auf dieser ehemaligen Bahntrasse kann man fast bis nach Wuppertal radeln. Bei dieser Route wird der Radweg aber in Velbert verlassen und es geht durch das Hespertal zurück ins Ruhrtal. Auf halber Länge des Baldeneysee erreicht man die Ruhr und dann führt der Weg zurück, über Essen-Werden nach Kettwig.

Radtour: Hattingen und das Bergische Land

Start der Route ist am Bahnhof in Hattingen. Von hier aus geht es kurz über Straßen zum Einstieg zur Kohlenbahntrasse, welche Richtung Süden ins bergische Land führt. Das erste Highlight der Tour folgt direkt, der Schulenbergtunnel. Es geht bergauf bis zum Abzweig zur Kohlenbahn, eine alte Trasse von Schee nach Silschede. Und genau in Silschede endet dieser Radweg und es geht ein Stück über Straßen bis zum Einstieg in die Elbschetalbahn. Auf dieser schönen alten Bahnstrecke geht es dann zurück zur Ruhr, welche man dann bei Wengern erreicht. Nun führt die Strecke weiter über die Ruhrtalbahn, ihr ahnt es schon, eine alte Bahntrasse. Diese führt vorbei an der Zeche Nachtigall, welche unbedingt einen Besuch wert ist. Ein Stückchen weiter geht es dann mit der Fahrradfähre über die Ruhr.

Tipp: Solltet Ihr mit dem Auto anreisen, gebt die Straße „Wildhagen" in Hattingen ein.

Radtour: Ruhrtalradweg und Baldeneysee

Los geht es am Hauptbahnhof Mülheim Ruhr. Ihr folgt dem Radschnellweg RS1 Richtung Essen, bis zum Abzweig des Gruga-Weges. Auch dies ist eine alte Bahntrasse, die quer durch Essen geht, vorbei am Gruga-Park und der Gruga-Halle. Von der Gruga-Halle aus geht es bergab bis zur Ruhr, fast in Essen Steele. Hier verlasst Ihr die Bahntrasse und folgt dem Ruhrtalradweg, welcher nun durch das Ruhrtal bis zum Baldeneysee führt. Den See umfahrt Ihr auf der schöneren südlichen Seite, bis ihr in Essen Werden ankommt. Von hier aus geht es nun wieder die Ruhr entlang, durch Essen Kettwig und Mülheim Mintard, bis ihr später am Mülheimer Wasserbahnhof ankommt. Auf der ganzen Strecke kommt ihr fast nicht mit dem Straßenverkehr in Berührung. Nur wenige Kreuzungen und einige kurze Abschnitte führen über normale Straßen.

Radtour: Landschaftspark Duisburg Nord

Start der Tour ist am Landschaftspark Duisburg Nord, einem alten Stahlwerk, welches heute besichtigt werden kann und ein kulturelles Zentrum ist. Der Strecke führt von hier aus über den grünen Pfad, eine alte Bahntrasse, welche an der Emscher in den HOAG-Radweg übergeht. Am Ende der Trasse, in Duisburg Aldenrade führt der weg weiter über Radwege rund um das noch aktive Stahlwerk. Hinter dem Stahlwerk erreicht Ihr den Rheindeich, den Ihr nun bis nach Duisburg Ruhrort folgt. In Ruhrort könnt Ihr ein wenig den größten Binnenhafen Europas erkunden oder auf Schimanskis Spuren eine Currywurst essen.

Radtour: Zeche Zollverein und Nordsternpark

Start der Tour ist am Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Die Tour führt zuerst ein klein wenig über das Gelände der Zeche, bevor es auf die erste alte Bahntrasse geht. Über den Nordsternweg geht es Richtung Emscher und eben zur Zeche Nordsternpark. Auch hier führt die Route ein wenig über das Zechengelände, bevor es am Rhein-Herne-Kanal entlang Richtung Gelsenkirchen geht. Eine sehr schöne Pausenstelle ist dann der kleine Hafen in Gelsenkirchen. Ein Stück weiter den Kanal entlang kommt man dann in Höhe der Zoom Erlebniswelt auf die nächste Bahntrasse. Die Erzbahntrasse führt Richtung Süden und ihr bleibt auf dieser Bahntrasse bis zum Abzweig der Kray-Wanner-Bahn, welcher ihr nun folgt. Das Tolle an dieser Route ist, dass ihr, abgesehen von ein paar Kreuzungen, keinen Kontakt mit dem Autoverkehr habt. Im Bereich der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals fahrt ihr über Schotterpisten, die aber in einem annehmbaren Zustand sind.

Radtour: Mülheim, Kettwig und die Ruhrwiesen

Los geht es für Euch am Mülheimer Hauptbahnhof. Von dort führt der Weg erstmal parallel zum Radschnellweg zur Ruhrpromenade in Mülheim. Dort gibt es ein paar Restaurants und eine tolle Eisdiele, bevor es weiter an der Ruhr entlang geht, bis zum Wasserbahnhof in Mülheim. Nach einen kurzen Stück auf der Straße geht es wieder runter auf den Leinpfad, dem Ihr nun bis Essen Kettwig folgt. Bevor Ihr nach Mülheim zurück radelt, wechselt Ihr über die Kettwiger Brücke die Ruhrseite. Der Weg führt nun über Mülheim Mintard durch die weiten Ruhrwiesen auf Essener und Mülheimer Seite. Dabei ist die Ruhrtalbrücke wieder ein Hingucker. Hinter Mintard fahrt ihr ein Stück quer durch einen Reiterhof. Angekommen in Mülheim führt der Weg vorbei am Kloster Saarn bis zur Müga, dem alten Landesgartenschau-Gelände direkt an der Ruhr.

Radtour: Essen "erfahren" - Natur und Wasser Route

Essen hat in den letzten Jahren unter der Marke „ESSEN.Erfahren“ eine Vielzahl an lokalen Radrouten entwickelt, die Radler entweder zu bestimmten Themen oder als fahrradfreundliche Wegeachsen durch die Stadt führen. Es gibt eine Zechen-Tour, zwei Kirchen-Touren und sogar zwei Biergarten-Touren. Als Verkehrsachsen sind für uns Radler vor allem die Nord-Süd-Verbindungen sehr interessant, denn diese sind traditionell eher Mangelware im Ruhrgebiet.

Ich habe mir mal die Natur-Route und die Wasser-Route rausgepickt und diese beiden Achsen mit dem RuhrtalRadweg im Süden und dem Radweg am Rhein-Herne-Kanal im Norden zu einer gut 60 Kilometer langen Tages-Rundtour für Radler kombiniert. Für mich startet die Tour am S-Bahnhof in Essen-Werden ganz im Süden, der über die S 6 gut erreichbar ist. Alternativ lässt sich vor allem für Autofahrer die Tour aber auch gut ab dem UNESCO-Welterbe Zollverein starten. Hier wäre auch für Leute ohne eigenem Rad der Vorteil, dass man sich bei der RevierRad-Station ein Leihrad ausleihen könnte.

Zunächst orientiere ich mich an dem komplett ausgeschilderten RuhrtalRadweg. Flussaufwärts fahre ich von Essen-Werden Richtung Baldeneysee. Kurz vor dem Stauwehr sehe ich bereits ein Überbleibsel der Industriegeschichte der Region. Die Schleuse Neukirchen war früher wichtiger Baustein der Ruhrschifffahrt, als die Ruhr noch der meistbefahrenste Fluss Europas war. Sie wurde bereits 1777/78 erbaut. Am Baldeneysee fahre ich weiter flussaufwärts. Auf der anderen Seite sehe ich die Villa Hügel halb im Wald verborgen. Enten und Schwäne baden in dem kleinen Naturparadies, Ruderer ziehen sportlich ihre Bahnen übers Wasser. Ich bin früh morgens unterwegs, denn nachmittags und am Wochenende wird es hier schon ordentlich voll.

Hinter dem Baldeneysee wechsle ich die Seite und folge weiter dem ausgeschilderten RuhrtalRadweg. Der Weg führt mich durch die Ruhrauen bis kurz vor Essen-Steele. Sie wird mich die nächsten 15 Radkilometer von der Ruhr bis zum Rhein-Herne-Kanal führen. Eine „Natur“ Route mitten in einer Großstadt, dass klingt ungewöhnlich. Natürlich führt der Weg nicht nur durch Naturschutzgebiete und ich fahre immer wieder mal über Straßen und durch Wohngebiete. Aber besonders Ortsfremde werden überrascht sein, wie naturnah man die Stadt Essen durchqueren kann. Schon der Einstieg in die Natur Route ist toll. Durch ein Tal geht es sanft berghoch. Gefühlt bin ich gerade erst losgefahren, da stehe ich schon vor der Lärmschutzwand vor der A 52.

Ich fahre durch ein Wohngebiet, dann geht es in einer engen Spirale hoch zu einer Brücke, die mich über die A 40 führt. Wieder ein wenig Stadtverkehr, dann gerate ich auf der Elisenstraße in eine ordentliche Baustelle (August 2020). Man kann auf der Straße zwar fahren, sollte aber nicht den richtigen Moment verpassen, rechts auf den Bürgersteig noch vor der Baustellenabsperrung zu kommen. Denn direkt hinter der Eisenbahnunterführung müssen wir rechts auf den Radweg entlang des Stoppenberger Bachs einbiegen. Es wird wieder grüner und deutlich entspannter. Ich folge der Ausschilderung der Natur Route, umfahre eine kleine Halde, dann wird es kurz sportlich. Doch die Mühe lohnt sich, denn ich bekomme eine grandiose Aussicht über Zollverein und das nördliche Ruhrgebiet - herrlich. Die Abfahrt führt durch den kleinen Park, dann durchfahre ich bereits das UNESCO-Welterbe Zollverein. Durch einen weiteren Park erreichen wir schnell den Nordsternweg, der uns als bestens ausgebauter Bahntrassenradweg schnell nach Norden zum Rhein-Herne-Kanal bringt.

Eigentlich führt die Natur Route noch ein kleines bisschen weiter nach Norden. Direkt hinter der Emscher zweige ich ab. Am schwarzen Carbon-Obelisken geht es zurück zum Kanal, dann geht es erstmal entspannt am Wasser entlang. Unter der A 42 passiere ich eine Kunstinstallation von weidenden Schafen, wenig später bietet sich der Berne Park für eine Mittagspause an. Dummerweise hat er bis zum 20. August geschlossen, ärgerlich für mich. Zurück am Rhein-Herne-Kanal sehe ich auf der anderen Kanalseite bereits den Start der Wasser-Route. Über die nächste Brücke geht es über die Essener Straße, dann am Schwimmbad rechts wieder zurück zum Kanal und zum Start der Wasser Route. Auch sie ist gut ausgeschildert und zusätzlich mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Über gute 20 Kilometer fahre ich nun primär nach Süden bis zur Ruhr. Da aktuell jedoch ordentlich an den kleinen Abwasserkanälen gearbeitet wird, gibt es recht viele Umleitungen.

Direkt hinter der Finca & Bar Celona in Borbeck gelange ich auf die Rheinische Bahn, also den zukünftigen RS 1. Die Wasser Route biegt schnell nach links ab. Da aber auch auf diesem Teilstück einige Baustellen schlummern und ich unter anderem in eine Kleingartensiedlung geleitet wurde, empfehle ich aktuell (Stand August 2020) lieber die Rheinische Bahn bis zum Knotenpunkt 1 weiterzufahren und dort direkt auf die Grugatrasse zu wechseln. Die Grugatrasse führt mich über eine wassergebundene Decke hoch bis kurz vor die Margarethenhöhe. Dann biege ich rechts ab ins Tal des Kesselbachs. Durch herrliche Natur geht es nun bergan und ich passiere den Halbachhammer. Die Fickynhütte stammt zwar ursprünglich aus dem Siegerland, wurde aber bereits 1915 von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach nach Essen geholt. Nach der A 52 führt mich die Wasser Route kurz durch Bredeney, der höchste Punkt der Tour ist endlich erreicht.

Es geht ordentlich runter, doch ich muss nochmal eine letzte Baustellenumfahrung mitnehmen. Auf der Wiesenfläche stehen viele Liegestühle und der Parkplatz ist gerappelt voll. Hier endet die Wasser Route direkt an der Ruhr. Die letzten Meter radel ich noch einmal über den RuhrtalRadweg zurück zum Bahnhof in Essen-Werden. Ein toller Rundkurs mit aktuell leider recht vielen Baustellen. Dennoch ist die Tour durchaus auch aktuell empfehlenswert, denn man erhält bestimmt einen anderen Blick auf die Großstadt und die meisten Baustellen stehen im Zusammenhang mit dem Emscherumbau und ihrer Zuflüsse - sie haben also durchaus Bezug zum Thema der Wasser Route. Mit dem UNESCO-Welterbe Zollverein ist auch ein absolutes Besucherhighlight der Industriekultur auf der Route.

Radtour: Entdeckertour zu den Highlights des Ruhrgebiets

Diese Radtour führt Euch auf 90,1 Kilometern Länge zu den absoluten Highlights des zentralen und westlichen Ruhrgebiets. Als Rundkurs (bzw. eine Acht) kann die Tour an jeder Stelle begonnen werden. Für eine bequeme Anreise mit der Bahn empfehlen wir den Essener Hauptbahnhof als Ausgangs- und Endpunkt. An der dort ansässigen Radstation könnt Ihr Euch auch ein Rad ausleihen. Auf dem Knotenpunktnetz führt Euch die Tour dann zunächst durch die Essener Innenstadt. Von dort aus müsst Ihr das unattraktiviste Stück der Tour überstehen und einige hundert Meter an der viel befahrenen Gladbecker Straße entlang radeln. Ein Radweg ist aber auf dem Bürgersteig vorhanden. Nach der Kreuzung Grillostraße beginnt dann der eigentliche Radweg. Noch im Zentrum von Essen radelt Ihr zunächst an einer Kleingartenanlage vorbei in ein kleines Waldgebiet. Der Radweg folgt der Berne, einem Zulauf zur Emscher, Richtung Norden nach Altenessen.

Die Radwege auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein führen Euch über das komplette Gelände. Natürlich bietet sich eine Führung, z.B. über den Denkmalpfad oder durch das Ruhr Museum an. Bei dieser langen Radtour werdet Ihr das schöne Zechenareal aber vermutlich nur beim Durchradeln genießen. Über den Zollvereinweg verlasst Ihr das Gelände Richtung Osten über eine bestens ausgebaute ehemalige Bahntrasse. Der Weg passiert einen weiteren Zechenturm, in dem das Phänomania Erfahrungsfeld beheimatet ist. Einige Radminuten später geht es an der Zeche Bonifacius vorbei in Richtung Bochum. Der Kult-Treff „Erzbahnbude“ bietet sich für einen ersten Zwischenstop an. Anschließend folgt Ihr der Erzbahntrasse nach Norden bis zum Rhein-Herne-Kanal. Zunächst geht es durch ein Waldgebiet bis zur Zeche Ewald in Herten. Dort folgt der sportlich anspruchsvolle Aufstieg auf die Halde Hoheward, der mit einem gewaltigen Panoramaausblick belohnt wird. Alternativ lässt sich die Halde aber auch leicht umfahren.

Über die Drachenbrücke verlässt die Tour die Halde Hoheward und es wird wieder gemütlicher. Entlang der Emscher geht es zurück zum Rhein-Herne-Kanal, dann weiter Richtung Westen bis Gelsenkirchen. Eine erneute Bergpassage führt Euch hoch auf die Schurenbachhalde. Die markante und gern fotografierte Brücke Slinky Springs to Fame in Oberhausen ist der westliche Wendepunkt der Tour (leider darf über die Brücke das Rad nur geschoben werden). Der Gasometer Oberhausen ist dann ein weiteres Highlight der Runde, ein Besuch gehört zum Pflichtprogramm. Am Centro Oberhausen vorbei folgt der Weg zunächst noch dem Kanal, am Haus Ripshorst biegt die Tour dann ab zurück Richtung Essen. Durch das grüne Hexbachtal führt der Weg zunächst auf Mülheimer Stadtgebiet, bis Ihr schließlich auf den RS 1 gelangt. Richtung Mülheim ist die Ausbaustufe bereits fertig. Die Tour verläuft jedoch Richtung Essen. Hier geht es zunächst über eine wassergebundene Decke, dennoch ist die ehemalige Bahntrasse bestens befahrbar.

Diese Tour gehört zu den Entdeckertouren im radrevier.ruhr. D.h. sie führt auch über Radwege, die nicht zu den Aushängeschildern der Region gehören. Abstriche in der Radwegequalität in Kauf zu nehmen, heißt aber auch, „unentdeckte“ Touren abseits der beliebten und oftmals stark frequentierten Radwege, „erfahren“ zu können. Eine gute Wegebeschaffenheit ist Euch wichtig?

Geführte Radtour: Zollverein und Umgebung

Zollverein ist riesig und so auch das Ruhrgebiet. Viele Radwege durchziehen den größten Regionalpark Europas und das beste daran ist: ohne Straßenverkehr! Denn im Ruhrgebiet wurden viele alte Bahntrassen zu Radwegen ausgebaut. Während der ca. 35 bis 40 Kilometer umfassenden Erkundungstour warten viele Highlights und Infostopps sowie spannende Anekdoten des Gästeführers auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben der Schurenbachhalde gehören u.a. der Nordsternpark, die Halde Rhein-Elbe sowie ein Bauern-Café zu den Zielen der Radführung.

Je nach Wetterlage wird ein Alternativ-Programm angeboten, sodass niemand durch Gewitter, Sturm oder Starkregen radeln muss. Leihräder können gebucht werden, weitere Informationen hierzu erhalten Sie in der Tourbestätigung.

Zusammenfassung der Touren

Tour Startpunkt Highlights
Von Mülheim zur Zeche Zollverein Mülheim Ruhr Hauptbahnhof Hexbachtal, Rhein-Herne-Kanal, Tetraeder, Nordsternpark, Zeche Zollverein
Halden Hopping Deluxe Zeche Zollverein Schurenbach-Halde, Halde Haniel, Tetraeder, Halde Beckstraße, Zeche Ewald, Halde Hoheward, Halde Rheinelbe
Panoramaradweg Niederbergbahn Mülheim Ruhr Hauptbahnhof Leinpfad, Essen Kettwig, Panoramaradweg Niederbergbahn, Hespertal, Baldeneysee, Essen-Werden
Hattingen und das Bergische Land Bahnhof Hattingen Kohlenbahntrasse, Schulenbergtunnel, Elbschetalbahn, Ruhrtalbahn, Zeche Nachtigall
Ruhrtalradweg und Baldeneysee Mülheim Ruhr Hauptbahnhof Radrschnellweg RS1, Gruga-Park, Gruga-Halle, Ruhrtalradweg, Baldeneysee, Essen Werden, Essen Kettwig
Landschaftspark Duisburg Nord Landschaftspark Duisburg Nord Grüner Pfad, HOAG-Radweg, Rheindeich, Duisburg Ruhrort
Zeche Zollverein und Nordsternpark Zeche Zollverein Nordsternweg, Zeche Nordsternpark, Rhein-Herne-Kanal, Zoom Erlebniswelt, Erzbahntrasse, Kray-Wanner-Bahn
Mülheim, Kettwig und die Ruhrwiesen Mülheim Ruhr Hauptbahnhof Ruhrpromenade, Wasserbahnhof, Essen Kettwig, Ruhrwiesen, Kloster Saarn, Müga
Essen "erfahren" - Natur und Wasser Route S-Bahnhof Essen-Werden / Zeche Zollverein RuhrtalRadweg, Schleuse Neukirchen, Baldeneysee, Natur Route, UNESCO-Welterbe Zollverein, Rhein-Herne-Kanal, Wasser Route, Grugatrasse
Entdeckertour zu den Highlights des Ruhrgebiets Essener Hauptbahnhof Essener Innenstadt, UNESCO-Welterbe Zollverein, Zeche Bonifacius, Erzbahnbude, Zeche Ewald, Halde Hoheward, Schurenbachhalde, Slinky Springs to Fame, Gasometer Oberhausen, Centro Oberhausen, Hexbachtal
Geführte Radtour: Zollverein und Umgebung Zeche Zollverein Schurenbachhalde, Nordsternpark, Halde Rhein-Elbe

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