Radtouren in Dänemark planen: Ein umfassender Leitfaden

Dänemark ist ein wahres Paradies für Radfahrer. Zwischen den Küsten der Ostsee und der Nordsee liegen mehr als 10.000 Kilometer gut beschilderter Radwege, die fast ohne Anstiege für jedes Alter zu meistern sind. Die Radrouten Dänemarks führen durch Wälder, entlang der Strände und Dünen, sowie durch malerische Dörfer. Es ist kein Geheimnis, dass man in Dänemark nach hohen Bergen lange suchen muss. Sie werden sie nicht finden.

Auch um die Verköstigung unterwegs müssen Sie sich keine Sorgen machen: Restaurants und Imbissbuden liegen meistens nur wenige Kilometer voneinander entfernt am Radweg. Die Radtour bietet einfach die optimale Geschwindigkeit, um einerseits zügig voranzukommen, aber andererseits auch genug Muße zu finden, um die Details einer Landschaft zu entdecken.

Vorbereitung auf Ihre Radtour

In Dänemark geht es Ihnen als Radfahrer gut: Denn die Dänen sind eingestellt auf Zweiräder und belohnen dies mit einer entsprechenden Rücksichtnahme. Auch in den Städten kennt man die Mobilität auf zwei Rädern und ist entsprechend darauf eingerichtet. Und bei technischen Problemen helfen die Fahrradwerkstätten, die Sie fast überall in der Nähe der bekannten Fahrradrouten finden werden.

Es ist nicht erforderlich, dass Sie Ihre Fahrräder mit dem Auto zu Ihrem Urlaubsziel transportieren. In Dänemark stehen viele Angebote des Fahrradverleihs zur Option, wenn Sie sich für eine Radtour ausrüsten möchten. Und die hier angebotenen Fahrräder erfüllen oft auch Ansprüche auf höchstem Niveau.

Beste Reisezeit

Dänemark hat ein angenehmes und mildes Klima. Im Sommer wird es meistens nicht so heiß wie in Deutschland, da man stets eine Brise vom Meer hat. Der Wind kann in Küstennähe allerdings auch sehr stark werden. Lieber einen Tag mehr einplanen und eine Wetterapp benutzen um den Wind zu checken! Der Mai in Dänemark ist im Durchschnitt einer der sonnenreichsten Monate des Landes.

Ausrüstung

Ob Rennrad, Gravelbike, Tourenrad oder City-Bike - Radrouten gibt es in Skandinavien für jeden Geschmack. Besonders im Trend liegen derzeit Gravelbikes - eine Mischung aus Rennrad, Mountainbike und Tourenrad, die sich für fast jeden Untergrund eignet. Zur Ausrüstung gehören sollten in jedem Fall Packtaschen und ein Zelt. Denn gerade das legale Wildcampen macht das Reisen mit dem Fahrrad in Skandinavien besonders attraktiv. In Sachen Bekleidung gehören auch im Hochsommer (Juni bis August) warme und wasserfeste Ausrüstung dazu.

Beliebte Radrouten in Dänemark

Dänemark bietet eine Vielzahl von Radrouten für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel. Hier sind einige der beliebtesten Routen:

Nordseeküsten-Radweg

Der Nordseeküsten-Radweg ("Vestkystruten") von Rudbøl nach Skagen verläuft entlang von einigen der größten Naturerlebnisse in ganz Dänemark. Etwa ein Drittel der 560 km langen Route besteht aus Kieswegen, die man am besten mit breiten Reifen befährt. Es gibt keine Steigungen und nur wenig Autoverkehr, was den Radweg zu einer sehr familienfreundlichen Route macht. Nachdem Esbjerg durchquert wurde, eine von Dänemarks jüngsten Großstädten, führt die Route weiter entlang der Küste, bis eine neue Landschaft in Form von Heide- und Dünenflächen erreicht wird.

Ostseeküstenroute

Entlang der Ostseeküste passiert die längste nationale Fahrradroute - "Østkystruten" - mehrere alte Fjordstädte. Diese historischen Handelsstädte liegen in regelmäßigen Abständen entlang der ganzen Strecke. Die Tour eignet sich deshalb für viele Stopps unterwegs, etwa an Kunstmuseen oder in den charmanten Ortskernen. Die Route ist verhältnismäßig hügelig und Radfahrer sollten in guter Form sein, um die gesamte Strecke in einer Woche schaffen zu können.

Limfjordroute

Die Limfjordsroute verläuft über 610 km auf verschiedenen Radwegen und Nebenstrecken - nur ein kleiner Teil der Strecke ist nicht asphaltiert. Überquert wird der Limfjord mit Fähren bei der Mündung im Kattegat und beim Thyborøn Kanal im Westen. Die 610 km lange Limfjordroute verläuft quer durch das nördliche Jütland und führt durch sanfte Landschaften an der Ostküste bis hin zu der raueren Natur an der Nordseeküste im Westen. Kleine Fähren und vielen Brücken verbinden die Landteile.

Radweg Berlin-Kopenhagen

Der dänische Teil des internationalen Radfernwegs Berlin - Kopenhagen führt über 290 km entlang der Ostseeküste Dänemarks. Zwei pulsierende europäische Metropolen, 630 grün-blaue Fahrrad-Kilometer und eine kurze Seereise - der internationale Radweg Berlin-Kopenhagen verbindet die deutsche und die dänische Hauptstadt, drei idyllische Regionen und viele freundliche Menschen.

Weitere Routen

  • Heerweg (Ochsenweg): Führt von Padborg in Südjütland durch flache Heiden und über Moränenhügel in den Norden Jütlands bis Frederikshavn.
  • Fjordweg: Schmiegt sich an den Roskilde Fjord und den Isefjord im nördlichen und westlichen Teil Seelands.
  • Grenzroute: Erschließt das geschichtsträchtige Grenzgebiet zwischen Nord- und Ostsee.

Radroutenübersicht

Name der Route Länge (km) Beschreibung
Nordseeküsten-Radweg 560 Entlang der dänischen Nordseeküste von Rudbøl nach Skagen
Ostseeküstenroute 650 Entlang der dänischen Ostseeküste von Sønderborg nach Hulsig
Limfjordroute 610 Rund um den Limfjord im nördlichen Jütland
Radweg Berlin-Kopenhagen (Dänischer Teil) 290 Entlang der Ostseeküste Dänemarks
Heerweg (Ochsenweg) 450 Von Padborg in Südjütland nach Frederikshavn
Fjordweg 275 Um den Roskilde Fjord und den Isefjord
Grenzroute 130 Entlang der deutsch-dänischen Grenze

Unterkünfte und Verpflegung

Zeltplätze, Hotels und auch Ferienwohnungen sind in ganz Dänemark weit verbreitet. Die Preise sind verhältnismäßig recht hoch, und werden in Zukunft vermutlich noch weiter steigen. Im Allgemeinen ist das Wildzelten in Dänemark nicht erlaubt und es drohen hohe Bußgelder von bis zu 500€. In über 200 Wäldern ist das Wildzelten darüber hinaus sogar offiziell erlaubt.

Es gibt unterschiedliche Kategorien von Übernachtungsplätzen. Zum einen die oben beschrieben Plätze auf denen man sein Zelt aufschlagen darf (Teltpladser), dann die “Shelterpladser”, also Schutzhütten und die “Lejrplads”, also Lagerplätze. Letztere muss man in der Regel bezahlen (etwa 2-5€ pro Nacht) und man kann sie im Voraus buchen.

Es gibt fast in jedem Dorf einen kleinen Supermarkt. Die Supermärkte haben an 7 Tagen die Woche geöffnet. Mit Abstand am günstigsten sind die Discounter Aldi, Netto und Rema1000. Auf dem Land sieht man am Straßenrand oft kleine Verkaufsstände von Bauern, die hier u.A. Kartoffeln, Erdbeeren, Honig und Kohl verkaufen.

Das Jedermannsrecht

Besonders spannend ist für Radreisende das Jedermannsrecht („Allemansrätten“). Dieses ermöglicht es dir, wild zu campen, wenn du gewisse Grundregeln befolgst. Die skandinavischen Länder eignen sich damit perfekt für Bikepacking-Abenteuer. Soweit nicht anders angegeben, ist Leitungswasser in den skandinavischen Ländern trinkbar. An vielen Orten gibt es zudem frei zugängliche Wasserhähne oder Quellen, an denen du deine Trinkflaschen auffüllen kannst.

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