Radtouren in Norwegen: Planung und Tipps

Auf einer Radtour kann man sehr viel von Norwegen sehen. Radrouten reichen von den spektakulären Landschaften in Nordnorwegen bis nach Fjord Norwegen, wo sich die beliebtesten Bergstrecken befinden, wie etwa die Tour de Dovre und Mjølkevegen. Stunden über Stunden kann man sich mit den Planungen einer Reise beschäftigen.

Anreise nach Norwegen

Für deine Anreise zum Radfahren in Norwegen gibt es mehrere Wege. Die Frage der Radmitnahme ist dabei ein wesentlicher Faktor. Praktischer ist es, ein Rad vor Ort zu leihen.

Zug

Die wohl teuerste Möglichkeit ist die Reise mit dem Zug. Von Deutschland aus kommst du entweder von Hamburg Richtung Kopenhagen und Göteborg oder von Berlin nach Malmö Richtung Norwegen. In Norwegen ist Zugfahren ebenfalls teuer. Ideal ist dort das Angebot des Interrail Passes, mit dem du für die gewählte Dauer an Tagen innerhalb eines Monats die Züge Norwegens nutzen kannst. Allerdings gibt es mehrere Bahngesellschaften in Norwegen und alle Wege führen über Oslo.

Bus

Anbieter fuer Busverbindungen von Deutschland nach Norwegen sind beispielsweise EuroLines und GoEuro. In Norwegen selber fährt dich das Busunternehmen Nor-Way gerne von A nach B. Neben einigen kleineren weiteren Unternehmen ist dies das größte mit vielen verschiedenen Verbindungen. Die Tickets online vorab zu kaufen ist einfach und günstiger. W-LAN ist im Bus verfügbar.

Auto

Die Anreise mit dem eigenen Auto erleichtert die Fahrradmitnahme ungemein. Die Räder können problemlos auf die Radträger geschnallt werden, solange du so etwas besitzt. Die einzige Hürde ist die Überquerung des Wassers. Entweder du nimmst den Weg von Dänemark mit der Fähre über die Nordsee oder von Deutschland über die Ostsee.

Ein Auto in Norwegen mieten ist bei den gängigen Anbietern in den Städten und am Flughafen möglich. Ein lokaler und günstigerer Anbieter ist Rent-a-Wreck, der aber am Wochenende geschlossen zu sein scheint.

Flugzeug

Die schnellste Variante nach Norwegen zu gelangen ist natürlich das Flugzeug. Über Skyscanner* kannst du einen Flug beispielsweise bei der Norwegian Air buchen. Hin- und zurück Berlin-Olso kostete es mich 175€. Für die Radmitnahme bezahlst du einen Aufpreis von circa 49€ pro Flug.

Planung der Route

Norwegen ist größer als Deutschland. Da musste ich mir für die 16 Tage schon genau überlegen, welche Region ich bereisen möchte. In Südnorwegen ist der Sommer an Stränden und bei Wanderungen zu genießen. Vorab solltest du dir überlegen, ob du so wie ich vorhast Norwegen mit dem Rennrad zu erkunden oder ob du eher mit dem Touring Rad unterwegs sein willst. Rennradfahren in Norwegen mit Gepäck ist natürlich alles andere als einfach.

Erstens weißt du nicht wie die Straßenverhältnisse sind, zweitens passt auf ein Rennrad weniger Gepäck, als an den Gepäckträger eines Touring Rads und drittens ist Rennradfahren bei Regen auch irgendwie uncool. Routen für deine Tour kannst du dir vorher zurechtlegen. Beispielsweise gibt es bei GSPies die ein oder andere Strecke, die du dir runterladen kannst.

Zu empfehlen ist der Kaufe einer Radfahrkarte. Der Süden eignet sich wohl sehr gut zum Radfahren. An der Südküste entlang geht der Nordseeküstenradweg*. Radverleihe findest du viele in Norwegen. Überwiegend natürlich für Touringräder.

Bei allen Überlegungen und Nachfragen ob Radverleihe auch Rennräder ausleihen bin ich auf die Viking Tour gestoßen. Das war die Idee. Ich als Wertkampfsuchti melde mich dort an. Die Probleme mit dem Gepäck und der Unkenntnis über die Straßenverhältnisse lösen sich damit automatisch in Luft auf. Mein Gepäck wird transportiert und jemand kennt den Weg. Als I-Tüpfelchen fahre ich nicht alleine. Bei diesem Rennen können bis zu 250 Starter teilnehmen. Der Veranstalter besorgt mir sogar ein Rennrad.

Beim Radfahren in Norwegen kann man sich einige Routen aussuchen, die vorbei an Fjorden gehen. Ganz oben auf der Liste steht wohl der Geirangerfjord. Ebenso sollen der Sognefjord, der Lysefjord, der Hardangerfjord und der Nordfjord bezaubernd sein.

Für das Radfahren in Norwegen spielt allerdings das vorherrschende Jedermannsrecht eine große Rolle. Dabei handelt es sich um das Recht in freier Wildnis unter Berücksichtigung der Natur kostenlos zelten zu dürfen. Wenn du allerdings auch mal eine Dusche benötigst, findest du Campingplätze unter camping.no oder nafcamp.com. Ganz interessant sind auch die Hütten des Wandervereins DNT. Die Hütten sind in 3 Kategorien eingeteilt, die bewirtschafteten Hütten kann man auch als Nichtmitglied nutzen. Unter Fjordnorway gibt es Informationen und eine Karte der Hütten.

Das Problem mit dem Geld ändert sich nicht bei der Verpflegung. Aber wenn man das Netz durchliest, kann ich mich darauf einstellen, dass es nicht gerade günstig wird. Der Campingkocher und die Gaskartuschen sind eingepackt. Beim Radfahren in Norwegen spielt es keine Rolle, wo man seine Nahrung aufnimmt. Allerdings muss man ab und zu seine Zutaten einkaufen.

Empfehlenswerte Radstrecken in Norwegen

  • Der Bahnarbeiterweg (Rallarvegen): Mehr als 25.000 Menschen radeln jährlich entlang des Schotterwegs von Haugastøl in der Nähe von Geilo in Ostnorwegen bis nach Flåm in Fjord Norwegen.
  • Valdres: Hier gibt es Hunderte Kilometer markierter Routen, die hauptsächlich über verkehrsruhige Bergstraßen führen.
  • Telemarkkanal: Die 115 Kilometer lange Kanalroute führt Sie durch überraschend wilde und dramatische Landschaften der Telemark.
  • Nasjonalparkveien: Fahren Sie auf der Straße Nasjonalparkveien nach Hjerkinn. Die Reise geht weiter durch das Tal Folldalen und anschließend in das für viele schönste Tal Norwegens, Grimsdalen.
  • Nordsee-Radweg (Jærruta): Einer der schönsten Abschnitte verläuft zwischen Egersund und Sola in Fjord Norwegen.
  • Helgelandküste: Mit den vielen Fähren und Schnellbooten gelangen Sie ganz einfach von einer Insel zur nächsten, zum Beispiel zum UNESCO-Archipel Vega oder zu Herøy und Dønna.
  • Innherred: Fahren Sie in gemächlichem Tempo zwischen historischen Sehenswürdigkeiten in der wunderschönen Kulturlandschaft von Innherred.
  • Fjordtour von Molde nach Ålesund: Auf Ihrem Weg überqueren Sie Brücken am Rande des Ozeans und radeln scheinbar endlos schöne Fjordarme entlang.
  • Oslofjord: Rund um den Oslofjord finden Sie Küstenwege und kleine Straßen, die sich perfekt für eine Radtour eignen.
  • Andøya: Radeln Sie auf der wunderschönen Norwegischen Landschaftsrouten Andøya.
  • Mjøsa-See: Radeln Sie um den größten See Norwegens. Nehmen Sie sich Zeit für ein paar Zwischenstopps.
  • Bergen oder Voss: Starten Sie Ihre Radtour in Bergen oder Voss und fahren Sie 303 Kilometer durch eine atemberaubende Fjordlandschaft.
  • Skibotndal: Von oben radeln Sie hinunter ins Tal Skibotndal bis zur Endstation, dem Dorf Skibotn.

Ausrüstung

Von der Routenwahl hängt dabei nicht nur das Fahrrad selbst, sondern auch die mitzunehmende Ausrüstung ab. Besonders im Trend liegen derzeit Gravelbikes - eine Mischung aus Rennrad, Mountainbike und Tourenrad, die sich für fast jeden Untergrund eignet. Zur Ausrüstung gehören sollten in jedem Fall Packtaschen und ein Zelt.

Denn gerade das legale Wildcampen (siehe folgender Abschnitt) macht das Reisen mit dem Fahrrad in Skandinavien besonders attraktiv. In Sachen Bekleidung gehören auch im Hochsommer (Juni bis August) warme und wasserfeste Ausrüstung dazu.

Unterkünfte

Neben Hotels und Pensionen gibt es in ganz Skandinavien ein groß ausgebautes Netz an Jugendherbergen. Praktisch: Oftmals sind Waschmaschinen vorhanden, auch ein Frühstück kann manchmal gebucht werden. Wer es abenteuerlustiger will, schläft in einer der vielen Biwakhütten, die es oftmals an Seen gibt. Besonders spannend ist für Radreisende allerdings das Jedermannsrecht („Allemansrätten“). Dieses ermöglicht es dir, wild zu campen, wenn du gewisse Grundregeln befolgst. Die skandinavischen Länder eignen sich damit perfekt für Bikepacking-Abenteuer.

Verpflegung

Die Verpflegung unterwegs ist ebenfalls sehr einfach. Soweit nicht anders angegeben, ist Leitungswasser in den skandinavischen Ländern trinkbar. An vielen Orten gibt es zudem frei zugängliche Wasserhähne oder Quellen, an denen du deine Trinkflaschen auffüllen kannst. Wenn du im hohen Norden unterwegs bist, ist es allerdings sinnvoll, die Landkarten genau zu studieren. Tankstellen und Co.

Radfahren mit E-Bike in Norwegen

Für Radfahrer, die längere Strecken zurücklegen möchten, ist ein E-Bike eine überlegenswerte Option. Es bietet zusätzliche Unterstützung in hügeligen Gebieten und erleichtert das Fahren mit Gepäck. In Skandinavien ist die Infrastruktur für E-Bikes in den Städten und an touristischen Hotspots gut ausgebaut. Viele Hotels und Cafés bieten Ladestationen an, und in einigen Städten gibt es öffentliche Ladepunkte. Es ist ratsam, eine Karte mit Ladestationen dabei zu haben und die Tour so zu planen, dass regelmäßig aufgeladen werden kann.

Die Vorteile einer Radtour in Skandinavien

  • Die Natur: Egal ob Finnland, Norwegen oder Schweden - im Norden findest du traumhafte Landschaften, die deine Radtouren definitiv bereichern werden.
  • Die Strecken: Dabei macht es keinen Unterschied, ob du mit dem Gravelbike, einem klassischen Trekkingrad oder in den Städten mit dem City-Bike unterwegs bist - es gibt Routen für jeden Geschmack und jede Leistungskategorie.
  • Die Freiheit: Das Jedermannsrecht („Allemansrätten“) ermöglicht es dir, wild zu campen, wenn du gewisse Grundregeln befolgst. Die skandinavischen Länder eignen sich damit perfekt für Bikepacking-Abenteuer.
  • Die Mitternachtssonne: Noch vor Dunkelheit am Ziel ankommen? In Skandinavien ist das im Sommer sicher kein Problem. Die magische Mitternachtssonne wird dir das Finden des richtigen Weges immer erleichtern.
  • Der Verkehr: Abseits der großen Städte sind die vielen Landstraßen kaum befahren.

Solo-Radtouren für Frauen

Allein zu reisen oder unterwegs zu sein, kann eine ganz besondere Erfahrung sein: Unabhängig, frei und den Gedanken nachhängend, lerne ich dabei nicht nur viel über mich selbst, sondern auch über meine Umwelt kennen. Die Vorzüge einer Solo-Tour mit dem Fahrrad liegen auf der Hand, denn mein Rad dient auf meinen Ausfahrten und Reisen nicht nur als bestes Fortbewegungsmittel, sondern schenkt mir auch die nötige Unabhängigkeit und Bewegung.

Planung einer Solo-Tour

  1. Zielsetzung: Suche dir ein Ziel!
  2. Grenzen: Prüfe deine Grenzen!
  3. Vorbereitung: Bereite dich vor & teste deine Ausrüstung!
  4. Equipment: Finde heraus, was du wirklich brauchst!
  5. Basics: Was du immer dabei haben solltest!
  6. Übernachtung: Entscheide, wie du schlafen willst!
  7. Fahrradsicherheit: Das Mini-Schloss immer dabei.
  8. Planung und Informationen: Plane Reisen vorausschauend!
  9. Fahre los!

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