Willkommen in der wunderschönen Toskana, dem idealen Ziel für Radfahrer, die auf der Suche nach Abenteuer und Natur sind! In dieser Region im Herzen Italiens finden Sie zahlreiche Radwege, die ideal sind, um die Gegend auf zwei Rädern zu erkunden. Ob sanfte Hügel, elegante Zypressenalleen oder architektonische Meisterwerke - die Toskana vereint viel Charme.
Warum eine Radtour durch die Toskana?
Es ist immer wieder ein Spaß, die schlecht übersetzten Marketingfloskeln in Tourismus-Broschüren zu lesen. „Der Radfahrer ist ein antiker und diskreter Pionier, der sich von den Kurven eines Landes wiegen lässt …“. Naja, ein Pionier ist der Radreisende in der Toskana schon lange nicht mehr. Und antik fühlen wir uns mit unseren Rädern ganz und gar nicht.
Im Gegenteil - gerade hier im wald- und weinreichen Chianti oder in den ursprünglichen Crete mit ihren sanften Hügeln gibt es sicher keine zeitgemäßere Art des Reisens, um Land, Kultur und Menschen kennenzulernen. Wer die Toskana mit allen Sinnen erfahren will, sollte sich Zeit nehmen, denn zu entdecken gibt es auf der knapp 400 Kilometer langen Fahrrad-Traumtour viele kulinarische und kulturelle Genüsse.
Wo kann man in der Toskana Rad fahren?
In der Toskana können Sie sowohl als Anfänger als auch als Experte Rad fahren. Die Vielfalt der toskanischen Landschaften bietet Möglichkeiten für alle Arten von Radtouren: von den sanften Hügeln des Chianti-Gebietes bis zu den steilen Anstiegen der Apuanischen Alpen und den Ebenen des Val d'Orcia.
Die Landschaft der Toskana ist so vielseitig, sie bietet tolle Badestrände im Westen, Gebirge im Norden, weiche, hügelige Weingärten im Zentrum, Vulkane und Felslandschaft im Süden und zusätzlich noch Seen und wunderschöne Flussläufe.
Die besten Radwege und Routen in der Toskana
Die Region verfügt über ein ausgedehntes Netz von Radwegen, die sich durch mittelalterliche Dörfer, üppige Weinberge und atemberaubende Aussichten schlängeln. Es gibt eigentlich kein besseres Fortbewegungsmittel als das Fahrrad, um die Vielfalt der Region zu erleben und ihre landschaftliche Schönheit zu genießen.
1. Das Val d’Orcia
Das Val d’Orcia im Südosten der Toskana ist der Inbegriff der Bilderbuch-Toskana: ebenmäßige Hügel, einsame Landvillen, Weinhänge und Zypressenalleen - eine Landschaft wie ein Gemälde! Es gibt mehrere Straßen im Orcia-Tal, die man auf zwei Rädern erlebt haben muss: Eine davon ist die SP 146. Sie verbindet unter anderem die Renaissance-Stadt Pienza mit dem idyllischen Ort San Quirico d’Orcia.
Als wäre das nicht genug, führt die SP 146 obendrein zu einer der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Region: der mitten in der Landschaft platzierten malerischen Kapelle Madonna di Vitaleta. Von San Quirico d’Orcia führt die SR 2 zur nicht weniger malerischen Zypressengruppe Cipressi di San Quirico d’Orcia.
2. Die Via Francigena
Die Via Francigena ist eine über 1.500 Jahre alte Pilgerstraße, die von Franken nach Rom führt und daher auch „Frankenstraße“ genannt wird. Große Teile dieses Wegenetzes befinden sich in der Toskana und sind bei Wanderern ebenso beliebt wie bei Radfahrern. Highlights der Route sind Lucca, Siena sowie etliche Burgen und Klöster. Sehr schön ist beispielsweise der rund 50 Kilometer lange Abschnitt, der von San Gimignano über Poggibonsi, Colle di Val d’Elsa und Monteriggioni nach Siena führt.
3. Entspannung an der Versilia-Küste
Radfahren in der Toskana geht aber auch ganz entspannt - etwa an der Versilia-Küste im Norden der Region. Wunderbar flach geht es dahin, immer am Meer entlang und von einem mondänen Badeort zum nächsten. Die 20 KIlometer von Marina di Massa über Forte dei Marmi bis nach Viareggio sind selbst für Ungeübte locker zu schaffen.
4. Die Saturnia-Thermen
Die Saturnia-Thermen sind eines der landschaftlichen Highlights der Maremma, ganz im Süden der Toskana: Ein türkiser Thermalfluss schlängelt sich durch die Landschaft und ergießt sich schließlich in einem spektakulären Gebilde aus Wasserfällen und Sinterbecken. Warum also nicht mit dem Fahrrad dort haltmachen und eine kurze Badepause einlegen? Die Thermen sind übrigens frei zugänglich und haben sommers wie winters die gleiche Temperatur (37 Grad). Besonders schön ist eine Radtour von Manciano über das beschauliche Dorf Montemerano zu den Saturnia-Thermen. In langgezogenen Kurven geht es praktisch immer bergab - und beim Rückweg selbstredend bergauf.
5. Poggio Murella - Der "Muro del Pirata"
Von den Thermen ist es nur noch ein Katzensprung zu dem winzigen Dorf Poggio Murella - doch der hat es in sich. Wer schon immer mal seine Qualitäten als Bergfahrer unter Beweis stellen wollte, ist hier richtig. Der mörderisch steile Anstieg ist als „Muro del Pirata“ bekannt, als „Piratenwand“.
6. Der Monte Amiata
Wer noch nicht genug hat von steilen Anstiegen, fährt weiter den Monte Amiata hinauf, mit 1.738 Metern die höchste Erhebung in der Südtoskana. Sehenswerte Dörfer an den Berghängen sind unter anderem Semproniano, Arcidosso, Santa Fiora und Abbadia San Salvatore.
7. Halbinsel Monte Argentario
Zurück ins Flache, zurück ans Meer: Am südlichsten Ende der Toskana ragt die Halbinsel Monte Argentario ins Mittelmeer. Sie ist nur durch drei schmale Landzungen ans Festland gebunden, welche eine Lagune begrenzen. Und alle drei Landzungen lassen sich wunderbar mit dem Fahrrad befahren: Die Giannella im Norden bietet viele Strandbäder (leider auch etwas mehr Autoverkehr); die mittlere Nehrung führt mitten durch die Lagune und bietet die Gelegenheit, durch das Städtchen Orbetello zu bummeln; die südliche Landzunge Feniglia schließlich ist die schönste, da man mitten durch einen Pinienwald radelt.
8. Mountainbiking auf Monte Argentario
Alle drei dieser Landzungen führen auf besagte Halbinsel Monte Argentario. Hier wird es wieder bergig, und Mountainbiker kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Rennradfahrer und Gravelbiker. Die Blicke über die Küste sind sensationell, und etliche Felsbuchten bieten Bademöglichkeiten.
9. L’Eroica: Das historische Radrennen im Chianti
Jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende wird das berühmte Weinbaugebiet Chianti zum Radfahr-Mekka: Tausende von Radlern reisen aus aller Welt an, um an der „Eroica“, der „heldenhaften Rundfahrt“ teilzunehmen. Erlaubt sind nur historische Rennräder, die Strecken sind anspruchsvoll und die Straßenverhältnisse herausfordernd - man ist auf den „strade bianche“ unterwegs, den alten Staubstraßen der Toskana.
Wer nicht zur Eroica anreisen kann oder will, dem stehen diese Kieswege auch außerhalb der Veranstaltung jederzeit zur Verfügung. Man kann den ausgeschilderten permanenten Rundkurs der Eroica fahren (207 km, Start und Ziel in Gaiole in Chianti) oder ganz spontan zwischen den Chianti-Dörfern hin und her tingeln.
10. Elba: Radfahren auf der Insel
Auch die Inseln der Toskana bieten wunderschöne Radfahr-Erlebnisse, allen voran die größte unter ihnen: Elba. Mountainbiker toben sich sehr gerne auf dem Monte Calamita im Südosten der Insel aus (rund um das Dorf Capoliveri) oder fahren an den Hängen des Monte Capanne im Westen der Insel. Rennradfahrer nutzen die kurvigen Küstenstraßen, um von Strandort zu Strandort zu strampeln oder machen eine Nord-Süd-Inseldurchquerung über den Monte Perone (Start beispielsweise in Marciana Marina, Ziel in Marina di Campo).
Kulinarische Genüsse entlang der Strecke
Wer die Toskana mit allen Sinnen erfahren will, sollte sich Zeit nehmen, denn zu entdecken gibt es auf der knapp 400 Kilometer langen Fahrrad-Traumtour viele kulinarische und kulturelle Genüsse. Ohne ausgiebige Wein- und Käseverkostung sollte kein Radurlauber die Toskana verlassen.
Die kleine Stadt Pienza liegt in einer der malerischsten Landschaften der Toskana, ist selbst wunderschön und es gibt dort fantastische Delikatessenläden mit dem besten Pecorino.
Das dürfen Sie auf einer Radtour durch die Toskana auf keinen Fall verpassen:
- Weinverkostung auf dem Weingut Caparzo bei Montalcino (Brunello) und im Castello di Brolio (Chianti). Ein Fläschchen in die Packtasche, die Kisten lässt man sich schicken.
- Wurst und Schinken vom Wildschwein aus der Antica Macelleria Falorni in Greve in Chianti
Weitere kulinarische Highlights:
- Ribollita: Eine der beliebtesten Suppen aus der Florentiner Küche, zubereitet mit altbackenem Brot und verschiedenen Gemüsesorten.
- Bringoli: Ein typisches Gericht aus der Maremma, ein hauchdünner, leichter Pfannkuchen, der mit Wasser statt Milch zubereitet wird.
- Panforte: Ein traditionelles Weihnachtsgebäck, besonders reich an Nährstoffen, mit Honig, kandierten Früchten, Mehl, Gewürzen, Mandeln und Haselnüssen.
- Torta di ceci: Eine Kichererbsentorte, ein typisches Gericht der Versilia, zubereitet mit kaltem Wasser und Kichererbsenmehl.
Reisezeit und Unterkunft
Anfang April bis Mitte Juli, sowie September bis Mitte November sind die beste Reisezeit. Der August ist zu heiß zum Radfahren, außerdem ist die Toskana als eines der weltweit beliebtesten Reiseziele in der Hauptsaison sehr voll.
Wer länger an einem Ort bleibt, kann sich eine Ferienwohnung oder ein Zimmer in einem der vielen, traumhaft gelegenen Landhäuser oder Weingüter mieten. Wer auf Streckentour täglich den Ort wechselt, findet in den Orten Hotels und Pensionen für alle Ansprüche. Die Toskana wird auch in der Nebensaison so stark besucht, dass man seine Übernachtungsorte vorher planen und buchen sollte. Die größte Auswahl bieten die gängigen Buchungsportale.
Tourenverlauf - Ein Beispiel
Hier ein Beispiel für einen möglichen Tourenverlauf:
Florenz - Greve in Chianti - Radda in Chianti - Gaiole in Chianti - Castelnuovo Berardegna - Pienza - Bagno Vignoni - San Quirico d’Orcia - Montalcino - Siena - Colle di Val d’Elsa - San Gimignano - Certaldo - Tavernelle Val di Pesa - San Casciano - Florenz
Anreise
Täglich mit der CityNightLine von München nach Florenz. Fahrradmitnahme muss reserviert werden.
Zusätzliche Informationen
Im Chianti und in den Crete südlich von Siena gibt es noch viele „strade bianche“. Diese öffentlichen Straßen sind ungeteert und mit feinem Schotter belegt. Sie sind kaum befahren und eignen sich daher perfekt zum Radfahren. Das Terrain ist durchweg hügelig, die Anstiege aber meist moderat. Bilderbuchblicke über die klassische Kulturlandschaft sind garantiert.
Radfahren in der Toskana: Eine unvergessliche Erfahrung
Die Toskana ist auf jeden Fall ein „Muss“, die Toskana zu entdecken, am besten per Rad! Da die Toskana eine sehr hügelige und bergige Landschaftsform hat, gibt es auch kaum eine Tour, welche nicht mit etlichen Höhenmetern verbunden ist. Die meisten Städte sind auf Hügeln oder Bergrücken gebaut und so ergeben sich durchaus anspruchsvolle Touren.
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