Radtouren im Main-Kinzig-Kreis: Entdecken Sie die Region mit dem Fahrrad

Der Main-Kinzig-Kreis bietet eine Vielzahl idyllischer Radtouren, die durch malerische Landschaften und historische Orte führen. Hier stellen wir Ihnen einige entspannte Touren vor, die Sie ins Staunen versetzen werden.

Vier entspannte Radtouren im Main-Kinzig-Kreis

  1. Hessischer Radfernweg R3: Die Strecke verläuft entlang der Kinzig durch das malerische Kinzigtal mit seinen historischen Orten und herrlichen Wiesenlandschaften. Mit ihren rund 67 km ist die gesamte Tour recht lang, aber sehr leicht zu fahren. Startend in Hanau, an der Mündung der Kinzig in den Main, verläuft die Strecke bis nach Schlüchtern.
  2. Ysenburgroute: Die Ysenburgroute verläuft zwischen Langenselbold, mit dem gleichnamigen Schloss, der Gemeinde Ronneburg und Büdingen. Die Ysenburgroute ist eine 15,2 km lange Radtour, die in Langenselbold am Kinzigsee startet und durch die malerische Gründau-Aue zur historischen Ronneburg führt. Der Weg endet etwas weiter nördlich in Diebach am Haag, von wo aus Du die Route auf der Regionalpark-Route Hohe Straße nach Büdingen verlängern kannst. Eine Pause einlegen kannst Du an der “Tafel”, einem ca. 5 Meter langem Tisch und dazugehörigen Stühlen am Wegesrand, die idyllisch von Apfelbäumen umgeben sind.
  3. Kulturradweg „Perlen der Jossa“: Der 33 km lange Kulturradweg führt durch das malerische Jossatal, vorbei an historischen und natürlichen Highlights. Die Route beginnt in Jossa und erstreckt sich über idyllische Dörfer, die sich wie Perlen aneinanderreihen. Besondere Attraktionen sind die Burgruine Beilstein, das historische Wasserwerk in Mernes, die Schachblumenwiesen im Sinngrund und die traditionelle Spessarttöpferei in Marjoß. Der Weg endet in Emmerichsthal, einer bayerischen Exklave, an der Gaststätte Waldesruh.
  4. Grüner Ring Hanau: Der Grüne Ring Hanau ist eine 60 km lange Strecke, die durch 13 Naturschutzgebiete rund um Hanau führt. Diese Route bietet eine beeindruckende Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen. Highlights sind der Auwald mit alten Flatterulmen, die Schifflache - ein Urwald im versumpften Erlenbruch - und der ehemalige Truppenübungsplatz Campo Pond - ein FFH-Gebiet mit offenen Grasflächen mit Silbergras und Sand-Strohblumen. Auch eine alte Wildpferderasse, die Przewalski Pferde, leben hier seit dem Jahr 2009 und sind gleichzeitig Landschaftspfleger und Publikumsmagnet. Außerdem führt die Strecke vorbei am antiken Römerbad und dem historischen Kurpark Wilhelmsbad.

Das Radverkehrskonzept des Main-Kinzig-Kreises

Unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Städte und Gemeinden hat der Main-Kinzig-Kreis ein detailliertes Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht. Eine Steuerungsgruppe, welche sich aus Interessenvertretungen und allen relevanten Akteuren bezüglich des Radverkehrs zusammensetzte, hat die Erstellung des Konzeptes eng begleitet. Das umfassende Werk mit über 300 Seiten und allen konkreten Verbesserungsvorschlägen ist inzwischen öffentlich zugänglich.

Wesentliche Ziele des Radverkehrskonzeptes

  • Eine Vernetzung aller Städte und Gemeinden, der Orts-und Stadtteile sowie eine Anbindung der angrenzenden Kommunen der Nachbarlandkreise zum Zwecke der Daseinsvorsorge
  • Betrachtet wurde das gesamte Radverkehrsnetz, unabhängig von der Baulastträgerschaft
  • Der Fokus lag auf den Bedürfnissen des Alltagsradverkehrs.

Beteiligung der Bevölkerung

Im Rahmen einer ersten Online-Beteiligung der Bevölkerung im März 2021 gingen insgesamt 1.954 Nachrichten und Verbesserungsvorschläge von 945 Einzelpersonen zum Radewegenetz im Main-Kinzig-Kreis ein. Auf Basis dieser Anregungen aus der Bevölkerung fand im Anschluss eine Befahrung von 1.500 Kilometern des Radverkehrsnetzes statt. Die vor Ort gesammelten Eindrücke sowie die Analyse der bereits vorhandenen Daten, wie zum Beispiel Unfalldaten, Verflechtungen von Pendlerinnen und Pendlern, Raumstruktur, flossen in die Erarbeitung des Netzentwurfs ein.

Anschließend gab es für die Bevölkerung des Main-Kinzig-Kreises erneut die Gelegenheit, aktiv Einfluss zu nehmen, wovon in Form von rund 1.000 Kommentaren, rund 10.000 „Likes“ und rund 950 „Dislikes“ umfassend Gebrauch gemacht wurde. In einem folgenden Verwaltungsworkshop, zu dem alle Kommunen sowie die Mitglieder der Steuerungsgruppe eingeladen waren, wurden nochmals alle Maßnahmen beleuchtet und Prioritäten verändert. Im Anschluss wurde das Ergebnis finalisiert und dem Kreistag am 22. Mai 2022 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Umsetzung des Radverkehrskonzeptes

Mit dem positiven Votum des Kreistages wurden zudem Vorgaben zur Umsetzung festgelegt:

  • So soll das Radverkehrskonzept der Politik und Verwaltung bei der Erstellung von Investitionsprogrammen, bei der Bereitstellung von Haushaltsmitteln und bei der Sicherung von Trassen und Flächen helfen.
  • Um den Radwegebau zu beschleunigen, trägt der Main-Kinzig-Kreis zusätzlich zu den Zuschüssen von Land und Bund 50% des bei den kreisangehörigen Kommunen verbleibenden Kostenanteils der Maßnahmen, welche sich aus dem Radverkehrskonzept ableiten lassen. Entsprechende Finanzmittel werden mit dem Doppelhaushalt 2023/2024 bereitgestellt.
  • Zur Umsetzung der Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes und zur Unterstützung der kreisangehörigen Kommunen wird zunächst zeitlich befristet die Stelle eines Radverkehrs-/Mobilitätsbeauftragten geschaffen und als Stabsstelle dem Verkehrsdezernenten zugeordnet.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah ein auf dem Radverkehrskonzept aufbauendes Konzept für eine kreisweite, wegweisende Beschilderung der Radwege zu fertigen und umzusetzen.

Weitere Radrouten und -wege in Hessen

Neben den Radtouren im Main-Kinzig-Kreis gibt es in Hessen noch viele weitere interessante Radwege zu entdecken. Hier eine kleine Auswahl:

  • BahnRadweg Hessen: Von Hanau nach Bad Hersfeld führt die Route des Bahnradwegs Hessen auf vielen ehemaligen Bahntrassen durch Wetterau, Vogelsberg, Main-Kinzig-Tal, Rhön und Nordhessen.
  • Fulda-Radweg R1: Der 255 Kilometer lange Fulda-Radweg R1 verläuft von der Fulda-Quelle auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe bei Gersfeld in der Rhön bis ins Wesertal nach Bad Karlshafen (Kreis Kassel) im Norden. "Alles am Fluss" lautet das Motto des Fulda-Radwegs, der entlang der Wasserader verläuft.
  • Main-Radweg: Der Main-Radweg mit seiner Gesamtstrecke von knapp 600 Kilometern führt über knapp 80 Kilometer durch Hessen. Von Aschaffenburg (Bayern) kommend geht es nach Mainhausen (Offenbach). Von dort führt der Weg über Hanau an Frankfurt vorbei bis nach Wiesbaden.
  • Rhön-Radweg: Auf dem Rhön-Radweg geht es mitten durch das von der Unesco ausgezeichnete Biosphärenreservat Rhön.

Tipps für Ihre Radtour

  • Planung: Planen Sie Ihre nächste Radtour ganz einfach interaktiv und individuell für ganz Hessen - und drumherum. Ein Angebot des Landes Hessen ist der kostenlose Radrouten-Planer. Dort kann man Touren mit Start und Ziel sowie weiteren Optionen selbst konfigurieren, aber sich auch Routen vorschlagen lassen.
  • Navigation: Besonders praktisch ist es bei der Navigation, unterwegs die Sprachausgabe der Apps zu nutzen. Beliebte Anbieter sind auch bikemap, Komoot und outdooractive.
  • Ausrüstung: Denken Sie an die richtige Ausrüstung, wie Helm, Fahrradschloss, Reparaturset und ausreichend Flüssigkeit.
  • Unterkünfte: Wer mehrtägige Tripps mit Übernachtungen plant, kann an den Strecken auf Unterkünfte mit der Bezeichnung Bett + Bike achten. Mit diesem Siegel hat der ADFC geprüfte Herbergen ausgezeichnet, die als fahrradfreundliche Betriebe gelten.

Die Hohe Straße

Die Hohe Straße folgt dem historischen Verlauf einer alten Handelsroute und führt als Höhenweg durch weite Landschaft. Die Regionalparkroute „Hohe Straße" folgt weitgehend dem alten Verlauf der Hohen Straße. Sie war rechtlich dem König zugeordnet und stand unter besonderem Friedensschutz.

Bedeutung der Hohen Straße

  • Dieser seit der jüngeren Steinzeit beschrittene Höhenweg war seit jeher eine bedeutende Handelsstraße.
  • Über ihn sind Bernstein- und nordische Bronzearbeiten in das Fuldaer Land gekommen.
  • Und wie diese Straße seit dem frühen Mittelalter den kürzesten Verbindungsweg zwischen den geistlichen und politischen Zentren Mainz, Fulda, Erfurt bildete, so war sie in gleicher Weise eine der Haupthandelsverbindungen zwischen den großen Messestädten Frankfurt am Main und Leipzig.

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