Die besten Radtouren-Apps für Niedersachsen im Test

Fahrradtouren erfreuen sich wachsender Beliebtheit als Freizeitbeschäftigung. Die Kombination aus Bewegung an der frischen Luft, malerischen Landschaften und interessanten Sehenswürdigkeiten macht das Radfahren zu einer attraktiven und umweltfreundlichen Option. Um Ihre Radtour optimal zu gestalten, stehen neben speziellen Fahrrad-Navigationsgeräten auch diverse Apps zur Verfügung, mit denen Sie Routen auf Ihrem Smartphone planen und sich per GPS navigieren lassen können.

Allgemeine Navigations-Apps vs. Spezialisierte Rad-Apps

Google Maps ist zwar weit verbreitet, eignet sich aber nur bedingt für Radfahrer, da oft Hauptverkehrsstraßen bevorzugt werden und gute Fahrradwege vernachlässigt werden. Die App ist eben nicht primär für Radfahrer konzipiert.

Rad-Navi Niedersachsen

Die App Rad-Navi Niedersachsen ist komplett kostenlos und speziell für Niedersachsen optimiert. Die Offline-Nutzung ist jedoch auf Niedersachsen beschränkt, da die Offline-Kartendateien sonst zu groß wären. Die Adressdatenbank umfasst Deutschland, die BeNeLux-Staaten und Österreich, aber navigieren können Sie mit der App weltweit. Die App berechnet eine Strecke von A nach B und navigiert Sie dann per Text und Sprachausgabe.

Beliebte Rad-Navigations-Apps im Detail

Die meisten Navigations-Apps fürs Radfahren sind in der Grundversion kostenlos. Viele Funktionen müssen Sie sich jedoch einzeln dazukaufen oder ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Vor allem die Offlinekarten sind kostenpflichtig, aber äußerst hilfreich, um Datenvolumen und Smartphone-Akku zu schonen und auch bei schlechter Netzabdeckung die Orientierung nicht zu verlieren.

Komoot

Komoot ist eine der bekanntesten Fahrrad-Apps. Nach der Kontoerstellung können Sie Touren nach verschiedenen Kriterien planen: Fahrradart (Radfahren/Mountainbiken/Rennradfahren), Höhenmeter, Schwierigkeit usw. Die Navigation erfolgt per Sprachausgabe. Für eine Region ist die Offline-Karte kostenlos, weitere Regionen können für jeweils 3,99 Euro (im Paket 8,99 Euro) per In-App-Kauf erworben werden. Alternativ können Sie für einmalig 29,99 Euro alle Karten freischalten. Pluspunkte bei Komoot sind die große Community, mit der Sie Routen, Bilder und Tipps austauschen können, sowie der Menüpunkt "Entdecken", mit dem Sie fertige Routen in Ihrer Nähe finden können.

Bikemap

Bikemap funktioniert ähnlich wie Komoot. Auch hier benötigen Sie ein Konto für die Nutzung. Sie können nach konkreten Orten oder Adressen suchen, aber auch nach Stichworten wie "Ladestation". Die Navigation per Sprachausgabe ist sogar in der kostenlosen Grundversion enthalten. Zahlen müssen Sie dagegen etwa für Offline-Karten oder Routen für spezielle Fahrrad-Typen. Das Abo kostet 6,99 Euro pro Monat oder 34,99 Euro pro Jahr. In der App können Sie Ihre Touren aufzeichnen und speichern, sich mit der Community austauschen und die Karten verbessern, indem Sie Fehler melden oder Sehenswürdigkeiten markieren.

Naviki

Eine weitere Alternative zu Komoot ist die App Naviki. Hier ist ein Nutzerkonto keine Pflicht. Auch hier sind die Grundfunktionen der App gratis, etwa die grundsätzliche Routenplanung, das Festlegen von Zwischenzielen und Vorschläge zur Streckenführung. Außerdem können Sie sich von Touren der Community inspirieren lassen.

Outdooractive

Die Navi-App Outdooractive war ursprünglich zum Wandern gedacht, kann aber mittlerweile auch von Radfahrern genutzt werden. Es gibt offizielle Touren, die zum Beispiel von Städten oder Tourismusregionen empfohlen werden; auch die Community tauscht sich über ihre Lieblingstouren aus. Sie können mit der App aus verschiedenen Kartenansichten wählen und natürlich eigene Touren erstellen, die Sie auch am Desktop abrufen können. Auch hier gibt es ein kostenpflichtiges Abo, das zusätzliche Funktionen freischaltet, unter anderem die Offlinekarten.

Spezielle Apps für urbane Radfahrer

Gerade in der Stadt kann es hilfreich sein, eine Fahrrad-Navi-App zu haben. Einige Apps sind darauf spezialisiert, in der Großstadt die besten Fahrradrouten zu finden.

Bike Citizens

Die App Bike Citizens (früher BikeCityGuide) ist so eine. Die Datenbank der App umfasst Karten von etlichen deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, dazu kommen weitere Großstädte weltweit. Einige Karten sind sogar kostenfrei offline nutzbar, für die meisten müssen Sie sich aber ein Konto anlegen und ein Premium-Abo abschließen (monatlich 3,50 Euro oder jährlich 28 Euro). Mit Bike Citizens können Sie Hauptstraßen meiden und stattdessen auf schönen und ruhigen Nebenstraßen fahren. Eine Alternative für iOS-Nutzer ist die App bbybike.

ADFC-Karten: Eine bewährte Alternative

Die ADFC-Radtourenkarte ist mit über zwei Millionen Exemplaren die meistverkaufte Fahrradkarte der Welt. Von den insgesamt 38 Kartenblättern im Maßstab 1:150.000 gibt es nun nach und nach eine überarbeitete Neuauflage. ADFC-Scouts haben die Strecken geprüft und wissen, was Radfahrende unterwegs brauchen. Die gesamte Kartenfläche ist für die Nutzung von GPS aufbereitet. Das Grundgerüst bilden die beschilderten, überregionalen Radfernwege. Regionale Radwege und zum Radfahren geeignete verkehrsarme Strecken ergänzen das Netz.

Die ADFC-Regionalkarten sind die perfekten Radwanderkarten für Tagesausflug und Wochenendtour im Maßstab 1:50.000 oder 1:75.000. Jede der rund 100 ADFC-Regionalkarten enthält Angaben zur Verkehrsbelastung und Oberflächenbeschaffenheit, Geländeinformationen wie Steigungspfeile, Höhenlinien und Höhenzahlen. Vom ADFC empfohlene Radrouten sind extra hervorgehoben.

Alle ADFC-Karten gibt es auch als App für iPhone, iPad und Android-Smartphones und Tablets in den jeweiligen Stores. Die Karten werden als digitale Rasterkarten angezeigt samt der eigenen GPS-Position. Mit der App können gpx-Tracks aufgezeichnet und existierende Tracks geladen werden. Karte und App lassen sich gut parallel nutzen, da sie identisch aussehen.

Die ADFC-Radtourenkarten und die ADFC-Regionalkarten sind in der App Outdooractive für Pro-Plus-User als Kartenlayer verfügbar.

Praxis-Tipps für die Smartphone-Navigation

Ein großes Manko ist der Energieverbrauch der Geräte. Im Vergleich zu Radcomputern ist ein Smartphone unter ungünstigen Umständen schnell leer. Eine Powerbank samt Ladekabel ist neben einer guten Lenkerhalterung obligatorisch. Radreisende sollten immer ein Auge auf die Steckdosen-Infrastruktur haben. Räder mit Nabendynamos können teilweise mit USB-Steckern ausgerüstet werden, sodass Smartphones auch während der Fahrt mit Strom versorgt werden können. Zu beachten ist, dass manche Dynamos erst ab einer gewissen Geschwindigkeit genügend Spannung zur Verfügung stellen. Abhilfe schafft ein Pufferspeicher.

Zusätzlich sollte alles, was Strom frisst, deaktiviert werden - unnötige Datenverbindungen, Hintergrundaktualisierungen und latent geöffnete Apps saugen die Telefone schnell leer. Auch die Helligkeit des Displays kann zum Stromsparen etwas runtergefahren werden. Bei übersichtlicher Streckenführung kann man das Smartphone ausschalten. Die meisten Apps schicken Abbiegehinweise auf das Sperrdisplay.

Radreisenden sei die gute, alte Papierkarte als Ergänzung zur Technik empfohlen.

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