Radtouren an der Ostseeküste Mecklenburg: Routenplanung

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten Deutschlands ist bei Outdoor-Fans sehr beliebt, insbesondere wegen seiner Lage an der Ostsee und seiner geringen Bevölkerungsdichte auf einer Fläche von ca. 23.000 km². Hier befinden sich drei der 16 deutschen Nationalparke sowie acht Naturparke und unzählige Natur- und Landschaftsschutzgebiete, die der Flora und Fauna weitläufige Rückzugsorte bieten. Rügen und Usedom gehören ebenfalls zu Mecklenburg-Vorpommern und bieten Insel-Feeling pur.

Seit Jahren genießt der Radtourismus im Nordosten Deutschlands eine besondere Aufmerksamkeit und die Urlaubsregionen haben gemeinsam an der Entwicklung neuer Radwege gearbeitet. Vor allem Mecklenburg-Vorpommern gilt als eine der beliebtesten Radfahrregionen des Landes. Die Strecken entlang der Ostsee bieten Radurlaubern 2.500 Kilometer Fernradwege und rund 5.500 Kilometer Rundwege.

Der Ostseeküsten-Radweg

Der reizvolle Ostseeküstenradweg erstreckt sich auf über 900 Kilometer entlang der wunderschönen, deutschen Ostseeküste und kann in verschiedenen Etappen gemeistert werden. Der Weg beginnt in Flensburg und endet im Kaiserbad Ahlbeck, kurz vor der polnischen Grenze. Die Abschnitte, die Sie passieren, sind geschmückt von urigen, gemütlichen Städtchen, mondäner Bäderarchitektur und Backsteingotik. Der Ostseeküsten-Radweg verläuft überwiegend auf ruhigen Landstraßen, asphaltierten oder wassergebundenen Radwegen und gut zu befahrenden Wald- und Feldwegen. Es gibt jedoch auch Streckenabschnitte mit ortstypischen Betonplattenwegen und vereinzelt auch Kopfsteinpflasterstraßen.

Streckenverlauf und Highlights

  • Flensburg: Traditionsreiche Altstadt, die zum Flanieren einlädt.
  • Lübeck: Abstecher in die Lübecker Altstadt, die bereits zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde.
  • Heiligendamm: Das erste Seebad Deutschlands.
  • Rügen: Zahlreiche kleinere und größere Ortschaften, Strände, Steilküste und Bodden.
  • Usedom: Weitläufige, helle Strände, eine gut erhaltene Bäderarchitektur und eine ganz eigene, besondere Atmosphäre.

Der Ostseeküsten-Radweg ist in Mecklenburg-Vorpommern nahezu durchgängig ausgeschildert.

Aktuelle Umfahrungshinweise

  • Bereich Born a. Darß - Wieck a. Darß: Hier kam es zu einem Deichbruch.
  • Rosenhagen: Ein 200 Meter langer Bohlensteg ist gesperrt.
  • Poeler Straße: Der Ostseeküsten-Radweg ist im Bereich Poeler Straße eingeschränkt befahrbar. Hier wird eine Eisenbahnüberführung gebaut.
  • Infolge einer schweren Sturmflut: Kam es zu Küstenabbrüchen. Bitte nehmen Sie die ausgewiesenen Umleitungen ernst.

Weitere Radwege in Mecklenburg-Vorpommern

Neben dem Ostseeküsten-Radweg gibt es in Mecklenburg-Vorpommern viele weitere attraktive Radwege.

Berlin-Usedom Radweg

Der Radwandern beginnt in Berlin und führt sogleich hinaus aus der Stadt und hinein in ein üppiges Waldgebiet. Sie überqueren verschiedene Kanäle und rauschende Flüsse und gelangen nach einiger Zeit nach Prenzlau. Ab Prenzlau ändert sich das Landschaftsbild: flache Wiesen, Felder und zahlreiche Windmühlen schmücken die Route. Der reizvolle Weg führt Sie weiter über Bugewitz und Anklam nach Zecherin auf die Insel Usedom. Die schmucke Insel in der Ostsee empfängt Sie mit schneeweißen Stränden, beeindruckender Natur im Inselinneren und kleinen, verträumten Fischerdörfern. Zuerst passieren Sie die Stadt Usedom, dann geht es weiter bis nach Ahlbeck, das an der polnischen Grenze liegt. Der Berlin-Usedom Radweg verfügt größtenteils über asphaltierte und gut befahrbare Radwege. Kurze Teilstrecken führen über sandige Feld- und Waldwege. Prinzipiell sind auf der Strecke keine großen Höhenmeter zu überwinden, jedoch gibt es wenige kurze steile Abschnitte.

Mecklenburgischer Seen-Radweg

Startpunkt ist die alte Festungsstadt Dömitz an der Elbe. Von dort geht es weiter nach Ludwigslust, wo Sie zahlreiche barocke Bauwerke bewundern können. Anschließend führt der Weg weiter nach Norden Richtung Schwerin. In Schwerin können Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten bestaunen und es lohnt sich immer, dort einen Halt zu machen. Nachdem Sie die Stadt verlassen haben, führt die Route weiter nach Norden, vorbei am Schweriner See. Dort bietet sich Ihnen eine wunderbare Aussicht auf den stillen See und die umliegenden Wiesen und Felder. Zusätzlich bietet der See einige Bademöglichkeiten, wo Sie sich während Ihrer ausgiebigen Radtour erfrischen können. Ihr Weg führt immer weiter Richtung Norden, bis Sie schließlich in der Hansestadt Wismar ankommen. Wismar verfügt über eine historische Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört, und sollte unbedingt besucht werden. Die Tour führt meist durch flache Hügellandschaften und ist somit auch optimal für das Radwandern mit der Familie geeignet. Überwiegend sind die Wege während des Radfahrens asphaltiert oder gekiest. Für kurze Strecken muss an stark befahrenen Straßen geradelt werden, jedoch gibt es auch autofreie Strecken bei dieser Tour.

Tipps zur Planung

Schwierigkeitsgrad und Streckenbeschaffenheit

Der Vorteil am Radfahren im Norden Deutschlands und besonders an der Ostseeküste, ist das flache Gelände. Nur wenige Höhenkilometer sind auf der Tour zu überwinden, was den Weg auch für Familien mit Kindern attraktiv macht. Wechselnde Winde sollten mit eingeplant werden.

Ein für Radurlauber schwieriger Abschnitt befindet sich zwischen Andershof und Mesekenhagen. Hier verläuft der Radweg rund 15 Kilometer auf denkmalgeschütztem Kopfsteinpflaster. Alternativ lässt sich der im Stundentakt fahrende Zug von Stralsund nach Greifswald nutzen.

Zeitplanung

Die Tour ist - je nach Kondition und Ambitionen - in verschiedenen Zeiträumen zu meistern. Die Länge der Strecke lässt sich auch leicht verkürzen, indem der Startpunkt woanders gesetzt wird oder die Inseln Rügen oder Usedom nicht mit befahren werden. Wieviel Zeit für die Strecke eingeplant werden muss, ist von der Kondition der Radfahrer abhängig.

Unterkünfte

Entlang der Küste gibt es zahlreiche Unterkünfte. Prinzipiell ist die Ostseeküste touristisch gut erschlossen und es gibt zahlreiche Möglichkeiten eine passende Unterkunft zu finden. Von der kleinen Pension, über den Campingplatz bis hin zu luxuriösen Hotels ist alles an der Ostsee vertreten. Jedoch kann sich die spontane Suche nach einer Unterkunft in der Hochsaison schwierig gestalten. Eine Ostseeküstenradweg-Tour sollte dementsprechend vorher geplant werden. So haben Campingplätze zur Hauptsaison oftmals kaum Tagestickets für kleine Zelte frei. Auch Ferienwohnungen und Ferienhäuser bieten sich als ideale Unterkunft an.

Anreise

Die Anreise ist mit dem Auto oder der Bahn möglich. Wer nicht mit dem Auto fahren möchte, sondern die entspannte Fahrt mit Bahn und Fahrrad vor sich hat, muss ein paar Kleinigkeiten beachten. Für eine stressfreie Anfahrt zum Urlaubsort empfiehlt es sich während der Hauptsaison mit einem Fahrrad die Hauptstoßzeiten zu vermeiden. Die Hauptverkehrszeiten sind im Regelfall morgens 6-9 Uhr und nachmittags 16-18 Uhr und sollten, wegen der hohen Anzahl anderer Passagiere, umgangen werden. Während dieser Zeiten herrscht teilweise sogar ein Fahrradmitnahme-Verbot in den Regionalzügen der Bahn. In den meisten Fällen gibt es ausgewiesene Fahrradabstellmöglichkeiten und eigene Fahrradabteile. Für die Fahrradmitnahme muss ein Ticket gelöst werden, die Preise bewegen sich zwischen 4 bis 10 Euro pro Fahrrad.

Weitere Tipps

  • Wind: Die Stärke des Küstenwindes variiert je nach Wetterlage und Jahreszeit sehr. Generell ist die Ostsee für ihre frische Brise bekannt und es ist ratsam, sich auf unterschiedliche Windverhältnisse einzustellen.
  • Eignung: Der Ostseeradweg ist für viele Radfahrer geeignet, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Die Strecke ist überwiegend flach und gut ausgebaut, was sie auch für Familien und Freizeitradler attraktiv macht.
  • Abkürzungen: Entlang des Ostseeradwegs gibt es häufig Alternativrouten oder Abkürzungen, die jedoch von Abschnitt zu Abschnitt unterschiedlich sein können. Es ist ratsam, eine detaillierte Karte, GPX-Daten oder GPS-Navigation zu verwenden, um mögliche Abkürzungen zu finden.
  • Richtung: Der Ostseeradweg kann in beide Richtungen befahren werden, von Deutschland aus zum Beispiel von Flensburg nach Lübeck oder umgekehrt. Die Wahl der Richtung hängt von den persönlichen Vorlieben und der Reiseplanung ab.

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