Radtouren rund um Aurich: Tipps für Ihren Radurlaub in Ostfriesland

Ostfriesland ist ein wahres Paradies für Radfahrer. Ob flache Küstenlandschaften, grüne Deiche oder malerische Dörfer mit historischen Kirchen und Windmühlen, hier gibt es für jeden Geschmack die passende Strecke. Kaum eine andere Radregion bietet so viel typische und originelle Kultur: von den alten See- und Residenzstädten mit ihrem maritimen Flair über die oft bedrohlich schiefen Kirchtürme und Windmühlen des Binnenlandes bis hin zur weltbekannten "Tee-Kultur" der Ostfriesen.

Radfahren auf ostfriesisch, das heißt: sich an Deichen und Leuchttürmen entlang treiben lassen, große und kleine Meere umrunden, an verträumten Fehnkanälen radeln und unberührte Moorgebiete entdecken. Also: Radfahren immer hart am Wasser! Begleiter sind dabei immer die gute Seeluft zum Durchatmen, die Ruhe abseits vom Verkehrs- und Großstadtlärm und natürlich der stete Rückenwind. Genau diese Kombination macht einen richtigen Radurlaub auf ostfriesisch aus!

Das Fehntjer Land: Radfahren entlang der Kanäle

Ostfriesland hat auch im Binnenland weit hinter der Küste seinen Reiz. Weiße Klappbrücken und unzählige meist schnurgerade Kanäle - das sind die auffälligsten Merkmale des Fehntjer Landes. Wasser, Wiesen und Hecken prägen den Landstrich in Ostfriesland rund um die Gemeinde Großefehn. Vor rund 400 Jahren ließen sich die ersten Siedler in dem Moorgebiet südlich von Aurich nieder, um es mit Kanälen zu entwässern und Torf abzubauen. Ihre Häuser bauten sie nebeneinander am Kanal entlang, ein Ortsbild, das sich bis in die Gegenwart gehalten hat.

Heute machen die Wasserwege den Reiz des Fehntjer Landes aus. Statt Kähnen, auf denen einst der Torf abtransportiert wurde, gleiten jetzt Kanus und kleine Motorboote über die Kanäle und Flüsse. Häufig liegen die Wasserläufe unter dem Meeresspiegel und werden daher Tief genannt. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann sich etwa am Hafen von Großefehn ein Tretboot ausleihen oder mit dem Ausflugsschiff "Gretje" zu einer Tour starten. Badefreunde treffen sich im Sommer an einem 4.000 Quadratmeter großen Strand am Timmeler Meer, einem Binnensee.

Eine der Flüsse der Region, das Fehntjer Tief, ist gleichzeitig ein wichtiges Naturreservat. Feuchte Wiesen bieten dort einen Lebensraum für zahlreiche Arten von Wiesenvögeln sowie seltenen Pflanzen wie Lungenenzian und Arnika. Eine Naturschutzstation in Lübbertsfehn betreut die insgesamt sechs Naturschutzgebiete in der Flussniederung. Sie hat ihren Sitz in einem typischen ostfriesischen Bauernhaus, einem sogenannten Gulfhaus.

Die größte Gemeinde des Fehntjer Landes, Großefehn, besteht aus 14 Ortschaften, das Zentrum ist Ostgroßefehn. Vor dem Wahrzeichen, einer reetgedeckten Windmühle, liegt die einstige Törfmuttje (Torfschiff) "Antje" auf dem Kanal. Einen Besuch lohnt die Kirche von 1894, ein Ziegelbau im neugotischen Stil. Im malerischen Westgroßefehn stehen noch zahlreiche historische Kapitänshäuser am Großefehnkanal. Auch hier verbindet eine weiße Klappbrücke beide Uferseiten.

Großefehn und die gesamte Region lassen sich bestens mit dem Fahrrad entdecken. Ohne lästige Steigungen geht es auf meist gut ausgebauten Radwegen am Wasser entlang von Ort zu Ort. Die deutsche Fehnroute führt auf 173 Kilometern und über vier Etappen durch typische Fehnorte, vorbei an alten alten Bauernhäusern, Windmühlen und Kanälen mit den charakteristischen weißen Klappbrücken: Wer nur einen Tagestour unternehmen möchte, kann sich für die 5-Mühlen-Tour entscheiden.

Eine interessante Möglichkeit ist es, die Region mit einer Kombination aus Fahrrad und Kanu zu erkunden. Sowohl in den Städten als auch auf dem Land gibt es 20 sogenannte Paddel- und Pedalstationen. Dort stehen nach Verabredung Kanus oder Fahrräder zum Umsteigen bereit.

Radtouren-Vorschläge rund um Aurich

Hier sind einige ausgewählte Radtouren, die Sie rund um Aurich unternehmen können:

1. Friesenroute Rad up Pad

Das hervorragend ausgebaute Wegenetz ist ideal zum Radwandern. Ostfriesland auf dem Sattel kennen lernen und auf der 290 Kilometer langen Friesenroute Rad up Pad auf Entdeckungsreise gehen. Die Reise geht zu Burgen, Schlössern, Kirchen und Windmühlen, entlang abwechslungsreicher Landschaften und am Wasser vorbei. Die Route verspricht dem Fahrradfreund ein Randwandererlebnis, das seinesgleichen sucht.

2. Friesische Mühlentour

Ein Radwandererlebnis der Extraklasse bietet die "Friesische Mühlentour". Je nach Belieben und Kondition können Sie sich ausgearbeitete Tourenvorschläge als Karte ausdrucken oder als GPS-Track herunterladen.

3. Krummhörn/Hinte-Tour

Viele nutzen den freien Tag an Himmelfahrt und das lange Wochenende klassischerweise für Radtouren durch die Region. Vom Startpunkt aus geht es Richtung Süden auf der Nordertorstraße weiter bis zur Kesselschleuse. Sie verbindet vier Kanäle miteinander und stellt ein einmaliges unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk dar.

Von dort geht es weiter am Ems-Jade-Kanal entlang. Auf der Wolthuser Brücke schwenkt der Kurs Richtung Süden und erreicht hinter der Autobahn die offene Landschaft. Am Uphuser Grashaus angekommen, geht es über eine Brücke auf die nördliche Seite. Weiter geht es Richtung Suurhusen. Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zum ausgeschilderten „Kleinen Meer“.

In Suurhusen angekommen, findet man die berühmte Kirche des Ortes, dessen Turm schiefer als der Turm von Pisa ist. Danach führt der Weg nach Osterhusen und Hinte, wo man unter anderem eine weitere alte Kirche und eine gut erhaltene Wasserburg finden kann. Im historischen Ortskern von Hinte befindet sich zudem eine Mühle mit Teestube und Toiletten.

Normalerweise würde die Route entlang des Hinter Tiefs führen, wo früher die Kleinbahn zwischen Emden und Pewsum fuhr. Dort wird derzeit allerdings der Radweg saniert, weshalb die Strecke weiter auf dem Radweg entlang der Landesstraße und schließlich der Auricher Straße nach Emden bis zur Autobahnbrücke führt.

4. Tour durch die Warfendörfer der Krummhörn

Viele Mühlen, aber auch historische Orgeln und der Pilsumer Leuchtturm: Entlang der rund 43 Kilometer langen Strecke durch die Warfendörfer der Krummhörn gibt es viel zu entdecken. Start ist an den Zwillingsmühlen in Greetsiel.

Die weitere Fahrt führt entlang der Hinweisschilder zur Touristik-GmbH und von dort aus über die Hauener Hooge zum Ortsausgang im Westen. Nächster Halt: Pilsum mit der Dorfkirche. Der Bau mit dem kreuzförmigen Grundriss zählt laut Ostfriesland Tourismus zu den bemerkenswertesten Sakralbauten der Krummhörn.

Von Pilsum geht es weiter über Manslagt zur Osterburg in Groothusen. Hier gibt es auch eine Ladestation für E-Bikes, eine Toilette sowie ein Burgcafé. Von hier führt der Weg zurück zur Hauptstraße und dann nach Pewsum mit der Manningaburg, einer Wasserburg aus dem 15./16. Jahrhundert.

Anschließend geht es auf einem geraden, aber schmalen Wirtschaftsweg rund vier Kilometer durch die Marschlandschaft nach Süden bis nach Campen. Das Dorf ist kaum zu verfehlen, liegt es doch auf einem kleinen Hügel und ist schon weithin sichtbar. Diese künstlichen Erdhügel werden Warfen genannt - und die Dörfer auf ihnen Warfendörfer.

Am Rande des Dorfes liegt das in zwei Gulfhöfen aus der Jahrhundertwende untergebrachte Landwirtschaftsmuseum, das auch an Himmelfahrt geöffnet hat. Von Campen aus führt die Fahrt nach links entlang der Radwegmarkierungen in Richtung Rysum/Emden.

5. Rundtour ab Greetsiel

Los geht es wieder am Parkplatz der Greetsieler Zwillingsmühlen. Von dort aus geht es über die Okko-Tom-Brook-Straße und dann nach links über die Greetsieler Straße aus dem Ort raus. An der Kreuzung zum Cirksenaweg entscheidet sich nun, ob man lieber den kürzeren Weg wählt oder einen Abstecher zum Leybuchtpolder machen will.

Wer sich für den kleinen Umweg entscheidet, folgt der Greetsieler Straße ein Stückchen weiter und biegt dann bei der Brücke nach links ab, um das Leyhörner Sieltief zu überqueren. Wer auf die zusätzlichen Kilometer verzichten will, biegt stattdessen an der zuvor erwähnten Kreuzung nach rechts in den Cirksenaweg ab.

Dabei folgt man den Radwegbeschilderungen in Richtung Grimersum und Wirdum. Wenn nach gut neun Kilometern ein Wegweiser mit mehreren Schildern auftaucht, biegt man links Richtung Marienhafe und Wirdum ab. An der T-Kreuzung geht es rechts ab nach Wirdum, das eines der ältesten Warfendörfer in der Gegend ist.

Weitere Tipps für Ihre Radtour

Planen Sie mit unserem Radnavigator Ihre nächste Radtour. Entlang der Küste oder vorbei an den zahllosen Fehnkanälen mit ihren malerischen weißen Klappbrücken. Ostfriesland erschließt sich dem Besucher wie ein zauberhaftes Kaleidoskop, dessen einzigartige Vielfalt einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Vom Radweg im Deichvorland direkt durch den Nationalpark Wattenmeer bis zur Radwanderung durch Fehngebiet und die Ammerländer Parklandschaft radelt man auf romantischen Wirtschaftswegen durch Marsch, Moor und Geest - Vielfalt ist garantiert.

Wetterfeste Kleidung: Ostfriesland ist bekannt für seine oft wechselnden Wetterlagen. Kleiden Sie sich wetterfest und flexibel: Auch wenn die Sonne morgens scheint, kann es schnell windig und regnerisch werden.

Regelmäßige Pausen: Die vielen kleinen Cafés entlang der Radwege laden geradezu zum Pausieren ein.

Offen sein für spontane Abstecher: Oft habe ich auf den Routen kleine Schilder entdeckt, die zu historischen Stätten oder Aussichtspunkten führen.

Radfahren ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Als Radfahrer reduzieren Sie Ihren ökologischen Fußabdruck und kommen der Natur ganz nah. Wenn Sie Ihr eigenes Fahrrad mitbringen oder auf ein E-Bike umsteigen, sind Sie nicht nur umweltfreundlich unterwegs, sondern unterstützen auch die nachhaltige Mobilität in der Region.

Praktische Informationen

Frage Antwort
Kann ich mein Fahrrad in der Region ausleihen? Ja, in fast allen größeren Orten gibt es Fahrradverleihstationen.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten für Radtouren? Die beste Zeit für Radtouren ist von Mai bis September.
Sind die Wege gut ausgeschildert? Ja, die meisten Radrouten in Ostfriesland sind sehr gut ausgeschildert.
Kann ich meine Touren mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren? Ja, viele Radwege sind gut mit Bahnhöfen oder Buslinien vernetzt.
Gibt es familienfreundliche Routen? Auf jeden Fall!

Mit der Radservice WebApp sind Sie während Ihrer Radtour stets bestens informiert. Ganz gleich, ob Sie nach dem nächsten Rastplatz Ausschau halten oder die nächstgelegene Fahrradwerkstatt benötigen. Als praktischer Urlaubsplaner können Sie von nun an die kostenlose Grenzenlos Aktiv App nutzen.

Neben zahlreichen bereits eingestellten Touren können Sie auch Ihre ganz persönliche individuelle Tour von jedem Ferienort aus planen - egal, ob Sie 20, 30 oder 70 Kilometer am Tag fahren möchten. Hierfür stehen 3.500 Kilometer Radwegenetz zur Verfügung. Sie können sich über die Distanz, Dauer, den Schwierigkeitsgrad der Tour, Sehenswürdigkeiten sowie Einkehrtipps informieren.

Die Knotenpunktnummern und den Verlauf der Route können entweder ausdrucken, als GPS-Track herunterladen oder einfach auf einen Zettel schreiben. Unterwegs auf dem Rad führen Sie zudem Hinweisschilder zwischen den Knotenpunktschildern problemlos zum Ziel.

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