Radtouren rund um Essen: Industriekultur und Natur pur

Essen und seine Umgebung bieten mit einem gut ausgebauten Radwegenetz von rund 260 Kilometern ideale Bedingungen für Radtouren. Imponierende Industriekultur, grüne Freiräume und pulsierendes Stadtleben lassen sich hier ideal auf dem Rad erkunden.

Ein Großteil dieser Wege wurde auf stillgelegten Bahntrassen errichtet, auf denen bis vor ein paar Jahrzehnten noch Kohle und Stahl transportiert wurden. Heute bieten diese Strecken entspanntes Radfahrvergnügen, häufig abseits des Straßenverkehrs. Auf dieser Seite finden Sie alles, was Sie für eine gelungene Tagestour oder einen Kurzurlaub auf dem Rad in Essen benötigen.

Service rund ums Rad

Ob Fahrradverleih, Werkstätten oder Radfahrgeschäfte - diese Serviceeinrichtungen helfen Ihnen. Bitte erkundigen Sie sich bei den jeweiligen Einrichtungen nach den aktuellen Öffnungszeiten.

  • Bäckerei Troll (Rüttenscheider Str.)
  • Finca & Bar Celona Borbeck (Wüstenhöferstr.)
  • Finca & Bar Celona Steele (Westfalenstr.)
  • Grugapark Orangerie (Grugatrasse / Nähe Virchowstr.)
  • Hotel Knappmann (Ringstr.)
  • Westenergie (Kruppstr.)
  • Radstation Zollverein (Gelsenkirchener Str.)
  • Unperfekthaus (Friedrich-Ebert-Str.)
  • Werdener Wiesn (Joseph-Breuer-Str.)

Lokale Radrouten in Essen

Essen hat in den letzten Jahren unter der Marke „ESSEN.Erfahren“ eine Vielzahl an lokalen Radrouten entwickelt, die Radler entweder zu bestimmten Themen oder als fahrradfreundliche Wegeachsen durch die Stadt führen. Es gibt eine Zechen-Tour, zwei Kirchen-Touren und sogar zwei Biergarten-Touren. Als Verkehrsachsen sind für uns Radler vor allem die Nord-Süd-Verbindungen sehr interessant, denn diese sind traditionell eher Mangelware im Ruhrgebiet.

Eine interessante Kombination bietet die Natur-Route und die Wasser-Route, die mit dem RuhrtalRadweg im Süden und dem Radweg am Rhein-Herne-Kanal im Norden zu einer gut 60 Kilometer langen Tages-Rundtour für Radler kombiniert werden können. Die Tour kann beispielsweise am S-Bahnhof in Essen-Werden gestartet werden, der über die S 6 gut erreichbar ist. Alternativ lässt sich die Tour aber auch gut ab dem UNESCO-Welterbe Zollverein starten, wo man sich bei der RevierRad-Station ein Leihrad ausleihen könnte.

Die Natur-Route

Zunächst orientiert man sich an dem komplett ausgeschilderten RuhrtalRadweg. Flussaufwärts fährt man von Essen-Werden Richtung Baldeneysee. Kurz vor dem Stauwehr sieht man bereits ein Überbleibsel der Industriegeschichte der Region: Die Schleuse Neukirchen, die früher ein wichtiger Baustein der Ruhrschifffahrt war. Am Baldeneysee fährt man weiter flussaufwärts. Auf der anderen Seite sieht man die Villa Hügel halb im Wald verborgen. Hinter dem Baldeneysee wechselt man die Seite und folgt weiter dem ausgeschilderten RuhrtalRadweg. Der Weg führt durch die Ruhrauen bis kurz vor Essen-Steele. Sie wird einen die nächsten 15 Radkilometer von der Ruhr bis zum Rhein-Herne-Kanal führen.

Schon der Einstieg in die Natur Route ist toll. Durch ein Tal geht es sanft berghoch. Gefühlt ist man gerade erst losgefahren, da steht man schon vor der Lärmschutzwand vor der A 52. Man fährt durch ein Wohngebiet, dann geht es in einer engen Spirale hoch zu einer Brücke, die einen über die A 40 führt. Wieder ein wenig Stadtverkehr, dann gerät man auf der Elisenstraße in eine ordentliche Baustelle. Direkt hinter der Eisenbahnunterführung muss man rechts auf den Radweg entlang des Stoppenberger Bachs einbiegen. Es wird wieder grüner und deutlich entspannter. Man folgt der Ausschilderung der Natur Route, umfährt eine kleine Halde, dann wird es kurz sportlich.

Die Abfahrt führt durch den kleinen Park, dann durchfährt man bereits das UNESCO-Welterbe Zollverein. Durch einen weiteren Park erreicht man schnell den Nordsternweg, der einen als bestens ausgebauter Bahntrassenradweg schnell nach Norden zum Rhein-Herne-Kanal bringt. Eigentlich führt die Natur Route noch ein kleines bisschen weiter nach Norden. Direkt hinter der Emscher zweigt man ab. Am schwarzen Carbon-Obelisken geht es zurück zum Kanal, dann geht es erstmal entspannt am Wasser entlang.

Die Wasser-Route

Über die nächste Brücke geht es über die Essener Straße, dann am Schwimmbad rechts wieder zurück zum Kanal und zum Start der Wasser Route. Auch sie ist gut ausgeschildert und zusätzlich mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Über gute 20 Kilometer fährt man nun primär nach Süden bis zur Ruhr. Direkt hinter der Finca & Bar Celona in Borbeck gelangt man auf die Rheinische Bahn, also den zukünftigen RS 1. Die Wasser Route biegt schnell nach links ab. Die Grugatrasse führt einen über eine wassergebundene Decke hoch bis kurz vor die Margarethenhöhe. Dann biegt man rechts ab ins Tal des Kesselbachs. Durch herrliche Natur geht es nun bergan und man passiert den Halbachhammer.

Nach der A 52 führt die Wasser Route kurz durch Bredeney, der höchste Punkt der Tour ist endlich erreicht. Es geht ordentlich runter, doch man muss nochmal eine letzte Baustellenumfahrung mitnehmen. Hier endet die Wasser Route direkt an der Ruhr. Die letzten Meter radelt man noch einmal über den RuhrtalRadweg zurück zum Bahnhof in Essen-Werden.

Weitere Radrouten und Tourenvorschläge in Essen

Eine Vielzahl von Raderlebnisrouten und Radtouren laden zu ausgedehnten Ausflügen mit dem Rad ein. Über das Stadtgebiet hinaus führen insbesondere der RuhrtalRadweg und der Emscher Park Radweg.

Nord-Süd-Achsen: Das Grüne Hauptwegenetz

Im Rahmen des städtischen Handlungsprogramms „ESSEN.Neue Wege zum Wasser“ ist ein mehr als 150 km langes „Grünes Hauptwegenetz“ entstanden. Insgesamt sind über die Projektlaufzeit von 2009 bis 2022 fünf von Norden nach Süden führende Themenrouten entwickelt worden, die das neue Emschertal mit dem Ruhrtal verbinden:

  • Die Wasserroute im Westen (Fertigstellung 2009)
  • Die Stadt-Route im Zentrum (Fertigstellung Mai 2012)
  • Die Natur-Route im Osten der Stadt (Fertigstellung Juli 2011)
  • Die Tal-Route im Westen (Fertigstellung 2014)
  • Die Berg-Route im Osten (Fertigstellung 2017)

Raderlebnisrouten

Anlässlich des Kulturhauptstadtjahrs 2010 entstanden im Rahmen des Programms ESSEN.Neue Wege zum Wasser drei Raderlebnisrouten, die Besuchern und den Bürgerinnen und Bürgern die vielgestaltigen Gesichter der Stadt vorstellen. Besondere Wegesysteme, zumeist abseits des Straßenverkehrs, verknüpfen in ihrer Führung viele attraktive und markante Sehenswürdigkeiten der Stadt Essen, wie Museen, Parks, Wasserflächen, Aussichtspunkte, prägnante Bauten und Stadtteile.

In den Routen dienen Stationsschilder und Wegweisungen zur Orientierung. Routenführer für die Routen West, Nord und Süd sind als Faltblätter an vielen Stellen erhältlich (Rathaus, Bürgerämter, Hotels, Tourist Info, Infocenter Grugapark) oder stehen hier zum Download bereit.

Weitere Tourenvorschläge

Neben den Radrouten stehen zahlreiche Radtourenvorschläge zur Verfügung, die zum Entdecken der verschiedensten Aspekte der Geschichte und Gegenwart der Stadt Essen einladen. Diese Tourenvorschläge sind im Gegensatz zu den Radrouten nicht ausgeschildert!

Folgende Tourenvorschläge stehen zur Verfügung:

  • Bahntrassen-Tour
  • Biergarten-Tour Nord
  • Biergarten-Tour Süd
  • Energie-Tour Nord
  • Energie-Tour Süd
  • Gartenwege-Tour der Kleingärten
  • Intercity-Route
  • Kirchen-Tour Nord
  • Kirchen-Tour Süd
  • Krupp-Tour
  • Zechen-Tour

PanoramaRadweg niederbergbahn

Der knapp 40 Kilometer lange PanoramaRadweg niederbergbahn verbindet die Städte Haan, Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus miteinander. Die Strecke auf einer stillgelegten historischen Bahntrasse führt Sie nicht nur zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem historischen Gruiten Dorf oder dem Steinbruch Schlupkothen in Wülfrath, sie ist auch selbst eine Attraktion.

Ihr Weg über zahlreiche denkmalgeschützte Brücken und Viadukte eröffnet fantastische Panoramaausblicke auf die niederbergische Hügellandschaft und lässt die Eisenbahngeschichte der letzten 100 Jahre im Bergischen Land lebendig werden. Entdecken Sie faszinierendes Ingenieurshandwerk wie die erste und deutschlandweit einzigartige Waggonbrücke in Heiligenhaus.

Startpunkt Ihrer Tour ist der Bahnhof Essen Kettwig. Hier trifft der PanoramaRadweg niederbergbahn auf den RuhrtalRadweg.

Gut zu wissen

Da die gesamte Strecke asphaltiert ist und als ehemalige Bahntrasse nur eine geringe Steigung aufweist, lässt sie sich bequem in drei Stunden bewältigen. Die komfortable Breite von 3 Metern erlaubt auch Fußgängerinnen und Fußgängern, Familien mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollstühlen, die größtenteils barrierefreie Route zu erleben. Verfahren können Sie sich kaum, denn die komplette Strecke ist gut sichtbar in beide Richtungen mit dem Logo „PanoramaRadweg niederbergbahn“ ausgeschildert.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Heiligenhaus: Besuchen Sie Deutschlands einzige Waggonbrücke und die MuseumsLandschaft Abtsküche.Velbert: Besuchen Sie den Mariendom, die Wallfahrtskirche in Neviges, und das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum Velbert.Wülfrath: Schlendern Sie durch die idyllische Altstadt und erleben Sie den Zeittunnel Wülfrath.Haan: Besuchen Sie das malerische denkmalgeschützte Gruiten Dorf.

Anbindung und Erreichbarkeit

Mit dem Fahrrad können Sie den Anschluss über den RuhrtalRadweg von Essen, die Nordbahntrasse in Wuppertal und die Korkenziehertrasse in Solingen wählen. Von den Bahnhöfen Essen Kettwig, Kettig-Stausee, Velbert-Neviges, Wülfrath-Aprath, Mettmann-Stadtwald, Mettmann-Neandertahl, Haan-Gruiten und Wuppertal Vohwinkel lässt sich die Strecke gut mit dem ÖPNV erreichen.

Hinweise zur Nutzung

Der PanoramaRadweg niederbergbahn ist mehr als nur ein Fahrradweg. Er steht unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden offen, egal ob Radfahrende oder Spazierende. Daher ist Rücksichtnahme und respektvolles Miteinander auf dem Weg wichtig. Nur so können Sie den Weg gemeinsam nutzen und die Schönheit dieses Weges in vollen Zügen genießen.

Geschichte der Niederbergbahn

Die Niederbergbahn wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut und verband die Städte Oberdüssel - Wülfrath - Velbert - Heiligenhaus und Essen-Kettwig. Nach mehreren Bauphasen wurde die Strecke im Jahr 1926 eröffnet. Wegen Unrentabilität stellte man den Personenzugverkehr jedoch bereits im Jahr 1960 wieder ein. Im Jahre 1996 endete auch der Güterverkehr zwischen Heiligenhaus und Velbert. Weite Teile der ehemaligen Trasse fielen in einen Dornröschenschlaf, bis durch ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen ein attraktiver über 40 km langer Rad- und Wanderweg daraus entstand.

Panorama-Radwege-Netz im Bergischen Land

Entlang der gut ausgebauten und steigungsarmen Radwege auf ehemaligen Bahntrassen macht entspanntes Radfahren auch im Bergischen richtig Spaß. Von dem rund 220 km langen Panorama-Radwege-Netz führen ca. 150 km über ehemalige Schienenwege. Die Radwege verbinden das Bergische Land, das südliche Ruhrgebiet und das Sauerland miteinander. Sie schließen an die beliebten Flussradwege an Rhein, Ruhr und Sieg an.

Service und Informationen

Mit seinen Lade- und Leihstationen verfügt der PanoramaRadweg niederbergbahn über ein breites Netz an Servicestationen. Detaillierte Streckenkarten und Routenbeschreibungen inkl. Höhenprofilen und Zugängen geben Auskunft über den Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

RuhrtalRadweg

Der RuhrtalRadweg gehört zu den schönsten Flussradwegen Deutschlands! Kein anderer Fluss in Deutschland verbindet (Industrie-)Kultur und Natur auf so engem Raum wie der RuhrtalRadweg. Das Ruhrgebiet ist ein außergewöhnliches Ziel für einen Radurlaub in Deutschland.

Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde! Hier radelt Ihr fernab des Straßenverkehrs auf stillgelegten Bahntrassen, entlang landschaftlich schöner Kanaluferwege, beeindruckender Industriedenkmäler und Halden.

Radfahren im Ruhrgebiet: Besonderheiten

In der Metropole Ruhr verschwimmen die Stadtgrenzen, sodass Ihr auf nur einer Radtour, ohne es zu merken mehrere Städte durchradelt. Halden, Arbeitersiedlungen, Zechen, Bahntrassen und „Radeln nach Zahlen“ sind nur einige Beispiele dafür, was das Radfahren im Ruhrgebiet besonders macht.

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