Altmühltal-Radweg: Ihr Guide zur perfekten Etappenplanung

Der Altmühltal-Radweg ist ein genussvoller Flussradweg durch das Altmühltal in Bayern und zählt zu den ältesten Radwegen in Deutschland. Er wurde nach und nach ausgebaut und verläuft auf 250 km in 6 Hauptetappen von Rothenburg ob der Tauber bis nach Kelheim durch eine reizvolle Landschaft mitten in Bayern. Der Radweg verläuft nach dem ersten Steilstück zur Quelle ohne starke Steigungen entland der Altmühl.

Wir empfehlen, mindestens eine Woche für den Altmühltal-Radweg einzuplanen. Der Altmühltal-Radweg führt auf asphaltierten sowie auf Feld- & Wiesenwegen entlang, die technisch einfach zu bewältigen sind. Sie benötigen keine besonderen Kenntnisse.

Im Jahr 2007 wurde der Altmühltal-Radweg neu beschildert mit dem grün-gelben Logo und der Beschriftung Altmühltal-Radweg. Die Bezeichnungen Altmühl-Weg, Altmühl-Radweg, Altmühltal-Radweg kennzeichnen alle dieselbe Route.

Die ideale Reisezeit und Anreise

Die beste Reisezeit für den Altmühltal-Radweg ist von April bis Oktober. Solange die Wege frei und die Temperaturen nicht zu kalt sind, ist der Altmühltal-Radweg immer ein Genuss.

Für Ihre Anreise: Fahren Sie über die A7 Würzburg-Ulm nach Rothenburg. Anschließnd folgen Sie der Abfahrt 108 Rothenburg / Tauber.

Empfehlungen für Rad und Ausrüstung

Auf Fernradwegen sind Sie auf unterschiedlichem Terrain unterwegs. Je nachdem, wo Sie unterwegs sind, gibt es deshalb unterschiedliche Empfehlungen zum passenden Radmodell, Familienfreundlichkeit oder Sicherheit. Grundsätzlich ist der Altmühltal-Radweg für die ganze Familie geeignet.

Für längere Touren empfiehlt sich ein Gepäcktransport. Kürzere Etappen können Sie problemlos mit einem Tagesrucksack fahren. Es besteht keine Radhelmpflicht. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten von Gepäcktransport.

Etappenplanung: Vorschläge und Varianten

Die Etappenziele sind nur Vorschläge, Sie können sich gerne andere Etappenziele auswählen. Hier sind einige Routenvorschläge:

Etappe 1: Rothenburg ob der Tauber zum Hornauer Weiher

Gleich zu Beginn der Tour wartet das erste Highlight: die mittelalterliche Stadt Rothenburg ob der Tauber, ein Reiseziel für viele internationale Besucher. Das Plönlein ist wohl das bekannteste Fotomotiv der Stadt. Übersetzt heißt Plönlein aber: „Kleiner Platz am Brunnen“. Somit gehören zum Plönlein die Fachwerkhäuser, der Brunnen und die beiden Türme der alten Stadtmauer; der Siebersturm und der Turm des Kobolzeller Tores.

Diese Etappe startet in Rothenburg, erklimmt dann die Hügel bis zum Hornauer Weiher, der als Quelle der Altmühl gilt. Auf dem Weg dorthin überqueren wir die Frankenhöhe mit der europäischen Wasserscheide. Am Hornauer Weiher befindet sich das Quellgebiet der Altmühl.

Etappe 2: Von der Altmühlquelle nach Gunzenhausen

Von hier aus führt der Radweg entlang der mäandernden Altmühl leicht bergab durch das flache Tal. Nach dem steilen Anstieg geht der Radweg angenehm eben weiter. Herrieden mit seiner historischen Altstadt ist die nächste Stadt vor dem ebenfalls sehr interessanten mittelalterlichen Ornbau. In Ornbau können Sie eine historische Brücke und ein schönes Stadtbild bewundern, bevor Sie die Seenplatte um den Altmühlsee erreichen. Danach erreichen Sie den Altmühlsee, der übrigens erst 1985 künstlich geschaffen wurde. Wer sich eine kleine Abkühlung wünscht, kann die Gelegenheit nutzen und eine Badepause im Altmühlsee zwischen Ornbau und Gunzenhausen einlegen.

Etappe 3: Ansbach als alternativer Startpunkt

Eine dritte Variante startet in Ansbach, das besser an das Netz der Bundesbahn angeschlossen ist und führt über die Hügel auch nach Colmberg. Startpunkt dieser Alternative ist Ansbach. Mit der Bahn ist die alte sehenswerte Stadt perfekt zu erreichen. Entlang eines kleinen Baches führt der gut beschilderte Radweg hinaus nach Lehrberg. Dort zweigt er nach Westen ab und erklimmt eine Hügelkette. Auf der anderen Seite liegt Colmberg mit seiner sehenswerten Burg. In Colmberg entdeckt man schon aus der Ferne die mittelalterliche Burg Colmberg, die auf einem 511 Meter hohen Berg über dem Ort thront. Dort ist der Anschluss auf den Altmühlradweg sehr gut beschildert. Von Ansbach können Sie auch auf dem Hohenzollern-Erlebnisradweg nach Nürnberg radeln.

Etappe 4: Gunzenhausen und die Frankenalb

Startpunkt dieser Etappe ist Gunzenhausen am Altmühlsee. Von hier aus radeln Sie in die bergigere Frankenalb.

Etappe 5: Alternative Route über die Brombachstauseen

Startpunkt dieser Etappe ist ebenfalls Gunzenhausen am Altmühlsee. Diese Alternative führt entlang dem Altmühlüberleiter zu den Brombachstauseen. Auf dem Dammweg erreichen Sie den Radweg im Wald nach Pleinfeld. Sehenswert auf dieser Etappe ist das historische Ellingen mit Barockschloss und das römisch geprägte Weißenburg. Entlang der "Fossa Carolina" erreichen Sie den Ort Graben.

Etappe 6: Von Treuchtlingen bis Beilngries

Das weite Altmühltal verengt sich nach Treuchtlingen. Auf dem weiteren Weg entlang der Altmühl passieren Sie Treuchtlingen, das sogar ein Thermalbad besitzt. Vorbei an Jurafelsen fahren Sie z.B an der beeindruckenden Felsformation der "zwölf Apostel" vorbei. Der nächste Ort ist Pappenheim, das wohl jedem aus Schillers Zitat bekannt ist. In Solnhofen können Sie die Reste einer im Jahre 650 gebauten Säulenbasilika bewundern. Solnhofen ist vor allem durch den Fund des Urvogels Archaeopteryx bekannt geworden. Danach geht es auf dem Altmühlradweg weiter in Richtung Dollnstein. Auch auf der weiteren Fahrt erblicken wir immer wieder faszinierende Gebilde des Juragebirges, wie die „Hölzerne Klinge“ und den turmartigen Kletterfelsen Burgstein bei Dollnstein. Nach Dollnstein wird das Tal wieder deutlich breiter.

Etappe 7: Eichstätt und das romantische Altmühltal bis Kelheim

Startpunkt ist das historisch und kulturell beeindruckende Eichstätt. Hoch über das Altmühltal grüßt die, auf einem Bergsporn thronende Willibaldsburg bei Eichstätt. Eichstätt, die Bischofs- und Universitätsstadt besitzt viele bedeutende Sehenswürdigkeiten.

Nach Eichstätt fahren Sie durch Wacholderheiden, vorbei an der Burg Kipfenberg zunächst nach Beilngries, das sich für eine Pause anbietet. Die Weiterfahrt führt entlang eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns, die Gungoldinger Wacholderheide. Auf dem weiteren Verlauf des Altmühltal-Radwegs grüßt schon von Weitem die mittelalterliche Burg Kipfenberg von einem 430 m hohen Dolomitfelsen.

Das Altmühltal wird bis Beilngries nun zur echten Idylle. Ab und zu sehen Sie Wacholderheiden an den Hängen. Bei Beilngries vereint sich der Main-Donaukanal mit der Altmühl und gemeinsam fließen sie in Richtung Kelheim zur Donau. Beeindruckende Burgen, Kultur und traumhafte Orte entlang des Wege gibt es viele.

Auf Ihrer letzten Etappe fahren Sie kurz nach Riedenburg unter anderem an der Burg Prunn vorbei, die auf einem Felsen im bewaldeten Hang errichtet ist. Der Streckenverlauf geht außer einer kleinen Strecke bei Rothenburg ausschließlich bergab.

Etappe 8: Kelheim und Umgebung

Landschaftlich besonders interessant ist der Donaudurchbruch von Kelheim nach Weltenburg. Mit Booten und eigener Kraft kann direkt an der Donau gefahren werden. Der Altmühltal-Radweg endet schließlich in Kelheim, der mit 17.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Niederbayerns. Überragt wird die Stadt von der Befreiungshalle, die auf dem Michelsberg zwischen Donau- und Altmühltal liegt. Sie wurde 1863 im Andenken an die gewonnenen Schlachten gegen Napoleon während der Befreiungskriege des 19. Jahrhunderts erbaut.

Tabelle: Etappenübersicht des Altmühltal-Radwegs

EtappeStartZielBesonderheiten
1Rothenburg ob der TauberHornauer Weiher (Altmühlquelle)Mittelalterliche Stadt, Frankenhöhe
2Hornauer WeiherGunzenhausenAltmühlsee, Historische Städte
3Ansbach (Alternative)ColmbergBurg Colmberg, Hügelige Landschaft
4GunzenhausenFrankenalbBergige Landschaft
5GunzenhausenBrombachstauseen (Alternative)Altmühlüberleiter, Ellingen, Weißenburg
6TreuchtlingenBeilngriesJurafelsen, Pappenheim, Solnhofen
7EichstättBeilngriesWacholderheiden, Burg Kipfenberg
8BeilngriesKelheimMain-Donau-Kanal, Burg Prunn, Befreiungshalle

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