Wir lieben Fluss-Radwege! Der Lechradweg schlängelt sich entlang des Lechs durch die unterschiedlichsten Regionen und Landschaften. Von der Ebene bei der Donaumündung bis hin ins gebirgige Lechtal mit rundherum hoch aufragenden Bergen.
Und auch der Fluss verändert sich immer: Vom großen, langsamen Strom bis hin zum wild sprudelnden Gebirgsfluss. Der Lech gilt als letzter Wildfluss Deutschlands. Auf der Strecke von der Donau in die Alpen führt jetzt ein neuer Radweg am sprudelnden Wasser entlang.
Anders als die meisten anderen Flüsse ist der Lech noch weitestgehend unreguliert und gilt damit als letzter echter „Wildfluss“ in Deutschland. Seine Lebensreise beginnt in Vorarlberg in Österreich. Von dort strömt das Wasser aus dem Lechgletscher die Alpen hinab und bahnt sich seinen Weg durch das Lechtal bis nach Füssen. Erst dort wird der Fluss von Staumauern in ruhigere Bahnen gezwungen und fließt über Augsburg schließlich zur Mündung in die Donau.
Streckenverlauf und Etappen des Lechradwegs
Die Route des Lechradweg startet direkt an der Mündung des Lech in die Donau in Marxheim bei Donauwörth. Von hier geht es immer Richtung Süden. Durch die Region Donau-Ries an Thierhaupten und Langweid vorbei nach Augsburg. Von hier schlängelt sich der Weg - mal am Lech - mal etwas davon entfernt über Kaufering, Landsberg am Lech nach Schongau und Lechbruck. Hier kommen wir dann so richtig im Allgäu an, bzw. an dessen östlichen Rand. Denn der Lech markiert die Ostgrenze des Allgäu. Hier kommen dann schon die Berge in Sicht, in die es auf dem Lechradweg die ganze Zeit zugeht. Vorbei am Forggensee geht es nach Füssen und dann weiter über die Landesgrenze nach Tirol und nach Reutte. Hier ist der Lech schon ein fast unverbauter Wildfluss. Und der Lechradweg ist hier immer direkt am Wasser. Die türkise Farbe ist grandios.
Um diese erlebbar zu machen, haben sich vier Regionen zusammengeschlossen: Umgekehrt der Fließrichtung des Lechs geht es über Bayerisch Schwaben und den Pfaffenwinkel ins Allgäu und durch die Naturparkregion Reutte bis ins Lechtal.
Die 244 Kilometer lange Strecke verläuft über 1200 Höhenmeter und teilt sich in fünf ausgeschilderte Etappen auf. Reine Fahrtzeit: knapp 18 Stunden.
Hier eine Übersicht über die einzelnen Etappen:
Etappe 1: Von Marxheim bis Augsburg (48,6 km)
Der Lechradweg beginnt dort, wo der Verlauf des Lechs endet: an der Donau-Münung bei Marxheim. Von dort führt der Radweg über eine Donaubrücke zur Pfarrkirche in Niederschönenfeld und über ein Vogelschutzgebiet am Feldheimer Stausee bis zur Stadt Rain, die sich mit schönen Häusern, einem Rathaus im Rokoko-Stil und dem Wittelsbacher Schloss schmückt.
Radfahrerinnen und Radfahrer fahren dann über einen Nebenfluss des Lechs durch Auenwälder über Meitingen zu einem historischen Wasserkraftwerk in Langweid. In Gersthofen stößt die Route wieder auf den Lech und führt über das Naturschutzgebiet Firnhaberauheide im Norden Augsburgs zum ersten Endpunkt in Lechhausen.
Etappe 2: Von Augsburg nach Landsberg (46,4 km)
Für Tag zwei des Lechradweges sollten Fahradfahrerinnen und Fahrradfahrer Bade-Klamotten einpacken. Die Route führt zunächst zu einem Stauwehr und führt dann nach Augsburg hinein. Nach einem Zwischenstopp an der Kanu-Strecke am Eiskanal folgt die erste Bademöglichkeit: der Kuhsee mit Badestelle, Spielplatz und Grillmöglichkeit.
Danach geht es weiter zum Auensee und zum Mandichosee, bevor das einzigartige „Augsburger Wassermanagement-System“ (Unesco-Weltkulturerbe) und ein schöner Rastplatz an der Assisikapelle kurz vor Prittriching erreicht werden. Das letzte Stück der zweiten Etappe endet nach einer Fahrt durch ein Biberrevier und einem Zwischenstopp an einer Fischaufstiegsanlage in Landsberg am Lech.
Etappe 3: Von Landsberg nach Lechbruck (57,5 km)
Auf der dritten Etappe zeigt sich Bayern von seiner historischen Seite. Von der Altstadt in Landsberg radeln die Tourenfahrerinnen und Tourenfahrer durch den Wildpark Pössinger Au zum ehemaligen Flößerdorf Pitzling, in dem einst Flöße zum Transport von Baumstämmen auf dem Lech gebaut wurden.
Nach der Fahrt durch ein Waldgebiet erreicht die Route die St.-Johann-Baptist-Kapelle in Stadl, bevor es weiter zu einem römischen Museum in Epfach geht. Die Strecke verläuft dann über ein weiteres Flößerdorf und durch das Naturschutzgebiet Schönach zur Altstadt von Schongau, wo der Fernradweg „Via Claudia Augusta“ kreuzt. Highlight der dritten Etappe: ein Abstecher zur Litzauer Schleife, wo sich der Lech idyllisch um eine Kurve schlängelt. Danach geht es über Bruggen und Dessau zum Etappenziel in Lechbruck.
Etappe 4: Von Lechbruck nach Weißenach (46,1 km)
Ab Lechbruck, ebenfalls ein frühres Flößerei-Zentrum, haben Radfahrerinnen und Radfahrer stets das Alpenpanorama vor Augen. Über den Premer Lechsee geht es zum Staudamm des Kraftwerkes Roßhaupte, dann über die Tiefentalbrücke weiter nach Dietringen und über Osterreinen zum idyllischen Forggensee, von dem man in den fernen Bergen bereits Schloss Neuschwanstein sehen kann.
Wer Lust auf etwas Abwechslung hat, kann von Osterreinen mit dem Schiff zum nächsten Zwischenziel, dem Bootshafen von Füssen, abkürzen. Nach einem Stopp in der Füssener Altstadt folgt das nächste Etappenhighlight: der Lechfall. Über ein Stauwerk aus dem 18. Jahrhundert fällt der Fluss über fünf Stufen in eine enge Klamm.
Die Alpen rücken nun immer näher. Nach der Überquerung der österreichischen Grenze passieren Radfahrerinnen und Radfahrer idyllische Wiesen und Auenwälder, bevor es entlang des nun zopfförmig verlaufenden Lechs über die malerischen Orte Hinterbichl, Reutte, Lechaschau und Höfen zum Zielort in Weißenbach geht.
Etappe 5: Weißenbach bis Steeg (43,7 km)
Die letzte Etappe des Lechradweges ist zugleich die spektakulärste. Denn ab Weißenbach wird das Rauschen des Lechs immer lauter und der Flusslauf immer wilder. Von Weißenbach starten Radlerinnen und Radler in das von Bergen umringte Lechtal. Von einem weiteren Badesee geht es in ein schönes Almgebiet bis zur Foracher Hängebrücke, von der sich eine tolle Aussicht auf den wilden Fluss und die dahinter liegenden Berge bietet. Danach zeigt sich der Zufluss des noch wilderen Schwarzwasserbaches.
Entlang des Lechzopfes geht es dann in Richtung des malerischen Dorfes Vorderhornbach weiter. Am Fuß der Alpen führt die Strecke über Klimm und einen Kiefernwald bei Häselgehr zu einer traditionellen Holzschnitzerei in Elbigenalp. Auf diesem letzten Abschnitt bis nach Steeg wird mehrmals die Flussseite gewechselt - wer noch ausreichend Kraft in den Beinen hat, sollte sich einen Abstecher ist das malerische Dorf Holzgau nicht entgehen lassen und sich auf die 110 Meter hohe Fußgänger-Hängebrücke wagen.
Charakteristik des Lechradwegs
Der Lechradweg ist gut ausgeschildert. Der Lechradweg ist super vielfältig. Das spannende beim Lechradweg: jede Tagesetappe ist anders.
Der Lechradweg ist größtenteils asphaltiert, sonst verläuft der Weg über gut planierten Schotter. Der Weg ist sehr eben. Nur auf der 4. Etappe gibt es größere Steigungen.
Die Strecke ist nach Angaben des Allgäuer Tourismusbüros für „Biker jeder Kondition“ und auf einzelnen Etappen auch für Handbiker geeignet. Für Sehbehinderte wurden 35 sogenannte Lauschpunkte installiert, die Wissenswertes über die Landschaft, Wirtschaft, Wasserkraft und über die Geschichte des Lechs erzählen.
Weitere Informationen zum Lechradweg:
- Länge: 244,2 Kilometer
- Dauer/Etappen: 3-5 Tagesetappen (Je nach Sportlichkeit und Sightseeing-Stopps)
- Höhenunterschied: Anstieg 1415 Höhenmeter / Abstieg 693 Höhenmeter
- Beste Reisezeit: Ende April bis Oktober
- E-Bike-tauglich: Absolut. Es gibt auch entlang der Strecke zahlreiche Lade-Stationen für E-Bikes. Außerdem weist der Digitale Reiseassistent (e-)radfreundliche Betriebe aus.
- Gepäcktransport: Es gibt Anbieter, die Organisation und Gepäcktransport anbieten.
Übersicht der Etappen mit Schwierigkeitsgrad:
| Etappe | Länge | Fahrtzeit | Sehenswürdigkeiten | Anstieg | Abstieg | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1: Von Marxheim bis Augsburg | 48,6 km | 3 Stunden und 20 Minuten | 7 | 83 m | 6 m | 2/6 |
| 2: Von Augsburg nach Landsberg | 46,4 km | 3 Stunden und 10 Minuten | 4 | 149 m | 31 m | 2/6 |
| 3: Von Landsberg nach Lechbruck | 57,5 km | 4 Stunden und 20 Minuten | 4 | 404 m | 263 m | 4/6 |
| 4: Von Lechbruck nach Weißenach | 46,1 km | 2 Stunden und 30 Minuten | 4 | 304 m | 118 m | 3/6 |
| 5: Weißenbach bis Steeg | 43,7 km | 3 Stunden und 20 Minuten | 3 | 272 m | 15 m | 2/6 |
Anreise und Abreise
Der einfachste Weg ist die Anreise per Zug nach Donauwörth. Von hier geht es mit dem Rad rund eine Stunde auf dem Donauradweg nach Marxheim. Auch eine Anreise mit dem Auto ist möglich. Es gibt in Donauwörth einen großen Park&Ride Parkplatz. Der Parkplatz an der Schwabenhalle (P9 Ecke Gartenstraße/Neue Obermayerstraße) in der Nähe des Bahnhofes bietet sich an.
Die Heimreise mit Bus und Zug ist super entspannt und gut organisiert. Ab Steeg fährt in den Sommermonaten ein Fahrrad-Bus mit extra Anhänger bis nach Reutte, aber auch alle anderen Busse haben Platz für bis zu 5 Räder am Heck. Fragt in eurer Unterkunft unbedingt nach der Reutte Aktiv-Karte - mit dieser könnt ihr kostenlos mit dem Bus fahren. Ihr braucht dann nur noch ein Fahrrad-Ticket für 5 Euro pro Rad.
Von Reutte aus geht es mit dem Bus nach Füssen oder mit dem Zug nach München.
Tipps zur Ausrüstung
Zunächst einmal möchten wir euch die Ortlieb-Taschen empfehlen. Wir haben schon diverse Satteltaschen-Modelle von Ortlieb dabei gehabt und waren immer happy. Viel Platz, wasserdicht, einfach zu benutzen. Außerdem haben wir immer ein leichtes Zelt dabei. Wärmsten empfehlen können wir euch dieses hier von MSR. Etwas günstiger, aber auch gut, wäre zum Beispiel dieses hier von Forceatt.
Sehenswürdigkeiten entlang des Lechradwegs
Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Es gibt ungefähr so viele Gründe und Gelegenheiten auf dem Lechradweg anzuhalten, wie es Flusskilometer gibt. Allein die Landschaft bietet so viele Ausblicke und Aussichten, da wird jedes Absteigen zum Highlight. Aber auch in den Städten Rain, Augsburg, Landsberg und natürlich Füssen lohnen sich ausgedehnte Spaziergänge und Stopps. Doch jeden und jede interessiert etwas anderes. Am besten ihr verschafft euch in unseren Artikeln zu den einzelnen Etappen einen Überblick.
Einige Highlights entlang des Lechradwegs:
- Marktplatz von Schongau
- Altstadt von Landsberg am Lech
- Lechfall bei Füssen
- Forggensee mit Blick auf Schloss Neuschwanstein
- Historisches Wasserkraftwerk Langweid (Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems, UNESCO-Welterbe)
- Assisi-Kapelle bei Prittriching
Digitaler Reiseassistent
Bei der Etappenplanung und Navigation hilft der digitale Reiseassistent unter www.lechradweg.info. Dort könnt ihr eure Tagesetappen auf dem Smartphone ganz individuell gestalten könnt angeben, welche Sehenswürdigkeiten ihr auf der Route entdecken wollt. Außerdem findet ihr in der interaktiven Karte Unterkünfte, Ladestationen und Fahrrad-Werkstätten, Lauschpunkte, Bahnhöfe und sogar öffentliche Toiletten.
Für den digitalen Reiseassistenten wurden wichtige Anwendungen für Radreisende klug durchdacht und er setzt definitiv neue Maßstäbe. Er bündelt alle Informationen zum Weg und den einzelnen Etappen und navigiert über die Gesamtstrecke. Leicht bedienbar filtert er unter anderem radspezifische Unterkünfte, Reparatur- und Ladestationen. Viele Infos sind sogar offline abrufbar. Extra-Bonus: Mit der App kann man seine Reise individuell von der An- bis zu Abreise planen und mit dem Reisetagebuch seine Erlebnisse sogar mit Freunden teilen. Die werden wahrscheinlich vom Büro aus neidisch gucken.
Am Lechradweg gibt es nach Angaben der Tourenplaner 80 „radfreundliche“ Unterkünfte, 30 Reparaturstationen und acht Ladesäulen für E-Bikes.
Der Lech: Ein Fluss mit vielen Gesichtern
Weiser Lech, reifer Lech, wilder Lech - Willkommen am letzten Wildfluss Europas! Wer ihm folgt, wird erstaunt sein, wie er seinen Charakter auf den 240 Kilometern verändert. Fast scheint es so, als würden Radfahrer seine Lebensreise im Rückblick erleben.
Als weiser Lech fließt er mit seiner Kraft in einem gleichmäßigen Strom durch die weiten Talebenen von der Mündung bis hinter Landsberg am Lech. Im Imagefilm und im digitalen Serviceheft erzählt er von seinen Erfahrungen und all dem Leben, das er an seinen Ufern erschaffen hat.
Als reifer Lech lenkt er von Landsberg bis nach Füssen den Blick auf die vielen Geschichten am Uferrand und zeigt, wie er den Menschen zu Wohlstand verhalf und bis heute das Gesicht vieler Kulturräume, Dörfer und Städte prägt.
Als wilder Lech begleitet er Radreisende vom Lechfall bei Füssen bis nach Steeg ins Lechtal, dem Endpunkt des Lechradwegs und führt damit aus menschlich geprägten Landschaften in die mächtige Natur eines einsamen Tals. Leidenschaftlich berichtet er von den vielen Lebensräumen, die er immer wieder neu erschafft und so vielen Tieren und Pflanzen wichtige Rückzugsorte schenkt.
Links und rechts des Weges werden die vielen spannenden Geschichten rund um den Lech, seine Nutzung als Energielieferant, Naturphänomene und Sehenswürdigkeiten erlebbar gemacht. Schon mal etwas vom Lechzopf gehört? Wie funktioniert die Fischaufstiegsanlage an der Staustufe in Kaufering? Und wie sieht es im Bauch des historischen Wasserkraftwerks Langweid aus, das als Technikdenkmal des Augsburger Wassermanagement-Systems auf der Welterbeliste der UNESCO steht? Viele der Höhepunkte an der Strecke werden im digitalen Serviceheft erklärt. Zudem kann man an über rund 30 Audio-Touren, sogenannten Lauschpunkten, noch tiefer in die Geschichten eintauchen. Sie sind auch für Menschen mit Seheinschränkungen eine tolle Möglichkeit, Expertenwissen direkt vor Ort zu bekommen. Auf Teilstücken des Lechradwegs wurden zudem vier barrierefreie Routen mit Verlängerungsmöglichkeiten geschaffen, die im digitalen Serviceheft mit eigens erlebbaren Höhepunkten beschrieben werden.
Macht den Lechradweg auf jeden Fall gen Süden! Lasst euch nicht von den Höhenmetern abschrecken.
Soviel von uns. Teilt gerne eure Erfahrungen zum Lechradweg in den Kommentaren und/oder meldet euch mit Fragen.
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