Der Rheinradweg: Etappen entlang des Flusses

Der Rhein ist einer der bekanntesten europäischen Flüsse und so facettenreich wie die Länder, die er passiert. Über 1400 Kilometer, vier Länder, von der Quelle des Rheins in den Alpen bis zu seiner Mündung an den Gestaden der Nordsee: Der Rheinradweg folgt dem Verlauf von Europas zehntlängstem Fluss. Wir zeigen dir die schönsten Fahrrad-Touren entlang des Rheins.

Gesamtstrecke und Etappenplanung

Wenn du als geübter Radfahrer die komplette, lange Route radeln möchtest, die Eurovelo 15 von Andermatt in der Schweiz bis an die niederländische Nordseeküste, solltest du mehrere Wochen einplanen. Der Rheinradweg bietet dir jedoch auch viele Möglichkeiten, einzelne Etappen zu fahren, Teilstücke zu absolvieren oder eine Eurovelo-Etappe am Rhein als Baustein für eine eigene Rundtour zu nutzen.

Von Andermatt bis nach Hoek van Holland in Rotterdam fährst du auf dem Rheinradweg in 24 Etappen á ca. 60 km. Das Abenteuer beginnt!

Der Rheinradweg hat eine Länge von etwa 1500 Kilometern und kann in fünf mehrtägige Teilstrecken gegliedert werden. Nachfolgend werden die fünf Abschnitte des Rheinradweges vorgestellt, die alle annähernd die gleiche Länge haben und eine sinnvolle Einteilung der Distanzen ergeben und somit bei der Planung und der Auswahl des Kartenmaterials sicherlich hilfreich sind.

Die Etappen im Detail

1. Etappe: Andermatt nach Konstanz

Die Reise entlang des Rheins mit dem Rad beginnt in der Schweiz. Die erste Etappe auf dem Rheinradweg verläuft von Andermatt in der Schweiz nach Konstanz in Baden-Württemberg, Deutschland. Die Tour ist 241 Kilometer lang und ihr Verlauf vor allem während der ersten Streckenhälfte in der Zentralschweiz sehr anspruchsvoll. Geübte Radler können die 241 km im Verlauf des Rheins in fünf bis sechs Tagesetappen bewältigen.

In mehr als 1400 Höhenmeter gelegenen Andermatt unweit des Gotthardpasses geht die große Reise auf der Rhein-Route los. Und gleich der erste Abschnitt in den Schweizer Alpen hat es in sich: es wartet der elf km lange Anstieg auf den über 2000 Meter hohen Oberalppass. Am zweiten Tag steht die Etappe nach Chur auf dem Programm, die 66 km lang ist und vor allem zwischen Ilanz und Tamins noch einige knackige Anstiege enthält. Danach wird das Radeln entlang des Stroms entspannter.

Immer mit Blick auf das Seeufer, bringt die Beschilderung die Radfahrer durch das Rheindelta zurück nach Deutschland - 36 km wundervolle Landschaft auf dem Weg in das sehenswerte Konstanz. Die Region des Bodensee-Deltas ist, mit seinen Anreinerstaaten Schweiz, Deutschland und Österreich (Vorarlberg) und einem gut ausgebauten Radwegenetz, ein guter Ausgangspunkt für abwechslungsreiche und faszinierende Tagestouren. Auch die Bodensee-Insel Reichenau mit seiner grünen Pappel-Allee ist sehenswert. Sie ist durch einen Damm an den Verkehr angeschlossen Auch der gemütlichen Ort Lindau im Westen lockt mit seinen vielen romantische Gassen.

2. Etappe: Konstanz nach Freiburg

Die zweite Etappe auf dem Rheinradweg führt am Hochrhein nach Basel und von dort bis in die südbadische Metropole Freiburg. Die Strecke umfasst rund 270 km und lässt sich bequem in etwas weniger als einer Woche erradeln.

Am ersten Tag geht es nach Schaffhausen, das nur vier km oberhalb des berühmten Rheinfalls liegt. Wer denkt, der Rheinfall ist “einfach nur” groß, der täuscht - denn er ist mit ca. 135m Breite tatsächlich der größte Wasserfall in Europa und somit ein absolutes Highlight der Strecke. Nach einem lohnendem Aufenthalt am Rheinfall führt der nächste 50 kilometer lange Abschnitt auch über Nebenstraßen in das sehenswerte Stein am Rhein - ein kleiner Bummel durch die City ist hier ein Muss.

Am zweiten Etappentag wird ins 50 km entfernte Waldshut geradelt, der Ort ist gut ausgeschildert. Am dritten Tag auf dem Rheinradweg geht es von Waldshut in das 40 km entfernte Rheinfelden. Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen vom Hochrhein und von Basel. Weiter geht es ins 50 km entfernte Badenweiler, ein wirklich reizvolles Etappenziel im südlichen Schwarzwald.

3. Etappe: Freiburg nach Mainz

Die dritte Teilstrecke auf dem Rheinradweg: rund 370 km über Mannheim bis nach Mainz. In sechs Tagen kann diese Strecke bewältigt werden und es bleibt genügend Zeit für Besichtigungen.

Das erste Teilstück vom Rheinradweg in Deutschland: 45km von Freiburg zum Kaiserstuhl. Ein Abstecher nach Neuf-Brisach (Frankreich) mit seinen sehenswerten Festungsanlagen ist lohnenswert. Vom Kaiserstuhl folgt man schließlich wieder dem Flussfufer nach Kehl oder Straßburg, das nach etwa 70 km erreicht ist. Ein Spaziergang und eine Pause im Gasthaus im historischen Straßburg mit seinem Münster darf dabei nicht fehlen.

Am dritten Tag geht die Fahrt über Rastatt ins 65 km entfernte Karlsruhe mit seinem sehenswerten Barockschloss. Einen Tag später steht die Fahrt nach Speyer auf dem Tourenplan, das nach rund 50km erreicht ist. In Germersheim kann man sich über die Geschichte der königlich-bayrischen Festungsanlagen informieren. Nach weiteren 45km erreicht man Worms. Auch Worms besitzt einen sehenswerten Dom und ist zudem als Nibelungenstadt bekannt.

4. Etappe: Mainz nach Köln

Ein Klassiker unter den Radwegen ist die Strecke von Mainz in das knapp 190 km entfernte Köln. Besonders reizvoll auf diesem Radfernweg ist dabei der Streckenabschnitt durch das Obere Mittelrheintal.

Von Bingen bis Koblenz und hat der Rhein ein enge Senke geschaffen, an der die wohl schönsten Orte in Rheinland-Pfalz liegen. Hoch über dem Fluss liegen die malerischen Burgen des Mittelalters. Die Strecke ist durchaus anspruchsvoll und vor allem bis Koblenz gilt es immer wieder Steigungen zu meistern.

Am ersten Tag geht es von Mainz in das 54 km entfernte Oberwesel. Auf dem ersten Teil der Strecke radelt man durch sanfte Weinberge nach Eltville und Rüdesheim, wo ein Bummel durch die weltberühmte Drosselgasse nicht fehlen darf. Anschließend geht es mit der Fähre auf die andere Rheinseite nach Bingen mit dem berühmten historischen Mäuseturm mitten im Rhein, der mit 25m Höhe schon von Weitem auszumachen ist. Der Zollwachturm aus dem 14. Jahrhundert ist ein beliebter Ausflusgsort.

Der Turm bietet eine gute Sicht auf das sogenannte „Binger Loch“ - einer sehr schwierig zu bewältigende Engstelle des Rheins, die für alle mittelalterlichen Handelsschiffe unpassierbar war. Zwischen 1830 und 1841 wurden die Felsen von den Preußen gesprengt und so schiffbar gemacht. Das „Binger Loch“ wurde auf diesem Wege auf 14m verbreitert. Ein Geheimtipp für Bingen ist übrigens eine kleine Schifffahrt während der Veranstaltung “Rhein in Flammen”, die man am ersten Samstag im Juli erleben kann (für aktuelle Information offizielle Stellen oder google befragen). Die Region Mittelrhein, in der sich Bingen befindet, ist seit 2002 UNSECO-Weltkulturerbe. Über Bacharach wird schließlich Oberwesel erreicht. Der zweite Tag verläuft über 45 km nach Koblenz. Die nächste Etappe mit dem Fahrrad geht über 45 km von Koblenz nach Bad Honnef.

In Remagen lohnt sich ein Besuch im Museum. Auch das Rolandseck mit seinen zahlreichen herrschaftlichen Bauten und das Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist einen Besuch wert.

5. Etappe: Köln nach Rotterdam

Auf dem fünften Abschnitt des Rheinradweges geht es von Köln bis nach Rotterdam an die niederländische Nordseeküste. Es ist mit rund 400 km der längste Teilabschnitt der Route. Die Strecke in der Tiefebene der Niederlande hat überhaupt keine Schwierigkeiten aufzuweisen und ist leicht zu fahren, lediglich einige seichte Steigungen sind hier zu bewältigen. Für Familien mit Kindern ist dieser Abschnitt der Rheinroute besonders geeignet, wie auch viele andere Reiseberichte über diesen Radwanderweg beschreiben. Das verspricht Genussradeln auf dem Erlebnisweg - bestimmt mit dem einen oder anderen interessanten Kontakt zu anderen Fahrradfahrern, die man unterwegs auf der Straße, im Restaurant oder im Hotel trifft.

Die rund 330 km lange Strecke ist in etwas mehr als einer Woche sehr entspannt zu bewältigen. Vom Ausgangspunkt Köln in Nordrhein-Westfalen geht es auf diesem Abschnitt zunächst über Dormagen, Zons und Neuss in das 60 km entfernte Düsseldorf. Am kommenden Tag radelt man bis Rheinberg, in einer Entfernung von etwa 65 km. Dabei geht es durch Duisburg, dem Zentrum der deutschen Montanindustrie mit bedeutenden technischen Denkmälern. In Duisburg bietet es sich an, den 200 Hektar großen Landschaftspark Duisburg-Nord auf einer Radtour zu erkunden. Das stillgelegte und umgebaute Hüttenwerk, dessen geschichtliche Bedeutung lange in der Diskussion war, ist gerade mit dem Fahrrad für eine Erkundung absolut geeignet. Auch 2015 und 2016 sind verschiedene Führungen für Touristen am Tag und auch in der Nacht im Angebot.

Am dritten Tag auf dieser Etappe des Rheinradwegs wartet die Landschaft der wunderschöner Rheinauen auf die Radfahrer. Über Wesel geht es in das 60 km entfernte Emmerich. Am nächsten Tag wird mit dem Bike schon bald die niederländische Grenze überquert. Kurz hinter Kleeve, in der Provinz Holland, teilt sich der Rhein in Waal und Nederrijn. Nach insgesamt 40 km ist das sehenswerte Nijmegen erreicht. Auf der 40 km langen Tour nach Tiel radelt man durch die Betuwe. Der sechste Abschnitt durch die Niederlande führt von Tiel über Buren nach Gorinchem und ist gut 50 Kilometer lang. Auch am nächsten Tag sind entspannte 50km nach Dordrecht zu radeln. Den Abschluss bildet die schließlich die etwa 35km lange Route am Rheinufer bis an die Nordsee in die niederländische Metropole Rotterdam. Die größte Hafenstadt Europas bildet mit ihrem internationalem, industriellem Charme den Endpunkt des Rhein-Radweges - einen der schönsten auf der langen Liste der Radfernwege Europas.

Weitere Informationen und Tipps

  • Länder: Der offizielle Rheinradweg passiert die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Liechtenstein und Österreich liegen ebenfalls entlang des Weges.
  • Beschilderung: Der Rheinradweg ist als „Eurovelo 15“ ausgeschildert.
  • Unterkünfte: Die Hotellerie entlang des Fernradwegs ist auf die Bedürfnisse von Radreisenden eingestellt.
  • Anreise: Die größeren Orte am Rheinradweg sind durchwegs gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem mit dem Zug erreichbar.

Radfahren mit E-Bikes und Lastenrädern

Auch wenn du mit einem E-Cargobike wie zum Beispiel einem Ca Go FS Life oder einem Ca Go CS unterwegs bist, lassen sich die Touren zumeist locker mit einer Akku-Füllung bewältigen. Sollte der Tag auf dem E-Bike etwas länger werden, wirst du fast überall entlang des Weges Lademöglichkeiten für deinen Akku finden.

Wer Kinder hat und nachhaltig unterwegs sein will, der kann das entweder mit einem Lastenrad oder mit einem Fahrradanhänger tun.

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