Die Lüneburger Heide ist eine durch menschliche Bewirtschaftung entstandene Kulturlandschaft die aus offenen Weideflächen, Wäldern, Mooren, Bächen und Äckern besteht. Sie umfasst ein Gebiet das im Westen in etwa von Verden und im Osten von Uelzen markiert wird. Eine Radwandertour im Naturpark Südheide führt durch kleine Heidedörfer und zu archäologischen Ausgrabungsstellen, die von einer prähistorischen Besiedelung der Gegend zeugen. Fahren Sie auf schönen Wegen durch eine abwechslungsreiche Landschaft zwischen Müden (Örtze), Hermannsburg und Bergen. Diese Fahrradtour eignet sich auch gut für Familien.
Die Route und ihre Besonderheiten
Die Rundtour hat ihren Schwerpunkt auf archäologischen Besonderheiten und anderen Zeugnissen aus vergangenen Zeiten. Die Siedlungsgeschichte der Südheide lässt sich mehr als 5000 Jahre zurück verfolgen. Das Gebiet zwischen den heutigen Orten Bergen, Müden und Hermannsburg muss schon in der Jungstein- und Bronzezeit über fruchtbare Böden verfügt haben. Viehherden wurden über das Land geführt und erste Heideflächen haben sich schon damals entwickelt. Kein Wunder, dass in dieser Gegend besonders viele vorgeschichtliche Denkmäler gefunden wurden.
Die 39km lange Radtour im Naturpark Südheide führt Sie durch die landschaftlich reizvolle Niederung der Örtze. Entlang der Örtze laden kleine Holzbrücken zum Verweilen und zu einem Blick ins Örtzetal ein. Von hier aus lässt sich Interessantes in der Natur beobachten. Sie radeln durch die abwechslungsreiche Natur mit den typischen kleinen Heidedörfern Oldendorf, Sülze und Eversen und begeben sich auf die Spuren der Salzsieder.
Stationen entlang des Weges
- Hermannsburg: Ausgangspunkt der Tour mit historischem Ortskern und dem Ludwig Harms Haus.
- Oldendorf: Hier befindet sich das Haus der Natur, das Informationen über die regionale Flora und Fauna bietet.
- Eversen: Ein Heidedorf mit historischem Ortskern und Ausgangspunkt des Rundwanderweges "Historisches Eversen".
- Sülze: Bekannt für seine Salzquelle und das Salineninformationshaus, das die Geschichte der Salzgewinnung in der Südheide veranschaulicht.
- Altensalzkoth: Ehemaliger Standort der Salzsieder.
- Citronenberg: Mit 86 Metern eine der höchsten Erhebungen der Südheide.
- Angelbecksteich: Ein idyllischer Ort mit Heidelandschaft und Gedenkstein zur Waldbrandkatastrophe von 1975.
Die Tour startet am Rathaus in Hermannsburg und führt zunächst Richtung Oldendorf. An einer Infotafel wird Ihnen Wissenswertes zur Natur im Örtzetal nähergebracht. Weiter südlich, am Ortsrand von Oldendorf liegt das Haus der Natur, welches in den Sommermonaten sonntags nachmittags geöffnet ist. Sie bekommen hier interessante Informationen über die Natur der Umgebung und die Arbeit des Naturschutzbundes Deutschland. Parallel zur Örtze geht es durch Wald und Felder nach Eversen. In dem Heidedorf mit historischem Ortskern beginnt der Rundwanderweg des Arbeitskreises „Historisches Eversen". Von hier führt der Weg in das Nachbardorf Sülze, das seinen Namen von einer ehemals hier vorhandenen natürlichen Salzquelle hat. Eine Salzsiederei ist an diesem Standort seit dem Mittelalter belegt. Das Afrikamuseum ist eine weitere Attraktion des Ortes mit interessanten Ausstellungsstücken aus dem fernen Kontinent. Eine Besichtigung ist auf Anfrage möglich.
Aufgrund der Brückenvollsperrung in Feuerschützenbostel, wurde die Tour bis auf Weiteres von Sülze nach Eversen über die Straße Dahlbrücke gelegt. Hier stoßen Sie auf Höhe der Biogasanlage auf einen Naturlehrpfad. An kleineren und größeren Schautafeln wird Ihnen die heimische Tier- und Pflanzenwelt nähergebracht - nach dem Motto "Nur was der Mensch kennt, kann er lieben" und "Nur was der Mensch liebt, kann er auch schützen". Weiter geht es auf dem Radweg entlang der L240. Hinter der Örtzebrücke in Eversen muss rechts abgebogen werden Richtung Feuerschützenbostel (K25/ Örtzestraße) und dann noch einmal links in die Straße „Zum Bruch“. Danach führt der Weg wieder entlang der ursprünglichen Route der Tour „Durch Heide, Wald und Örtzetal“.
Es geht weiter durch den südlichen Ortsteil von Eversen bis nach Altensalzkoth. Das Dorf war einst, wie der Name verrät, ebenfalls ein Standort der Salzsieder. Von hier führt der Weg nach Osten zum ehemaligen Forsthaus Kohlenbach. Nun geht es in nördlicher Richtung zu einem weiteren Einzelhof, der ehemaligen Oberförsterei Miele. Als nächstes wird der 86 Meter hohe Citronenberg erreicht. Von hier führt der Weg durch ausgedehnte Waldgebiete zum Angelbecksteich mit malerischer Heidelandschaft, einem Gedenkstein zur Waldbrandkatastrophe von 1975 und dem barrierefreien Rundwanderweg mit Infotafeln zur Heidelandschaft.
Zurück in Hermannsburg besteht die Möglichkeit, das Heimatmuseum und das Ludwig-Harms-Haus zu besichtigen. Auf Grund der meist ebenen Wege lässt sich die Radtour auch gut mit Kindern fahren.
Die Örtze: Ein Heidefluss im Herzen der Tour
Das Quellgebiet der Örtze liegt auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord und mit südlicher Fließrichtung mündet sie bei Winsen in die Aller. Durch starken Zustrom von Grundwasser bleibt das Wasser in der Örtze stets kühl und man spricht von einem sommerkalten Heidefluss. Das weitgehend naturbelassene Flussbett schlängelt sich mit vielen Schleifen durch das breite Örtzetal und Vertiefungen, Steilufer sowie der Wechsel zwischen Kies- und Sandbänken zeugen von Strukturreichtum.
Die hohe Wasserqualität und die begleitenden Wiesen und Wälder tragen zu einer artenreichen Flora und Fauna bei. Hier fühlen sich noch Bachforelle und Groppe genauso wie der Eisvogel und der Fischotter wohl. In Ufernähe sind Sumpf-Schwertlilien und Kuckucks-Lichtnelken zu finden. Die hohe ökologische Bedeutung des Flusssystems Örtze wird durch die Aufnahme ins europäische Schutzgebiet Natura 2000 nachhaltig gesichert.
Salzgewinnung in der Südheide
Der Ortsname Sülze weist auf die in diesem Gebiet befindliche Solequelle hin. Im Gradierwerk wurde vor Ort das Salz eingedickt und dann zu den Siedestellen weitergeleitet. Wie die Salzkonzentration erreicht wurde kann an einem Modell neben dem neuen Informationshaus nachvollzogen werden. Zur weiteren Verarbeitung wurde sehr viel Torf benötigt, der rund um Sülze gestochen wurde. Es entstanden zahlreiche Siedestellen, an denen das Wasser aus dem Salzkonzentrat in eisernen Pfannen heraus gekocht wurde.
Service-Hinweise und Tipps
Fahrrad-Reparaturstationen befinden sich unterwegs in Bergen (Am Friedensplatz), am Rathaus Hermannsburg (Am Markt 3) und in Müden/Örtze an der Historischen Wassermühle (Unterlüßer Str. Für Bahnreisende empfehlen sich für An/Abreise vor allem Uelzen, Celle, Lüneburg, Soltau und Verden.
Zu jeder Radtour gehören Pausen, in denen Sie neue Energie tanken und sich stärken können. Neben den Picknickplätzen entlang Ihrer Tour finden Sie in Hermannsburg, Oldendorf, Eversen und Sülze Restaurants und Cafés, in denen Sie regionale Köstlichkeiten genießen können.
Wichtige Punkte der Tour
- Salinenhaus in Sülze
- Ehemaliges Forsthaus Kohlenbach
- Citronenberg, eine der höchsten Erhebungen der Südheide
- Angelbecksteich
- Heimatmuseum Hermannsburg
- Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg
Romantiker, Naturliebhaber und Kulturfreunde - Sie alle lieben die Lüneburger Heide, so wie es einst der Heidedichter Hermann Löns tat. Die typische Heidelandschaft wird Sie auch heute nicht loslassen. Entlang der Örtze laden kleine Holzbrücken zum Verweilen und zu einem Blick ins Örtzetal ein. Von hier aus lässt sich mit etwas Glück manch Interessantes in der Natur beobachten. Hermannsburg blickt auf eine über 1000 jährige Geschichte zurück.
Mehrtagestour durch die Südheide
Auf einem der vielseitigsten Radwege Deutschlands durchfahren Sie auf dieser Fahrradrundtour die schönsten Orte der Südheide! Sie erkunden die Residenzstadt Celle, die mit ihrem einzigartigen Fachwerkensemble beeindruckt. Sie durchqueren aber auch kleine, typische Heidedörfer wie Müden (Örtze), das zu Recht auch als "Perle der Südheide" bezeichnet wird. Dort können Sie durch kleine Hofläden stöbern und sich in urigen Hofcafés für die Weiterfahrt stärken. Genießen Sie die einzigartige Landschaft des Naturparks Südheide mit seinen Heideflächen, Bächen, Feldern und Waldgebieten.
Etappenempfehlung
- Genießer-Tour: 6 Tagesetappen à 40 km
- Sportler-Tour: 4 Tagesetappen à 60 km
Die Naturpark Südheide Tour ist in die Jahre gekommen. Damit Sie die Vielfältigkeit des Naturparkes in vollen Zügen genießen können, wird der Landkreis Celle die Tour bis Mitte des nächsten Jahres überplanen. Derzeit ist sie stellenweise mangelhaft ausgeschildert und einige Wege sind schlecht befahrbar. Wenn Sie sich auf den Weg begeben möchten, empfehlen wir Ihnen die Navigation mit GPS Koordinaten, die Sie über den Region-Celle-Navigator oder der Webseite der Lüneburger Heide downloaden können.
Beispielhafte Etappen
Starten Sie vom "Tryp-Hotel" aus und fahren Sie durch ein hübsches Waldgebiet nach "Hambühren", der Beschilderung "Aller-Radweg" folgend. Weiter läuft die Tour auf dem "Winsener Weg", entlang der mäandrierenden "Aller". Auf dem "Schwarzen Weg" gelangen Sie nach "Oldau" und zur "Oldauer Schleuse", an der Sie eine kleine Rast einlegen können. Fahren Sie entlang der "Aller" nach "Hornbostel" und nach "Wietze". Hier lohnt sich ein Abstecher zum "Deutschen Erdölmuseum". Sie machen einen kleinen Schlenker über "Bannetze" und in das Naturschutzgebiet "Meißendorfer Teiche", bevor Sie nach "Winsen" zum Hotel "Zur Post" gelangen.
Weiter geht es vorbei an Feldern, Wiesen und Wäldern nach "Walle". Durch den Wald, an der alten "Försterei Walle" vorbei, gelangen Sie nach "Offen". Über offenes Land fahren Sie von "Offen" über "Bollersen" nach "Bergen". Vorbei an "Wohlde", "Dohnsen" und an "Hof Grauen" folgen Sie dem Weg über den "Grauenberg" nach Bonstorf und zu seinen "Hügelgräbern". Machen Sie einen kleinen Abstecher zum "Lönsstein", um den Ausblick auf die wunderschöne Heide zu genießen, und besuchen Sie die urige "Tilly Linde", bevor Sie dem Weg nach "Willighausen" und "Lutter" folgen.
Hier können Sie hinter der Brücke nach links eine beliebige Strecke dem "Fluss-Wald-Erlebnis-Pfad" folgen und wieder umkehren oder Sie fahren nach rechts über die Brücke weiter nach "Lutter" hinein. Sie fahren direkt über den "Mühlenbach" an einer Wassertretstelle vorbei, die zum Füße Kühlen einlädt. Folgen Sie dem Feldweg nach rechts an Feldern und Wald vorbei und orientieren Sie sich Richtung "Weesen" zum "Hotel Wiesengrund". Von "Weesen" nach "Lutter" zurück, über den "Fluss-Wald-Erlebnis-Pfad", der mit Informationsschildern zu verschiedenen Baumarten gepflastert ist, erreichen Sie das hübsche Heide-Örtchen "Müden (Örtze)".
Über "Poitzen" und "Faßberg" gelangen Sie nach "Schmarbeck" und direkt in die Heide. Genießen Sie die bezaubernde Landschaft. Sie fahren durch den "Wacholderwald" und am Ferienpark "Heidesee" vorbei, in dem sich auch ein Teil des "Kieselgur-Lehrpfades" befindet. Weiter durch die Heide geht es nach "Lutterloh". Folgen Sie dem Weg Richtung "Oldendorf" und gelangen Sie zu den Plätzen, an denen eine Begegnung mit dem Schäfer und seinen Schafen nicht ausgeschlossen ist.
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