Die rund 130 Kilometer lange Grenzroute in Schleswig-Holstein lässt Radfahrende in die Kulturhistorie der deutsch-dänischen Grenzregion eintauchen. Zwischen Nordseedeich und Flensburger Förde kreuzt die Strecke den früheren Grenzverlauf, der 80 Jahre lang den Landstrich prägte. Idyllische Wege führen Sie heute durch abwechslungsreiche Naturlandschaften der Urlaubsregion. Im Westen genießen Sie die Weite der Marsch, Binnendünen und Heide charakterisieren die Geest, und im Osten durchfahren Sie das eiszeitlich geprägte Hügelland.
Die Etappen der Grenzroute
Die insgesamt fast 130 Kilometer lassen sich in vier Etappen von jeweils etwa 30 Kilometern Länge unterteilen. Zügige Radfahrer benötigen für die gesamte Strecke lediglich zwei Tage. Die Wege verlaufen meist eben und können in beide Richtungen ohne größere Steigungen befahren werden. Am Wegesrand liegen mehrere Rastplätze mit Wetterschutzhütten, Tafeln mit Übersichtskarten und Informationen zur Umgebung.
Start in Flensburg
Am östlichen Ende beginnt die Grenzroute in Flensburg. Markanter Endpunkt der Grenzroute ist die wunderschöne Hafenspitze in Flensburg. Das besondere Flair dieser traditionsreichen Seehandelsstadt mit ihren steilen Fördehängen und den historischen Bauwerken ist bereits aus einiger Entfernung erkennbar. Neben einer maritimen Einkaufsstraße erwarten Sie eine bunte Fülle an Ausflugszielen, wie das Schifffahrtsmuseum oder das Experimentiermuseum „Phänomenta“.
Am eindrucksvollen Museumshafen sowie dem Schifffahrts- und Rummuseum vorbei führt der Radweg zeitweise direkt am Ufer der Flensburger Förde und den Stränden Ostseebad und Wasserleben entlang nach Harrislee. Dort treffen Radler auf das Industriemuseum Kupfermühle und das Niehuuser Tunneltal, wo vor etwa 10.000 Jahren ein Gletschertor lag.
Weitere Stationen entlang der Route
Die nächste Station ist Padborg (Pattburg), das bekannt ist für den Padborg Park, die längste Motorrad- und Autorennstrecke Dänemarks. Südlich der Grenze führt die Route durch die Gemeinde Handewitt, vorbei am Naturschutzgebiet Stiftungsland Schäferhaus. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in einer ursprünglichen Heidelandschaft leben und grasen Galloway-Rinder und Wildpferde. Interaktive Info-Stationen vermitteln Wissenswertes über Natur und Archäologie. Im Museum Frøslevlejren, einem ehemaligen Gefangenenlager der deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark, erfahren Besucher Details über den Einmarsch der deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs.
Hinter Fårhus (Faarhuus) geht es durch die ruhige Geest-Landschaft, vorbei an Sofiedal (Sophiental) mit seinen traditionellen Höfen, zum Naturschutzgebiet Frøslev Mose (Fröslev-Jardelunder Moor), einem grenzüberschreitenden Moorgebiet bei Jardelund. Bei Bögelhuus, einem Stadtteil von Weesby, überqueren Radler erneut die Grenze. Gleich nördlich, bei Lille Jyndevad (Klein Jündewatt), lohnt sich ein Abstecher zur idyllischen Wassermühle von St. Jyndevad mit einem Blick über das Tal der Sønderå. Die Route führt weiter über Rens bis nach Bramstedtlund nach Ladelund. Hier lädt ein idyllisches Naturbad im Sommer zu einer erfrischenden Pause ein.
Mitten im Landesinneren sind Sanddünen eine Seltenheit. Nördlich von Westre lohnt sich eine Pause auf dem Rastplatz mit Schutzhütte, der einen Blick auf das Naturschutzgebiet Schwarzberger Moor bietet. Der weitere Weg nach Süderlügum kreuzt zweimal die Grenze und passiert einen großen Windpark bei Ellhöft. Nach einem Waldabschnitt trifft die Route auf das etwa 41 Hektar große Naturschutzgebiet Süderlügumer Binnendünen, durch das ein Wanderweg führt. Von der Aussichtsplattform haben Sie einen wunderschönen Blick über die Landschaft der Urlaubsregion.
Vorbei geht es an dem Kirchdorf Ubjerg und weiter nach Tønder (Tondern), einem lebhaften Handelsstädtchen, dessen Wasserturm aus der ansonsten recht flachen Marsch herausragt. Er beherbergt ein Kunstmuseum, das nordische Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert zeigt. Der hübsche Stadtkern mit Christkirche und Alter Apotheke lädt zu einem Bummel ein. Die Grenzroute führt nun nach Møgeltønder (Mögeltondern), vorbei am Schloss Schackenborg auf der Schlossstraße, die als "Dänemarks schönste Dorfstraße" ausgezeichnet wurde. Weiter geht es durch die Tønder Marsch.
Die Aussicht über den Rudbøl-See (Ruttebüller See) lässt erahnen, warum der Maler Emil Nolde diese Landschaft geliebt hat. Direkt an der Grenze entlang geht es weiter nach Rodenäs zum nächsten Grenzübergang in Siltoft, von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zur Nordsee, wo ein Stein den nördlichsten Punkt auf dem deutschen Festland markiert. Vom Grenzübergang Siltoft führt die Grenzroute noch neun Kilometer durch Dänemark bis zu ihrem westlichen Endpunkt - der Vidå Sluse (Wiedau-Schleuse) in Højer (Hoyer). Im Frühling und im Herbst lässt sich in der Region mit Glück ein ganz besonderes Naturschauspiel erleben. Dann sammeln sich in den Abendstunden über der Marsch die Stare. In Højer lohnt ein Besuch der Holländer-Windmühle.
Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Radwegen
Wer die Grenzroute nicht zurückfahren möchte, kann auf dem wesentlich kürzeren Nord-Ostsee-Radweg ohne Schleifen und Umwege nach Flensburg zurückkehren. Die Grenzroute lässt sich prima mit dem Nord-Ostsee-Radweg kombinieren. Diese südlich der Grenze verlaufende Radwanderroute bietet zahlreiche Abkürzungs- und Rundwegmöglichkeiten. Wer möchte, kann die Strecke durch Abschnitte aus dem Nord-Ostsee-Radweg und den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Ochsenweg individuell variieren, ergänzen oder abkürzen.
Rast und Übernachtungsmöglichkeiten
An der Grenzroute erwarten Sie zahlreiche Rastplätze sowie Wetterschutzhütten. Teilweise sind entlang der Strecke öffentliche Toiletten vorhanden. Zum Übernachten bieten sich Hotels und Gasthöfe, Jugendherbergen, Camping- und Naturlagerplätze an. Klassifizierte Bett+Bike-Betriebe gibt es auf deutscher und dänischer Seite.
Beschilderung und Routenführung
Die Grenzroute ist in Deutschland und Dänemark durchgehend, allerdings nicht einheitlich beschildert. Das Routenlogo kennzeichnet die deutschen und die dänischen Schilder. Durch die Radstrategie Schleswig-Holstein 2030 werden die Radfernwege stets optimiert. So auch die Grenzroute. Aufgrund der Qualitätsverbesserung und damit verbundenen Maßnahmen können die genannten Kilometerangaben leicht schwanken.
Die Flensburg Fjord Route
Die Flensburg Fjord Route ist eine faszinierende Fahrradroute, die sich entlang der deutsch-dänischen Grenze erstreckt und die imposante Flensburger Förde umrundet. Radfahrer haben so die einzigartige Möglichkeit, zwei Kulturen, ihre Geschichte und ihre landschaftlichen Besonderheiten zu erleben. Kreiert wurde die Route von der Destination Sønderjylland in Dänemark. Etwa 307 Kilometer verläuft die Radtour entlang malerischer Küstenabschnitte, durch charmante Dörfer, historische Städte und grüne Landschaften. Insgsamt gibt es sechs Etappen zu erleben, die jeweils in Abschnitte von 32 bis 62 Kilometer unterteilt ist. So kann man von tollen Orten in Dänemark und Deutschland hervorragend starten und grenzübergreifend an der Förde entlangfahren. Natürlich kann man die Richtung und damit das Startland der Routen auch individuell bestimmen.
Besondere Erlebnisse auf der Flensburg Fjord Route
- Schlossparks entlang der Strecke
- Erlebnispark Universe Science Park
- Geschichtszentrum Düppeler Anhöhe
- Schloss Brundlund
- Gemütliche „Vermittlungsgärten“
Unterwegs entlang der Strecke kannst du die gemütlichen „Vermittlungsgärten“ besuchen - grüne und stadtnahe Informationsräume und Treffpunkte.
- Aabenraa: Hier findest du eine Treppe mit heimischen Wildpflanzen am historischen Genforeningspark (Wiedervereinigungspark) am Folkehjem (Volksheim) Aabenraa.
- Gråsten: Ein Garten am Hafen mit Blick auf die Förde mit den Schwerpunkten Artenvielfalt und Upcycling
- Flensburg: Ein U-förmiger Ponton, umgeben von Blumeninseln im Hafen und einem Amphitheater an Land
Praktische Hinweise zur Flensburg Fjord Route
Ein Großteil der Route verläuft auf asphaltierten Straßen und Radwegen, aber es kann auch ein anderer Untergrund vorkommen. Zum Beispiel fährst du auf ungepflasterten Waldwegen durch die Waldgebiete Nørreskoven und Kollund Skov. Die Flensburg Fjord Route ist eine sehr abwechslungsreiche Route mit einer großen Vielfalt an Geländeformen und Landschaften. Besonders der östliche Teil der Route verläuft durch eine hügelige Landschaft mit kräftigen Anstiegen, während der Abschnitt zwischen Padborg und Aabenraa durch eine flache Landschaft führt, in der es nur an einzelnen Stellen kurze Anstiege gibt.
Weitere Radrouten in der Region
Neben der Grenzroute und der Flensburg Fjord Route gibt es noch weitere interessante Radwege in der Region:
- Ostseeküsten-Radweg: Der allein in Schleswig-Holstein insgesamt 430 km lange Ostseeküsten-Radweg beginnt im hohen Norden bei Flensburg und führt in Richtung Süden bis nach Travemünde, vorbei an beeindruckenden Seen- und Fjordlandschaften, sowie zu charmanten Küstenorte und belebten Hafenstädten.
- Ochsenweg: Der rund 245 km lange Fernradwanderweg Ochsenweg beginnt im südlichen Schleswig-Holstein und zieht sich durch das Land bis hoch an die Flensburger Förde. Dabei handelt es sich um einen historischen Landweg, der im 19. Jahrhundert als zentrale Route zwischen Dänemark und Norddeutschland genutzt wurde.
Verwandte Beiträge:
- Radweg Freisen-Nonnweiler: Karte & Tourenplanung für Radfahrer
- Alpe Adria Radweg 5 Tage Tour: Planung & Tipps
- Dreisam-Radweg & Kaiserstuhl: Die schönste Radtour im Schwarzwald!
- Radweg Sanremo nach Monaco: Streckenverlauf, Höhenmeter & Tipps
- Unschlagbare Performance: Teflon Bremsscheiben für Shimano Ultegra XTD – Erfahrungsbericht & Umrüstungstipps
- Thule Fahrradträger für E-Bikes im Test: Die besten Modelle im Vergleich!
Kommentar schreiben