Der Freiberger Mulde Radweg: Eine Reise von der Quelle zur Mündung

Der Mulderadweg, auch bekannt als Muldental-Radweg, begleitet sowohl die Zwickauer Mulde als auch die Freiberger Mulde. Nach dem Zusammenfluss der beiden Muldenarme führt der Radweg entlang der Vereinigten Mulde bis zu ihrer Mündung in die Elbe. Dabei verbindet er die Städte Döbeln, Leisnig, Grimma, Wurzen, Eilenburg, Bad Düben und Dessau.

Zwei Möglichkeiten bieten sich an, um die Fahrt auf dem Mulderadweg von der Quelle zur Mündung zu beginnen: im tschechischen Moldava im Böhmischen Erzgebirge, dem Quellort der Freiberger Mulde, oder im vogtländischen Schöneck, wo die Zwickauer Mulde entspringt. Beide Quellarme führen nach Sermuth, wo sie zur Vereinigten Mulde zusammenfließen. Von hier aus führt der Flussradweg bis zur Bauhausstadt Dessau in Sachsen-Anhalt, wo die Mulde in die Elbe mündet.

Von der Quelle bis Freiberg

Die Quelle der Roten Mulde am östlichen Stadtrand von Schöneck ist ein idyllisches Plätzchen und der Startpunkt der Radtour. Starten wir in Moldava an der deutsch-tschechischen Grenze, so führt uns der Radweg entlang der Freiberger Mulde zunächst durch weite Wiesen, vorbei an den sanft geschwungenen Bergen des Erzgebirges, entlang uriger Dörfer und mythischer Wälder in Richtung Silberstadt Freiberg, wo die starke Verbundenheit zum Bergbau noch heute zu erleben ist.

Die Freiberger Mulde entspringt in Tschechien oberhalb von Moldava und erreicht bereits nach etwa 5 km Deutschland. Sie fließt durch das Erzgebirge, durch die Bergstadt Freiberg, durch Nossen, Rosswein, Döbeln und Leisnig. Bei Töpeln nimmt sie die Zschopau auf. Andere wichtige Nebenflüsse sind Bobritzsch, Gimmlitz und Striegis.

Eingebettet in ein reizendes Waldgebiet finden Sie eine der beiden Mulde-Quellen des schnellsten europäischen Flusses. Hier, auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges und zwischen zwei Bergkuppen, weist ein kleines Schild auf die Quelle hin. Doch bevor Sie zur Quelle hinaufsteigen, sollten Sie noch einen kleinen Zwischenstopp in der tschechischen Gemeinde Moldava einplanen, deren erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1346 stammt, denn zu dieser Zeit hatten sich im Dorf die Glasmacher angesiedelt.

Den Fahrtwind genießt man bei der Tour bergab zwischen grünen Tannenwäldern und vorbei an weiten Wiesen. Bei Rechenberg-Bienenmühle sind einige kleinere Anstiege zu überwinden, bevor die Fahrt weiter in Richtung Freiberg geht. Auf diesem Abschnitt kann man sich außerdem den Spuren der Industriekultur und der Zeugen des Bergbaus begeben.

Weiter flussabwärts: Nossen, Döbeln und Leisnig

Dem Flussverlauf folgend erreichen wir die nächstgrößere Stadt Nossen. Ein Abstecher zum Schloss und dem romantischen Klosterpark Altzella lohnt sich! Nach einigen entspannten Kilometern durch eine herrliche Flusskulisse begrüßt uns die »Stiefelstadt« Döbeln mit ihrer historischen Pferdebahn, die als bedeutendes Transportmittel vor über hundert Jahren ihre Blütezeit erlebte. Ein weiteres Highlight folgt mit dem idyllisch gelege-nen Zisterzienserkloster »Kloster Buch« kurz vor Leisnig. Direkt am Mulderadweg gelegen, lohnt sich auch der Kulturbahnhof Leisnig für eine Rad-pause im Biergarten, bevor wir schon Burg Mildenstein erblicken, in der man von mittelalterlicher Kochkunst in der Schwarzküche bis zu Schatzsuchen mit Escape-Room so allerhand erleben kann.

Die weiteren 50 Kilometer präsentieren sich durch viele natürliche Momente eindrücklich: Vorbei an ursprünglichen Wäldern und Vogelhabitaten führt der Radweg entlang der mäandrierenden Mulde und erreicht so die pittoresken Kleinstädte Nossen, Roßwein und Döbeln.

Die Landschaft beidseitig der Freiberger Mulde wird durch eine hügelige Gegend mit Erhebungen von etwas über 200 Metern dominiert. Radwanderer erwarten auf dem Abschnitt von Döbeln nach Sermuth einige Steigungen, aber auch viele Abfahrten. Unterwegs sind u. a. die mittelalterliche Burg Mildenstein und 7 Wehre, darunter auch Europas größtes überdachtes Hochwehr, zu bestaunen.

Die Zwickauer Mulde und die Vereinigung in Sermuth

Die zweite Muldequelle entspringt im Aktivsportort Schöneck im Vogtland. Von hier aus beginnen wir unsere Radtour entlang des längsten Muldezuflusses, der Zwickauer Mulde. Wildromantisch schlängelt sich die Freiberger Mulde vom tschechischen Moldava durchs Erzgebirge bis Sermuth im Leipziger Tiefland.

An der Trinkwassertalsperre im Grünbacher Ortsteil Muldenberg werden die Rote Mulde, die Weiße Mulde und der Saubach gestaut. Sie hat rund 100 Jahre auf dem Buckel und wurde aus Bruchsteinen gesetzt. Heute ist sie zur Wasserseite hin mit Beton verstärkt und man kann diese Mauer betreten.

Die Zwickauer Mulde fließt durch waldreiche und hügelige Landschaft und teilt sich im Oberlauf das enge Tal mit einer Straße und der Bahnlinie. Im flachen Land haben sich typische Auenlandschaften und Feuchtgebiete mit einzigartiger Flora und Fauna erhalten. Die Städte und Dörfer entlang des Flusslaufes geben Einblick in die eindrucksvolle Geschichte der Kulturlandschaft Sachsens.

Entlang der Vereinigten Mulde

Die Vereinte Mulde durchfließt Grimma und Trebsen, danach bis Dehnitz in einem sehr engen Tal. Dann öffnet sich das Tal und die Mulde fließt in der Muldenaue, die durch Flussablagerungen entstand. Der Fluss ändert in der Aue ständig seinen Lauf. So sind auch noch Altarme der Mulde vorhanden. In der Muldenaue befinden sich viele Auwälder (z.B. Planitzwald) und Auwaldreste. Besonders typisch für Aulandschaften sind alte knorrige Eichen.

Für den Lebensraum der Aue ist wichtig, dass tote Bäume an ihrem Standort belassen werden. Die Mulde fließt durch Wurzen, Eilenburg und Bad Düben. Dahinter speist sie bei Bitterfeld den Muldestausee, der durch Flutung eines ehemaligen Braunkohlerestloches 1976/77 entstanden ist. Bei Bitterfeld kann man einen Abstecher zur Goitzsche zu machen.

Im Weiteren führt der Mulde-Radweg noch am Irrgarten Altjessnitz vorbei, der Bestandteil der Gartenträume Sachsen-Anhalt ist. Die Stadt Dessau mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich bietet einen würdigen Schlusspunkt der Radtour. Am Radwegende in Dessau bieten Elberadweg und Europaradweg R1 Anschlussmöglichkeiten.

Schattige Wälder, sanfte Hügel, blumige Muldeauen und mittelalterliche Kleinstädte - auf rund 400 Kilometern lädt der Mulderadweg mit seinen drei facettenreichen Flussarmen zu ausgedehnten Touren durch Sachsen ein. Zeitzeugen der Industriekultur sowie jahrhundertalte Burgen und Schlösser warten darauf, entdeckt zu werden!

Weitere Informationen

  • Tourismusverband WestSachsen/Zwickau e.V., Herschelstr.
  • Regionalmarketing und Tourismusverein Chemnitzer Land e.V.
  • Tourist-Information Eilenburg, Rinckartstr.

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