Radweg Haidmühle - Moldaustausee: Eine Beschreibung

Erkunden Sie die Schönheit des Nationalparks Šumava auf einer grenzüberschreitenden Radtour von Haidmühle zum Moldaustausee. Diese Tour bietet eine abwechslungsreiche Strecke durch dichte Wälder, entlang malerischer Seen und durch charmante Ortschaften.

Geführte Radtour im Nationalpark Šumava

Am Sonntag, den 9. Juli, fand eine geführte Radtour in den Nationalpark Šumava statt. Waldführer Hans Pongratz führte die Teilnehmer von Haidmühle zum Moldaustausee. Die Strecke führte über die Grenze nach Nové Údolí und entlang der Kalten Moldau nach Nová Pec. Weiter ging es entlang des Moldaustausees bis nach Horní Planá (Oberplan), wo die Gruppe mit der Fähre auf die andere Seeseite wechselte. Das nächste Ziel war die Ortschaft Hüttenhof am Schwarzenberger Schwemmkanal. Entlang des Schwemmkanals radelten die Teilnehmer zurück nach Nová Pec, wo eine Einkehr geplant war, bevor es zurück zum Ausgangspunkt ging.

Die Radtour mit einer Länge von rund 66 Kilometern und zirka 450 Höhenmetern war als leicht einzustufen. Teilnehmer wurden gebeten, ausreichend Getränke und einen Radhelm mitzubringen. Der Personalausweis war Pflicht!

Die Fahrradtour war auch für E-Bikes geeignet. Die Teilnahme mit einem normalen Fahrrad war nur nach Rücksprache mit dem Nationalparkführungsservice möglich. Die Führungsgebühr betrug zehn Euro für Erwachsene, Kinder waren frei. Gäste mit NationalparkCard zahlten fünf Euro. Aus organisatorischen Gründen war eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice erforderlich.

Routenbeschreibung: Durch den Šumava Nationalpark nach Nová Pec

Die Tour startet in Frauenau auf deutscher Seite, kurz vor der tschechischen Grenze. Ein idealer Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der DJH Jugendherberge Haidmühle-Frauenberg am Adalbert Stifter Radweg. Von dort aus führt ein leicht fallender Schotterweg nach Haidmühle und weiter zum Grenzübergang. Am Grenzübergang befindet sich ein alter Güterzug, in dem heute ein Kiosk untergebracht ist.

Nach dem Grenzübergang beginnt ein reizvoller Abschnitt durch das Kerngebiet des Šumava. Dichte Fichtenwälder und naturbelassene Hochmoore säumen die kleine Teerstraße, die hauptsächlich von Radfahrern und Fußgängern genutzt wird. Nach etwa 7 Kilometern erreicht man Stožec, die erste Ortschaft auf tschechischer Seite. Hier lohnt sich ein Blick auf den Wegweiser an der zentralen Kreuzung, der auch diese Tour verzeichnet. Die Route führt weiter geradeaus Richtung Nová Pec, immer entlang des Moldau-Flusses und der Bahnlinie.

Streckenabschnitte:

  • Frauenberg - Haidmühle: 4km
  • Haidmühle - Stožec: 7km
  • Stožec - Nová Pec: 17km

Hoch über dem Moldaustausee von Nová Pec nach Olšina

In Nová Pec laden Restaurants mit Sonnenterrassen zur Einkehr ein. Hier folgen Sie den Schildern Richtung Hory und überqueren den Moldaustausee an seinem nördlichen Ende. Die touristischen Zentren am Moldaustausee befinden sich einige Kilometer weiter südlich. Die Tour führt weiter via Hory und Manava Richtung Olšina. Die Wiesen werden jetzt landwirtschaftlich genutzt und präsentieren sich dem Radfahrer in saftigem Grün. Kurz vor Olšina steigt der Weg nochmals etwas an, bevor das Tagesziel erreicht wird: der 731m hoch gelegene See (der deutsche Name für Olsina ist “Langenbrucker Teich”).

Zwischen Manava und Olšina bieten sich immer wieder schöne Blicke auf die knapp 1400 Meter hohen Bergrücken des Dreisessel- und Plöckensteinmassivs.

Details zur Strecke

Die Tour verläuft zunächst auf wenig befahrenen Teerstraßen bis Stozec (Radweg 1024) und von hier auf der mit 33 gekennzeichneten Route weiter bis Nova Pec. Diese ca. 20 km führen im leichten auf und ab durch bewaldetes Gebiet. Nova Pec ist die erste Ortschaft am oberen Moldaustausee.

Teilweise direkt am See und teilweise einige 100 m vom See entfernt führt die Tour über Oberplan und Cerna (Markierung 33). Der ca. 8 km lange Teilbereich nach Horice und bis Ortseingang Kajov führt auf recht groben Waldwegen. Es ist zu überlegen, ob man hier nicht lieber entlang der Straße fährt. Diese ist zwar mit Autos stark frequentiert, bietet aber neben der durchgezogenen rechten Fahrbahnbegrenzung noch eine ausreichende Spur.

Die Route von Haidmühle nach Nova Pec ist gut beschildert und führt direkt durch das Kerngebiet des Šumava Nationalparks. Nach ca. 7km erreichen Sie Stožec, die erste Ortschaft auf unserer Tour. Direkt im Zentrum des kleinen 200 Einwohner Dorfes kommen Sie an eine große Kreuzung. Hier lohnt es sich, einen Blick auf die hölzerne Touren- und Wegekarte zu werfen, um sich zu orientieren. Sie können natürlich auch einfach den Wegweisern weiter Richtung Nova Pec folgen.

Die Straße führt weiter durch dichte Fichtenwälder und Hochmoore immer entlang der Eisenbahnlinie und später entlang des Flusses “Kalte Moldau”. Nach ca. eineinhalb Stunden erreichen Sie in Nova Pec das nördliche Ufer des Moldaustausees (oft auch als Lipno Stausee bezeichnet).

Streckenabschnitte am Moldaustausee:

  • Nova Pec - Horni Plana (11km)
  • Horni Plana - Frymburk (18km)
  • Frymburk - Lipno (7km)
  • Lipno - Nova Pec (37,8km)
  • Nova Pec - Haidmühle (22km)

Nová Pec und Umgebung

Ursprünglich war Nová Pec eine Holzfällersiedlung an der unmittelbaren Grenze zum Nationalpark Böhmerwald. Der Ort liegt am rechten Ufer der noch fließenden Moldau, aber auch des bereits aufgestauten Gewässers des Lipno-Stausees. Nová Pec ist eine zentrale Radtouren-Drehscheibe, da in dem Ort gleich mehrere Radrouten zusammentreffen. Allen voran die Route 33 Šumavská cyklomagistrála (Böhmerwaldmagistrale), die gemeinhin als tschechische Pendant zum Nationalpark-Radweg fungiert. Die Route verläuft am nördlichen Ufer des Moldaustausee (Lipno ist der grösste See Tschechiens) und durchquert das Biosphärenreservat Šumava über 200 km in seiner Längsachse.

Radwegverbindung Nova Pec - Horni Plana (Oberplan): Moldaubrücke überqueren und dem Radweg Nr. 33 auf der gegenüberliegenden Uferseite des See folgen. Die wellige Trasse führt auch einige Kilometer vom See weg ins Landinnere und bietet u.a. schöne Aussichten auf den Moldaustausee sowie den emporragenden Plöckenstein. Nach knapp 10 km erreicht man Horni Plana (Oberplan).

Die beschilderte Böhmerwaldmagistrale lässt sich prima mit dem Dreiländer-Radweg koppeln, da zwischen Nova Pec und Stozek (4 km von der Landesgrenze Nove Udoli/Haidmühle entfernt) im flachen Tal der Moldau eine verkehrsbefreite Straßenverbindung besteht. Zudem gibt es auf diesem Weg mehrere Stichverbindungen hinauf zum Schwarzenberger Schwemmkanal, dessen Höhenunterschied etwa 180 Meter beträgt.

Schwarzenberger Schwemmkanal

Vom Schwarzenberger Schwemmkanal an der Gemarkung Rascov (845 m) führt eine sanft abschüssige Straße hinunter zum Moldaustausee. Nach der schier endlosen Waldpassage im Nationalpark genießt man zur Abwechslung auch mal wieder freie Blicke in die schöne Landschaft. In entgegengesetzter Fahrrichtung (links), radelt man auf dem Schwarzenberger Schwemmkanal Richtung Grenze Diendorf/Kyselov - Rosenhügel/Koranda (Wasserscheide Donau/Moldau (CZ/A) weiter (Sonnenwald in OÖ 8.5 km).

Die nahezu verkehrsfreie Straße führt 4.5 km schnurstraks zum Schwarzenberger Schwemmkanal. Das Steigungsniveau beträgt durchschnittlich 2.4 %, allenfalls im Schlußabschnitt steigt es kurzzeitig auf 8%. An der Gemarkung Klapa (838 m.ü.M.) ist nach 119 Höhenmeter wieder das Höhenlevel des Schwemmkanals erreicht.

Zusammenfassung der Tourdaten

Ort Höhe (m ü.M.)
Nová Pec 737
Rascov (Abzweig Schwemmkanal) 845
Klapa (Schwemmkanal erreicht) 838
Haidmühle 830

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