Der Neubau der Rheinbrücke in Leverkusen bringt Veränderungen und Verbesserungen für den Radverkehr mit sich. Hier ein Überblick über den aktuellen Stand und geplante Maßnahmen.
Aktuelle Situation und Einschränkungen
Seit dem 04.10.2021 ist der Rheinradweg zwischen Leverkusen-Rheindorf und Leverkusen-Wiesdorf für Fußgänger und Radfahrer gesperrt, da der Weg mitten durch das Baufeld verläuft. Eine Umleitung über Bürrig entlang der Dhünn ist eingerichtet.
Nachdem die neue Teilbrücke über den Rhein am 4. Februar 2024 eröffnet wurde, ist der Geh- und Radweg auf der Nordseite nutzbar. Mit einer Breite von 3,25 Meter ist ein entspanntes Radfahren garantiert.
Es wird jedoch kurzzeitige Sperrungen geben, insbesondere beim Rückbau der alten Brücke und beim Einsetzen des ersten neuen Brückenteils. In diesen Fällen muss die Umleitung über den Bürriger Deich in Kauf genommen werden.
Verbesserungen und Anpassungen
Im Zuge einer Anpassung des Knotenpunkts Rheinallee/Westring wird eine Verbesserung für den Rad- und Fußverkehr an der neuen Rheinbrücke umgesetzt. Darüber hat die Autobahn GmbH die Stadt Leverkusen informiert.
Ab dem 7. April 2025 wird eine zusätzliche Querungsmöglichkeit über den Westring eingerichtet, die durch eine temporäre Ampelanlage geregelt wird. Diese Maßnahme verkürzt die Umleitungsstrecke für Radfahrende auf dem Rheinradweg um etwa 700 Meter und ermöglicht einen direkten Zugang zum Neulandpark, ohne den Umweg über die „Wacht am Rhein“ nehmen zu müssen.
Mit der Anpassung wird die neue Querungsmöglichkeit mit Gelbmarkierungen, Wegweisern und Absperrschranken ausgestattet. Damit wird laut Autobahn GmbH eine sichere Überquerung gewährleistet.
Kritik und Forderungen
Nach der Eröffnung der neuen Rheinbrücke wurden Mängel festgestellt, die der Bürgerverein Merkenich und der ADFC Köln monieren. Insbesondere die Fahrbahnübergänge zwischen den einzelnen Brückenteilen seien mit hohen Kanten ausgestattet, was zu unangenehmen Schlägen führt, sofern man schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt.
Zudem wird ein ebener Fahrbahnbelag weitestgehend vermisst, und die linksrheinische Rampe weist Bodenwellen auf, die den Fahrkomfort beeinträchtigen. Auf Leverkusener Seite fehlen Sichtbeziehungen, da der Fuß- und Radweg unter den beiden Rheinbrücken in einer „Zick-Zack-Führung“ inklusive Sichtschutz angelegt wurde.
Der Bürgerverein Merkenich fordert daher, die Mängel auf dem Radweg umgehend zu beseitigen, um die einzige Rheinquerung im Bereich Leverkusen/Kölner Norden sicher zu gestalten. Insbesondere im Bereich der Dehnungsfugen werden schnelle spürbare Verbesserungen erwartet.
Zukünftige Planungen und Erweiterungen
Bei dem Neubau der Rheinbrücke in Leverkusen sollen die Radwege entlang der Brücke noch weiter ausgebaut werden. So ist eine bessere Anbindung zwischen Köln und Leverkusen geplant.
Konkret lautet der Vorschlag der Stadt, das der Radweg bis nach Spoerkelhof verlängert werden soll. Die Verlängerung würde rund 1,1 Millionen Euro kosten, die Stadt Köln will die Rechnung zahlen.
Die Vorplanung der 3,25 Meter breiten Rampenverlängerung entlang der Bestandsböschung wurde von der Autobahn GmbH in Abstimmung mit der Stadt Köln abgeschlossen. Durch die Verlängerung würde im Radhauptnetz eine geradlinige Verbindung entstehen: Von der Rheinbrücke Leverkusen über Spoerkelhof und dem Bahnparallelweg, der teilweise asphaltiert ist und östlich des Gleises der Stadtbahnlinie 12 liegt, bis zur Emdener Straße.
Zeitplan und Genehmigungen
Mitte März soll der Vorschlag vom Verkehrsausschuss geprüft werden, dann müssen noch Autobahn GmbH und die Naturschutzbehörde ihre Einschätzung geben.
Wird die Erweiterung vom Verkehrsausschuss beschlossen, muss noch das Fernstraßen-Bundesamt, zuständige Behörde für den Planfeststellungsbeschluss "Rheinbrücke Leverkusen", zustimmen. Voraussetzung für den Bau durch die Autobahn GmbH ist zudem, dass die genehmigte Ausführungsplanung rechtzeitig vorliegt. Hierfür ist auf Grundlage der konkretisierten Planung insbesondere die Zustimmung der Naturschutzbehörde erforderlich. Die Ausschreibung soll Mitte 2026 erfolgen.
ADFC-Mitgliedschaft und Verkehrssicherheit
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Eine ADFC-Mitgliedschaft bietet Vorteile wie Pannenhilfe, Informationen rund um den Radverkehr und Sonderkonditionen bei verschiedenen Anbietern.
Für die Verkehrssicherheit ist eine entsprechende Ausstattung des Fahrrads gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) wichtig, einschließlich Bremsen, Klingel, Pedale, Rückstrahler und Beleuchtung.
Radfahrer sollten sich umsichtig im Straßenverkehr verhalten, vorausschauend fahren und mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.
Pedelecs und E-Bikes
Es gibt verschiedene Kategorien von Elektrofahrrädern: Pedelecs (Unterstützung bis 25 km/h), schnelle Pedelecs (Unterstützung bis 45 km/h) und E-Bikes (Unterstützung auch ohne Pedalbetätigung bis 25 km/h). Für schnelle Pedelecs und E-Bikes gelten besondere Vorschriften bezüglich Versicherung, Fahrerlaubnis und Helmpflicht.
Verwandte Beiträge:
- Radweg Freisen-Nonnweiler: Karte & Tourenplanung für Radfahrer
- Alpe Adria Radweg 5 Tage Tour: Planung & Tipps
- Dreisam-Radweg & Kaiserstuhl: Die schönste Radtour im Schwarzwald!
- Stiftung Warentest E-Bike Test: Die besten Modelle & Testsieger im Überblick!
- Fahrrad Felgen Reflektor Test: Die Besten Modelle für Mehr Sicherheit und Style
Kommentar schreiben