Radtour am Mittellandkanal: Entdeckungstour entlang der Wasserstraße

Den Mittellandkanal von Ost nach West (oder umgekehrt) durch die Region Hannover zu durchqueren und dabei immer direkt am Wasser zu bleiben - das ist auf dem Radweg am Mittellandkanal möglich. Die Mittellandkanalroute ist eine durchgängige Verbindung von Ost nach West oder umgekehrt, während verschiedene ausgeschilderte Routen den Mittellandkanal queren, ihn in Teilabschnitten begleiten oder nur kurz streifen.

Die Mittellandkanalroute in der Region Hannover

Vom Yachthafen Idensen in Wunstorf bis zum Kraftwerk Mehrum kurz hinter der Grenze zum Landkreis Peine quert die Bundeswasserstraße die Städte Wunstorf, Seelze, Garbsen, Hannover und Sehnde und ist damit das wohl längste Naherholungsgebiet der Region Hannover. Eingebunden sind viele Attraktionen und Rastpunkte am Wegesrand. Sie ist über die zehn Routen der Fahrradregion und den Grünen Ring erreichbar.

Die beiden von der Region Hannover zur Mittellandkanalroute veröffentlichten Faltblätter sind in eine Route West und eine Route Ost aufgeteilt. Beide Abschnitte haben eine Streckenlänge von je rund 30 Kilometern. Die West-Route startet am Yachthafen Wunstorf-Idensen (Kanalkilometer 135,5) und endet am Nordhafen Hannover. Die Ost-Route startet am Nordhafen und endet kurz hinter Sehnde am Kraftwerk in Mehrum.

Reihenfolge und Etappenlänge sind beliebig wählbar, da der Mittellandkanal sehr gut über die ausgeschilderten Radwege der FAHRRADREGION Hannover erreichbar und mit den Haltestellen bzw. Bahnhöfen im Großraum-Verkehr Hannover (GVH) verbunden ist.

Bei der Auswahl der Anlaufpunkte wurde bewusst darauf geachtet, dass der Mittellandkanal nicht ausschließlich als Verkehrsweg für Fahrrad und Schifffahrt dargestellt wird, sondern als regional bedeutsames, 60 Kilometer langes wasserbezogenes Erholungsgebiet mit zahlreichen interessanten Anlaufpunkten, Ausflugszielen und Freizeitmöglichkeiten beschrieben wird.

Neben einzigartigen technischen Anlagen wie beispielsweise den Trogbrücken in Seelze oder den Schleusen in Anderten und Bolzum sind daher auch Yachthäfen, Anlegestellen der Hannoverschen Personenschifffahrt, Freibäder und Badeseen, Wassersportvereine, Gärten, Parks, Museen, Bootsverleihe u.v.m. aufgenommen worden.

Beide Faltblätter sind in der Tourist-Info Hannover und im Bürgerbüro der Region Hannover erhältlich und liegen auch in den Mittellandkanalkommunen Wunstorf, Seelze, Garbsen, Sehnde aus.

Radtour durch die Südheide Gifhorn

Durch die Südheide Gifhorn verläuft der Mittellandkanal. Entlang des Kanals verläuft ein beidseitiger Radweg.

Der Mittellandkanal verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit dem Elbe-Havel-Kanal nördlich von Magdeburg und ist mit 325,7 km die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands.

Ein Fahrradhelm sollte bei der Tour zur Ausrüstung gehören. Proviant für unterwegs ist empfehlenswert.

Die Tour verläuft teilweise auch auf Feld- und Waldwegen, deshalb ist eine entsprechende Fahrtechnik erforderlich.

Fahrradfahrer, Reiterinnen, Joggerinnen und Spaziergänger nutzen gerne Wege und Flächen, die in erster Linie land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen. Oft kommt es dabei zu Missverständnissen zwischen Erholungssuchenden und der Landwirtschaft. Die Beachtung einfacher Verhaltensregeln kann das entspannte Miteinander auf Feld und Flur erleichtern. Bitten nehmen Sie Rücksicht aufeinander!

Einen offiziellen Mittellandkanal-Radweg gibt es nicht. Ausgebaute Betriebswege begleiten jedoch fast überall den Kanal. Sie sind für Fußgänger und Radfahrer freigegeben, ihre Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Die Wege führen schön eben am Ufer entlang und sind meistens mit feinem Splitt befestigt, zum Teil auch gepflastert oder asphaltiert.

Einige Baustellen verhindern zur Zeit noch eine durchgängige Befahrbarkeit der Uferwege mit dem Fahrrad. Zwischen Dortmund-Ems-Kanal und der Schleuse Sülfeld ist der Kanalausbau bereits fertiggestellt.

Er zweigt vom Dortmund-Ems-Kanal am sogenannten Nassen Dreieck bei Hörstel ab und führt nördlich des Teutoburger Waldes zum Wasserstraßenkreuz Minden, wo die Weser überwunden und angebunden wird, dann südlich des Schaumburger Waldes und des Steinhuder Meeres bis Seelze bei Hannover, wo das Leinetal überquert wird und eine Verbindung zur Leine und Ihme besteht.

Im weiteren durchquert er das nördliche Hannover und trifft in Hannover-Anderten auf die Hindenburgschleuse (km 174,2). Hier endet die sogenannte Westhaltung auf einem Niveau von 50,3 m ü. NN. Östlich der Hindenburgschleuse verläuft die deutlich höher gelegene Scheitelhaltung auf 65 m ü. NN durch Peine und Braunschweig.

Hinter dem Abzweig des Elbeseitenkanals an der Schleuse Sülfeld (km 236,9) beginnt die Osthaltung auf 56 m ü. NN. Der Kanal führt unmittelbar am Volkswagenwerk durch Wolfsburg, dann durch den Naturpark Drömling und an Calvörde, Haldensleben und Wolmirstedt vorbei.

Seit Oktober 2003 überquert der Mittellandkanal am Wasserstraßenkreuz Magdeburg die Elbe in einer 918 m langen Trogbrücke und erreicht kurz dahinter die Doppelsparschleuse Hohenwarthe (km 325,0), wo die Osthaltung endet und der Kanal auf das Niveau des Elbe-Havel-Kanals um 19,05 m abgesenkt wird.

Von Magdeburg erreicht man über den Elberadweg nach ca 17 km bei Hohenwarthe das Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Von Hohenwarthe in Richtung Berlin kann man bis Burg gut am Süd-Ufer des Elbe-Havel-Kanals radeln.

Die Tour führt vorbei an der Doppelsparschleuse Hohenwarthe und endet am Burger Knäcke-Werk. In Burg muss man die Straße in Richtung Blumenthal nutzen und kurz hinter der Kanalbrücke rechts abbiegen.

Hier kommt man am Nordufer bis kurz vor Ihleburg, wo der ausgebaute Kanalabschnitt und somit der begleitende Uferweg zur Zeit endet. Eine Fortsetzung der Wege am Elbe-Havel-Kanal bis Wusterwitz ist im Zuge der Ausbaumaßnahmen geplant.

Vom Wasserstraßenkreuz Magdeburg in Richtung Wolfsburg kann man fast durchgängig am Rande des Mittellandkanals entlang radeln. Auf der Trogbrücke über die Elbe sind beide Seiten mit Wegen ausgerüstet. Um in Richtung Haldensleben weiter zukommen, hält man sich am Besten gleich auf der Nordseite.

Hier kann man zunächst bis Elbeu gut auf geschottertem Wirtschaftsweg fahren. Zwischen Elbeu und Jersleben befindet sich eine kurze Kanalbaustelle und der Weg ist sandig. Als Alternative bietet sich die asphaltierte Straße unterhalb des Kanals zum Jersleber See.

Auf dem Aller-Elbe-Radweg könnte man die Radtour zu einem Rundkurs über Samswegen, Groß Ammensleben, Wolmirstedt zurück nach Hohenwarthe werden lassen. Wir wollen jedoch die Radtour am Mittelland-Kanal fortsetzen, die um einiges kürzer ist.

Nach einem Abstecher durch Haldensleben erreichen wir über die Süplinger Straße, von der wir hinterm Bahnübergang rechts in die Warmsdorfer Straße abbiegen, schließlich wieder das Kanalufer. Erst bei Calförde ist ein durchgängiges Kanalradeln wieder unterbrochen und wir müssen durch den Ort fahren und auf der Landstraße in Richtung Velsdorf den Kanal überqueren.

Wo die Landstraße einen Linksbogen macht, geht geradeaus ein Waldweg weiter. Hier hat man zwar keinen Blickkontakt zum Kanal aber er verläuft unmittelbar hinterm bewaldeten Wall. An der nächsten Brücke bei Wieglitz fahren wir zurück und folgen erneut dem nördlichen Uferweg.

Hinter der Brücke nach Mannhausen wurden bei dem Kanalausbau einige Biotope angelegt und rechts hinterm Damm gibt es Flachwasserzonen und Vogelbeobachtungspunkte, wo man durchaus ein wenig verweilen und die Ruhe genießen kann. Eine Informationsstelle im Naturpark Drömling erreicht man hier rechts ab nach wenigen Metern vor der Ohrebrücke. Durch den Drömling führen einige Radwanderwege, z.B.

Wir nutzen weiterhin den nördlichen Wirtschaftsweg am Kanal und fahren bis Frankenfelde wo wir die Seite wechseln müssen. Am südlichen Ufer gelangt man nun bis Rühen.

Auf dem Abschnitt nach Rühen sind einige Gewässer-Entlaster zu sehen (Drömling, Ohre, Aller). Dahinter in Richtung Wolfsburg verhindern derzeit einige Baustellen die durchgängige Weiterfahrt am Mittellandkanal.

Man kann von hier nach Rühen und von dort bis Vorsfelde Straße fahren. Wir empfehlen, die Gegenrichtung nach Grafhorst einzuschlagen und von dort den Aller-Radweg zu nutzen, der auch über Vorsfelde nach Wolfsburg führt, wo man den Mittellandkanal wiederfindet.

Oder man hat in Grafhorst die Möglichkeit, dem Aller-Radweg über Oebisfelde bis Seggerde zu folgen, wo der Aller-Elbe-Radweg nach Hohenwarthe abzweigt.

Die Mittellandkanal-Route von Hannover-Horst zur Anderter Schleuse

Rund 22 Kilometer lang ist die Mittellandkanal-Route von der Stadtbahnstation "Friedhof auf der Horst" bis zur Anderter Schleuse. Die gut ausgeschilderte Route verläuft mal auf dem Nord-, mal auf dem Südufer. Radeln Sie mit auf Entdeckungsreise in Gegenwart und Vergangenheit des Kanals.

Baubeginn für die heute bedeutendste und verkehrsreichste Wasserstraße Niedersachsens war 1906. 1916 hatten die Kanalbauer Hannover erreicht. Mit der Fertigstellung der Anderter Schleuse gelang die Weiterführung nach Peine (1929) und Braunschweig (1933). 1928 war der Anschluss an die Elbe geschafft. 1965 begann der Ausbau für Großmotorschiffe.

Im Zuge der Verbreitung auf einen Regelquerschnitt von 42 Metern wurde die Stadtstrecke Hannover von 1985 bis zur Expo 2000 erneuert. Fast alle 32 Straßen- und Bahnbrücken entstanden neu. Schauen Sie nur genau hin: Keine ist wie die andere.

Allgemeine Informationen zum Mittellandkanal

Quer durch Deutschland radeln und dabei kaum eine Steigung hinauf strampeln? Kein Problem, wenn man sich am Mittellandkanal orientiert. Mit gut 320 Kilometern ist er die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Quer durch Niedersachsen verbindet der Kanal Ems und Rhein im Westen mit der Elbe im Osten. Bereits vor mehr als 100 Jahren begannen die Bauarbeiten. Die Wege sind meist mit feinem Kies befestigt, stellenweise geteert. Autos begegnen einem nur in Ausnahmefällen.

Obwohl es keine durchgängige Beschilderung gibt, können sich Radler kaum verfahren. Langweilig wird es auf einer Kanaltour trotzdem nie. Die Route führt durch Wiesen und Felder, Naturschutzgebiete, an Häfen und Anlegestellen vorbei und in Hannover auch durch eine Großstadt. An vielen Stellen liegt der Kanal höher als die Landschaft ringsum und bietet so einen weiten Blick über das flache Land.

Wer den Mittellandkanal in voller Länge mit dem Rad begleiten möchte, sollte im Westen starten, um den üblichen Westwind im Rücken zu haben. Bei Hörstel in Nordrhein-Westfalen beginnt der Kanal als Abzweig des Dortmund-Ems-Kanals. Nach einigen Kilometern kommt er bei Bramsche nach Niedersachsen und führt nördlich des Wiehengebirges über Bad Essen nach Minden.

Eine 341 Meter lange Brücke leitet den Kanal dort in zwei riesigen Trögen über die Weser. Der Weg am Kanal entlang verläuft mal im Norden, mal im Süden, stellenweise auch auf beiden Seiten. Ein Pumpwerk sorgt dafür, dass der Wasserstand im Mittellandkanal stets konstant bleibt. Da erhebliche Mengen Wasser verdunsten, wird regelmäßig Nachschub aus der Weser in den Kanal gepumpt.

Damit der Wasserstand der Weser in trockenen Sommern nicht zu weit absinkt, wurde um 1910 in Nordhessen die Edertalsperre gebaut.

Daten und Fakten zum Mittellandkanal:

Merkmal Wert
Länge: 324 Kilometer
Verbundene Flüsse: Weser, Elbe (direkt) Ems, Rhein (indirekt)
Wassertiefe: 4 Meter
Wasserbreite: 42 bis 55 Meter
Wasserhöhe über Normalnull: 50,3 bis 65 Meter
Schleusen: 3 (Hannover, Sülfeld/Wolfsburg, Hohenwarthe/Magdeburg)
Brücken über den Kanal: 385 (inkl.

Am Schaumburger Wald entlang führt der Kanal weiter in nördliche Richtung fast bis zum Steinhuder Meer und nach Hannover. Nach rund 150 Kilometern überquert die Wasserstraße die Leine in einem weiteren Trog. Hier kann man mit dem Rad unter dem Kanal hindurchfahren. Dann geht es in einem Bogen durch die nördlichen Viertel Hannovers zur größten Schleuse am Kanal im Stadtteil Anderten.

Kurz vor Braunschweig zweigt bei Kilometer 213,5 einer der zahlreichen Stichkanäle ab und verbindet die Stahlstadt Salzgitter mit dem Wasserstraßennetz. Rund 20 Kilometer später mündet von Norden der Elbe-Seitenkanal in den Mittellandkanal. Im Wolfsburger Stadtteil Sülfeld steht die zweite Schleusenanlage. Das Niveau des Wassers sinkt dort wieder von 65 auf 56 Meter.

Nördlich der Stadt trifft der Kanal auf die Elbe, mit der er über eine Schleuse verbunden ist. Die Anlage senkt Schiffe, je nach Wasserstand der Elbe, um 10,5 bis 18,5 Meter auf das Niveau des Flusses ab. Der Kanal selbst führt in einem Trog über die Elbe und endet wenig später offiziell an der Schleuse Hohenwarthe.

Geschichte des Mittellandkanals

Erste Pläne für den Bau eines Schiffskanals, der das Ruhrgebiet mit der Elbe verbinden soll, kommen 1856 auf. 1905 fällt ein offizieller Beschluss, ein Jahr später beginnt der Bau im Westen mit dem Abschnitt von Bergeshövede nach Hannover. 1915 wird das erste Teilstück bis Minden an der Weser als Ems-Weser-Kanal eröffnet, 1916 die gesamte Strecke bis Hannover.

Nach fünf Jahren Bauzeit wird am 20.6.1928 die damals größte Binnenschleuse Europas eingeweiht: die Hindenburgschleuse in Hannover-Anderten. Damit ist der Kanal bis Peine befahrbar.

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