Der Radweg entlang des Rhein-Rhône-Kanals ist ein Teil der EuroVelo 6 Fernradroute und bietet eine abwechslungsreiche und reizvolle Strecke für Radfahrer jeden Niveaus. Diese Route verbindet drei der großen Flusssysteme Frankreichs (Rhein, Rhône, Loire) und ist insgesamt sehr flach, da sie stets an Kanälen und Flüssen verläuft.
Familien-Radtour entlang des Rhein-Rhône-Kanals
Der Rhein-Rhône-Kanal ist eine ausgezeichnete Wahl für eine Familientour mit Kindern. Die Strecke ist einfach, bietet schöne Landschaften und Städte entlang des Weges. Kinder finden unterwegs zahlreiche Möglichkeiten zum Planschen und Spielen, was sie bei Laune hält. Es gibt nur wenige Strecken mit viel motorisiertem Verkehr, was sie auch für junge Radfahrer geeignet macht. Zudem gibt es in regelmäßigen Abständen preiswerte Zeltplätze (primär Camping Municipales) mit einfacher, aber zweckmäßiger Ausstattung. Wildcampen wäre auch kein Problem, da es sehr viele einsame und schöne Flussabschnitte gibt, die sich bestens dafür eignen würden.
Ausgangspunkt Basel
Ausgangsort ist der Treffpunkt am Bahnhof Basel. Die Veloroute Richtung Leymen führt problemlos durch den Stadtverkehr aus der Stadt hinaus. Im Leymental in Richtung Rodersdorf spüren wir den heftigen Gegenwind - er lässt bis am Abend nicht nach. Immerhin sind die Temperaturen so erträglich. Spät gestartet machen wir schon in Rodersdorf Mittagsrast, dem letzten Ort in der Schweiz. Ab geht es über die grüne Grenze ins Sundgau.
Dannemarie und die Kanalstrecke
Bis Mittag schaffen wir es immerhin bis an den Rhein-Rhone Kanal bei Dannemarie. Wir finden einen schönen Pick-Nick Ort an einem „historischen Baggersee“. Während Jahrhunderten wurde dort Lehm für ein Ziegelwerk abgebaut, nach Erschöpfung der Vorräte entstand in der Grube auf natürliche Weise ein schöner Teich, nun voll von Fischen. Dannemarie liegt gleich unterhalb einer Kanalstrecke mit 13 Schleusen in Serie. Für die auf die Durchfahrt wartenden Schiffe ist ein kleiner Hafen angelegt worden.
Montbéliard und das Doubs-Tal
Von Joncherey aus können wir dem Flüsschen Allaine auf kleinen Sträßchen und lokalen Radwegen bis zurück zum Kanal folgen. Die Wasserwege verlaufen hier ziemlich verwirrt und heißen dazu noch ähnlich: Von der Allaine gelangen wir zum Allan Fluss, der schon etwas breiter fließt und den Rhein-Rhone Kanal mit Wasser versorgt. Montbéliard wird uns vor allem wegen des modernen und originellen Spielplatzes in Erinnerung bleiben. Die Landschaft ist hier reizvoll und abwechslungsreich. Wir sind am Doubs angelangt und das Flusstal ist tiefer in die Hügel eingeschnitten als zuvor, Felsen, Wälder, alte Örtchen. So macht Radeln Spaß, und bald ist auch die Laune bei den Kleinen wieder besser.
Besançon und der Tunnel unter der Vauban Festung
Weiter geht’s, immer schön den Doubs-Windungen nach in Richtung Besançon. Eine besondere Attraktion wartet noch in Besançon auf uns: Der Rhein-Rhone Kanal, inkl. Veloweg, führt in einem ca. 400 m langen Tunnel unterhalb der Vauban Festung durch und kürzt den Weg um die Flussschlaufe so um ein paar Kilometer ab. Dieser Tunnel wurde bereits vor ca. 200 Jahren durch den Fels gesprengt und weiß nicht nur unsere Kinder zu faszinieren.
Dole und das Burgund
Nach Dole führt der Radweg nur noch kurz dem Doubs entlang: der Rhein-Rhone Kanal biegt hier gegen Norden ab, schnurstracks der Saône zu, die breit durchs flache Land fließt. Wir sind nun im Burgund angelangt. Am Etappenort Seurre treffen wir müde ein und für einen Besuch im Schwimmbad gleich neben dem Campingplatz ist es leider schon zu spät. So müssen wir uns mit einem Flussbad in der eher trüben Saône begnügen.
EuroVelo 6 in Frankreich: Etappen und Highlights
Der französische Abschnitt der EuroVelo 6 erstreckt sich über etwa 1.300 Kilometer und führt von den Alpen bis zum Atlantik. Die Route verläuft größtenteils entlang der Loire, des längsten Flusses Frankreichs, und ist bekannt für ihre flache und gut ausgebaute Strecke, die sowohl für erfahrene Radfahrer als auch für Familien ideal ist.
Etappe 1: Mulhouse nach Besançon
- Länge: ca.
- Die Reise beginnt in der Stadt Mulhouse, nahe der deutschen Grenze, und führt dich entlang des Rhein-Rhône-Kanals durch eine beeindruckende Alpenlandschaft.
- Ein besonderes Highlight ist die historische Stadt Besançon, die für ihre Zitadelle und ihre Altstadt bekannt ist.
Etappe 2: Besançon nach Nevers
- Länge: ca.
- Diese Etappe führt dich entlang der Saône und weiter durch das Loiretal, eines der berühmtesten Weinbaugebiete Frankreichs.
- Ein Höhepunkt dieser Etappe ist die Stadt Nevers, die reich an Geschichte und Kultur ist.
Etappe 3: Nevers nach Tours
- Länge: ca.
- Dieser Abschnitt ist wohl einer der schönsten und beeindruckendsten auf der EuroVelo 6 in Frankreich.
- Du radelst durch das Loiretal, das als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, und passierst zahlreiche prächtige Schlösser, darunter das Château de Chambord, Château de Blois und Château de Chenonceau.
- Die Stadt Tours ist ein perfekter Ort für eine Pause.
- Tipp: Plane genügend Zeit ein, um einige der Schlösser zu besichtigen.
Etappe 4: Tours nach Nantes
- Länge: ca.
- Diese Etappe führt dich weiter entlang der Loire durch die Weinregion Muscadet und die charmanten Dörfer der Region.
- In Nantes kannst du die Machines de l’île besichtigen, eine faszinierende Ausstellung von mechanischen Tieren, darunter der berühmte mechanische Elefant.
Etappe 5: Nantes nach Saint-Nazaire (Atlantikküste)
- Länge: ca.
- Die letzte Etappe deiner Reise führt dich an die Atlantikküste.
- Von Nantes radelst du durch eine flache Landschaft, die allmählich den weiten Stränden und Dünen der Atlantikküste weicht.
- Hier kannst du das Gefühl genießen, den Atlantik erreicht zu haben, und dich am Strand entspannen oder eine erfrischende Abkühlung im Meer nehmen.
Zusätzliche Informationen und Tipps
Die EuroVelo 6 in Frankreich bietet unzählige kulturelle und landschaftliche Highlights. Die Schlösser der Loire sind ein Muss für jeden Radreisenden. Nantes, die Kulturstadt an der Loire, bietet eine perfekte Mischung aus Geschichte, Kunst und Moderne.
Abschnitt Straßburg - Karlsruhe
Von der Europastadt Straßburg entlang von Altrheinarmen und Klöstern vorbei nach Karlsruhe.
Radwegbeschaffenheit und Routenführung
Ab dem Beginn des Kanalradwegs in Colmar bis zur Stadtgrenze von Straßburg muss man genau einmal eine wenig befahrene Landstraße überqueren. Ansonsten fährt man durchgängig auf eigenen Radwegen und unterquert jegliche Straßen zusammen mit dem Kanal. Diese Passagen waren immer ein bisschen eng und unübersichtlich.
Große Teile der Strecke war die Bodenbeschaffenheit wie hier auf dem Bild zu sehen. Der korrekte Begriff dafür lautet „wassergebundene Decke“ - für mich ist es einfach ein schöner Waldweg ohne größere Schottersteine. Mit dem Trekkingrad perfekt zu fahren, mit einem Rennrad vielleicht nicht mehr ganz so toll. Die restlichen Abschnitte waren asphaltiert und in sehr gutem Zustand.
Dörfer oder gar Städte durchquert man auf dieser Route überhaupt keine. Das einzige, was man entlang der Route sieht, sind Häuschen der Schleusenwärter. Manche davon sind auch umgebaut zum Imbiss. Aber am frühen Morgen an einem Wochentag hatten alle noch geschlossen.
Dadurch, dass meine Route 75 Kilometer nur geradeaus an Kanälen entlang ging, könnte man vielleicht auch behaupten sie sei langweilig, aber wenn man die Augen, Nase und Ohren offen hält, dann ist dieses Argument ziemlich schnell entkräftet. Ganz oft duftete es minutenlang richtig intensiv nach Bärlauch. Ich bekam da immer richtig Hunger.
Hatte man freie Sicht nach links, konnte man am westlichen Horizont die Vogesen vorbeiziehen sehen. In der Spitze doch immerhin 1100 bis 1300 Meter hoch. Wenn auf der linken Seite gerade alles durch Büsche und Bäume verdeckt war, dann schaute man halt nach rechts auf den Kanal und konnte teils sogar Fische im klaren Wasser erspähen. Oder ein paar alte Kähne, die wohl zu Hausbooten umgebaut wurden. Oder Schwäne beobachten. Oder Singvögel toll singen hören. Irgendwas war immer.
Bei Kilometer 45 meiner Route - ungefähr auf Höhe von Neunkirch - stieß dann ein Stichkanal vom Rhein in den bisher so idyllischen Rhein-Rhône-Kanal. Erst ab diesem Abschnitt wurde er wieder für die Schifffahrt genutzt. Der Kanal wirkte nun auch wieder etwas aufgeräumter und künstlicher, aber durch die endlosen Alleen immer noch wunderbar.
Weitere 10 Kilometer später kreuzte der Kanal dann noch die aus Colmar kommende Ill und kurz vor Plobsheim hab ich dann den Kanalradweg verlassen und bin der Ill durch ein Naturschutzgebiet zu ihrer Rheinmündung gefolgt. Ich hatte wohl langsam Rhein-Entzugserscheinungen.
Kurz vor dem Straßburger Hafen hieß es dann bei Kilometer 70 wieder Abschied nehmen vom Rhein. Gebucht hatte ich hier das Le Jean-Sébastien Bach Hotel, wundervoll gelegen direkt an der Orangerie. Beim Check-in fragte ich dann nochmal ganz nett, wo der denn sichere Raum für Fahrräder sei. Die Antwort verwunderte mich dann doch etwas. Ich sollte das Fahrrad nämlich einfach mit auf das Zimmer nehmen.
Nach kalter Dusche und kurzer Ruhephase wartete dann Straßburg auf mich. Durch die Orangerie bin ich erstmal zum Europaparlament ?? gelaufen. Ein Muss am Europa-Tag! Vom Parlament fuhr ich dann mit Straßenbahn Richtung Innenstadt. Vom Place de la Republique ging es dann über den Hauptbahnhof, der Haupteinkaufsstraße und ins Herz der Stadt rund um das Straßburger Münster. Hier war es zwar ziemlich touristisch, aber am frühen Abend wurde es langsam wieder ruhiger.
Danach hatte ich noch einen weiteren Punkt auf der Touri-Route abgehakt. Ich bin nämlich Boot gefahren. Nach der Bootsfahrt hatte ich dann wieder ein bisschen Kräfte gesammelt. Ich wollte ja unbedingt noch das Viertel Petite France erkunden und auf die Barrage Vauban. Letztere ist eine Festungsbrücke aus dem 17. Jahrhundert. Von ihrer Aussichtsplattform hat man einen genialen Ausblick auf die Stadt.
Ausgewählt hatte ich ein nettes Elsässer Restaurant in der Rue Finkwiller. Auf dem Rückweg zum Hotel ging in der Dämmerung dann noch durch ein größeres Villenviertel und bei ARTE vorbei.
Die Länge von etwa 90 Kilometern am Tag finde ich ziemlich optimal. Einerseits macht man jeden Tag ein großes Stück und andererseits ist man nach circa 5 Stunden auch am Ziel. So bleibt am Zielort auch noch etwas Zeit die Stadt zu erkunden.
Verwandte Beiträge:
- Radweg Freisen-Nonnweiler: Karte & Tourenplanung für Radfahrer
- Alpe Adria Radweg 5 Tage Tour: Planung & Tipps
- Dreisam-Radweg & Kaiserstuhl: Die schönste Radtour im Schwarzwald!
- Darf ein Motorrad auf dem Bürgersteig parken? Rechtliche Grundlagen & Ausnahmen
- Unschlagbarer E-Bike Versicherung Vergleich: Warum HUK24 die Nr. 1 ist!
Kommentar schreiben