Der Achental-Radweg: Eine malerische Route entlang der Tiroler Ache

Entlang des Flusslaufes der Tiroler Ache verläuft der Achental-Radweg. Die Radstrecken sind weitgehend asphaltiert; hier und da radeln wir über ein wenig Schotter. Er ist ideal für alle gemütlichen Radfahrer, die nicht auf der Suche nach steilen und anspruchsvollen Wegen sind. Obwohl der gesamte Radweg über 60 km lang ist, beträgt die Gesamtsteigung lediglich 60 Höhenmeter. Der Achental Radweg ist ideal für normale bis sportliche Radler und E-Biker.

Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten

Der Radweg verbindet die Orte Übersee, Grassau, Marquartstein, Unterwössen und Schleching. Die Tour startet im benachbarten Grassau und führt durch das Naturschutzgebiet Kendlmühlfilze bis zum Damm der Tiroler Ache. Um die gesamte Tour abzufahren, folgen Sie einfach den Schildern "Genial Vital Fahrradtour Nr. 1."

Von Marquartstein geht es zunächst an der rechten Uferseite der Tiroler Ache in Richtung Süden. Am Berghang oberhalb liegt die Burg Marquartstein - der kleine Ort war Jahrhundertelang Sitz der Gerichtsbarkeit im Tal. Der Radweg führt ein kurzes Stück an der Tiroler Ache entlang, bevor er ins Ortszentrum von Unterwössen abbiegt. Sehenswert hier die Pfarrkirche st. Martin. In der Folge umrundet der Achental-Radweg den Segelflugplatz südlich von Unterwössen, um im Anschluss die Ache in Richtung des Ortes Raiten zu überqueren.

Zwischen dem Buchberg, einem Höhenrücken im Achental und dem Naturschutzgebiet Mettenhamer Filze führt der Weg im Schatten großer Bäume entlang. Die Mettenhamer Filze ist als annähernd unzerstörtes Hochmoor ein Naturjuwel des Achentals. Der Achental-Radweg führt im Anschluss direkt an der Tiroler Ache entlang zum Schlechinger Ortsteil Ettenhausen. Majestätisch thront der Geigelstein im gleichnamigen Naturschutzgebiet als höchster Gipfel über dem Achental. In Ettenhausen erreicht der Radweg seinen südlichsten Punkt und kehrt nun nach Norden um.

In Schleching ist die barocke Dorfkirche St. Remigius sehenswert, danach führt der Weg nach Mühlau und Mettenham. Hinter Mettenham liegt das Naturbad Zeller See unweit des Radwegs, der im Anschluss ein zweites Mal den Ort Raiten berührt, bevor er nordwärts durch das Naturschutzgebiet Lanzinger- und Süssener Moos führt. Mehrere kleine Moore liegen eingebettet in eine hügelige Landschaft, die am Ende der letzten Eiszeit von einem gewaltigen Bergsturz geformt wurde.

Nach der bewaldeten Hügellandschaft geht es durch Piesenhausen über Wiesen und Felder in Richtung Grassau. Der größte Ort des Achentals war jahrhundertelang das geistliche Zentrum des Tals, die sehenswerte Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt Mutterkirche für zahlreiche Filialkirchen im gesamten Tal. Der Radweg führt im Anschluss am Rand des Naturschutzgebiets Kendlmühlfilzen entlang. Die Kendlmühlfilzen zählen zu den größten Hochmooren Bayerns und sind durch großflächigen Torfabbau stark verändert worden. Im heutigen Naturschutzgebiet darf die Natur wieder selbst Hand anlegen.

An ihrem Rand gelegen ist auch eine ehemalige Solepumpstation der ersten Pipeline der Welt. Bereits im 17. Jahrhundert gelang es, gelöstes Kochsalz (die Sole) von Berchtesgaden und Reichenhall in Holzrohren zu den Salinen im Alpenvorland zu transportieren. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Leitung bis Rosenheim erweitert und das Pumphaus zwischen Grassau und Rottau errichtet. Heute beherbergt es ein sehenswertes Museum zur Technikgeschichte der Soleleitung sowie einen naturwissenschaftlichen Teil zum Leben im Hochmoor.

Nach dem kleinen Ort Rottau führt der Achental-Radweg zwischen den Naturschutzgebieten Kendlmühlfilzen und Rottauer Filzen zum Torfbahnhof. Die ehemalige Verladestation des industriell abgebauten Torfes beherbergt heute ein Museum zur Industriegeschichte der Moornutzung in Bayern. Danach geht es die Anhöhe des Westerbuchberges hinauf und auf seiner Nordseite weiter nach Übersee. Beeindruckend ist die Pfarrkirche St. Nikolaus im neugotischen Stil. Der gewaltige Backsteinbau wird auch als Dom des Achentals bezeichnet.

Beim Ortsteil Feldwies unterquert man die Autobahn und gelangt kurz darauf an das Ufer des Chiemsees. Der Achental-Radweg dreht eine Ehrenrunde am Chiemsee und wendet sich für eine kurze Strecke wieder nach Süden. Vorbei am Naturschutzpavillion des Landesbunds für Vogelschutz geht es nach Moosen, wo der Radweg wieder auf die Tiroler Ache trifft. Wer zurück nach Marquartstein möchte, folgt dem Achdendamm nach Süden.

Der Radweg führt nun mitten durch das Naturschutzgebiet „Mündung der Tiroler Achen“. Der Alpenfluss bildet bei deiner Mündung in den Chiemsee das letzte unberührte Binnendelta Mitteleuropas aus und ist ein Naturjuwel ersten Ranges. Gleichzeitig verlandet der Chiemsee dadurch allmählich. Sichtbarstes Zeichen dafür ist der Ort Grabenstätt, der vor wenigen Jahrhunderten noch am Chiemsee-Ufer gelegen war.

In Grabenstätt wendet sich der Weg wieder nach Süden und führt am Naturschutzgebiet Bergener Moos vorbei zum Ort Bergen. An mehreren Stellen eröffnet sich ein grandioses Bergpanorama mit den Gipfeln der Chiemgauer Alpen - Hochfelln und Hochgern auf der Ostseite des Tals, Geigelstein, Hochplatte und Kampenwand auf der westlichen Seite. Eine besonders schöne und vor allem gesunde Art die Region zu erkunden ist eine Rundfahrt mit dem Fahrrad.

Der sportliche Chiemsee Radweg umrundet auf 54 km den Chiemsee auf gutem Fahrbelag. Er ist einer der schönsten Radwege Bayerns, wenn nicht sogar Deutschlands, mit zahlreichen Aussichtspunkten auf die Chiemsee-Inseln, das Alpenpanorama und das bayerische Voralpenland. Der Chiemsee Radweg ist ideal für normale bis sportliche Radler und E-Biker. Die Strecke führt auf Feldwegen, asphaltierten Radwegen und Nebenstraßen und kann mit gängigen Tourenrädern befahren werden.

Tipps und Hinweise für Radfahrer

Überprüfen Sie vor dem Start immer die Lichtanlage, Bremsen, Reifen und Reflektoren Ihres Fahrrades! Tragen Sie bei schlechter Sicht (Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, etc.) helle, reflektierende Kleidung. Alternativ: Weste oder Fußbänder mit Reflektorstreifen. Besonders im Herbst und Winter kann am Boden liegendes Laub mögliche Unebenheiten, Wurzeln, Steine oder Löcher im Weg verdecken. Bringen Sie am Fahrrad Ihrer Kinder zusätzlich hohe Fahrradwimpel an, damit auch die kleinsten Fahrer im Straßenverkehr gut wahrgenommen werden.

Entlang des Chiemsee Rundweges und Chiemsee Radweges sind Rettungstreffpunkte eingerichtet. Die Mitnahme von Fahrrädern ist nicht auf allen Schiffen und nur in begrenztem Umfang möglich. Deshalb übernimmt die Chiemsee-Schifffahrt keine Gewähr für Fahrradbeförderung. Radfahren ist auf den Inseln nicht gestattet.

Sonnenschutz für Haut und Kopf ist der unverzichtbare Begleiter auf längeren Radtouren. Ein Erste-Hilfe-Set, Luftpumpe und Ersatzschlauch sollten nie fehlen. Unterwegs genügend trinken und an einen Notfall-Müsliriegel denken. Kleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip gewechselt werden können und atmungsaktiv sein. Wind- und Regenschutz ist wichtig! Fahrradhelm und Sonnenbrille ist zu empfehlen.

Genießen Sie eine Brotzeit zur Stärkung in einer unserer vielen Gaststätten rund um den Chiemsee! Zur Abfrischung bietet sich ein Sprung in das "Bayerische Meer an".

Anfahrt

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn direkt nach Übersee am Chiemsee. Fahrtzeit von München ca. 1 Stunde.

Mit dem Pkw: Von München aus fahren auf der A8 (München - Salzburg) bis zur Ausfahrt Übersee. Dort rechter Hand den Schildern folgen bis zum Bahnhof.

  1. Vom Bahnhof fahren Sie nach links ab und folgen auf dem Rad- und Fußweg dem Radwegweiser "Tiroler Achental" bis zu einer Straßengabelung. Hier halten Sie sich links.
  2. Weiter geht es auf dem Rad- und Fußweg, dem Radwegweiser "Tiroler Achental" folgend.
  3. An einer Weggabelung halten Sie sich rechts und folgen weiter dem Radwegweiser "Tiroler Achental".
  4. An einer Weggabelung halten Sie sich links und folgen dem Radwegweiser "Tiroler Achental".
  5. An einer Weggabelung folgen Sie dem rechten Weg unter die Hauptstraße und unterqueren die Bahnlinie. Hierbei folgen Sie weiter dem Radwegweiser "Tiroler Achental".
  6. An der nächsten Weggabelung halten Sie sich rechts und folgen dem Wegweiser "Grabenstätt".
  7. An der nächsten Wegkreuzung folgen Sie linker Hand dem Radwegweiser "Chiemseeuferweg".

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0