Herrliche Ausblicke, frische Luft und Natur pur erwarten Sie auf der Forggensee-Radrunde. Radeln rund um Schwangau ist ein sportliches Erlebnis für alle Gangarten. Das flache Voralpenland ist wie gemacht für Touren jeder Gangart. Erleben Sie frische Luft, abwechslungsreiche Landschaft und faszinierende Aussichten.
Einleitung in die Forggensee-Radrunde
Ich stehe mit dem Rad an einem der schönsten Voralpenseen, genauer gesagt am Forggensee. Der fünftgrößte See in Bayern und der größte Stausee Deutschlands glänzt in der Sonne. Auf der anderen Uferseite ist das helle Gestein vom Schloss Neuschwanstein gut im dunklen Wald zu erkennen. Dahinter: die Gipfel der Ammergauer Alpen.
Mit Logenblick auf die Berge radeln Sie um Bayerns fünftgrößten See, der nur im Sommer den vollen Wasserstand hat. Der Lech-Stausee dient als Kopfspeicher für die flussabwärts gelegenen Kraftwerke und zur Hochwasserregulierung. Im Winter wird der See abgelassen und ermöglicht Wanderungen mitten durch den See auf der historischen Via Claudia Augusta, die dann freigelegt wird.
Historischer Kontext
Es scheint als wäre dieses Schauspiel mit dem kristallklaren Wasser, dem Märchenschloss und den umliegenden Bergen nie anders gewesen. Doch das stimmt nicht ganz… Aber dafür müssen wir ein bisschen zurück in die Geschichte. Wir gehen bis zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren zurück. Bis dahin war das Ostallgäu von einem Gletscher bedeckt, der sich aber langsam zurückzog. Am Rande der Gletscherzunge bildeten sich Moränenwälle, als das Eis Schutt von den Bergen abtrug: Das ist in den sanften Hügeln des Voralpenlandes noch gut zu erkennen. Und auch ein riesiger See entstand hier damals: der 2 Quadratkilometer große Füssener See.
Dieser gilt als Vorläufer des Forggensees und anderer kleiner Seen rund um Füssen. Denn der See trocknete aufgrund von Tonschlammablagerungen aus eiszeitlichem Schmelzwasser bald aus. Nur kleinere Seen in tieferen Lagen im ehemaligen Seebett sind erhalten geblieben: der Bannwaldsee, der Hopfensee, der Schwansee und der Weißensee. Dies blieb bis ins 20. Jahrhundert so. Schon zu Beginn des Jahrhunderts gab es Überlegungen, die Wasserkraft des Lechs in Energie umzuwandeln. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde dieser Plan wieder ad acta gelegt. Danach war der Bedarf an Strom groß und man begann mit dem Bau von Kleinwasserkraftwerken. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Projekt richtig in Schwung: 1950 wurde mit dem Bau des Stausees begonnen. Es folgten Proteste; schließlich mussten tausend Anwohner für das Wasser in das Gebiet bei Schwangau und Füssen ausweichen. Es gab Gespräche, Verhandlungen und eine Einigung.
Die Route: Eine detaillierte Beschreibung
Knapp 30 Kilometer liegen vor mir und ich beginne meine Radtour am Bootshafen in Füssen. Die Forggensee-Runde ist durchgehend mit einem Einhänger an der Radwegweisung ausgeschildert. Von der Tourist Inforamtion radeln Sie auf der Sebastianstraße zum Lech. Vor dem Fluss links geht es zum Bootshafen und ein kleines Stück an der Weidachstraße entlang, dann zweigen Sie rechts in Richtung Festspielhaus ab.
Seit einigen Tagen fahren die Schiffe wieder zwischen den verschiedenen Haltestellen am Forggensee. Eine tolle Rundfahrt, aber auch ganz praktisch, wenn man die Forggensee-Runde etwas abkürzen möchte. Aber lass uns doch erstmal starten. Ich fahre am Festspielhaus vorbei und dann am westlichen Ufer von Forggensee weiter in Richtung Norden. Der See ist immer nah und manchmal lichtet sich der Wald ein wenig, sodass ich das blaue Wasser sehe.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
- Kapelle "Maria am Weg": Auf der rechten Seite lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Kapelle.
- Hegratsrieder See: Weiter geht es durch blühende Wiesen zum Hegratsrieder See, einem der wärmsten Badeseen in der Region Schwangau und Buching.
- Illasbergsee: Ein nächster Anstieg erwartet uns, kurz und steil geht es hinauf zum Ort Kniebis.
- Kunstpark "Via Claudia Augusta": Wir passieren den Rastplatz „Kunstpark Via Claudia Augusta“ und fahren weiter bergan bis zum Kraftwerk Roßhaupten.
- Pfarrkirche Waltenhofen: Die Pfarrkirche Waltenhofen geht auf eine der ersten Kirchen in der Region zurück und ist ein kulturelles Highlight der Tour.
Routenabschnitte im Detail
Bei der Badestelle am Café Maria steige ich kurz ab. Es ist ein windiger Tag; Kleine Wellen plätscherten gegen die hellgrauen Kieselsteine am Ufer. Der Blick auf die Ammergauer Alpen ist von hier absolut genial. Am Steg treffe ich zwei andere Radfahrer; sie kommen aus Polen und sind hier im Urlaub. Stolz zeigt mir der Mann das Handy: vierzig Kilometer sind sie heute schon geradelt. „Wir wollten eigentlich nur eine kleine Radtour machen, aber wir machen immer wieder Abstecher“, lacht er.
Dank Beschilderung und bestens pflegten Radwegen ist das Radeln auf der Forggensee-Runde super entspannt. Es geht vorbei an Rieden durch Dietringen nach Roßhaupten. Den Ort lasse ich auf meiner linken Seite liegen, aber einen Abstecher zum Badeplatz kann ich nicht widerstehen. Die Wiese an der ‚Lagune‘ von Roßhaupten zählt für mich zu den schönsten Stellen im Ostallgäu. Alleine schon wegen der Aussicht lohnt es sich, hier mal baden zu gehen. Auch wenn es heute ein recht frischer Frühsommertag ist, sieht das Wasser für mich so einladend aus, dass ich kurz reinhüpfe.
Nach dieser erfrischenden Badepause radele ich vorbei am kleinen Kunstpark zum Thema Römer zum großen Staumauer am Wasserkraftwerk. Das im Forggensee gespeicherte Wasser wird zur Stromerzeugung in einer Kette von 23 Kraftwerken entlang des Lechs genutzt. Erstes Glied dieser Kraftwerkskette ist das Speicherkraftwerk Roßhaupten. Mit zwei Kaplanturbinen erzeugt es jährlich ca.
Ich radele bergauf zum Panoramastadel, wo Dutzende von Rädern abgestellt sind. Es ist zwar unter der Woche, aber viele Radfahrer wissen das Kiosk mit dem herrlichen Panoramablick zu finden und sitzen auf der Terrasse. Den Einkehr hebe ich mich lieber für später auf und ich fahre weiter am Illasbergsee. Ich weiß, was jetzt kommt und atme noch mal tief durch. Der Radweg am Forggensee ist fast flach, aber die Steigung nach Kniebis hat es in sich. Ich trete kräftig in die Pedale und biege dann am Kiosk Seerose rechtsab.
Zwischen Wiesen und Wäldern geht es auf größtenteils nur landwirtschaftlich genutzten Wegen in der Richtung von Schwangau. Ich liebe diese Strecke auf der Forggensee-Runde. Der Radweg schlängelt sich durch die leicht wellige Landschaft und dabei habe ich die Berge immer im Blick. Was ich auch sehe: die dunkle Wolken auf der anderen Seite vom Forggensee. Ich höre ein tiefes Donnern. Ich mag zwar ein kleines Wetterspektakel, aber nicht unbedingt, wenn ich noch 10 Kilometer vor mir habe. Deshalb gebe ich ein bisschen mehr Gas, ohne dabei den Genuss aus den Augen zu verlieren.
Im Ortsteil Brunnen überquere ich eine kleine Brücke. Bevor es aber über die Forggenseestraße nach Waltenhofen geht, lege ich eine kurze Pause bei Café Hermine ein. Dort bin ich mit einer Freundin zum Kaffee und Kuchen verabredet. Die kleine, sonnige Terrasse mit Blick auf den Garten ist der perfekte Platz um ein bisschen zu verweilen und… den unglaublich leckeren hausgemachten Kuchen zu genießen. Mittlerweile ist von dem Unwetter kaum noch was spürbar und fühlt es sich eher nach Hochsommer an.
Nach der ausgiebigen Pause radele ich die letzten Kilometer nach Füssen. Kurz bevor ich die Innenstadt erreiche, überquere ich die Wehrstufe des Lechs. Sie ist verantwortlich für den Zufluss des Lechs im Frühling und den Abfluss des Wassers im Herbst. Das türkisblaue Wasser bildet einen exotischen Kontrast zur weißen Staumauer. Mit einer enormen Kraft strömt das Wasser durch die Öffnung und fließt dann gemächlich weiter in nördlicher Richtung zum Forggensee.
Ich radele den letzten Kilometer und komme nach etwa zwei Stunden wieder am Bootshafen an.
Detaillierte Routenbeschreibung
- Wir starten in Richtung Norden, fahren am Radweg entlang und biegen in die Zufahrt zum Festspielhaus ein.
- Wir fahren direkt am Festspielhaus vorbei bis zur König-Ludwig-II-Glocke.
- Wir werden von der Ausschilderung „weißes Schild mit grünem Fahrrad“ auf den Radweg an der Bundesstraße geleitet.
- Dort fahren wir ca. 500 m, bis rechts eine asphaltierte, ruhige Straße abzweigt.
- Wir passieren den Rastplatz „Kunstpark Via Claudia Augusta“ und fahren weiter bergan bis zum Kraftwerk Roßhaupten.
- Dessen Mauer staut den Lech zwischen Juni und Oktober auf. Im Winterhalbjahr führt der Lech wenig Wasser. Deshalb wird das Wasser des Forggensees in den Wintermonaten abgelassen und der See schrumpft Meter um Meter.
- Wir lassen die Staustufe der Bayerischen Wasserwerke hinter uns, jetzt geht es einen langgezogenen Anstieg an der westlichen Flanke des Illas-Bergs hinauf. Der Ausblick auf die Alpen entschädigt uns für die Mühen des Anstiegs.
- Im Ortsteil See bietet sich am Illasbergsee eine ruhige Rastmöglichkeit, im Sommer ist auch das Baden möglich.
- Ein nächster Anstieg erwartet uns, kurz und steil geht es hinauf zum Ort Kniebis.
- Hinter dem Dorf wendet sich unsere Straße gen Süden.
Zusätzliche Informationen und Tipps
Das gut ausgebaute und bestens beschilderte Wegenetz hält abwechslungsreiche Touren bereit. Wer es sportlich ambitioniert mag, der kann mit dem Mountainbike alpine Höhen bezwingen. Auf steinigen Pfaden gilt es, die ein oder andere Herausforderung zu meistern. Auch Rennradfahrer kommen auf geteerten Straßen voll auf ihre Kosten. Über 90 km Radwege stehen Zweirad-Fans zur Verfügung.
Wissenswertes über den Forggensee
Eigentlich ist der Forggensee ja „nur“ ein Stausee, der die Energieerzeugung in diversen Wasserkraftwerken sichern soll. In Wirklichkeit ist er aber die perfekte Ergänzung der ohnehin wunderschönen Landschaft rund um Füssen. An sonnigen Wochenenden ist diese Landschaft allerdings ziemlich intensiv besucht.
Praktische Tipps für Ihre Radtour
- Badesachen einpacken! Es gibt am Forggensee viele verschiedene Badeplätze, z.B. in Rieden, Dietringen, Roßhaupten und Brunnen.
- Einkehr: Eine Einkehr im Panoramastadl ist hier sehr empfehlenswert.
- Forggenseeschiff: Falls Kraft und Kondition nachlassen, können Sie ab 1. Juni das Forggenseeschiff nutzen und den Rückweg entspannt antreten.
Packen Sie an heißen Sommertagen Ihre Badesachen ein und springen Sie in einen der vorbeikommenden Seen oder Weiler.
Technische Details und Anforderungen
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Anreise und Parken
Über die Autobahn A7 sowie die Bundesstraßen B310, B16 und B17 gelangen Sie direkt nach Füssen. Das Parkleitsystem in Füssen bietet Ihnen mehrere Parkmöglichkeiten. Die Via Claudia Augusta ist wohl eine der ältesten Handelrouten über die Alpen, also eine historische Transalp.
Von den Fernbahnhöfen Ulm, Augsburg und München finden Sie regelmäßige Zugverbindungen nach Füssen. Der Füssener Zug- und Busbahnhof ist ca. 10 Fahrradminuten vom Startpunkt der Tour entfernt oder per Buslinie 56 erreichbar, Haltestelle "Bootshafen". Relativ nahe am Startpunkt ist auch die Bushaltestelle "Augsburger Str., Friedhof" der Linie 72. Die Schiffsanlegestelle Roßhaupten erreichen Sie ab Füssen mit der Buslinie 72 von Mo - Fr, Haltestelle Tiefenbruck. Von Hopfen erreichen Sie den Startpunkt per Linie 56 nach Füssen (Bahnhof). Von Weißensee erreichen Sie den Startpunkt per Linie 71 nach Füssen (Bahnhof).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier sind einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Forggensee-Radrunde:
- Gibt es einen Radweg um den Forggensee? Die Forggensee-Runde ist ganzjährig befahrbar. Bei niedrigem Wasserstand kann man sogar Teile über den Boden des Stausees fahren. Aber Achtung: hier verlässt du die offizielle Radwege und es kann sehr matschig/steinig werden.
- Wann kann man auf dem Forggensee mit dem Schiff fahren? Die Saison der Schifffahrt ist vom 1. Juni bis zum 15. Oktober.
- Kann man im Forggensee baden? Auf jeden Fall. Schöne Badestellen sind z.B.: Badeplatz Dietringen, in Roßhaupten an der Wasserwacht, Familienbad Forggensee in Rieden und Badeplatz Brunnen in Schwangau.
- Wann ist der Forggensee leer? Der Forggensee wird im Oktober abgelassen und spätestens Anfang Juni ist der Forggensee wieder voll. Der Tiefststand wird in der Regel im April erreicht. Du willst genau wissen, wie viel Wasser im Forggensee ist? Hier kannst du den Wasserstand einsehen.
- Wieviele Kilometer sind es um den Forggensee? Ca. 30 Kilometer ist die Forggensee-Runde. Dafür brauchst du 1,5 bis 2 Stunden (reine Fahrzeit).
Weitere Radtouren in der Umgebung
Die abwechslungsreiche und leicht hügelige Landschaft vom Ostallgäu ist super für Radtouren. Entecke das Norden vom Ostallgäu auf der Kirchweihtal-Runde ab Buchloe. Du willst gleich einen ganzen Radurlaub machen? Dann empfehle ich dir die Schlossparkradrunde. Der Schlosspark, wie das Ostallgäu auch genannt wird, macht seinen Namen alle Ehre auf der Burgen- und Schlösserrunde.
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