Die Via Claudia Augusta ist eine ehemalige römische Fernstraße, die von Donauwörth an der Donau über die Alpen nach Altino am Mittelmeer führt. Der südliche Endpunkt Altino liegt nur wenige Kilometer von Venedig entfernt.
Die Via Claudia Augusta ist eine der ältesten Handelsrouten über die Alpen. Sie zählt zu den leichtesten Alpenüberquerungen und macht sich damit auch für untrainierte Aktivreisende interessant. Die Route erstreckt sich über 700 km von Altinum nahe Venedig bzw. Ostiglia am Po über den Reschen- und Fernpass bis nach Donauwörth in Bayern.
Historischer Hintergrund
Im Jahr 15 v.u.Z. eroberten die Stiefsöhne des römischen Kaisers Augustus die nicht eroberten Gebiete der Alpen und das nördliche Voralpengebiet. Unter Kaiser Claudius wurde die Straße bis zur Donau verlängert und endgültig fertiggestellt. Zu militärischen Zwecken und für den Handel wurde die Straße im ersten Jahrhundert erweitert. Claudius verlieh ihr den Namen "Via Claudia Augusta", benannt nach seinem Vater.
In den ersten beiden Jahrhunderten wurde die Via Claudia Augusta zur wichtigsten Verbindung zwischen der Poebene und dem westlichen Voralpenraum und es bildete sich eine lebhafte Infrastruktur. Ursprünglich wurde sie militärisch genutzt, doch bald darauf entwickelte sie sich als wichtige Handelsroute. Es gibt noch zahlreiche Spuren und Wegsteine.
Streckenverlauf
Der Radweg Via Claudia Augusta ist möglichst nahe dem historischen Verlauf der Römerstraße geführt. Von Donauwörth aus führt der Radweg immer in der Nähe des Lechs nach Augsburg. Über Landsberg/Lech erreicht der Radweg das sehenswerte Füssen. Durch die herrliche Bergwelt erreicht der Weg nun Imst und führt im Inntal nach Prutz und Pfunds. Am Reschensee vorbei geht es nun traumhaft bergab entlang der Etsch über Glurns nach Meran. Der Fahrradweg führt an der Sonnenseite der Alpen weiter durch das schöne Meraner Land nach Lana. Immer weiter entlang dem Etschtal erreicht der Weg schließlich Trento mit seiner äußerst sehenswerten Innenstadt und dem romanischem Dom.
Die erste Etappe auf der Via Claudia Augusta ist ein idealer Einstieg in den Radweg. Ganz entspannt radelst du entlang der Schmutter und dem Lech nach Augsburg. Unterwegs bieten dir die vielen Badestellen am Lech genügend Möglichkeiten für eine erfrischende Pause.
Mit der heutigen Etappe kommst du den Alpen immer näher. Das wirst du auch auf dem Fahrrad bemerken, denn du radelst leicht bergauf. Mache unterwegs viele Pausen und genieße die traumhafte Wiesenlandschaft oder power dich auf der Strecke aus.
Bevor es über die Alpen geht, radelst du heute noch ein paar Kilometer durch die weite Hügellandschaft am Lech. Der Weg führt dich zum Forggensee. Springe hier ins kühle Wasser und tanke neue Energie im Anblick der majestätischen Berge.
Bisher konntest du die Alpen nur am Horizont erblicken - heute steht die erste Alpenetappe an. Der Radweg führt dich am Lech entlang über die österreichische Grenze nach Tirol. Mache in Reutte noch eine kurze Pause, um dich für den nächsten Streckenabschnitt zu stärken.
Mit dem Fahrrad überquerst du nun den ersten Gebirgspass auf der Via Claudia Augusta. Falls dir unterwegs die Kraft ausgeht, kannst du an mehreren Stellen auf den Zug umsteigen.
Zu Beginn der fünften Etappe führt dich der Radweg hoch hinaus auf den Fernpass. Auf der anderen Seite geht es über die alte Römerstraße wieder hinunter ins Tal. Die Strecke führt durch Wälder und teils über unasphaltierte Böden - fahre hier langsam und vorsichtig.
Heute führt dich der Radweg am Inn entlang durch das schmale Tal. Du machst einen kurzen Abstecher in die Schweiz, bevor du den Inn überquerst und wieder zurück nach Österreich gelangst.
Auf der siebten Etappe der Via Claudia Augusta überquerst du über den Reschenpass die Grenze nach Italien. Nach einem kurzen Anstieg erreichst du den Reschensee und radelst dort gemütlich am Ufer entlang. Dabei hast du einen wunderschönen Ausblick auf das Wasser und die umliegenden Berge.
Der Weg verläuft auf dieser Etappe großteils bergab. Bei der entspannten Abfahrt kannst du deine deine Aufmerksamkeit auf die idyllische Landschaft richten. Der Radweg führt dich vorbei am Schloss Kastell weiter durch das Etschtal.
Ein kleines Stück vor Meran erwartet dich ein herrlicher Ausblick auf die Stadt, in der sich das mediterrane Flair mit dem die Charme der Alpen vereinen. Bei einem Bummel durch Meran bietet sich eine Pause an. Die heutige Etappe führt dich weiter in Richtung Süden nach Trento.
Auf dem Weg nach Verona radelst du noch ein letztes Mal ganz entspannt durch das von Bergen gesäumte Etschtal, bis dich der Radweg in die Höhe führt. Die Anstrengung lohnt sich, denn oben angekommen erwartet dich eine wunderbare Aussicht auf die Strecke, die du die letzten paar Tage zurückgelegt hast.
Endspurt: Du radelst auf den letzten Kilometern auf der Via Claudia Augusta. In einem leichten Auf und Ab geht es durch weite Felder und mediterrane Orte an das Ende der alten Römerstraße, an den Po.
Eine andere Variante von Trient aus führt nach Osten über die Berge und erreicht schließlich Feltre, eine wichtige Stadt des Altertums. Ziel ist schließlich Venedig. Kaum eine andere Stadt wird so umschwärmt wie Venedig. Es gibt dort keine Fahrstraßen, nur Kanäle. Die meisten Häuser sind nur über das Wasser zu erreichen, denn die Stadt steht auf 118 Inseln. Dazwischen verlaufen die schmalen Gassen, an manchen Stellen nur einen Meter breit.
Etappen
Die Etappenziele sind nur Vorschläge, Sie können sich gerne andere Etappenziele auswählen.
- Von Donauwörth nach Augsburg: Der Radweg Via Claudia Augusta führt immer in der Nähe des Lechs nach Augsburg. Im breiten Tal durchqueren Sie auf der teilweise originale römischen Wegführung die Landschaft.
- Von Landsberg aus: Folgen Sie der hügeligen Moränenlandschaft am Rande des Lechs. Nach dem historisch bedeutenden Altenstadt, können Sie einen Abstecher nach Schongau machen oder folgen Sie dem ursprünglichem Verlauf der Römerstraße.
- Von Füssen aus: Folgen Sie zunächst dem Lech bis Reutte in Tirol. Dort verlassen Sie das Lechtal und erklimmen die ersten Steigungen bis Heiterwang. Über den Fernpass erreichen Sie entlang dem Gurgelbachtal die Stadt Imst und radeln im Inntal weiter.
- Von Landeck aus: Geht es zunächst im Inntal weiter über Prutz und Pfunds bis ins Unterengadin. Bei Martina in der Schweiz erklimmen Sie die Wolfshöhe und radeln über den Reschenpass zum Reschensee.
- Start in Glurns: Und weiter das Etschtal hinunter über Latsch und Naturns mit seinen Burgen. Durch fast endlose Obstplantagen erreichen Sie erst Algund und danach das schöne Meran.
- Start in Mals: Dann hinunter nach Glurns und weiter das Etschtal entlang der Vinschagaubahn. Über Latsch erreichen Sie Naturns mit seinen Burgen. Im Frühjahr blühen die endlose Obstplantagen. Auf Serpentinen erreichen Sie bergab erst Algund und danach das beeindruckende Meran. Auf perfekt ausgebauten Radwegen geht es im Etschtal weiter.
- Start in Bozen: Und zuerst weiter am Eisack entlang, dann weiter auf einem sehr guten Radweg hinunter über Neumarkt und Salurns zur Etsch, wo die deutschsprachige Region endet. Der Verbindungsradweg zum Gardasee folgt von Mori aus teilweise der Trasse einer früheren Lokalbahn, die in einem Hochtal nach "Riva del Garda" führte. Über den Passo S. Ponaleradweg: Beeindruckender Radweg auf der früheren Militärstraße durchs Ponaletal.
- Start in Trient: Und immer an der Etsch entlang.
Beschilderung und Wegbeschaffenheit
Die Via Claudia Augusta ist in Deutschland und Österreich mit einem eigenen Radwegezeichen sehr gut ausgeschildert. Irritierende oder fehlende Schilder gibt es nur sehr selten. In Italien, insbesondere im Etschtal, folgt man lokalen Hinweisschildern zur nächsten größeren Stadt. Im Etschtal fehlen die Zeichen der Via Claudia Augusta fast vollständig. Südlich des Passes Praderadego ist die Beschilderung bis zum Ziel Altino unvollständig.
Die Strecke wird auf asphaltierten oder geschotterten Radwegen und ruhigen Nebenstraßen geführt. Von der Donau bis Schongau eben, durch’s Allgäu sanft hügelig. Auch in Tirol - mit leichten Steigungen und Gefällen - durch Zwischentoren, das Gurgl- und Inntal. Vom Reschenpass bis Trient weitgehend bergab.
Radler-Shuttle
Über den Fernpass (1.215 m) und den Reschenpass (1.450 m) wird ein optionaler Shuttleverkehr angeboten. Somit darf die Via Claudia Augusta auch als leichtester Alpenübergang für Radfahrer genannt werden.
Die wesentlichen Pässe bzw. Alle genannten Anstiege können durch Shuttle-Bussen umgangen werden. Alternativ zum vollständigen Umstieg auf den Bus ist es oftmals möglich, auch nur das Gepäck transportieren lassen und unbeschwert den Pass zu erradeln. Mit Hilfe der Shuttle-Busse wird die Radtour wesentlich entschärft.
Weitere Informationen
Die beste Jahreszeit für die Via Claudia Augusta ist von April bis November. Dabei sollest du jedoch die Schneelage auf dem Fern- und Reschenpass im Auge behalten.
Es empfiehlt sich die Verwendung unserer Tracks mit der exakten Route des Radweges für Navis und Smartphones mit Karten-Apps. Darüber hinaus haben wir eine Waypoint-Tabelle für Navis mit allen Unterkünften aus der Streckenübersicht erstellt. Mit Hilfe dieser Waypoint-Tabelle routet das Navi zur gewünschten Unterkunft.
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