Radweg Zingst Barth Verlauf: Eine umfassende Streckenbeschreibung

Die zauberhafte Inselwelt begeistert mit alten Fischerdörfern, schmucken Seebädern und traumhafter Ostseelandschaft in Norddeutschland. In bequemen Etappen führt Sie Ihr Radweg über die Halbinseln Zingst, Darß und Fischland sowie durch die Boddenlandschaft zwischen der Hansestadt Stralsund und der Bernsteinstadt Ribnitz - Damgarten. Freuen Sie sich auf die Radtour rund um den Darß.

Streckencharakteristik

Rad-Rundfahrten Traumstrände um den Darß: leichte Radtouren an der Ostseeküste, in flach bis leicht hügeligem Gelände mit Höhenunterschieden bis ca. 1 Meter.

Die Route im Detail

Ich wählte als Übernachtungsstätte letztendlich die Kleinstadt Barth aus, um von dort aus dann immer nach Zingst zu fahren. Eine Strecke, die etwa 14 km beträgt. Hin und zurück sind es dann folglich mindestens 28 km, die ich an einem Tag fahren muss.

In Barth angekommen geht die Radtour auch schon los. Die Orientierung, wo es langgeht, ist nicht so schwierig, weil ich in Barth direkt Schilder finde, die mich u. a. auf den Ostseeküstenradweg hinweisen. Auf der Barthestraße angekommen, geht es nur geradeaus; sofern man der Fahrradmarkierung folgt. Kleines Highlight auf dem Wege ist eine kleine Brücke, die so kurz ist, das man fast gar nicht merkt, das man über eine Brücke gefahren ist. Unter der Brücke fließt die Barthe entlang.

Sobald ich am Barther Ortsteil Tannenheim vorbeigefahren bin, sehe ich auf der gegenüberliegende Seite den Fahrradweg in einen Waldabschnitt hineinführen. Es geht durch den Wald. Es geht ein wenig auf und ab, aber das hat meinem Rad bisher noch nie geschadet. Immerhin, der Weg ist durchgehend asphaltiert. Beim Fahrradfahren ist mir eh die Wegbeschaffenheit wichtiger als der Wegverlauf.

Ich komme an einer erhöhten Raststelle mit einer Bank und einigen Stahlbögen vorbei, wo man sein Fahrrad abschließen kann. Südlich vom Dorf Bresewitz liegt der Alte Bahnhof Bresewitz. Dort stehen noch einige Waggons, die zu einer Kultur- und Veranstaltungsstätte umfunktioniert wurden. Direkt vom Fahrradweg aus kann man sich dieses interessante Konzept anschauen.

Über die Meiningenbrücke nach Zingst

Direkt hinter Bresewitz geht es über die Meiningenbrücke und damit auf die Halbinsel Zingst. Während auf der ganzen Fahrt es eher ruhig war, bündelt sich jetzt hier der Auto-, Rad- und auch Fußverkehr. Ein Schild bittet den Radfahrer hier abzusteigen. Ich befolge den Rat und schiebe Patchwork über die Strombrücke, die 470 Meter lang ist. Auf dem Weg schweife ich meinen Blick zum Bodden auf der linken Seiten. Über die Brücke geschafft, sind es nur noch wenige Kilometer, bis man Zingst erreicht hat.

So folge ich dem Fahrradweg, bis ich eine Kreuzung erreiche und nehme, statt direkt nach Zingst zu fahren, den Radweg nach rechts. Über eine Trasse und über die L21 geht es bei einer Absperrung wieder erhöht auf einen Damm, wo der Fahrradweg entlang am Bodden verläuft.

Naturparadies Zingst

Die Halbinsel Zingst ist eine Paradies für Vogelbeobachter und Naturfotografen. Ruhige Wälder, sowie ausgedehnte Feuchtwiesen und Wattflächen bieten Zugvögeln viele Rast- und Ruheräume. In Zingst widmet man sich ganz der Naturfotografie.

Es geht am Hafen von Zingst vorbei. Es geht mit dem Rad am Südufer von Zingst entlang, zu meiner rechten Seite immer die Insel Kirr im Blick. Kirr gehört zu der Darß-Zingster Boddenkette. Kirr ist eine etwa 370 Hektar große Insel, die von zahlreichen Prielen durchzogen ist. Sie besteht aus vielen Salzwiesen und ist die Heimat vieler verschiedener Wasser- und Watvögel. Im Herbst dient die Insel zudem als Rastplatz für Zugvögel.

Die Insel ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und liegt im Gebiet des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Ein Betreten der Insel ist daher ohne Genehmigung nicht erlaubt. Doch im Rahmen geführter Radtouren darf man auf die Insel. Auch Übernachtungen in der Ferienanlage Klein Kirr sind möglich. Im Sommer wird die Insel teilweise als Weide genutzt. Die Überfahrt von Personen erfolgt durch Barkassen.

Vom Anlegeplatz der Barkassen geht es weiter am Südufer von Zingst entlang. In 900 Metern begrüßen mich zwei riesengroße Tafeln. Jetzt bin ich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Einen kurzen Halt mache ich beim Aussichtspunkt Seeszeichenschneise. Auf einer Informationstafel wird auf ein 25 m hohes Seezeichen verwiesen, welches hier einst gestanden hat. Jetzt steht hier eine Aussichtsplattform, die von der Nationalpark-Verwaltung errichtet wurde. Zwischen Osterwald und Barther Bodden geht es auf dem Fahrradweg an der Südküste von Zingst in Richtung Osten entlang.

Nachdem ich an Westhof vorbeigefahren bin, verläuft der Fahrradweg jetzt mehr ins Inselinnere. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos. Nach diesem Abstecher geht es auf einem erhöhten Fahrradweg an der Sundischen Wiese vorbei.

Vogelbeobachtungspunkt Pramort

Als ich an der Beobachtungsstation ankomme, tummeln sich bereits einige Personen bei den Beobachtungshäusern. Nun, Pramort gehört zu DEN Beobachtungspunkten, was das Beobachten von Kranichen angeht. Diese groß Vögel sind sehr scheu, daher wird das Gebiet ab der Absperrung an der Infoausstellung Sundische Wiese bis hin zum Beobachtungspunkt Pramort vom 1. Zwar möchte ich gerne noch ein wenig hier verweilen, dennoch wird es mir hier langsam zu wuselig.

Hohe Düne

Etwas nördlich von Pramort befindet sich die Hohe Düne. Das ist das größte unbewaldete Dünenfeld an der deutschen Ostseeküste. Sie hat eine Höhe bis zu 12 Metern. Der befestigte Weg geht in einen Holzbohlenweg über, der mich durch die Dünenlandschaft führt. Am Ende des Weges befinde ich mich dann schon an der Hohe Düne mit Aussichtsturm. Was für eine Aussicht! Strand, Ostsee - und dazu noch diese gigantische hohe Düne. Man sagt, dass bei guter Sicht die Insel Hiddensee zu sehen ist.

Meine Tour neigt sich dem Ende und als ich auf der Rückfahrt wieder an der Sundische Wiese vorbei komme, folge ich dieses Mal dem Radweg weiter geradeaus und biege bei der nächsten Gelegenheit nach rechts ab. Hier fahre ich - gut versteckt im Osterwald - am Schlösschen Sundische Wiese vorbei. Es wurde um 1900 als Jagdschloss erbaut. Nach einer wechselhaften Geschichte und Restaurierungsarbeiten begrüßt seit 1994 das Schloss als Hotel seine Gäste. Am Grenzgraben entlang gelange ich dann recht schnell auf die Nordseite von Zingst.

Der Osterwald

Nachdem ich „Meer” hatte, fahre ich jetzt ins Grüne. Den Namen erhielt er durch seine Lage östlich des Ortes Zingst. Das Waldgebiet ist vor einigen tausend Jahren durch Anlandung entstanden und liegt nur knapp über dem Meeresspiegel. Durch diese Lage weist es meist moorige Waldböden auf. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Waldes.

Diesen riesigen Bäumen statte ich noch einen Besuch ab. Zu finden sind sie recht schnell, da sie in einer Reihe gepflanzt wurden und sich doch markant von allen anderen Bäumen unterscheiden. Das Besondere bei dieser Baumart ist, dass es sich um ein lebendiges Fossil handelt. Entdeckt wurde der Urweltmammutbaum erst 1941 in einem recht unzugänglichen Gebiet in China.

Nach diesem Besuch beende ich den Tagesausflug auf Zingst und fahre zurück nach Barth, wo meine Unterkunft ist. Da es jetzt Herbst und bereits später Nachmittag ist, beginnt es jetzt auch langsam zu dämmern. Ich verlasse Zingst und seine wunderbare Naturwelt. Aber nur für heute, denn morgen werde ich wieder auf die Halbinsel fahren.

Zusammenfassung der Radtour

Viele Fotos, viele Eindrücke. Ich bin froh, dass ich mit dem Fahrrad hier war, denn das Rad ist das beste Fortbewegungsmittel um die Ostseite der Halbinsel zu erkunden. Die Radwege sind mit ganz wenigen Ausnahmen ist einem Top-Zustand. Naturfreunde - und vor allem (Hobby-)Ornithologen - sollte unbedingt der Halbinsel einen Besuch abstatten. Doch auch zu jeder anderen Jahreszeit ist die Insel ein Besuch wert.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

  • Vineta-Museum Barth: Barther Stadtgeschichte und Legenden um Klaus Störtebecker und Vineta.
  • St. Marienkirche Barth: Imposante Kirche im mittelalterlichen Stadtkern mit Turmblick.
  • Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft: Einzigartige Naturlandschaft mit vielfältiger Flora und Fauna.
  • Beobachtungsstation Pramort: Beobachtungspunkt für Kraniche und andere Zugvögel.
  • Hohe Düne: Größtes unbewaldetes Dünenfeld an der deutschen Ostseeküste mit Aussichtsturm.
  • Osterwald: Waldgebiet mit moorigen Waldböden und Urweltmammutbäumen.

Übernachtungsmöglichkeiten

  • Pension „Eshramo“ in Barth
  • „Hotel Speicher“ am Osthafen in Barth

Gastronomieempfehlungen

  • Galerie Café in der Klosterstraße in Barth
  • „Air-Pott“ am Ostseeflughafen Stralsund-Barth
  • Restaurant im „Hotel Seeblick“ in Barhöft
  • Galerie Meeresrausch (147) am Westhafen in Barth
  • Restaurant „Boddenkieker“ (148) am Westhafen in Barth
  • Jambolaya (149) am Osthafen in Barth
  • Restaurant „Skipper“ (73) in Zingst

Weitere Tipps

  • Bahnanreise (in eigener Regie) von Stralsund nach Ribnitz-Damgarten.
  • Die Anreise erfolgt in eigener Regie.

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