Radwege im Erzgebirge: Entdeckungstouren durch Sachsens schöne Seiten

Es gibt viele Wege, Sachsens schöne Seiten zu erleben. Besonders reizvoll sind die Entdeckungstouren mit dem Fahrrad oder E-Bike. In allen Regionen des Freistaates führen euch gut ausgebaute Strecken und beschilderte Wege durch das „Land von Welt". Viele Touren garantieren ein echtes Erlebnis: Herrliche Natur, idyllische Orte, jede Menge Sehenswürdigkeiten und gelebte Geschichte.

Und obendrein ein üppiges Freizeitangebot am Wegesrand. Es ist für jeden etwas dabei: Gleitet sanft am Ufer der Elbe entlang, genießt die Aussichten in den Felslandschaften des Elbsandsteingebirges oder geratet ins Staunen beim Erradeln der sächsischen Kulturschätze. Dies sind nur drei Beispiele von vielen. Schnappt euch euer Fahrrad oder E-Bike und lasst euch inspirieren von Sachsens schönsten Radrouten.

Radfahren im Erzgebirge: Für jeden Geschmack die richtige Tour

Egal, ob ihr einen gemütlichen Fahrrad-Ausflug mit der Familie oder eine sportlich motivierte Radtour machen wollt, das Erzgebirge bietet für jeden Anspruch den richtigen Radweg. Wer durch die idyllischen Täler des Erzgebirges radelt, wird nicht nur die Aussicht auf imposante Gesteinsformationen genießen, sondern kommt unterwegs auch an vielen Burgen und Schlössern vorbei. Mit einer Mischung aus Natur und Kultur lädt das vom Bergbau geprägte Erzgebirge zu unzähligen erlebnisreichen Radtouren ein.

Das Erzgebirge ist ein Mittelgebirge. Es liegt geografisch teils im deutschen Bundesland Sachsen und teils in der Region Böhmen in der Tschechischen Republik. Der Keilberg (oder Klinovec auf Tschechisch) ist mit 1244 Metern der höchste Berg des Erzgebirges. Er liegt auf tschechischer Seite nahe der deutsch-tschechischen Grenze. Früher wurde das Erzgebirge Mirikwidi genannt, was so viel heißt wie Finster- oder Dunkelwald. Kein Wunder also, dass die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als grenzübergreifendes Projekt am 6.

Du kannst aus einer breiten Palette an Strecken wählen - von sehr anspruchsvoll und herausfordernd bis hin zu weitestgehend gemütlich und entspannt. Schau einfach, was zu dir und deiner Kondition passt. Das Erzgebirge ist wie gemacht für gemütliche Pedaltritte: sanfte Hügel, dichte Wälder, alte Bergbauspuren und Dörfer, in denen die Zeit ein bisschen langsamer tickt. Müßiggang lohnt sich hier mehr denn je. Denn er bringt dich dazu, diese besondere Region in all ihren Facetten zu entdecken.

Anreise und Unterkunft

Ob mit dem Zug, dem Auto oder direkt dem Rad: Das Erzgebirge ist gut erreichbar. Auch mit dem Auto gelangst du bequem über die A4 oder A72 in die Region. Nach der letzten Etappe deiner Tour einfach wieder heimfahren? Muss nicht sein! Die Region bietet zahlreiche radfreundliche Unterkünfte, die oft auch kurzfristige Verlängerungen ermöglichen. Und wer abreist, kann sich schon mal die nächste Tour vormerken, denn das Erzgebirge hat noch viele Wege in petto.

In der Hochsaison lohnt es sich, frühzeitig zu reservieren oder gleich ein Pauschalangebot mit Übernachtung, Frühstück und Gepäcktransfer zu buchen.

Die beste Reisezeit

  • Im Frühling von Mai bis Juni erwacht die Natur. Die Wiesen in der Region beginnen zu blühen und die Temperaturen sind schon angenehm mild.
  • Der Sommer ab Juli und bis in den späten August ist perfekt für längere Etappen und Familienausflüge. In höheren Lagen bleibt es kühler, das macht das Fahren auch an sonnigen Tagen erträglich.
  • Goldene Wälder, klare Luft und weniger Trubel lassen den Herbst von September bis Oktober zu einem echten Geheimtipp für eine Tour im Erzgebirge werden.
  • Im Winter, also ab November und bis in den April, ist Radfahren im Erzgebirge eher etwas für Hartgesottene oder Fatbike-Fans. Dann dominieren eher Skilanglauf- und Winterwanderer die Region.

Drei abwechslungsreiche Touren im Erzgebirge

Das Erzgebirge bietet mit dem Würschnitztalradweg, dem Flöhatalradweg und dem Preßnitztalradweg drei abwechslungsreiche Touren, die Naturerlebnis, regionale Kultur und historische Sehenswürdigkeiten auf ideale Weise verbinden. Auch Familien kommen bei der Fahrt entlang der alten Eisenbahntrassen und durch Orte mit alter Handwerkskunst auf ihre Kosten.

Flöhatalradweg

Die Route verläuft vom Erzgebirgskamm in Deutschgeorgenthal bis zur Mündung der Flöha in die Zschopau. Dem Fluss folgend kommt geht es vorbei an vielen alten Mühlen und durch die bekannten Zentren erzgebirgischer Holzkunst: Neuhausen, Seiffen, Olbernhau und Grünhainichen. An einigen Stellen muss das enge Flusstal durch höhenmeterreiche Waldwege umfahren werden, was aber durch herrliche Ausblicke übers Tal belohnt wird. Der Flöhatalradweg verläuft bis Heidersdorf gleichzeitig auf der Fernradroute Sächsische Mittelgebirge. Eine Anbindung ins Quellgebiet der Flöha mit dem Stausee Flaje auf tschechischer Seite des Erzgebirges besteht.

Länge: 45,1km

Auf der tschechischen Seite des Erzgebietes wartet zum Start die Talsperre Flaje auf dich. Anschließend siehst du auf deinem Weg die Flöha entlang zahlreiche historische Mühlen und einige Wasserkraftwerke. Die Orte gelten als prominente Zentren erzgebirgischer Holzkunst. Zwischendurch wird die Strecke herausfordernder. Denn nicht immer reicht das enge Flusstal für einen Radweg. Dann musst du auf die höhenmeterreichen Waldwege ausweichen. Highlights unterwegs: Saigerhütte Olbernhau (UNESCO-Welterbe). Natürlich kannst du die Tour auch in entgegengesetzter Richtung fahren und aus der Steigung eine stetige Bergabfahrt machen.

Preßnitztalradweg

Der Rad- und Wanderweg beginnt im Zschopautal nahe in der Nähe von Annaberg-Buchholz. Beginnend in Wolkenstein führt er entlang der Preßnitz über Niederschmiedeberg, Streckewalde, Steinbach, Schmalzgrube vorbei am Museumsbahnhof Jöhstadt bis ins Tschechische zum Preßnitzstausee. Er ist 37 km lang und hat eine ständige leichte Steigung, die auch für ungeübte Radfahrer problemlos ist (Tallage, oft auf dem Bahndamm). Die Bauherren entschieden sich gegen Asphalt, so dass nun nach einigen Jahren die sangeschlämmte Oberfläche nicht mehr ideal ist. Mit einem Trekkingfahrrad lässt sich die Route aber trotzdem gut befahren. Das ist auch zu empfehlen, da die ländlichen Autofahrer auf der parallelen Straße kein Verständnis für Radfahrer haben, die auf Asphalt fahren wollen.

Etwas herausfordernder ist dagegen der Bodenbelag auf dem Preßnitztalradweg. Denn hier wurde nicht asphaltiert. Entsprechend sandig-schlammig kann der Untergrund sein. Letztere werden besonders über die parallel verlaufende Museumsbahn mit den original erhaltenen Bahnhöfen staunen.

Würschnitztalweg

Die Route beginnt am Waldbad Neuwürschnitz und endet am Wasserschloss Klaffenbach. Der Radweg ist durchgängig ausgeschildert und verbindet die Städte und Gemeinden Chemnitz, Neukirchen, Jahnsdorf, Niederdorf, Niederwürschnitz sowie Oelsnitz.

Länge: 45,9km

Der Radweg ist durchgehend ausgeschildert und größtenteils gut ausgebaut. Es lohnt sich, auf dem Freizeitgelände „Alte Ziegelei“ eine längere Pause einzuplanen. Von dort geht es auch schon auf den Endspurt Richtung Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz. Der Würschnitztalweg lässt sich auch als Rundtour gestalten: Vom Wasserschloss Klaffenbach führt der Weg über den Eisenweg in Richtung Brünlos.

Weitere Radrouten im Erzgebirge

  • Radfernweg Bayreuth-Zittau / Radroute Sächsisches Mittelgebirge: Eine reizvolle und anspruchsvolle Strecke, die das Erzgebirge in West-Ost-Richtung quert.
  • Stoneman Miriquidi MTB: Eine kultige Mountainbike-Challenge im Erzgebirge mit 162 Kilometern und 4.400 Höhenmetern.

Tipps für die Radtour im Erzgebirge

Damit deine Radtour im Erzgebirge ein voller Erfolg wird, beachte folgende Tipps:

  • Wetter: Das Erzgebirge kann launisch sein, was das Wetter betrifft. Checke vor Tourstart unbedingt den aktuellen Wetterbericht. Denke an Regenschutz und Sonnencreme. Gerade in den höheren Lagen können die Bedingungen stark schwanken.
  • Kondition: Je nach Route geht es sanft durchs Tal oder ordentlich bergauf. Plane Strecken, die zu deinem Fitnesslevel passen oder nutze ein E-Bike für längere Etappen.
  • Proviant: In entlegeneren Abschnitten ist die nächste Einkehrmöglichkeit nicht immer in Sicht.
  • Kartenmaterial: Auch wenn das Mobilnetz meistens gut ausgebaut ist, können eine analoge Karte oder vorher gespeicherte Offline-Routen auf deinem Smartphone Gold wert sein. Viele Radwege sind gut ausgeschildert.
  • Unterkünfte: Gerade in der Ferienzeit sind Pensionen, Gasthäuser und Bett&Bike-Betriebe schnell ausgebucht. Frühzeitig reservieren lohnt sich. Oder fehlt dir noch Ausrüstung?

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