Das mitteldeutsche Bundesland Hessen erstreckt sich über ca. 21.000 km² und ist bekannt für seine großartigen Landschaften, insbesondere seine Waldflächen, die erstaunliche 8.500 km² ausmachen. Flusstäler und Mittelgebirgsregionen wie Taunus, Westerwald, das Hessische Bergland und das Thüringer Becken prägen das Bundesland. Zu den bekannten Niederungen zählen das Oberrheinische Tiefland und das Limburger Becken.
Flussregionen, etwa die von Weser, Fulda, Werra, Main, Lahn und Neckar, die auch von Radfernwegen gesäumt werden, bieten interessante Perspektiven und Radtour-Gelegenheiten.
Beliebte Radwege in Hessen
Für freie Tage wie geschaffen: Zehn Tipps für Radtouren in Hessen, bei denen es entlang der Strecke viel zu erfahren gibt. Die Zahl der Themenwege in Hessen wächst, und bei Radfahrerinnen und Radfahrern werden sie immer beliebter. hessenschau.de hat aus der Vielzahl der Themen- und Fernradwege zehn Strecken herausgesucht, die sich in jedem Fall lohnen. Natürlich kann man sie auch etappenweise fahren.
Fulda-Radweg R1
Der 255 Kilometer lange Fulda-Radweg R1 verläuft von der Fulda-Quelle auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe bei Gersfeld in der Rhön bis ins Wesertal nach Bad Karlshafen (Kreis Kassel) im Norden. "Alles am Fluss" lautet das Motto des Fulda-Radwegs, der entlang der Wasserader verläuft.
Auf dem Weg geht es mit wenigen Steigungen durch sanftes Mittelgebirge. Eine Tour eignet sich damit auch für Familien und Genussradler. Tipp: Auf dem Weg kann man über die Fulda schweben - und zwar mit Deutschlands erster handbetriebener Fahrradseilbahn.
Der Fulda-Radweg ist eine vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit einer Zertifizierung von vier Sternen bedachte Route. Damit ist er in der zweithöchsten Kategorie vermerkt - ebenso wie der Eder-Radweg, der Neckartal-Radweg und der Weser-Radweg, die komplett oder teilweise in Hessen verlaufen. Mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde in Hessen nur der Diemelradweg, wie aus einer Übersicht des ADFC hervorgeht.
Bewertet wurden die Radwege in acht Kategorien:
- Netzbedeutung
- Wegeoberfläche
- Wegweisung
- Sicherheit
- Befahrbarkeit
- Infrastruktur
- Natur & Landschaft
- Kulturelle Angebote
Main-Radweg
Der Main-Radweg mit seiner Gesamtstrecke von knapp 600 Kilometern führt über knapp 80 Kilometer durch Hessen. Von Aschaffenburg (Bayern) kommend geht es nach Mainhausen (Offenbach). Von dort führt der Weg über Hanau an Frankfurt vorbei bis nach Wiesbaden.
Die Strecke verläuft zeitweise auf straßenbegleitenden Radwegen, zumeist jedoch auf echten Radstreifen am Mainufer, vereinzelt auch auf unbefestigten Wegen.
Rheingau- und Rheinhessen-Route
Diese Tour verbindet die beiden Weinregionen Rheingau und Rheinhessen. Im Rheingau verläuft die Tour auf dem Panoramaweg R3a durch das Rebenmeer und liegt nahe der Schlösser Vollrads und Johannisberg, die einen Abstecher wert sind. In Rheinhessen geht es auf den ausgeschilderten Routen Rheinradweg, Obstroute und Hiwwel-Route durch das Binger Kulturufer und das rheinhessische Hügelland zum Übersetzen nach Ingelheim.
Lahnradweg
Der familienfreundliche Lahnradweg zählt zu den Klassikern unter den an Flüssen entlang führenden Radwegen. Er verläuft von der Quelle bis zur Mündung der Lahn, also vom Rothaargebirge bis Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet.
Nahe der Strecke befinden sich einige Schlösser, Burgen und Kirchen. Der Radweg verbindet zahlreiche Städte und Ortschaften mit ganz unterschiedlichem Charme. Tipp: Mit einem Wechsel ins Kanu lässt sich das Tourstück zwischen Diez und Laurenburg sehr gut bewältigen.
Radweg Deutsche Einheit
Der Radweg Deutsche Einheit ist ein touristischer Radwanderweg, der sich auf einer Gesamtstrecke von rund 1.100 Kilometern von Bonn (NRW) durch sieben Bundesländer - unter anderem Hessen - nach Berlin schlängelt. Die Strecke teilt sich in fünf Abschnitte und diese wiederum in insgesamt 20 Etappen.
Der seit dem Jahr 2015 bestehende Radweg ist ein Symbol für die Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen der Infrastruktur in Ost und West. An rund 100 historischen Orten und Schauplätzen soll die (Erfolgs-)Geschichte der Deutschen Einheit vermittelt werden.
Bahnradweg Hessen
Von Hanau nach Bad Hersfeld führt die Route des Bahnradwegs Hessen auf vielen ehemaligen Bahntrassen durch Wetterau, Vogelsberg, Main-Kinzig-Tal, Rhön und Nordhessen. Von Altenstadt-Höchst im Süden bis nach Schlitz im Norden der Vulkanregion Vogelsberg verläuft der Radweg auf feinem Asphalt. Das macht ihn auch attraktiv für Inliner, Longboarder und Handbiker.
Die Trasse verläuft auf der Strecke der ehemaligen Oberwaldbahn. Das Höhenniveau ist dementsprechend flach, Steigungen betragen höchstens drei Prozent. Da der Weg auf dem größten Vulkanmassiv Mitteleuropas verläuft, kann man zu diesem Thema eine Menge erfahren.
Tipp: Vom 1. Wer mehrtägige Tripps mit Übernachtungen plant, kann an den Strecken auf Unterkünfte mit der Bezeichnung Bett + Bike achten. Mit diesem Siegel hat der ADFC geprüfte Herbergen ausgezeichnet, die als fahrradfreundliche Betriebe gelten. In Hessen sind es mehr als 350 Unterkünfte, die sich entlang der Radfernwege befinden und hier hinterlegt sind.
Rhön-Radweg
Auf dem Rhön-Radweg geht es mitten durch das von der Unesco ausgezeichnete Biosphärenreservat Rhön. Besucher erleben dabei die vielseitige Gestalt des Mittelgebirges im Drei-Länder-Eck von Hessen, Bayern und Thüringen. Trotz eines vom hessischen Radrouten-Planer angegebenen mittleren Schwierigkeitsgrades ist hier und da Kondition auf der sportiven Strecke gefordert. Am Scheitelpunkt der Tour in der Langen Rhön geht es bis zu einer Höhe von 830 Metern hinauf.
Südhessen
Nicht nur die milden Temperaturen früh im Jahr machen die Region Südhessen interessant für Radler. Durch das Klima gedeihen dort sogar Mandeln und Pfirsiche. Berühmt ist die Region aber für ihren Wein. Die Städte und Gemeinden entlang der Strecke haben viele kulturhistorische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dort erstreckt sich auch der von der Unesco anerkannte Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
Planung und Infrastruktur
Es gibt zahlreiche Internetseiten und Apps, mit denen Radtouren detailliert geplant werden können. Ein Angebot des Landes Hessen ist der kostenlose Radrouten-Planer. Dort kann man Touren mit Start und Ziel sowie weiteren Optionen selbst konfigurieren, aber sich auch Routen vorschlagen lassen. Beliebte Anbieter sind auch bikemap, Komoot und outdooractive. Besonders praktisch ist es bei der Navigation, unterwegs die Sprachausgabe der Apps zu nutzen.
Radroutenplaner Hessen
Im Radroutenplaner Hessen ist ein rund 25.000 Kilometer langes Radnetz dargestellt, das mit Kreisen, Städten und Gemeinden abgestimmt ist. Es wurde ursprünglich für den Freizeitverkehr entwickelt. Darin enthalten sind ca. 8.000 Kilometer Thementouren, also mit Logo beschilderte, qualitativ höherwertige touristische Routen sowie die Hessischen Radfernwege einschließlich des Radweges Deutsche Einheit mit ca.
Nahmobilität in Hessen
Wer nahmobil unterwegs ist, ist dies meistens zu Fuß oder mit dem Fahrrad, nutzt aber zwischendurch auch mal Bus oder Bahn. Auf kurzen Strecken ist man so häufig schneller als mit dem Pkw, da man nicht im Stau steht und keinen Parkplatz suchen muss. Zudem steigern gute Bedingungen für den Fuß-und Radverkehr die Lebensqualität und Verkehrssicherheit für alle.
Die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs ist deshalb ein zentrales Handlungsfeld der Mobilitätspolitik in Hessen. Wir sehen, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit immer beliebter wird und wollen die Infrastruktur deutlich verbessern. Gute Bedingungen für den Fuß-und Radverkehr steigern Lebensqualität und Verkehrssicherheit.
Deutlich wird das Engagement der Landesregierung zur Stärkung der Nahmobilität auch bei der Finanzierung. In den Jahren 2023 und 2024 stehen für die Fuß- und Radwege in kommunaler Hand insgesamt 48 Mio. Euro an Fördermittel zur Verfügung. Für Radwege im Zuge von Landesstraßen stehen in diesen beiden Jahren weitere 30 Millionen Euro zur Verfügung.
Auch der Radwegebau und die -sanierung im Zuge von Bundes- und Landesstraßen schreitet weiter voran. Ziel ist es, unser 25.000 Kilometer langes Radverkehrsnetz in Hessen - bei hohen Ausbaustandards - noch attraktiver und sicherer zu gestalten und gleichermaßen die verbleibenden Netzlücken im Radverkehr zu schließen.
Seit Januar 2021 unterstützt der Bund mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ Kommunen bei der Weiterentwicklung der Radinfrastruktur. Dafür stehen in Hessen in den Jahren 2021 bis 2023 zusätzlich rund 70 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung. Dadurch konnten bisher rund 100 Projekte gefördert werden.
Radwege an Bundes- und Landesstraßen liegen in der Verantwortung des Landes und werden von Hessen Mobil geplant, gebaut und unterhalten. Seit Jahren wird in Hessen an vielen Stellen an guten Rad- und Fußwegen gearbeitet.
Investitionen in Radwege
Von 2014 bis 2024 sind 82,0 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau und in die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen geflossen. Insgesamt konnten damit rund 127 Kilometer Radwege neu- und ausgebaut oder saniert werden. Im Jahr 2024 wurden erstmals 17 Millionen Euro für Radwege im Zuge von Landesstraßen investiert.
Im Jahr 2025 plant die Landesregierung an die Rekordinvestitionen des vergangenen Jahres anzuknüpfen und möchte weitere 17 Millionen Euro in Radwege an Landesstraßen investieren. Dies entspricht zehn Prozent des geplanten Etats für Landesstraßen. Zum Vergleich: im Jahr 2014 beliefen sich die Investitionen in Radwege mit 1,7 Millionen Euro nur auf knapp 2 % der sonstigen Investitionen im Landesstraßenbau.
Darüber hinaus sind zwischen 2014 und 2024 106,8 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau und in die Sanierung von Radwegen an Bundesstraßen geflossen. In diesem Zeitraum konnten damit insgesamt rund 77 Kilometer Radwege neu- und ausgebaut oder saniert werden.
Planung und Umsetzung
Jedoch erfordert der Bau eines neuen oder der Ausbau eines bestehenden Radweges eine Planung wie die eines sonstigen Straßenbauprojekts: Auch ein Radweg benötigt bestandskräftiges Baurecht. Daher hat die Landesregierung auch die Planungskapazitäten bei Hessen Mobil speziell für den Radwegebau deutlich erhöht.
Seit 2020 gibt es bei Hessen Mobil Gruppen von Planerinnen und Planern, die sich ausschließlich um den Radverkehr kümmern: Sie werden die Planung von Radwegen deutlich voranbringen. Dazu wurden bei Hessen Mobil zahlreiche neue Stellen geschaffen.
Zudem wurden fünf Radverkehrs-Koordinatoren etabliert, die u. a. die Interessen von Hessen Mobil als zentrale Schnittstelle zu Kommunen, Radverkehrsinteressengruppen und Bürgern in der Fläche wahrnehmen. Es ist vorgesehen, in jeder der sechs Regionen von Hessen Mobil entsprechende Koordinatoren vorzusehen.
Bereits 2019 ist bei Hessen Mobil eine zentrale Steuerungsgruppe Radverkehr eingerichtet worden, um Hessen Mobil strategisch und organisatorisch im Radverkehr neu aufzustellen.
Da nicht alle gewünschten Radwege zeitgleich geplant und zukünftig gebaut werden können, musste eine Priorisierung, an welchen Abschnitten von Bundes- und Landesstraßen zuerst mit der Planung begonnen wird, erfolgen, damit die personellen und finanziellen Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden.
Hessen Mobil hat daher im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen eine „hessenweite Dringlichkeitsbewertung für Radwege an Bundes- und Landesstraßen“ unter Berücksichtigung einer neuen Methodik durchgeführt.
Die Bewertung von Maßnahmen erfolgte anhand der Netzbedeutung der jeweiligen Verbindung für den Radverkehr, die sich üblicherweise aus einer systematischen netzkonzeptionellen Planung ergibt, und der Beurteilung der bestehenden Situation für die Radfahrenden. In diesem Rahmen wurden Kriterien wie die Netzfunktion im Alltags- und Freizeitverkehr, das abgeschätzte Radverkehrsaufkommen, Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen Verkehrsträgern und die Erschließung wichtiger Nahmobilitätsziele wie Grundschulen und Nahversorgungseinrichtungen ebenso betrachtet, wie Konflikte mit dem Kfz-Verkehr unter Berücksichtigung der Anforderungen der maßgeblichen Nutzergruppe.
Im Dezember 2021 wurden die Ergebnisse der Dringlichkeitsbewertung für Radwege an Bundes- und Landesstraßen veröffentlicht. In den Jahren 2022 und 2023 wurden in Hessen weitere 100 Kilometer neue Radwege, die wichtige Lücken im Radnetz schließen werden, mit einem Investitionsvolumen von etwa 70 Millionen Euro in das Planungsprogramm aufgenommen.
Hierfür hat Hessen Mobil mit der Planung von 28 besonders dringlichen Radwegeprojekten, davon 12 an Landesstraßen, begonnen. In den Jahren 2024/2025 kommen 35 weitere Projekte mit einer Länge von 116 Kilometern im Planungsprogramm von Hessen Mobil hinzu.
Förderung der Kommunen
Ein Großteil der Fuß- und Radverbindungen in Hessen liegt in der Verantwortung von Städten und Gemeinden. Das Land Hessen unterstützt sie Kommunen fachlich und finanziell bei dem Ausbau der Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur sowie mit zahlreichen Angeboten zur Stärkung der Nahmobilität.
In den vergangenen Jahren konnten mit fast 140 Millionen Euro knapp 600 Projekte für den Rad- und Fußverkehr in den hessischen Kommunen ermöglicht werden. So liegt das Fördervolumen des Landes Hessen seit 2020 bei über 23 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Maßnahmen der Kommunen zur Verbesserung der Nahmobilität.
So stellt das Land Hessen seit 2020 23,5 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Maßnahmen der Kommunen zur Verbesserung der Nahmobilität zur Verfügung. Die fachliche Unterstützung und Beratung reicht vom Erfahrungsaustausch bis zu Leitfäden für die Planung. 2019 wurden beispielsweise eigens landesweite Qualitätsstandards und Musterlösungen für die Radverkehrsinfrastruktur erarbeitet.
Diese Planungsgrundlagen erleichtern die Arbeit der Städte und Gemeinden und dienen als Grundlage bei der Gestaltung und Planung einer sicheren und attraktiven Rad-und Fußverkehrsinfrastruktur.
Radnetz Hessen
Einzelne Radverbindungen ergeben ein Radnetz, das für verschiedene Nutzungen geeignet ist. So gibt es ein Netz für den Alltag, bei dem die direkte und zügige Verbindung zwischen Ortschaften und Zielen (Schulstandorte, Gewerbestandorte, wichtige Einkaufsgelegenheiten, Arbeitsplatz etc.) im Vordergrund steht. Zu den Netzen für den Alltagsradverkehr zählt z.B.
Wichtig für Radverbindungen bzw. das Radnetz ist: Ein und derselbe Weg kann sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Unmittelbar an den Landesstraßen befinden sich ca. 817 km Radverkehrsanlagen, an den Bundesstraßen in Hessen ca. 552 km. Hinzu kommen Radwege bzw. Wege, die für den Radverkehr durch das Land bzw. den Bund ausgebaut wurden, jedoch nicht unmittelbar an der Landes- bzw.
Im Zuge der Zustandserfassung und -bewertung wurden insgesamt ca. 2.500 km Radverkehrsanlagen (inkl.
Der Grundsatz bei der Planung von Radverbindungen in Hessen lautet jetzt: Die Radverkehrsinfrastruktur soll aus einem Netz heraus entwickelt werden. Das Rad-Hauptnetz Hessen bildet somit die hessenweite Planungsgrundlage für das Radverkehrsnetz, das durch die regionalen und lokalen Radnetze für den Alltagsverkehr vervollständigt wird.
Auf Landesebene stellt das Rad-Hauptnetz die Verbindungen für den Alltagsradverkehr zwischen den Oberzentren und den zugehörigen Mittelzentren dar. Es wird durch regionale und lokale Netze vervollständigt.
Das Rad-Hauptnetz Hessen verbindet alle Oberzentren untereinander sowie die Mittelzentren mit ihrem nächsten Oberzentrum bis zu einer Entfernung von rund 30 Kilometer. Es zeichnet sich - so ist das Ziel formuliert - durch direkte, sichere, komfortabel zu befahrende und durchgehend einheitlich beschilderte Radverkehrsverbindungen aus.
Das Netz der Radfernwege hingegen bündelt die längeren touristischen überregionalen Radrouten. Die drei Deutschland-Routen D4, D5, D9 und der Radweg-Deutsche-Einheit kreuzen Hessen ebenso wie weitere überregionale Themenrouten wie z. B.
Die für den Radverkehr genutzten Wege können in der Baulast von Bund, Land, Kreisen, Gemeinden oder sogar Dritten wie zum Beispiel Waldbesitzern liegen. Von den insgesamt durch den Radroutenplaner errechneten 25.000 Kilometer Radverbindungen liegt der größte Teil in der Verantwortung der Kreise, Städte und Gemeinden sowie Dritter (88 Prozent).
Sofern es sich um straßenbegleitende (unselbstständige) Radwege handelt, ist grundsätzlich der Baulastträger der Straße auch Baulastträger des Radweges. Radwege abseits von klassifizierten Straßen - also abseits von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen - liegen in der Regel im Zuständigkeitsbereich von Kommunen.
Das Land Hessen fördert Planung und Bau von Radwegen im Zuständigkeitsbereich von Kommunen in der Regel mit 70 Prozent der Kosten. Unter bestimmten Voraussetzungen finanziert der Bund oder das Land den Ausbau eines abseits der Straße verlaufenden Weges für den Radverkehr als Ersatz für einen straßenbegleitenden Radweg.
Der zum Ausbau vorgesehene Weg muss u. a. Durch die landesweiten Qualitätsstandards und Musterlösungen, die den Bau von Radverbindungen qualitativ...
Das Rad-Hauptnetz Hessen bildet das hessenweite Grundgerüst für das Radverkehrsnetz, das durch die regionalen und lokalen Radnetze für den Alltagsverkehr vervollständigt wird. Mit der Vorstellung des Rad-Hauptnetzes im April 2019 wurde ein Prozess gestartet, um die Qualität der Infrastruktur landesweit zu erhöhen.
Vom Rad-Hauptnetz profitieren nicht nur Radfahrerinnen und Radfahrer, sondern auch Kommunen. In Anlehnung an die Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) wurde unter Beteiligung der Städte, Gemeinden und Kreise, Regierungspräsidien, Fachbehörden, regionalen Institutionen und Interessensverbände im Jahr 2019 erstmals ein Rad-Hauptnetz Hessen identifiziert.
Fortschreitende Planungen und räumliche Entwicklungen erfordern eine regelmäßige Aktualisierung und Konkretisierung. Im Jahr 2024 fand erneut eine Fortschreibung statt. Anlass dazu waren die bis Anfang 2024 eingegangen Rückmeldungen aus Kreisen und Kommunen und mehrere fertig erstellte Radverkehrskonzepte in den Landkreisen. Für die Fortschreibung wurden Anpassungen und Änderungen am Rad-Hauptnetz vorgenommen und diese in sechs Regional-Workshops mit regionalen Akteuren erörtert.
Radschnellverbindungen
Ganz grundsätzlich stellen Radwege eine sogenannte Führungsform von Radverbindungen dar. Radverbindungen selbst können unterschiedlich ausgebaut werden. Im hessischen Radnetz sind die drei Ausbaustufen von Radverbindungen definiert: Radschnellverbindungen, Raddirektverbindungen und Radverbindungen einschließlich der Hessischen Radfernwege. Diese legen für die jeweilige Verbindung die Ausgestaltung der jeweiligen Führungsformen (also z.B. Radweg) fest. Ausschlaggebendes Kriterium für die Einstufung ist die erwartete Nutzung, die z.B.
Davon zu unterscheiden sind baulich nicht abgetrennte Radverbindungen, die auf Straßen verlaufen. Darüber hinaus können Radverbindungen über Straßen, die dem Radverkehr dienen, wie Fahrradstraßen bzw. Fahrradzonen verlaufen. Diese können für Kraftfahrzeuge freigegeben werden. Die Geschwindigkeit ist auf maximal 30 Stundenkilometer beschränkt. Außerdem dürfen Radfahrerinnen und Radfahrer durch den Kraftfahrzeugverkehr weder gefährdet noch behindert werden.
Radschnellverbindungen sollen dort geschaffen werden, wo ein besonders hohes Potenzial für den Radverkehr im Alltagsverkehr besteht (mehr als 2.000 Fahrten am Tag). Radschnellverbindungen sind qualitativ hochwertige und leistungsstarke Radverbindungen, die dem Radverkehr neue Reichweiten schaffen. Durch eine direkte und steigungsarme Führung, eine hohe Qualität der Oberfläche und möglichst wenige Halte wird eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit (einschließlich aller Halte) von 20 Stundenkilometer erreicht.
Es wurden landesweit Korridore für Radschnellverbindungen identifiziert. 2019 und 2020 wurden die ersten Teilstücke der Radschnellverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt in Betrieb genommen. Der erste Abschnitt (Egelsbach - Darmstadt-Wixhausen) hat eine Länge von 3,6 Kilometern und der zweite Abschnitt (bis zum Bahnhof Darmstadt-Wixhausen) eine Länge von ca. 700 Metern. 2021 wurde mit der Durchführung der Machbarkeitsstudie für die Verbindung Frankfurt - Wiesbaden begonnen.
Darüber hinaus sind Machbarkeitsstudien für die Verbindungen Vellmar - Kassel, Baunatal - Kassel, Kaufungen/Heisa - Kassel, Darmstadt - Heidelberg/Mannheim, Friedrichsdorf - Frankfurt, Hanau - Frankfurt fertiggestellt.
Das Land Hessen fördert Machbarkeitsstudien für Radschnellverbindungen im Rahmen der Richtlinie zur Förderung der Nahmobilität. Für Planung und Bau stehen zusätzlich Fördermöglichkeiten im Rahmen des Mobilitätsfördergesetzes zur Verfügung. 2020 und im laufenden Jahr 2021 wurden Radschnellverbindungen bisher mit mehr als 7,6 Millionen Euro vom Land Hessen gefördert. Darüber hinaus hat der Bund Mittel in Höhe von rund 2,9 Mio.
Themenrouten und Tourentipps
Themenrouten sind beschilderte Radrouten, die überwiegend dem touristischen Fahrradverkehr dienen und dementsprechend vermarktet werden. Diese sind mit textlichen Beschreibungen sowie zusätzliche Streckeninformationen versehen. Bei Auswahl einer Route wird Ihnen der Verlauf in der Karte dargestellt.
Tourentipps Dabei handelt es sich um halb- bis ganztägige Radtouren, die von den Tourismusagenturen erarbeitet werden. Diese sind meist nicht ausgeschildert. Im Radroutenplaner finden Sie zu den Tourentipps textliche Beschreibungen und weitere nützliche Informationen.
Mountainbike-Touren
Wir stellen Ihnen naturverträgliche Mountainbike-Touren zur Verfügung, die u.a. von den Tourismusagenturen in Hessen erstellt werden.
User-Routen
Hierbei handelt es sich um Routenvorschläge, die von anderen Nutzern hochgeladen und zur Verfügung gestellt wurden. Diese werde von uns nicht geprüft.
Planen Sie Ihre Radtour
Hessens gut ausgebautes Radwegenetz bietet Dir Routen durch idyllische Flusstäler, Strecken zum Genießen sowie anspruchsvolle Touren durch die hessischen Mittelgebirgslandschaften. Was Du auf allen Strecken erlebst, ist eine große landschaftliche, kulturelle und auch kulinarische Vielfalt.
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