Der Rennradmarkt ist vielfältig und bietet für jeden Anspruch das passende Modell. In den letzten Jahren haben sich Disc-Bremsen immer mehr durchgesetzt und sind mittlerweile Standard bei vielen Rennrädern. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Trends und Modelle im Bereich der Rennradrahmen mit Disc-Bremsen und gibt einen Überblick über verschiedene Preisklassen und Ausrichtungen.
Preis und Ausstattung: Was bekommt man für sein Geld?
Die Inflation macht sich auch im Rennrad-Bereich bemerkbar. Die Preis-Obergrenze für beliebte Räder der Mittel- bis oberen Mittelklasse musste in den vergangenen Jahren schrittweise erhöht werden. Es stellt sich die Frage, was man heute noch für sein Geld bekommt. Sechs der zehn Testräder sind mit einer elektronischen Gruppe von Sram oder Shimano ausgestattet. Elektronische Gruppen punkten meist mit schnellen Schaltvorgängen und sind in der Regel recht wartungsarm. Der Preis ist jedoch etwas höher als jener von mechanischen Gruppen.
Vielfalt im Testfeld
Das Testfeld ist enorm vielfältig, und es gibt Modelle für unterschiedliche Fahrstile und Anforderungen. Zu den komfortorientierten Endurance-Modellen zählt etwa das Canyon Endurace CF SLX. Die bewährte VCLS-2.0-Sattelstütze arbeitet wie eine Art Blattfeder und sorgt so für eine deutliche Vibrationsdämpfung. Auch das Allterrain-Modell Rennstahl 853 Speed Gravel punktet unter anderem mit seinem hohen Fahrkomfort. Dieser ist auch, wenn auch nicht nur, auf das Rahmenmaterial Stahl zurückzuführen. Der Rahmen weist zudem zusätzlich Ösen zum Anbringen eines Gepäckträgers auf. Somit eignet es sich auch für den Einsatz als Pendler-, Bikepacking- und Alltagsrad.
Zu den Allround-Modellen des Tests zählen etwa das Storck Fascenario.3 Comp, das Gunsha SLX Road 2.0 Disc und das Rose X-Lite 06. Die am klarsten auf den sportiven und den Renneinsatz ausgerichteten Modelle des Testfelds sind das Stevens Izoard Pro Disc, das Baldiso A1 und das Benotti Fuoco Disc Carbon. Sie punkteten im Testverlauf mit einer vergleichsweise hohen Agilität und teils mit Leichtgewicht. Drei der zehn getesteten Räder sind mit 30- beziehungsweise 32-Millimeter-Modellen ausgestattet. Ob sportiv oder komfortabel, ob aero- oder langstrecken-orientiert - die Rennräder zwischen 3000 und 4000 Euro sind enorm vielfältig.
Preiswerte Rennräder unter 1500 Euro
Preiswerte Neuheiten mit langlebigen Alu-Rahmen ausschließlich für die Straße sind rar; bestehende Plattformen werden kaum noch weiterentwickelt oder von neuen Modellen ersetzt. Für viele Hersteller lohnt sich das Geschäft mit günstigen Straßenrennrädern offenbar nicht mehr. Sie stecken ihren Entwicklungsaufwand in hochwertige Räder, die dann mit technischen Innovationen hervorstechen, aber eben auch deutlich teurer sind. Allerdings bieten einige Marken weiterhin hochwertige Modelle zu wettbewerbsfähigen Preisen an. Für 1500 Euro bekommt man ein gutes Modell mit einem Aluminiumrahmen und einer Carbon-Gabel. Das Gewicht liegt dabei etwa bei 10 Kilogramm. In den meisten Fällen sind mechanische Scheibenbremsen verbaut.
Beispiel Rose
Exemplarisch für diese Entwicklung steht Rose: Zwar muss man den Bocholtern zugutehalten, dass sie als einziger Hersteller ein neues Modell in den Test schicken. Der Preis ist wie beim Pro SL weiterhin attraktiv, mit 1200 Euro ist das Rose das günstigste Modell im Feld. Doch das hohe Gesamtgewicht von mehr als zehn Kilogramm dokumentiert die Entwicklung: Vor zehn Jahren war ein Pro SL auf der Höhe der Zeit zwei Kilogramm leichter.
Das Allroadbike
Die Konkurrenz verfolgt einen etwas gemäßigteren Ansatz, die Idee dahinter ist aber identisch. Dank viel Platz für breite Reifen sollen die Alu-Renner die Möglichkeit eröffnen, im Gravelbike-Terrain zu wildern. Bereits ab Werk sind die meisten Modelle mit etwas breiteren Gummis als bei Straßenrennern üblich ausgestattet. "Allroadbike" nennt sich diese noch junge Kategorie, der in unserem Vergleich das Giant Contend AR 2 am nächsten kommt. Die üppig breiten Reifen wappnen die Kandidaten nicht nur für Abstecher auf Schotterpisten, sie erhöhen auch auf asphaltierten Wegen den Federkomfort.
Auf Komfort ausgelegt
Auf Komfort im Sinne einer entspannten Sitzposition sind auch die Rahmengeometrien ausgelegt, die Fahrer oder Fahrerin in eine vergleichsweise aufrechte Sitzposition bringen. Das andere Extrem bildet das Radon R1, dessen Rahmen vergleichsweise lang ausfällt und den Fahrer in Kombination mit dem großen Reach der Lenker-Vorbau-Kombi in eine rennmäßige Haltung bringt, wie wir sie eigentlich sonst nur von Profirädern kennen. Mit den Testrädern muss man zwar keine Rennen gewinnen, das durchweg hohe Gewicht ist aber dennoch ein spürbarer Dämpfer für den Fahrspaß - zumindest wenn man schon mal ein richtig leichtes Rennrad fahren durfte.
Komponenten und Bremsen
Zum hohen Gewicht der Räder trägt auch Shimanos Komponentengruppe Tiagra bei, die durchweg montiert ist. Größer als beim Getriebe ist die spürbare Diskrepanz zwischen den hydraulischen Scheibenbremsen aktueller Top-Räder und den einfachen mechanischen Scheibenbremsen wie beispielsweise am Fuji und am Giant, die deutlich kräftigeren Zug am Hebel erfordern und nicht so gut bremsen.
Der Testsieger
Das beste Gesamtpaket und damit ein wirklich gutes, günstiges Straßenrennrad stellt Canyon. Qualitativ am nächsten kommt dem Endurace das Giant, das eine bessere TOUR-Note nur aufgrund etwas geringerer Steifigkeitswerte verpasst.
Rennräder zwischen 1500 und 3000 Euro
In dieser Preisklasse beginnt der Einstieg in Fahrräder mit Carbonrahmen. Ein Carbonrahmen sorgt für ein leichteres Fahrrad und ermöglicht eine bessere Anpassung an den einzelnen Fahrer. Neben dem Rahmen sind in diesem Preissegment auch hydraulische Scheibenbremsen üblich. Was den Antrieb betrifft, ist das gängigste Setup ein Shimano 105-Set.
Beispielmodelle
- Cannondale CAAD Optimo 4: Der perfekte Einstieg in die Welt der leistungsstarken und gleichzeitig erschwinglichen Rennräder.
- Orbea Avant H40: Dieses Modell kombiniert geschickt einen robusten Aluminiumrahmen mit einer flexiblen Carbon-Gabel, die ein dynamisches und gleichzeitig komfortables Fahrerlebnis bietet.
- Cube Attain C:62 SLX: Der hochwertige C:62 Carbonrahmen mit Twin Mold Technology ist so konzipiert, dass er den Luftwiderstand minimiert und die Kraft effizient überträgt.
Rennräder zwischen 3000 und 5000 Euro
In dieser Preisklasse kann man ein hochwertiges Fahrrad mit fortschrittlichen Merkmalen und den neuesten Technologiekomponenten erwarten. Wie auch in der vorherigen Preisklasse ist der Carbonrahmen hier der Standard. Hydraulische Scheibenbremsen sind ebenfalls weit verbreitet. Der größte Unterschied im Vergleich zu den Rädern der 1500 bis 3000 Euro-Klasse wird sich im Schaltgruppe-Bereich zeigen. Ab etwa 3000 Euro wirst du beginnen, Fahrräder mit elektronischen Schaltgruppen zu finden.
Beispielmodelle
- BMC Teammachine SLR Five: Die Teammachine SLR-Reihe von BMC ist eine Spitzenreihe von Rennrädern, die vor 10 Jahren das Design und die Herstellung von leistungsstarken Rennrädern revolutionierte.
- Cannondale Synapse Carbon 2 LE: Es besteht aus leichtem Carbon, mit DT Swiss-Rädern und einem fein abgestimmten aerodynamischen Profil der Gabel und des Rahmens.
- Orbea Orca M20iTeam: Wir haben uns für das Orbea Orca M20iTeam entschieden, weil es ein leichter und leistungsstarker Rennrad ist.
High-End-Rennräder (über 5000 Euro)
In dieser Preisklasse kann man das Beste erwarten, was jede Marke zu bieten hat. Der Unterschied zu den vorherigen Kategorien zeigt sich sowohl im Rahmen als auch in der Ausstattung. High-End-Rennräder werden in der Regel aus hochwertigem Carbon gefertigt. Bei einigen Modellen kann allein die Tatsache, einen hochwertigeren Carbonrahmen zu besitzen, den Preis um mehrere tausend Euro steigen lassen.
Beispielmodelle
- Cannondale SuperSix EVO Hi-Mod 2: Dieses Rennrad wurde speziell entwickelt, um in Sachen Geschwindigkeit zu glänzen, dank eines ultraleichten Rahmens und einer Gabel aus Hi-MOD Carbon.
- BMC Teammachine SLR01: Der Rahmen wurde so entwickelt, dass er flexibler als je zuvor ist, dank der TCC-Technologie, die verbesserten Grip und Kontrolle bietet, um die Muskelermüdung zu verringern.
Leichtbau-Rennräder
Rennräder wurden in den vergangenen Jahren eher schwerer als leichter, da Scheibenbremsen oder aerodynamisch optimierte Rahmen-Sets auf die Waage drücken. 2024 läuteten allerdings vier Neuheiten eine Renaissance des Leichtbaus ein, die auch in fahrfertigem Zustand das Gewichtslimit des Radsport-Weltverbands unterbieten. Zwei Modelle bleiben sogar unter der Sechs-Kilo-Marke.
Top 10 der leichtesten Disc-Rennräder (Stand: Januar 2025)
| Rang | Modell | Gewicht Komplettrad (Gramm) |
|---|---|---|
| 1 | Schmolke Leggerissima TLO | 5400 |
| 2 | Scott Addict RC Ultimate | 5880 |
| 3 | Specialized S-Works Aethos | 6120 |
| 4 | Benotti Fuoco Carbon Ultra | 6127 |
| 5 | Factor O2 VAM | 6520 |
| 6 | Giant TCR Advanced SL | 6520 |
| 7 | Wilier Zero SLR | 6530 |
| 8 | Specialized S-Works Tarmac SL8 | 6550 |
| 9 | Storck Aernario.3 Platinum Disc | 6560 |
Ein zentraler Grund für das Comeback des Leichtbaus sind neue Fertigungstechnologien bei Rahmen und Gabel. Die Kletterkünstler profitieren zudem von spektakulären Laufrädern. Neben den Felgen sind teilweise auch Speichen und Nabenflansche aus Kohlefaser gefertigt.
Aluminium-Rennrad mit Felgenbremsen: Stevens Izoard
Stevens schickt als einziger Hersteller ein Carbonrennrad mit Felgenbremsen in den Test - und sticht damit die Disc-Modelle beim Gewicht aus. Durch das veraltete Bremssystem profitiert das Stevens vor allem bei den Laufrädern. Die flachen DT-Swiss-Felgen aus Aluminium sind bis zu 1000 Gramm leichter als die Disc-Varianten der Konkurrenz, schnelle Reifen von Continental unterstützen das lebendige und direkte Fahrverhalten.
Der Fahrkomfort ist passabel, insgesamt fühlt sich das Stevens mit Aluminiumlenker und -sattelstütze aber recht hart an und steht in der Tradition des klassischen Straßenrennrads. Zudem sollte man im Blick behalten, dass die Versorgung mit Ersatzteilen problematisch werden kann. Das Izoard ist eines von zehn Modellen, die sich in Stevens' Konfigurator realisieren lassen. Die Basisversion mit tadelloser 105-Schalttechnik startet bei 1999 Euro und ist 600 Euro günstiger als das Pendant mit Scheibenbremsen.
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