Wasserdichte Fahrrad-Regenbekleidung für Damen im Test

Für die Natur ist Regen ein Segen, aber für alle, die länger in der Natur unterwegs sind, weniger. Halten die angeblich wasserdichten Hosen wirklich dicht? Um das zu überprüfen, sind wir tapfer bei jedem Wolkenbruch und Schmuddelwetter raus, haben lange Spaziergänge und Radtouren unternommen, im Garten gearbeitet, auf triefenden Parkbänken gesessen oder uns ins nasse Gras gelegt. Dabei konnten wir auch feststellen, wie viel Bewegungsfreiheit die Modelle bieten und ob sie atmungsaktiv sind.

Was macht eine gute Regenhose aus?

Die Regenhosen in unserem Test sind für unterschiedliche Einsatzzwecke gedacht: beispielsweise zum Radfahren, sportlichen Wandern oder einfach nur zum Trockenbleiben im Sitzen, Stehen oder Gehen. Hier sind einige Kriterien, die bei der Auswahl einer Regenhose wichtig sind:

  • Wassersäule: Das Kriterium Nr. 1 ist sicherlich die Wassersäule. Gute Outdoorkleidung für den längeren Einsatz im Regen oder Schnee verfügt über eine mindestens doppelt so hohe Wassersäule. Im Test hatten wir Regenhosen mit Werten zwischen 2.000 und 20.000 Millimeter.
  • Atmungsaktivität: Wer eine Regenhose auch sportlich nutzen will, braucht zudem ein möglichst atmungsaktives Exemplar. Andernfalls fängt man unter dem wasserdichten Material schnell an zu schwitzen. Hier schneiden günstige Regenhosen oft nicht so gut ab, es gibt jedoch auch Ausnahmen.
  • Imprägnierung: Bei der Imprägnierung empfehlen wir, auf den Begriff PFC-frei (oder PFAS-frei) zu achten.
  • Passform: Überhosen werden in der Regel über einer normalen Hose getragen, dennoch sollten sie gut sitzen und die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.
  • Praktikabilität: Eine Herausforderung bei Überhosen: Wie einfach lässt sie sich über die Jeans, Wanderhose oder sonstige Hose ziehen? Und wie praktikabel ist das mit Schuhen oder Stiefeln?
  • Verstaubarkeit: Schließlich sollte eine Überhose kompakt verstaubar sein, sodass sie in der Tasche wenig Platz einnimmt.

Materialien und Technologien

Bei Wetterschutzkleidung wird zwischen Hard- und Softshell unterschieden. Hosen und Jacken mit »harter Schale« sind in erster Linie funktional. Sie ermöglichen es, sich lange Zeit im Freien aufzuhalten - egal, wie sehr es pustet, regnet oder schneit. Das heißt: Hardshells sind wind- und wasserdicht, aber leider oftmals nicht so atmungsaktiv. Anders die geschmeidigen Softshells: Sie bieten zwar auch Schutz vor Wind und Wetter, allerdings nur im begrenzten Maße und auch nicht stundenlang. Regenhosen und -jacken sind den Hardshells zuzuordnen.

Das Funktionsmaterial einer modernen Hardshell-Regenhose besteht aus zwei, zweieinhalb oder drei fest verbundenen Lagen. Dabei kommen häufig Kunststoffe wie Polyamid, Polyester und Polyurethan zum Einsatz. Bei einem zweilagigen Laminat wird der Oberstoff mit einer Beschichtung oder einer Membran versehen, die das Kleidungsstück wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv machen soll. Die Konstruktion muss also die Wettereinflüsse von außen blockieren und innen dampfdurchlässig sein, um Schweiß vom Körper weg ins Freie zu transportieren.

Wassersäule und Imprägnierung

Wichtig zur Einordnung der Wasserdichtigkeit ist die Angabe der Wassersäule. Sie sagt aus, bis zu welchem Wasserdruck ein Material gerade noch Widerstand leistet, bis die ersten Tropfen durchdringen. Allerdings wird beim Sitzen, etwa auf einer matschigen Wiese, bereits ein Druck von circa 2.000 Millimeter Wassersäule aufgebaut. Wer keinen feuchten Hintern riskieren will, sollte das wissen. Es kommt also darauf an, wofür man eine Regenhose braucht.

Auch wenn Hardshell-Material bereits wasserdicht konstruiert ist, braucht Regenkleidung zusätzlich eine Imprägnierung. Die gängige Bezeichnung dieser Ausrüstung lautet DWR (durable water repellent = dauerhaft wasserabweisend), schöner klingt natürlich das Wort »Lotus-Effekt«. Ist der Oberstoff benetzt oder gar vollgesogen, kann Wasser leichter durch den Stoff gedrückt werden, etwa bei Sturm oder durch das eigene Körpergewicht beim Sitzen. Außerdem funktioniert die Dampfdiffusion nicht mehr richtig, die Hose ist also weniger atmungsaktiv und wird gegebenenfalls von innen feucht.

Getestete Modelle im Überblick

Hier sind einige der getesteten Regenhosen und ihre Eigenschaften:

  • McKinley Carlow: Überrascht mit ihrem durchdachten Konzept: Sie ist einfach und schnell überzuziehen und bietet jede Menge weitere Features, die unseren Ansprüchen an eine Regenhose gerecht werden. Die Hose ist individuell einstellbar, hat eine gute Passform, ist wasserdicht und atmungsaktiv.
  • Mountain Equipment Zeno FZ: Praktische und äußerst wasserdichte Full-Zip-Pant zum schnellen An- und Ausziehen. Wie unser Testsieger lässt sich die Zeno FZ von Mountain Equipment dank durchgehender Zwei-Wege-Reißverschlüsse sehr einfach und schnell überziehen. Im Test schützte sie uns zuverlässig vor Nässe und kühlem Wind und machte einen robusten Eindruck.
  • Pro-X Elements Majola: Fühlt sich an wie eine Stoffhose und hat uns daher speziell in Sachen Tragekomfort gut gefallen. Da die Regenhose leicht und griffig ist, bemerkt man sie kaum als zweite Schicht. Gut finden wir auch die Möglichkeit, die Hose in ihrer eigenen Tasche zu verpacken und so platzsparend zu transportieren.
  • Vaude Drop Pants II: Den figurbetonten Schnitt der Vaude Drop Pants II muss man mögen. Mit ihrer Passform und der extra verstärkten Stoffpartie am Hintern eignet sie sich ideal zum Radfahren. Die Regenhose ist PFC-frei und hat vom Hersteller ein Eco Finish erhalten, das auf das Obermaterial aufgetragen wurde und dafür sorgt, dass Regentropfen abperlen.
  • Uvex All Day Active: Eine regendichte Outdoor-Hose. Die Wetterhose sitzt sehr gut, ist am Rücken hoch geschnitten und macht alles mit: Gartenarbeit und Gassigehen ebenso wie Wandern und Radfahren. Mit einer Wassersäule von 20.000 Millimetern ist die atmungsaktive Hose auch sehr wasserdicht.

Weitere getestete Regenjacken und Regenhosen

Neben den bereits genannten Modellen wurden auch weitere Regenjacken und Regenhosen getestet. Hier eine Übersicht:

Marke Modell Typ Preis (ca.) Besonderheiten
Bergans Y Lightline Air 3L Shell Jacket Men Regenjacke 300 € Leicht, atmungsaktiv, verstellbare Kapuze
Bergans Letto LongZip Pants Regenhose 220 € Robust, durchgehende Reißverschlüsse
Canyon Fahrrad-Regenjacke Regenjacke 229,95 € Softshell-Haptik, Kapuze über Helm
Canyon Fahrrad-Regenhose Regenhose 179,95 € Bequem, dehnbares Material
Decathlon Triban Regenjacke Fahrrad Gravel Regenjacke 79,99 € Detailreich, atmungsaktiv
Decathlon Fahrrad Regenhose City 900 Regenhose 89,99 € Bequem, langer Reißverschluss
Endura Hummvee WP Hooded Jacket Regenjacke 139,95 € Komfortabel, Netzinnenfutter
Endura Hummvee Waterproof Trousers Regenhose 94,99 € Reflexelemente, verstärkte Sitzfläche
Gonso SavePlus-Regenjacke Regenjacke 149,95 € Leicht, dünn, klein komprimierbar
Gonso Drainon (neon) Regenhose - Körpernah geschnitten, Neonfarbe
Gore Wear Endure Jacket Regenjacke 229,95 € Leicht, geringes Packmaß
Löffler WPM Pocket Hooded Bike Jacket Regenjacke 199,99 € Atmungsaktiv, weich
Vaude Yaras Rain Jacket Regenjacke 170 € Leicht, klein verpackbar
Vaude Yaras Rain ZipPants III Regenhose 140 € -
GripGrab EXPLR Waterproof Lightweight Regenjacke - Leicht, sportlich, atmungsaktiv
Elkline 1Dry2 Manteloverall Manteloverall - Kompletter Regenschutz, durchdachte Verarbeitung
Endura GV 500 Waterproof Jacket Regenjacke - Leicht, wasserdicht, atmungsaktiv

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Hans-Peter Ettenberger, Fahrrad-Technikspezialist bei MYBIKE und erfahrener Ganzjahres-Radpendler, achtet besonders auf folgende Details bei Regenbekleidung:

Bei Regenjacken

  • Gute Atmungsaktivität, etwa durch wasserdampfdurchlässige Stoffe und Lüftungsöffnungen
  • Gute Sichtbarkeit, d. h. mit ausreichend Reflektoren
  • Verlängerte Ärmel an der Oberhand bzw. Ärmelabschlüsse mit Weitenverstellung oder dehnbarem Bund
  • Verlängerter Rücken

Bei Regenhosen

  • Ausreichend lange Reißverschlüsse, um mit Schuhen die Regenhose anziehen zu können
  • Dehnbarer Hüftbund, ggf. mit Reißverschluss und Druckknopf
  • Hosen, die es in verschiedenen Längen gibt (z. B. Kurzgrößen)
  • Weitenanpassung mit Klettbändern am Unterschenkel
  • Verstärkter Sitzbereich
  • Vorgeformte Knie

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