Der Regensburg-Falkenstein-Radweg: Idyllische Radtour durch den Bayerischen Wald

Der Regensburg-Falkenstein-Radweg führt auf ehemaligen Bahntrassen vom Falkensteiner Vorwald durch den Vorderen Bayerischen Wald. Auf größtenteils unasphaltierten Straßen führt der Radweg von der UNESCO-Welterbestadt Regensburg über Wenzenbach und Bernhardswald nach Falkenstein mit seiner imposanten Burg. Markante Felsformationen und romantische Seen säumen den Weg.

Aufgrund seiner leichten Steigungs- und Gefällpassagen ist der Regensburg-Falkenstein-Radweg ideal für Familien und Genuss-Radler. Ein besonderes "Schmankerl" sind die überdachten Unterstellpavillons entlang der Strecke, die vor Hitze und Regen Schutz bieten. Der Regensburg-Falkenstein-Radweg ist in das ostbayerische Radwegenetz eingebunden und somit für individuelle Radtouren in das Donau- und Regental kombinierbar.

Streckenverlauf und Besonderheiten

Der etwa 45 Kilometer lange Falkenstein-Radweg folgt der ehemaligen Bahntrasse des Falkensteiner Bockerl. Von 1913 bis 1984 verlief die Bahnstrecke mit sanfter Steigung durch die weiten Wald- und Wiesenlandschaften der Oberpfalz.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude Wutzlhofen in Gonnersdorf, etwa acht Kilometer von der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Regensburg entfernt, ist der eigentliche Ausgangspunkt der Route. Sie führt vorbei an der einstigen Personenhaltestelle Irlbach und dem Prellbock beim alten Bahnhof Wenzenberg. Über eine 18 Meter lange Brücke erreicht sie das Bahnhofsgelände Erlbach.

Aus Waldpassagen heraus durch Wiesen und Felder werden die Bahnhöfe Hauzendorf und Lambertsneukirchen passiert. Gasthäuser, ein Kinderspielplatz und der Eisenbahn-Museumspark laden zur Pause ein. Zwischen Rossbach-Wald und Gfäll liegt auf 660 Metern über Normalnull bei Hetzenbach der Scheitelpunkt. Etwa sechs Kilometer weiter endet die Strecke im Markt- und Luftkurort Falkenstein.

Um wieder an den Ausgangspunkt zu gelangen oder Passagen zu überbrücken, bietet sich der Fahrradbus (Linie 6004) zwischen Regensburg und Falkenstein an. Er verkehrt von Karsamstag bis zum 3. Oktober. Der Preis für das Biker-Ticket im Regensburger Verkehrsverbund kostet pro Person inklusive Fahrrad neun Euro, für Kinder fünf Euro.

Ein Paradies für Radfahrer und Naturliebhaber

Der familiengeeignete »Regensburg-Falkenstein-Radweg« verläuft auf einer stillgelegten Lokalbahnstrecke, wo einst das legendäre "Falkensteiner Bockerl" nordöstlich von Regensburg (Wutzlhofen) gemächlich durch den Bayerischen Vorwald schnaufte. Seitdem sind auf dem »Regensburg-Falkenstein-Radweg« keine schnaubenden Dampflocks oder brummende Schienenbusse mehr unterwegs, sondern stattdessen erfreuen sich nach Herzenslust nurmehr Radfahrer und Spaziergänger an der herrlichen Naturkulisse. Die hügelige und aussichtsreiche Landschaft wird häufig auch als „lieblicher“ Teil des Bayerischen Waldes bezeichnet.

Sobald die Wenzenbach-Ebene am östlichen Ortsrand von Wenzenbach nach Überquerung der Schönberger Straße abrupt in dich bewaldetes Hügelland übergeht (dort befinden sich etliche Info-Schautafeln), verändert sich der Landschaftscharakter gravierend. In "Sesam-öffne-dich-Manier" markiert die Schönberger Schlucht übergangslos den Eintritt in den Vorderen Bayerischen Wald, und läutet gleichzeitig den Beginn einer 18 km langen, sanften Steigungsphase ein.

Eingeschnitten in uraltes Granitgestein mit wuchtigen Felsmassiven und begleitet vom gurgelnden Wenzenbach ist die wildromantische Natur Balsam für die Seele. Ein faszinierendes Naturparadies, das dem Menschen ein entspannendes Rückzugsrefugium schenkt. Angefangen von überdachten Pausenpavillons die Schutz vor Regenwetter bieten, über Erlebnisstationen für Kinder, die spielen, entdecken, herumtoben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können, lehrreichen Schautafeln bis hin zum nostalgischen Eisenbahnzeitalter welches auf eine ereignisreiche Epoche des 20. Jahrhunderts zurückblicken lässt, machen den »Regensburg-Falkenstein-Radweg« zu einem echten Tourerlebnis.

Beschaulich, ursprünglich, historisch, künstlerisch, informativ und abwechslungsreich verleiht es der Bahntrassenroute einen einzigartigen Charm. Aufgrund der nivellierten Steigungen weisen Bahntrassen-Radwege nicht nur ein sanftes und homogenes Streckeprofil auf, sondern sind zudem von einer ereignisreichen Geschichte mit nostalgischem Charme behaftet. Außerdem ist der Streckenverlauf gut einsehbar, was das Navigieren ungemein erleichtert.

Typischer Bahntrassencharakter ist für Radfahrer ein wahrer Segen, da man selbst im bergigem Terrain - auch ohne E-Bike - leichtfüßig voran kommt. Von schweißtreibender Plagerei also keine Spur, auch weil schattige Waldpassagen vor Sonneneinstrahlung und Hitze schützen. Schweißperlen halten sich in Grenzen, erst recht wer von Falkenstein aus startet.

Praktische Informationen für Ihre Tour

  • Fahrzeitprognose: rund 3 Stunden Fahrzeit (zzgl. Pausen) - entgegengesetzte Fahrtrichtung rund 2 Stunden (zzgl. Pausen).
  • Streckencharakteristik: Der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« ist beginnend vom verkehrsfreien Radweg entlang der Pilsener Allee im Stadtnorden von Regensburg bis zum Bahntrassenende am Ortsbeginn Falkenstein durchgängig familiengeeignet.
  • Höhenunterschied: Das ungleiche Höhenniveau von Start- und Zielort bedingt fahrtrichtungsbezogen eine unterschiedliche Höhenmeterbilanz: Regensburg - Falkenstein 370 Höhenmeter, Falkenstein - Regensburg 128 Höhenmeter.
  • Fahrradbus: Wer mit der steigungsärmeren Fahrtrichtung liebäugelt der hat von Karsamstag bis einschließlich 3. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen die Möglichkeit, ganz komfortabel den Fahrradbus (Linie 34) nach Falkenstein zu nutzen.

Erlebnisse entlang des Weges

Drei themenbezogene Erlebnisstationen bringen Kinder, Jugendliche und Familien am Dorfweiher Wenzenbach, dem Eisenbahn-Museumspark Lambertsneukirchen sowie in Hirschenbühl die einstige Bedeutung der ehemaligen Eisenbahnstrecke Regensburg-Falkenstein für die Region „Vorderer Bayerischer Wald“ spielerisch näher. An die historische Bahnstrecke erinnern auch heute noch Bahndämme, Prellböcke, Kilometersteine, Güterhallen, der Lokschuppen in Falkenstein, die Bahnhöfe Hauzendorf („Radl-Bahnhof“ - Gaststättenbetrieb ab 2022), Roßbach (heute Getränkemarkt), Gfäll (privates Gebäude) sowie einige sanierte Brücken.

In Lambertsneukirchen wurden auf Privatinitiative Relikte wie Signale, Räder etc. der ehemaligen Lokalbahn sowie Info-Schautafeln aufgestellt. In anderen Orten erinnern nur mehr Straßennamen „Bahnhofsstraße“, „Am Bahndamm“ an die ehemalige Eisenbahn.

Bewertung durch Experten

Dr. Achim Bartoschek - ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen - betreibt Deutschlands populärste Bahntrassenradwege-Plattform, weswegen er oftmals auch als "Bahntrassen-Papst" tituliert wird. Schon bezeichnend, dass der Falkenstein-Radweg von ihm Bestnoten erhält. Bemerkenswert auch, weil dieser Bahntrassenradweg deutschlandweit in seiner persönlichen Top-Favoriten-Liste aufgeführt und von ihm mit dem höchsten "Scoring" (4 Fahrradymbole) eingestuft wird.

Der Reiz der Jahreszeiten

Auf dem »Regensburg-Falkenstein-Radweg« lässt sich das "Bäumchen-Wechsel-Spiiel" der Jahreszeiten besonders gut beobachten. Insbesondere Einheimische, die das begehrte Naherholungsziel öfter befahren, bekommen vom ständig sich verändernden Landschaftsensemble augescheinlich viel mit. Zweifelsohne beschert uns der Herbst die farbenprächtigste Jahreszeit - ergo die schönsten Radelmonate. Der harmonische Bahntrassencharakter spart kognitive Ressourcen, weshalb man die Umgebung achtsamer wahrnehmen kann und dem Fahrgenuss zugute kommt.

Zusätzliche Informationen

Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Thematische Aufwertung der ehemaligen Bahntrasse Regensburg-Falkenstein“ werten fünf Gemeinden (Wenzenbach, Bernhardswald, Falkenstein, Wald, und Zell) die Region entlang der 1984 stillgelegten Bahntrasse Regensburg-Falkenstein qualitativ auf und setzen sie thematisch in Szene. Die durchnummierten Infotafeln stossen bei Radtouristen auf großes Interesse. Neben der Geschichte zur Eisenbahnstreckegibt es auch Wissenswertes über die Region.

Ein neuer Fahrradbusanhänger ermöglicht die Mitnahme von E-Bikes, für die es entlang der Strecke auch zwei Ladestationen gibt.

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