Motorradreifen kannst du recht einfach selber wechseln. Hierfür musst du auch absolut kein Fachmann sein.
Wer etwas Affinität zum Handwerk hat und sauber arbeitet, kann seine Reifenwechsel beim Motorrad völlig problemlos selbst über die Bühne bringen. Obwohl die Anschaffung der Geräte und Werkzeuge im Vorfeld Geld kostet, so amortisieren sich die Kosten doch relativ schnell auf die lange Sicht.
Vor allem Vielfahrer und Trackday-Freunde profitieren vom Do-It-Yourself Reifenwechsel beim Motorrad.
Werkzeuge und Materialien
Um Motorradreifen zu wuchten (umgangssprachlich heißt es so, man wuchtet aber eigentlich das Rad mit Reifen!) bedarf es nicht viel und man muss auch kein wirklicher Fachmann sein.
Um die Motorradräder auswuchten zu können, benötigst du nicht viel. Das wichtigste Zubehör ist selbstverständlich ein Auswuchtbock für Motorradreifen. Mit diesem kannst du das Rad auspendeln und durch das Anbringen von Gewichten auswuchten.
Hier eine Checkliste mit allen benötigten Werkzeugen und Geräten:
- Drehmomentschlüssel
- Rätsche
- Stecknüsse (2-3 verschiedene Größen)
- Gabelschlüssel (1-2 verschiedene Größen)
- Motorradreifen Montiergerät
- Felgenschutzleisten
- Montiereisen
- Montagespray oder Paste
- Ventilwerkzeug (Ventilziehhebel und Ventilentferner)
- Luftpumpe (oder Kompressor)
- Wuchtbock
- Bremsenreiniger
- Wuchtgewichte (schwarz oder silber)
- Innensechskantschlüssel 3 mm
- Entfettungsmittel
- Stück Stoff
- Markierung (Wasserwaage)
Vorbereitung des Rades
Vor dem Auswuchten musst du die alten Gewicht entfernen. Wenn diese aufgeklebt sind, kannst du das in der Regel mit einer alten Scheckkarte erledigen.
Vor dem Auswuchten müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Zum Beispiel sollte das Auswuchtgerät immer waagerecht sein. Einige Auswuchtmaschinen sind in der Höhe verstellbar und mit einer Wasserwaage ausgestattet. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen Sie sie selbst nivellieren.
Wichtig ist auch, dass die Felge des Rades gut gereinigt ist, damit das Klebegewicht haftet. Mit einer Dose Bremsenreiniger oder einem anderen Entfetter kann man die Felge reinigen. Wenn das Rad bereits mit Klebegewicht versehen ist, entfernen Sie auch diese vorher.
Der Auswuchtvorgang
Danach wird die Auswuchtstange (die Stange, die auf der Auswuchtmaschine ruht) durch die Nabe des Rades gesteckt. Dann wird ein Konus (die runden, abgewinkelten Rohre) auf beiden Seiten der Ausgleichsstange angebracht, wobei die kleine Seite zum Reifen zeigt. Achten Sie darauf, dass das Motorrad und die Kegel in der Mitte der Balancierstange platziert werden. Schieben Sie dann die Konen so fest wie möglich gegen die Radnabe und ziehen Sie sie mit dem Innensechskantschlüssel fest.
Setzen Sie dann das Motorrad auf die Auswuchtmaschine, ohne es zu drehen. Wenn sich das Rad von selbst zu drehen beginnt, ist es nicht mehr im Gleichgewicht. Ist dies nicht der Fall, ist das Rad gut ausgewuchtet.
Das Rad wird nun etwas pendeln, bis der schwerste Punkt unten stehen bleibt. Beim ermitteln des richtigen Gewichts ist etwas Erfahrung gefragt. Wenn du das Rad um eine viertel Bewegung drehst und es dreht sich recht schnell in die Ausgangsposition zurück, wird mehr Gewicht benötigt. Bei langsamer Bewegung ist weniger Gewicht erforderlich.
Wenn sich das Rad zu drehen beginnt, hält es automatisch an, wenn der schwerste Punkt schließlich unterschritten wird. Das bedeutet, dass das Rad oben leichter ist als unten, so dass der obere Teil beschwert werden muss. Es ist sinnvoll, die Oberseite jetzt mit einem Marker zu kennzeichnen.
Nun muss das Gewicht aufgeklebt werden. Beginnen Sie immer mit kleinen Stücken Blei. In diesem Fall gilt: lieber zu wenig als zu viel. Dann lassen Sie ihn los (nicht drehen) und schauen Sie, ob derselbe Punkt jetzt wieder nach oben kommt und ob er schon langsamer ist als beim letzten Mal. Als Nächstes steckst du ein weiteres Stück Blei in dieselbe Stelle, drehst es um ein Viertel und lässt es dann wieder los.
Drehe nun das Rad erneut und schau, ob es noch pendelt. Das Rad gilt als vollständig gewuchtet, wenn keine Pendelbewegung mehr auftritt. Hinweis: Geringfügige Pendelbewegungen sind normal und bewegen sich im Bereich von unter 3 Gramm. Diese können vernachlässigt werden.
Wiederholen Sie diesen Vorgang so oft, bis sich das Rad, egal in welcher Position, nicht mehr von selbst dreht.
Abschluss
Wenn sich das Rad aus allen Blickwinkeln nicht mehr von selbst dreht, ist das Rad in jeder Position gleich schwer und somit vollständig ausgewuchtet und Sie können Ihr Fahrrad sicher und bequem auf der Straße fahren.
Sollte ein Auswuchten generell nicht möglich sein, dann kann verdrehen des Reifens auf der Felge Abhilfe schaffen.
Warum ist das Auswuchten wichtig?
Ein Rad und ein Reifen sind niemals vollkommen kreisförmig. Wenn ein Rad um eine Achse gedreht wird, ist die Drehbewegung daher aufgrund der ungleichmäßigen Verteilung der Massen nicht gleichmäßig. Diese Drehung verursacht so genannte „Sprünge“.
Bei der Auswuchtung von Motorradreifen werden Wuchtgewichte an bestimmten Stellen des Rades angebracht. Auf diese Weise soll die Unwucht ausgeglichen und eine gleichmäßige Drehbewegung erreicht werden.
Wie entsteht eine Unwucht?
Aufgrund seines Hauptmaterials (Gummi) kann ein Reifen niemals vollkommen rund sein. Bei der Nutzung können andere Ereignisse eine Unwucht verursachen. So kann beispielsweise das Auffahren auf einen Bordstein das Rad verformen und so eine Unwucht hervorrufen.
Es kann auch vorkommen, dass ein oder mehrere Gewichte während der Fahrt verloren gehen, wenn sie nicht richtig aufgeklebt wurden. In solchen Fällen können Sie während der Fahrt eine ungewöhnliche Vibration wahrnehmen.
Wann sollte ein Rad ausgewuchtet werden?
Ungewöhnliche Vibrationen müssen immer behandelt werden, da sie nicht nur das Fahren unangenehm machen, sondern auch einen vorzeitigen Verschleiß der Motorradteile verursachen können. Der Fachmann untersucht Ihre Räder, um festzustellen, ob eines von ihnen unwuchtig ist. Sollte dies der Fall sein, kümmert er sich um das Auswuchten Ihrer Motorradreifen.
Bleiben die ungewöhnlichen Vibrationen trotz einer einwandfreien Auswuchtung der Räder bestehen, wird er nach anderen möglichen Ursachen suchen.
Statisch vs. Dynamisch Auswuchten
Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Rad auszuwuchten:
- Statisches Auswuchten: Hier werden die Gewichte in der Mitte des Rades auf der flachen Seite der Felge angebracht. Diese Methode gleicht lediglich die vertikale Achse des Rades aus.
- Dynamisches Auswuchten: Hier werden Gewichte gegenüber den festgestellten Unwuchtstellen angebracht, wenn sich diese nicht in der Mitte der Rad-Reifen-Einheit, sondern an den Rändern befinden. Diese Methode gleicht das Rad sowohl horizontal als auch vertikal aus.
Die schmale Bauweise der Felge verhindert außerdem, dass die Gewichte so platziert werden können, um die dynamische Unwucht zu beheben. Im Gegensatz zu Autos ist die Felge am Hinterrad bei Motorrädern außerdem starr in der Schwinge fixiert.
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