Harley-Davidson Sportster Forty-Eight im Test: Ein detaillierter Vergleich

Die Harley-Davidson Sportster ist die erfolgreichste Baureihe von Harley-Davidson und umfasst sieben verschiedene Modelle.

Sie haben die gleichen Gene, und doch fahren sie die beiden Harley-Davidson Sportster unterschiedlich.

Vergleich: Forty-Eight vs. XL 1200CA Custom Limited Edition

Wir haben die populäre Forty-Eight mit der XL 1200CA Custom Limited Edition verglichen.

Das ist gar nicht so einfach, denn die beiden Maschinen sind sich überaus ähnlich.

Beide tragen das exakt gleiche Herz, einen 1202 ccm großen V-Zweizylinder, beide haben die gleichen Leistungsdaten (67 PS bei 5.700 U/min), beide geben gemäß der Papierdaten das exakt gleiche Drehmoment von 98 Newtonmeter bei 3.200 U/min ab.

Auch haben beide Maschinen den gleichen Radstand (1.520 Millimeter), das gleiche Leergewicht (260 Kilogramm), die gleiche Radlastverteilung (vorne 120, hinten 140 Kilogramm) und mit 454 Kilogramm das gleiche zulässi­ge Gesamtgewicht.

Die Unterschiede im Fahrbetrieb

„Warum dann dieser Vergleich?“ werden sich einige von Ihnen an dieser Stelle mit Recht fragen.

Die Antwort: Es gibt nicht viele Unterschiede bei den beiden Bikes, jedoch diejenigen, die es gibt, wirken sich unmittelbar und deutlich spürbar im praktischen Fahrbetrieb aus.

Forty-Eight-Fahrer müssen umsichtige Menschen sein.

Warum? Nun, wer nur 7,95 Liter Gesamttankvolumen spazieren fährt, sollte nicht zu Unbekümmertheit neigen.

Flott gefahren, sollte der coole Bobber spätes­tens alle hundert Kilometer einen Tankrüssel sehen, ansonsten ist schnell Schicht im Schacht.

Die Custom Limited Edition (CA) protzt dagegen mit 17 Litern Fassungsvermögen, eine Menge, mit der ein gediegen agierender Fahrer fast drei Mal so weit kommt wie mit dem Spritvorrat der Forty-Eight.

Allerdings hat der größere, schwerere Tank und das deutlich größere Tankvolumen auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten.

Sehr wesentlich für das unterschiedli­che Fahrverhalten ist die Tatsache, dass diese beiden in vielen Punkten so gleichen Sportster unterschiedliche Nachlaufwerte besitzen.

Erstaunlicherweise besitzt die Forty-Eight, obwohl beide den gleichen Lenkkopfwinkel von 30 Grad und wie schon erwähnt den exakt gleichen Radstand haben, mit 107 Millimetern einen um zwei Millimeter längeren Nachlauf als die CA.

Untypischerweise erwies sich die Forty-Eight im Fahrtest aber als das spürbar agilere Bike.

Diese Tatsache steht im Widerspruch zu den Regeln der Fahrwerksphysik.

Danach gilt: Ein langer Nachlauf ist gut für stabilen Geradeauslauf, was allerdings zu Lasten der Handlichkeit geht.

Bikes mit kurzen Nachläufen sind sehr handlich, bei ihnen leidet aber der stabile Geradeauslauf.

Und genau hier liegt die Crux bei diesem Vergleichstest: Das Motorrad mit dem (wenn auch nur zwei Millimeter) längeren Nachlauf müsste theoretisch einen Hauch unhandlicher sein als sein Kontrahent.

Es verhält sich genau anders herum.

Die CA mit dem (zumindest nominell) leicht kürzeren Nachlauf benimmt sich erfahrbar unhandlicher, sie möchte mit mehr Einsatz des Fahrers in Schräglage gebracht werden.

Da die Lenkerbreite bei beiden Fahrzeuge identisch ist (wir haben nachgemessen), die Montagehöhe der Lenker aber um immerhin 50 Millimeter differiert (Forty-Eight: 1000 mm, CA: 1050 mm), sind die Arme des Fahrers ebenfalls 50 Millimeter höher positioniert.

Zudem hat die CA mittig montierte Rasten, die die Oberschenkel in Fahrerposition waagerecht zur Fahrbahn ausrichten, sprich weiter oben als die des Forty-Eight-Fahrers, dessen Beine im Fahrbetrieb relaxt nach schräg unten vorne gerichtet sind.

Hinzu kommt, dass die Forty-Eight auf Drahtspeichenrädern, die CA auf durchaus stylischen, aber schwereren Gussfelgen rollt.

Design und Ausstattung

Die CA besticht mit dem gelungenen Dreifarben-Lack und ihrem klassischen Sportster-Outfit.

Auch im Praxiskapitel kann sie mit ihrem großen Tank und einer etwas bequemeren Sitzbank punkten.

Zudem glänzt sie mit mehr Chrom und polierten Teilen als die Schwester.

Indes, viele Interessenten wird das nicht jucken.

Nicht nur, dass sie etwas unhandlicher ist als die Forty-Eight.

Denn es ist wohl gerade der winzige Peanut-Tank, es sind gerade die vielen geschwärzten Teile und der knuffige Solositz, der Heerscharen von Käufern zur Forty-Eight greifen ließ und sie auch auf dem Gebrauchtmarkt so begehrt macht.

Dass man mit dem deutlich lässigeren Bike auch noch besser um die Ecken kommt, ist dann das i-Tüpfelchen bei der Entscheidungsfindung.

Der Preis kann es schließlich nicht sein, denn die Maschinen kosteten einst beide um die 11.000 Euro - und sind auch als zehnjährige Gebrauchte mit 20000 Kilometern auf der Uhr kaum günstiger zu haben.

Forty-Eight: Schlank und puristisch

Ungleiche Schwestern: Die Forty-Eight ist schlank und puristisch, die „CA Limited“ trumpft mit Chrom, einem geraden Lenker, Gussfelgen und größerem Tank auf

Lässig cool ist die Sitzposition auf der Forty-Eight.

Die klassischen Speichenräder sorgen dazu für handlicheres Einlenken

Black is beautiful! Die Forty-Eight kommt fast komplett geschwärzt, was die Käufer offenbar sehr mochten

Deutlich zu sehen: Die mittig angebrachten Fußrasten verschieben die Position der Oberschenkel sichtbar weiter nach oben

Die CA trägt Chrom am Tacho und die Kontrollleuchten über dem Rundinstrument

Der größere Tank und eine andere Sitzposition verändern den Schwerpunkt bei der CA, auch die schweren Gussräder wirken sich nachteilig auf die Handlichkeit aus

Wie hier auf dem Bild, hat die Forty-Eight in diesem Vergleich die Nase vorn

Schicke, aber schwere Gussräder an der 1200er Custom

Der Neupreis lag vor zehn Jahren noch bei schmalen 10.795 Euro, die Custom war mit 11.330 Euro etwas teurer

Die Gebrauchtpreise für ordentliche 1200er liegen auf dem Niveau der damaligen Neupreise.

Test: Harley-Davidson Forty-Eight

Mit endlichen Mitteln Unendliches schaffen, diese Erkenntnis Wilhelm von Humboldts passt auf Harley-Davidsons Modellpolitik.

Die Amerikaner schaffen es immer wieder, mit neuen Kombinationen vorhandener Teile sowie Rückgriffen auf die eigene 107-jährige Geschichte neue Modelle zu entwickeln, mit denen sich Kundschaft locken lässt.

So geschehen auch mit der jüngsten, schlicht Forty-Eight genannten Kreation.

Im Grunde ihres (luftgekühlten) Herzens ist sie nämlich eine 1200er Sportster, welche mit aufs Nötigste reduzierter Ausstattung, dickem Vorderrad, schmalem Lenker, vermeintlich fehlendem Rücklicht, viel Schwarz und niedriger Sitzhöhe auf Bobber gestylt wurde.

Bobber wird in Langgabler-Kreisen die Stilrichtung genannt, bei der Bikes auf die Optik der Nachkriegszeit getrimmt werden.

Und es funktioniert, die Forty-Eight - kurz, flach, gedrungen - macht an, schon im Stand.

Ihren Namen verdankt sie dem wichtigsten und gleichzeitig fragwürdigsten Attribut, dem nur 2,1 Gallonen (7,95 Liter) fassenden Peanut-(Erdnuss-)Tank genannten Benzinbehältnis.

Eben dieser Tank begann seine Karriere 1948 als Treibstofflager der Harley-Davidson S 125.

Und eben diese war nichts anderes als ein Nachbau der DKW RT 125, deren Konstruktionspläne als Reparationsleistung zu den Amis kamen.

Die Optik des Winzlings kann überzeugen, bei der Funktionalität hingegen kommen leichte Zweifel auf.

Bei einem Verbrauch von 5,1 Litern Super geht bereits nach rund 120 Kilometern die Reserveleuchte an, nach spätestens 30 weiteren Kilometern heißt es dann schieben.

Der Fahrer ist aber durchaus froh über die Pause.

Die auf den ersten Metern so coole klappmesserartige Sitzposition auf der 705 Millimeter niedrigen und dünn gepolsterten Solo-Sitzbank verkehrt sich nach kurzer Zeit ins Gegenteil.

Wie festgenagelt sitzt man, die Füße weit vorn auf den breiten Rasten, die Hände ebenfalls weit weg am nicht zu breiten Lenker.

Alsbald meldet sich schmerzhaft das Sitzfleisch.

Ich sitze, also bin ich.

Und es fühlt sich ziemlich cool an.

Auf Dauer allerdings auch ziemlich anstrengend.

Bis es aber soweit ist, bastelt sich der Bobberist aus endlichen Mitteln wie dem Blubbern des V-2, dessen wohligen Vibrationen, den gewaltigen Klonks des Fünfganggetriebes und den Stößen des durch extrem kurze Federwege (vorne 92, hinten 54 Millimeter) gehandicapten Fahrwerks unendliche Beat-Variationen.

Wobei der Schwerpunkt klar bei Blues oder Rock n Roll liegt, je nach Stimmung.

Wie bei Harley üblich, sind auch bei der Forty-Eight technische Highlights wie die hinteren Blinker, die auch die Funktion von Rück- und Bremslicht übernehmen, sowie Gruseligkeiten wie Schrauben aus der Landmaschinenkiste bunt gemischt.

Im Alltag verlangt die Forty-Eight Kompromissbereitschaft: Die unterhalb des Lenkers angebrachten Spiegel erfordern penibles Einstellen, will man den rückwärtigen Verkehr anstelle der eigenen Knie sehen.

Außerdem stört die beschränkte Schräglagenfreiheit der Forty-Eight.

Aufgrund der kurzen Federwege fräsen bereits bei mäßigen Schräglagen die Fußrasten Furchen in den Asphalt.

In Rechtskurven sollten möglichst keine Bodenwellen auftauchen, sonst sorgt der unnachgiebige vordere Auspufftopf für unerwünschten Einfluss auf die Linienwahl und erhöhten Adrenalin-Ausstoß.

Doch Harley-Jünger sind in der Regel geruhsame Zeitgenossen, auch wenn sich die Forty-Eight bei Bedarf zu immerhin 190 km/h aufschwingt.

Jenseits der 120 km/h hat der Spaß aber ein Ende, ab da führen über den Lenker oder Bodenwellen eingeleitete Impulse zu deutlichem Rühren im Gebälk.

Kurvige Straßen hingegen nimmt die kleine Schwarze, ebenen Belag vorausgesetzt, gelassen unter die breiten Räder.

Auf schlechtem Terrain hingegen sind die Federelemente schnell mit ihrem Latein am Ende.

Und Bremsen? Hat sie, und sie verzögern auch.

Das reicht.

So wird auch die Forty-Eight auf ihre Art Humboldt gerecht: Mit endlicher Funktionalität denen, die bereit sind, sich darauf einzulassen, unendlichen Fahrspaß bereiten.

Man beachte die Nabe. Schöön!

Technische Details

MerkmalDetails
MotorLuftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor
Hubraum1202 cm3
Leistung49,0 kW (67 PS) bei 5700/min
Verdichtungsverhältnis9,7:1

Vergleich: Harley-Davidson Forty-Eight (2020) vs. Sportster S (2021)

Die erste Sportster lief 1957 bei Harley-Davidson vom Band. 63 Jahre später mit vielen Design- und Technikikonen in der Historie, wie z.B. die Ironhead Sportster, XR750 Flattracker, XL1200Custom, XR1200 oder Forty Eight, musste der Vertrieb für Europa leider eingestellt werden. Aufgrund der 2021 eingeführten EURO5 Norm wird die klassische Sportster nur noch außerhalb Europas verkauft.

Aus diesem Grunde hat Harley-Davidson, mit ordentliche Furore, die neu entwickelte Sportster S veröffentlicht. Durch die mitgelieferte Aussage „We put Sport back into the Sportster“ verspricht Harley-Davidson nicht zu viel. Verbessertes Fahrwerk, leistungsstärkerer Motor, moderne Ausstattung und sportivere Gesamtzcharakteristik hauchen der neuen Baureihe ordentlich Leben ein.

Gefahren wurde eine standartmäßige 2021er Sportster S und eine 2020er Forty Eight mit optischen Veränderungen ( Kennzeichenhalter seitlich, Miniblinker, Gabelabdeckung, V2Speed Schalldämpfer ).

Motor

Der klassische V2 mit 45° Zylinderstellung und 1200ccm der Forty Eight bietet mit 96NM bei 3500U/min schon ordentlich Drehmoment. Bei der Sportster S liegen 125Nm bei 6000U/min an. D.h. die Forty Eight hat einen klassischen Motor, verbaut wie in vielen Chopper/Cruiser Modellen, wobei der wassergekühlte Revolution Max 1250T ( Das T steht für Torque - Drehmomentstarke Version vom Motor der Pan America ) bedeutend sportlicher und agiler zu Werke geht. Die 122PS gegenüber der 66PS in der Forty Eight sind deutlich spürbar und beim Dreh am Gasgriff marschiert die Sportster S zügig nach vorne.

Bereifung, Fahrwerk und Bremsen

Beide Modelle sind durch ihre Bobberbereifung markant und auch beliebt. Der 130er Vorderreifen in der Forty Eight wird durch den fetten 160er Vorderreifen in der Sportster S noch überboten. Hier zeigt sich beim langsamen Fahren, z.B. auf dem Parkplatz, der schmalere Reifen agiler. Sobald es schneller zugeht ( 20kmh+ ), macht die extra für die Sportster S entwickelte Dunlop GT503 Bereifung einen sehr sportlicheren und fahraktiveren Eindruck zum Michelin Scorcher der Forty Eight. Hohe Stabilität und gute Rückmeldung in Kurven zeichnet den Dunlop Pneu aus.

Fahrwerksmäßig ist die Forty Eight mit einer Cartridge Telegabel gut ausgestattet. Um der weitaus sportlicheren Fahrweise gerecht zu werden, wurde der Sportster S eine Upside Down Gabel verpasst, die schneller arbeitet und dadurch den Vergleich gewinnt. Das Federbein hinten kann in der Federvorspannung per Hand verstellt werden, sowie die Zug- und Druckstufe lässt sich verändern. So weitreichende Anpassungsmöglichkeiten bieten die beiden Forty Eigth Stoßdämpfer ab Werk leider nicht. Bei Fahrt mit 50KMH auf Klinker erzeugte die Sportster S ein weicheres Fahrgefühl und hatte danach bei sportlichere Fahrweise trotzdem eine bessere Rückmeldung. Das Fahrwerk der Sportster S ist einfach moderner und hat größere Einstellungsmöglichkeiten, was zu einem verbessertem Fahrverhalten führt.

Vorne Vierkolben Monoblock Festsattelbremse von Brembo mit einer 320mm Bremsscheibe in der Sportster S ergeben eine verbesserte Verzögerung als bei der 300mm Bremsscheibe mit Zweikolben Bremssattel der Forty Eight. Die Bremsen hinten kann man als gleichwertig betrachten.

Ausstattung

Mit Austattung wie Antiblockiersystem, Keyless Go System, Gangzeige ist die Forty Eight Up 2 date ausgestattet.

Um im Motorradmarkt ein Statement abzugeben, setzt Harley-Davidson bei der Sportster S Austattung neue Maßstäbe: LED Beleuchtung, Vier Zoll TFT Display mit Anzeige von allen erdenklichen Fahrdaten, der Navigation mit Kartenmaterial ( Touren werden auf der H-D App geplant und dann an das Motorrad gesendet ) und Entertainment wie Musik ( dazu muss ein Helmheadset verbunden sein ). Weiter kann der Fahrer zwischen drei verschiedenen Fahrmodi wählen ( Rain, Road und Sport ), welche deutliche spürbar unterschiedliche Motorkonfigurationen bietet. Die besten Hilf Systeme wie Kurven ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle oder Antischlupfregelung bieten ausreichend Schutz in gefährlichen Situationen.

Die Forty Eight hat sich in den letzten Jahren zur absoluten Sportster Legende entwickelt. Der klassische V2 mit ordenlich „Good Vibrations“ hat gerade bei Cruising Touren seinen Reiz. Sobald es zügiger zugehen soll, bringt die Sportster S mit seinen modernen Bauteilen eine Menge Fahrspaß.

Optisch bieten beide Modelle eine flache und coole Optik, zudem natürlich der Markt eine Menge Veränderungspotential bietet, bzw. bieten wird.

Die neue Sportster S ist mit einem runden TFT-Display mit 4,0-Zoll-Durchmesser für sämtliche Anzeige- und Infotainment-Funktionen ausgestattet.

Reifen für Harley-Davidson Sportster Forty-Eight

Du hast Fragen zum Thema? Kaufe den empfohlenen Satz Reifen für deine HARLEY-DAVIDSON SPORTSTER FORTY-EIGHT. Reifenfreigaben ✓ Service Information ✓ Herstellerbescheinigung ✓ Reifentest ✓ Reifenempfehlung ✓ Erfahrungen ✓ Täglich Motorradreifen Sonderaktionen nur online bei myNETmoto.

Diese Reifen Suchfunktion hilft dir dabei, die passende Reifengröße, und den am besten geeigneten Motorradreifen ✓ Satz ✓ Schlauch ✓ Schläuche ✓ oder Felgen ✓ für dein Motorrad zu finden und günstig zu kaufen. Wir pflegen die Datenbank mit größter Sorgfalt, übernehmen jedoch keine Verantwortung für Fehler und Vollständigkeit der Daten. Zur Gegenprüfung, und um die Reifenfreigaben oder Service Information als PDF herunterzuladen, besuchen Sie bitte die Webseite des Motorrad- oder Reifenherstellers!

Alternative Größen müssen gegebenenfalls in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden!

Bei M&S Reifen mit geringerem Geschwindigkeitsindex braucht man evt. einen Aufkleber. ( Wie auch bei PKW Winterreifen ) Auch der hier empfohlene Reifendruck (in bar / psi) für dein Motorrad, kann je nach Reifenhersteller minimal variieren.

Achten Sie auf den unterschiedlichen Luftdruck je nach Einsatz: ( Beladung, Temperatur, Strasse, Rennstrecke, Gelände ...

Empfohlene Reifen

  • Pirelli DIABLO POWERCRUISER: Erhöhe dein Fahrerlebnis mit Leistung und Performance. Entdecke die perfekte Mischung aus Kraft, Leistung und Stil mit dem Pirelli DIABLO POWERCRUISER.
  • MICHELIN SCORCHER 31: Außergewöhnlicher Grip, exzellentes Handling, ausgeprägte Langlebigkeit. So sorgt das tief profilierte Laufflächendesign für optimierte Bodenhaftung und dank überdurchschnittlicher Wasserverdrängung auch für sichere Fahreigenschaften im Regen.
  • METZELER CRUISETEC: Der neue METZELER CRUISETEC wurde für die gestiegenen Ansprüche von modernen, leistungsstarken Cruisern, Custombikes und schweren Tourenmotorrädern entwickelt.
  • CONTINENTAL ContiLegend: Ein Klassischer Custom-Weißwand-Reifen für Cruiser und schwere Tourenmotorräder. Einzigartiges Profildesign mit Weißwand Optik für klassische Tourenmotorräder und Cruiser.

Die Forty-Eight im Detail

Eine von ihnen: die Forty-Eight, ein auf das Wesentliche reduzierter, wunderschöner Bobber.

Mit viel Liebe zum Detail, brachialem Durchzug, authentischem Auftritt und überraschender Agilität eroberte sie die Herzen unserer Redakteure.

Sie ist zwar nicht perfekt, aber irgendwie muss sie das nicht sein.

Bei unserem Bobber Test im Wiener Umland testeten vier unserer Redakteure Zonko, Horvath, Juliane und Vauli vier verschiedene 2018er Bobber Modelle.

Die 48 hat zwar nur 65 Pferde unterm V2-Sattel und nur fünf Gänge, aber sie ist auch klar auf Druck bei niedrigen Drehzahlen ausgelegt.

96 Nm bei 3.500 Umdrehungen das macht einfach nur Laune!

Also, bloß nicht vom recht weit-entfernten Lenker ziehen lassen!

Für den typischen Harley-Sound sorgt bei der Riemen-angetriebenen eine verchromte Auspuffanlage mit zwei schwarzen Slash Cut Schalldämpfern. Allerdings, aufgrund unserer beliebten Euro 4 Regelung, nicht mit der standesgemäßen Lautstärke, wie wir es von früheren HD-Modellen kennen.

Der kleine tränenförmige Tank gibt der Forty-Eight ihren Namen.

Der sogenannte Peanut Tank wurde ursprünglich auf Harley-Davidsons 125 S - besser bekannt als der Hummer 1948 eingeführt und wurde zur Ikone auf der XLCH Sportster - DEM Hot-Rod-Roadster, der die 50er und 60er Jahre regierte.

Die Kraftstoff-Füllmenge beträgt 7,9 Liter, Pi mal Daumen kommt man auf eine Reichweite von ca. 150 Kilometern.

Vergleicht man dies beispielsweise mit dem 9 Liter-Tank der Bobber Black, kommt die 48 ca. 50 km eher zum Stehen.

Als ich eine längere Tour auf der Amerikanerin unternahm, war der stündlich-notwendige Tankstopp schon etwas nervig, dafür kam es dabei eigentlich immer zu netten Plauscherln mit anderen Harley-Fahrern oder -Fans.

Design der Forty-Eight

Beim Aussehen der Sportster Forty-Eight war sich unsere Test-Crew ausnahmsweise sofort einig sie ist einfach richtig schön!

Schlank, minimalistisch, elegant und sportlich.

Das breite Vorderrad spiegelt durch die bullige Frontpartie, mit einem großen und breiten MT-90-16 Dunlop Reifen, die Bobber Kultur der 50er-Jahre perfekt wieder.

Die Kirsche auf der Torte sind dazu die schwarzen 9-Speichen-Leichtmetallgussfelgen mit gefrästen Elementen.

Serienmäßig und standesgemäß ist der Bobber mit einem Solo-Sitz ausgestattet - im Vergleich zur Triumph Bobber Black beispielsweise, kann jedoch ein Soziussitz als Ausstattung geordert werden.

Die 48 ist in fünf verschiedenen Lackierungen erhältlich - entweder dezent in Schwarz oder Dunkelrot, oder etwas ausgefallener und auffälliger im sogenannten Red Iron Denim, einem metallic-Blau Legend Blue Denim mit Harley Logo verziert und einem sog. Hard Candy Shattered Flake.

Unser Tester hatte letztere Lackierung, die gold-silbern im Sonnenlicht glitzert.

Die US-Schönheit hat ein paar besondere Eigenschaften, die einen Harley-Neuling eventuell zu Beginn etwas überraschen könnten.

Zum Blinken betätigt man einen Knopf am jeweiligen Lenkerende.

Eine Besonderheit, von der wir weniger begeistert sind. Man muss also mit dem rechten Daumen den Blinker bedienen während man am Gas zieh.

Direkt darunter befinden sich die Rückspiegel, die - dezent ausgedrückt - ein eingeschränktes Sichtfeld auf der Autobahn musste ich mich schon sehr bemühen bzw. verrenken (stark übertrieben) um den Verkehr hinter mir wahrzunehmen - bieten. Aber vermutlich bin ich einfach von vielen übertrieben großen Standard-Rückspiegel anderer Hersteller verwöhnt.

An der Front finden wir eine 49mm Gabel mit Cartridge-Dämpfung und der hintere Emulsions-Stoßdämpfer lässt sich per Schraube in der Federvorspannung einstellen.

Die sogenannte Foundation-Bremsanlage verzögert die Harley mit wenig Einsatz - am leider nicht verstellbaren Hebel - gut und dosierbar. Im direkten Vergleich mit der Doppelscheibenbremse der Triumph Bobber Black ist sie allerdings spürbar weniger sportlich.

Preislich liegt die Forty-Eight in Österreich je nach Lackierung zwischen 14.795 (in schwarz) und 16.055 Euro (Jubiläumsfarbe). In Deutschland reicht die Spanne von 12.195 bis 13.505 Euro.

Die 252 kg (fahrbereit) der 48 sind sehr gut handzuhaben. Der Bobber ist mit 710 mm sehr niedrig ist und fühlt sich außerdem sehr schmal an. Auch kleinere Fahrer werden kein Problem haben, ihn zu manövrieren.

Besonders positiv ist uns das gutmütige Fahrverhalten aufgefallen. Die 16-Zöller lassen sich wirklich leiwand um die Kurven bewegen.

Auch die Felgen, die aus leichtem Aluminiumguss gefertigt sind, gestalten das Fahren, trotz schwerem schwarzen Gummi außen herum, leichtfüßig und wendig.

Der Motor ist, typisch-Harley-V2, etwas ruppig, das Getriebe eher eigenwillig und schwergängig. Allerdings hat uns das nicht weiter gestört - irgendwie verzeihen wir das der Harley und finden sogar, dass es authentischen Charme hat.

Sucht man im Lexikon das Wort Bobber, wird wahrscheinlich ein Bild der Harley-Davidson 48 auftauchen. In unserem Vergleich ist sie dank der langen Sportster-Historie und cleverem Marketing wahrscheinlich das authentischste Bike der vier Test-Motorräder. Und dabei ist sie die Einzige, die die Bezeichnung “Bobber” nicht im Namen trägt - denn das hat sie gar nicht nötig.

An ihr wurde nichts weichgespült, um Komfort-verwöhnte Kundinnen und Kunden glücklich zu machen. Im Stand vibriert das Motorrad und das Getriebe gibt bei jedem Gangwechsel ein lautes „Klunk“ von sich. Die Harley-Davidson 48 ist roh, kompromisslos und einfach oldschool - und cool.

Bei anderen Herstellern undenkbar, bei Harley-Davidson normal - dank cleverem Marketing!

Trotzdem fährt sich die Forty-Eight wie ein relativ modernes Motorrad. Der V2 hat mächtigen Druck, mit dem die Bremsen problemlos klarkommen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0