Die Wahl der richtigen Reifenbreite in Kombination mit der passenden Felgenbreite ist entscheidend für Fahrkomfort, Performance und Sicherheit Ihres Fahrrads. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte, die bei der Berechnung und Auswahl berücksichtigt werden sollten.
Welche Reifenbreite hat mein Fahrrad?
Um die Reifenbreite am Fahrrad zu bestimmen, kann man sie selbst messen oder anhand der Mantelbeschriftung ermitteln. Alternativ kann man die Reifenbreite auch anhand der Mantelbeschriftung bestimmen.
Reifenbreiten nach Fahrradtyp
Die typische Reifenbreite variiert je nach Fahrradtyp:
- Rennrad: Früher waren 23 mm üblich, mittlerweile sind 28 oder sogar 32 mm häufig zu sehen.
- Cityrad und Trekkingbike: Hier kommen typischerweise Reifenbreiten von 37 bis 52 mm zum Einsatz.
- Mountainbike (MTB): An Mountainbikes sind die breitesten Reifen zu finden. Diese haben normalerweise Breiten von 50 bis 64 mm.
- E-Bike bzw. Pedelec: Für Fahrräder mit Elektromotor richten sich die Reifenbreiten grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradtyp. Da E-Bikes schneller unterwegs sind und durch die zusätzliche Technik mehr Gewicht mitbringen, ist zusätzlich auf eine entsprechende Freigabe durch den Hersteller zu achten. Beispielsweise sind beim Reifenhersteller Schwalbe geeignete Reifen mit E-25 und E-50 gekennzeichnet.
Kann ich auf meinem Fahrrad dickere Reifen aufziehen?
Meist ist es möglich, auch breitere Reifen auf der gleichen Felge des Fahrrads zu montieren. Auf dem Mountainbike (MTB) dürfen es gerne dicke Reifen sein, also Reifen mit größerer Breite. Neben dem optischen Aspekt hat ein Fahrrad mit dicken Reifen Vorteile im Gelände und auf unbefestigten Wegen. Wichtigster Ausgangspunkt ist der Reifeninnendurchmesser, den die Fahrradfelge am Laufrad vorgibt. Dieser ist identisch zum Felgen-Nenndurchmesser bzw. Außendurchmesser der Felgenschulter, an dem der Reifenwulst auf der Felge aufliegt. Will man einen breiteren Reifen aufziehen, muss dieser also denselben Reifeninnendurchmesser wie der bisherige Reifen haben.
Der zweite wichtige Punkt ist die Maulweite der Felge. Die Reifenbreite soll in etwa zwischen dem 1,5- und 2,5-fachen der Maulweite liegen. Eine genauere Orientierung gibt die Maulweiten-Tabelle unten.
Welche maximale Reifenbreite kann ich verwenden?
Die maximal verwendbare Reifenbreite wird durch mehrere Faktoren begrenzt:
- Die Fahrradgabel hat eine bestimmte Weite und gibt damit eine erste technische Limitierung der Reifenbreite vor. Breitere Fahrradreifen sind zudem höher, daher kann auch der Abstand zur Gabelbrücke zu klein werden.
- Wenn eine Felgenbremse montiert ist, schränken die Bremshebel die möglichen Reifenbreiten ein. Am besten bei angezogener Bremse den verfügbaren Platz messen und etwas Luft lassen, da sich die Bremsklötze noch abnutzen.
- Kommen Schutzbleche zum Einsatz, decken diese nur eine gewisse Reifenbreite ab. Auch die Befestigungsstreben der Schutzbleche können die maximale Breite des Reifens begrenzen.
- Ist die Reifenbreite im Verhältnis zur Maulweite der Felge zu groß, wird die Reifenwand zu sehr beansprucht, es kann zu einem Flankenbruch kommen und der Reifen platzt auf.
Für sinnvolle Reifenbreiten siehe die Maulweiten-Tabelle unten.
Kann ich auch einen dünneren Reifen verwenden?
Normalerweise ja. Im ersten Schritt würde man anhand der Reifenbeschriftung den Reifeninnendurchmesser bestimmen und sich einen Überblick über verfügbare schmälere Reifen machen. Die oben genannten technischen Begrenzungen durch andere Fahrradteile machen bei schmaleren Reifen natürlich keine Probleme. Allerdings ist auch hier das Verhältnis zur Maulweite der Felge zu beachten, um Quetschlöcher zu vermeiden. Nachfolgender Abschnitt listet empfohlene Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite auf.
Welche Reifenbreite darf ich auf meiner vorhandenen Felge verwenden?
Der ETRTO-Standard empfiehlt Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite der Laufradfelge. Die Maulweite (auch Felgeninnenweite genannt) bezeichnet den Abstand zwischen den beiden Innenseiten einer Felge.
Nachfolgende Tabelle zeigt die empfohlenen Reifenbreiten gemäß ETRTO. Die Angaben beziehen sich nur auf Hakenfelgen (oft mit C angegeben, C = Crotchet = engl. Haken), da diese heute am gängisten sind.
| Maulweite der Felge in mm | Empfohlene Reifenbreiten in mm |
|---|---|
| 13 | 18 - 25 |
| 15 | 23 - 32 |
| 17 | 25 - 50 |
| 19 | 28 - 57 |
| 21 | 35 - 62 |
| 23 | 37 - 64 |
| 25 | 44 - 64 |
| 27 | 47 - 64 |
| 29 | 54 - 64 |
Solange man die empfohlenen Reifenbreiten verwendet, sollte man auf der sicheren Seite sein. Abhängig von der Stabilität des Reifenmantels erlauben manche Reifenhersteller durchaus noch größere Reifenbreiten. Hier bitte im Einzelfall die Herstellerangaben überprüfen.
Warum haben breitere Fahrradreifen manchmal eine andere Zoll-Größe?
Beispiel: Sowohl 28-Zoll-Reifen als auch 29-Zoll-Reifen werden üblicherweise auf einem Laufrad mit 622 mm Felgen-Nenndurchmesser aufgezogen. Die Zoll-Größe des Fahrradreifens bezieht sich auf den Außendurchmesser, während für die Felge der Innendurchmesser des Reifens relevant ist. Beim Messen des Außendurchmessers wird an beiden Seiten die Reifenhöhe mitgemessen, beim Innendurchmesser ist die Reifenhöhe hingegen nicht enthalten.
Zudem entspricht die Reifenhöhe in etwa der Reifenbreite, da der Reifen fast kreisrund ist. Wählt man also bei gleichbleibender Felgengröße einen breiteren Fahrradreifen, vergrößert sich damit der Außendurchmesser des Reifens.
Vor- und Nachteile breiter Fahrradreifen
Vorteile breiter Reifen: Aufgrund ihrer größeren Kontaktfläche mit dem Boden haben breite Reifen eine bessere Bodenhaftung und fahren über kleinere Bodenunebenheiten einfacher hinweg, was oft als höheren Fahrkomfort empfunden wird. Dadurch eignen sie sich besser für Offroad-Fahrten und auf unbefestigten Wegen.
Nachteile breiter Reifen: Schmale Reifen sind leichter und bilden weniger rotierende Masse. Sie lassen sich daher besser beschleunigen, sind also agiler.
Welchen Reifendruck braucht mein Fahrrad?
Der optimale Reifendruck hängt von mehreren Faktoren ab. Die Felgengröße hat natürlich etwas mit der Reifengröße zu tun und entscheidet über den möglichen Luftdruck im Reifen. Direkt an der Seite des Fahrradreifens ist die Größe des Reifens angegeben. Die Ziffer vor dem Bindestrich beschreibt die Breite in Millimeter, danach steht der Durchmesser in selbiger Maßeinheit. Sind die Angaben durch ein x getrennt, so spricht man von Zoll Durchmesser x Zoll Breite. Die Zahlen selbst beziehen sich aber immer auf die Breite des Reifens und den Durchmesser des Reifens, wonach man sich nun einen neuen Reifen kaufen und bestellen kann. Wichtig ist natürlich, dass die Reifengröße zur Felgenbreite vom Laufrad passt.
Die Felgenbezeichnung kann man in der Tabelle anhand der Angaben finden, genauer gesagt an den ETRTO Angaben. Die zweite Zahl nach dem Bindestrich beschreibt die Felgenbreite. Bei einer ETRTO Angabe von 37-622 handelt es sich um eine 622-Felge, wobei man aber auch 28-Zoll-Felge dazu sagen könnte. Passend hierzu kann man nun den 37-622 Reifen kaufen, natürlich kann auch 32-622 oder 40-622 Reifen aufgezogen werden, entscheidend ist die zweite Zahl, die übereinstimmen muss. Die Reifenbreite kann gegebenenfalls relativ frei variieren, wobei man aber doch darauf achten sollte, nicht allzu breitere Reifen zu kaufen.
Grundsätzlich gibt es drei Typen von Reifen für Laufräder: Drahtreifen (Clincher), Schlauchreifen (Tubular) und Schlauchlosreifen (Tubeless). Im Alltag sind Drahtreifen/Clincher die richtige Wahl. Sie sind preiswert und auch relativ stabil. Der Draht im Reifen verleiht dem Rad Robustheit. Er verhindert, dass er unter hohem Druck von der Felge springt. Tubeless-Reifen werden vor allem von Mountainbikern gefahren. Mantel und Schlauch sind bei diesem Reifentyp nicht voneinander getrennt. Sie sind weniger anfällig für einen Platten, andererseits ist die Montage aufwändiger.
Rennräder haben gewöhnlich nur wenig Kontakt mit dem Asphalt. Für viele Radsportler ist der Clincher-Reifen mit einem Schlauch der Standard. Der Faltreifen ist eine Unterart des Drahtreifens, bei dem jedoch kein Draht, sondern flexiblere Aramidfäden-Bündel zum Einsatz kommen. Das Rennrad mit Tubeless-Reifen benötigt meist eine massivere Felge, die mehr Gewicht mitbringt. Beim E-Bike sind robuste Reifen elementar, da das Rad durch den Motor ein hohes Gewicht hat. Breite Modelle verfügen über mehr Komfort, einen besseren Pannenschutz sowie einen besseren Grip. Üblich sind Clincher.
Fahrradreifen-Größen verstehen
Die Größen von Fahrradreifen werden heute nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet. In der Praxis werden aber auch die älteren, englischen und französischen Bezeichnungen verwendet. Die ETRTO Größenbezeichnung (z. B. 37-622) gibt die Breite (37 mm) und den Innendurchmesser des Reifens (622 mm) an. Diese Bezeichnung ist eindeutig und erlaubt eine klare Zuordnung zur Felgengröße. Die Zollbezeichnung (z. B. 28 x 1.40) gibt den ungefähren Außendurchmesser (28 Zoll) und die Reifenbreite (1.40 Zoll) an. Es gibt die Zollbezeichnung auch noch in der Form 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 (ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite). Die Zollangaben sind nicht präzise und nicht eindeutig. Die französische Größenangabe (z. B. 700 x 35C) gibt den ungefähren Außendurchmesser (700 mm) und die Reifenbreite (35mm) an. Der Buchstabe am Ende gibt einen Hinweis auf den Innendurchmesser des Reifen. Das C steht in diesem Fall für 622 mm.
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