Der Reifendruck ist ein entscheidender Faktor für das Fahrgefühl und die Performance deines Mountainbikes. Insbesondere bei 29-Zoll-Reifen von Maxxis gibt es einiges zu beachten, um den optimalen Druck für deine Bedürfnisse zu finden. Dieser Artikel soll dir helfen, den passenden Reifendruck für dein MTB zu finden.
Einflussfaktoren auf den Reifendruck
Den perfekten Druck, der für alle Situationen und jeden Fahrer passt, gibt es nicht. Das liegt daran, dass wir alle in unterschiedlichem Gelände, auf verschiedenen Bikes und mit ganz eigenen Vorlieben unterwegs sind.
Fahrergewicht
Das Fahrergewicht ist für den Reifendruck genauso ausschlaggebend wie für das Setup des Fahrwerks. Leichtere Fahrer können etwas weniger Reifendruck fahren, wohingegen schwerere Fahrer mehr Druck benötigen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen. Viele Reifenhersteller geben hier die Empfehlung: 1% pro Kilogramm.
Terrain
Das Terrain, in dem ihr euch bewegt, hat einen großen Einfluss auf den Reifendruck, den ihr wählen solltet. Wenn ihr hauptsächlich auf harten Flow-Trails unterwegs seid, könnt ihr weniger Reifendruck fahren, solange der Reifen in Kurven nicht wegknickt.
Fahrstil
Der Fahrstil spielt natürlich auch eine Rolle. Wenn ihr immer auf der Straightline durch Steinfelder fliegt, kann ein höherer Reifendruck die Komponenten schützen. Der Fahrstil spielt natürlich auch eine Rolle.
Reifen und Felgen
Die Wahl der Reifen und Felgen ist ausschlaggebend für das Einstellen des Reifendrucks am Mountainbike. Habt ihr eine dicke Karkasse, die für den harten Enduro-Einsatz entwickelt wurde, z. B. MAXXIS Doubledown oder Schwalbe Super Gravity? Oder eine leichte Version, die ein niedrigeres Gewicht vor Pannenschutz stellt, z. B. MAXXIS EXO und Schwalbe SnakeSkin? Auch ob der Reifen mit oder ohne Schlauch (tubeless) montiert ist, macht einen Unterschied. Ein Tubeless-Reifen kann im Allgemeinen mit weniger Druck gefahren werden. Durch den fehlenden Schlauch muss man keine Angst vor einem Snakebite haben. Die Felgenbreite ist ein weiterer Faktor: Breitere Felgen geben dem Reifen mehr Support, was einen niedrigeren Druck ohne Kompromisse erlaubt.
Empfohlener Reifendruck für Verschiedene Fahrradtypen
Damit du schneller weißt, welchen Druck dein Fahrradreifen braucht, haben wir eine Tabelle mit den empfohlenen Reifendruckwerten für verschiedene Fahrradtypen und deren Einsatzgebiete zusammengestellt.
| Fahrradtyp | Reifenbreite | Reifendruck in bar | Reifendruck in psi |
|---|---|---|---|
| Mountainbike | 50 mm | 3,0 | 44 |
| Mountainbike | 59 mm | 2,0 | 29 |
| Rennrad | 25 mm | 7,0 | 100 |
| Rennrad | 28 mm | 6,0 | 87 |
| Gravel Bike | 35 mm | 4,5 | 65 |
| Trekkingrad | 35 mm | 4,5 | 65 |
| Trekkingrad | 40 mm | 4,0 | 58 |
| Trekkingrad | 50 mm | 3,0 | 44 |
Wichtig: Die empfohlenen Reifendruckwerte sind Richtwerte, die für eine durchschnittlich schwere Person (70 Kilogramm) und ein durchschnittlich schweres Fahrrad (12 Kilogramm) gelten. Du solltest daher den Luftdruck anhand verschiedener Faktoren an deine persönlichen Vorlieben anpassen.
Reifendruck beim Mountainbike
Beim Mountainbiken kann der ideale Reifendruck stark variieren - je nachdem, wo du fährst und mit welchem Bike du unterwegs bist. Bist du vor allem auf rauen Trails unterwegs, bietet ein niedrigerer Mountainbike-Reifendruck von etwa 2,0-2,5 bar (30-40 psi) eine bessere Traktion und Dämpfung auf unebenem Untergrund. Auf Asphalt und bei schneller Fahrt empfehlen wir einen Reifendruck von 2,5-3,0 bar (40-45 psi), um den Rollwiderstand zu verringern.
Mountainbiker, die besonders sportlich unterwegs sein wollen, sollten auf Tubeless-Systeme umsteigen. Da diese MTB-Reifen ohne Schlauch auskommen, ist die Gefahr eines Plattens geringer und du kannst mit weniger Druck fahren. So bist du nicht nur komfortabler, sondern auch mit mehr Traktion unterwegs.
Tubeless-Systeme
Schlauchlose Reifen beim Fahrrad haben viele Vorteile. Man kann mit weniger Luftdruck fahren und hat dadurch bessere Traktion, der Rollwiderstand ist geringer als mit Schlauch, und mit einem Dichtmittel statt einem Schlauch sinkt das Pannenrisiko sehr stark, da kleine Löcher einfach abgedichtet werden.
Maxxis Reifentechnologien
Maxxis bietet verschiedene Technologien für ihre Reifen an, um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden.
Dual Compound
Zwei verschiedene Gummimischungen werden zu einem Laufflächenstreifen verarbeitet. Die Eigenschaften jeder Mischung und deren Anordnung planen wir nach den gewünschten Eigenschaften der Reifen. Je nach Reifenkategorie kommen unterschiedliche DualCompounds zum Einsatz, so unterscheiden sich z.B. die Dual Mischungen von Gravel und Downhillreifen deutlich.
3C MaxxTerra
Die Trail Variante unserer Dreifach Mischungen: Sie kombiniert guten Rollwiderstand bergauf mit tollem Grip bei der Abfahrt. MAXXTERRA hat weniger Rollwiderstand und hält länger als unsere DH Mischung MAXXGRIP, und mehr Grip und Traktion als die XC Mischung 3C MAXXSPEED. Sie ist „die goldene Mitte“ für Trailfahrer.
3C MaxxGrip
Die Gummimischung, die MAXXIS Reifen zur Referenz im MTB Downhillsport gemacht hat. 3C MAXXGRIP bietet den ultimativen Grip und die besten Dämpfungseigenschaften für unvergleichbare Traktion und Performance bei Downhill Rennen.
DoubleDown
DoubleDown Reifen sind aufgebaut wie unsere Downhillreifen: zwei Karkassenlagen verstärkt mit einer Butyleinlage in der Seitenwand. Durch zwei feine 120TPI (statt 60TPI) Karkassenlagen und Aramidwulstkerne sind sie aber deutlich leichter als unsere Downhillreifen und dabei deutlich robuster als unsere EXO+ Modelle. Die idealen Reifen für harte Enduro Kurse.
Downhill (DH)
Die MAXXIS Downhill Reifen werden in exakt der gleichen Konstruktion von den erfolgreichsten DH Fahrern verwendet. Doppelte 60TPI Karkassenlagen und Butyl Inserts in der Seitenwand über dem Reifenwulst sind die Basis der Reifen, die in den letzten Jahren die meisten Downhillrennen gewonnen haben.
EXO Protection
Dieses extrem schnitt- und abriebfeste Material schützt die Seitenwand verschiedener MTB und Gravel und einiger Metro Modelle. Es ist sehr dicht gewebt, aber dabei leicht und sehr flexibel. Deshalb bleibt die Performance der Reifen unverändert überzeugend gut.
EXO+ Protection
Die neue EXO+ Karkasse baut auf einer 60TPI Karkasse auf, die mit einem abriebfesten Gummi beschichtet ist. An den Reifenflanken befindet sich eine verstärkte und gummierte EXO Pannenschutzlage und über der Reifenwulst eine kurze Butyleinlage. Damit sind Reifen mit EXO+ Protection für aggressives Trailriding und leichtere Enduro Rennen gebaut und besonders auch für das höhere Drehmoment und Gewicht von E-MTBs geeignet.
Die Balance Finden
Das Geheimnis des perfekten MTB-Reifendrucks? Die Balance zwischen Grip und Stabilität.
- Zu hoch: Ein hoher Reifendruck unterstützt die Seitenwand des Reifens und bietet so mehr Stabilität und besseren Schutz für die Felgen. Doch wenn ihr zu weit nach oben geht, reduziert ihr die Traktion, weil die Kontaktfläche reduziert wird.
- Zu niedrig: Ein niedriger Druck erhöht dank der größeren Kontaktfläche den Grip und verbessert die Traktion in Kurven, da sich der Reifen dem Trail besser anpassen kann. Wenn ihr allerdings mit zu wenig Druck fahrt, erhöht sich das Risiko eines Felgenschadens bei starken Schlägen. Außerdem reduziert der geringere Druck die natürliche Dämpfung des Reifens, was bei höheren Geschwindigkeiten ein instabiles Fahrgefühl erzeugen kann.
Praktische Tipps zur Reifendruckfindung
Schnappt euch eine Pumpe und einen Luftdruckmesser und haltet Ausschau nach einer kurzen Teststrecke. Sucht nach schönen flachen Kurven, Anliegern, Kompressionen und Wurzeln - idealerweise auf einer Strecke, die dem Gelände entspricht, auf dem ihr normalerweise unterwegs seid. Der Trail sollte nicht zu anspruchsvoll sein, da ihr euch eher auf das Fahrgefühl konzentrieren solltet und nicht darauf, dass ihr keinen Abgang hinlegt.
- Zu Beginn pumpt eure Reifen stark auf, um zu sehen, wie sich der hohe Druck anfühlt. Fahrt den Trail und lasst es dabei entspannt angehen.
- Reduziert den Reifendruck um 2 psi vorne und hinten und wiederholt euren Test-Trail. Konzentriert euch dabei wieder auf das Fahrgefühl und darauf, wie viel Grip die Reifen liefern.
- Wiederholt das Ganze immer wieder und verringert jedes Mal den Druck.
- Versucht, den Punkt zu finden, an dem eine weitere Reduktion des Reifendrucks die Performance nicht mehr verbessert.
- Spielt mit der Balance zwischen Hinter- und Vorderreifen. Normalerweise könnt ihr vorne etwas weniger Druck fahren.
Ihr habt jetzt eine gute Grundeinstellung, von der aus ihr arbeiten könnt.
Verwandte Beiträge:
- Michelin 63001 Motorrad Reifendruck Kontrollsystem: Test & Erfahrungen
- Rennrad Reifendruck 100 kg Fahrergewicht: Der richtige Druck für optimale Leistung
- Schwalbe Reifendruck MTB Tabelle: Der richtige Luftdruck für Ihr Bike
- Fahrradhelm auf Motorrad erlaubt? Die wichtigsten Fakten, die Sie kennen müssen!
- Kleine wasserdichte Fahrrad Lenkertaschen im Test – Die besten Modelle im Überblick!
Kommentar schreiben