Die Frage, ob ein Reithelm auch als Fahrradhelm geeignet ist, beschäftigt viele Reiter und Radfahrer. Grundsätzlich sind Reithelme und Fahrradhelme für unterschiedliche Sportarten konzipiert und erfüllen somit unterschiedliche Anforderungen.
Unterschiede zwischen Reithelm und Fahrradhelm
Ein Sturz vom Fahrrad unterscheidet sich in der Regel von einem Sturz vom Pferd. Während man beim Fahrradfahren eher nach vorne stürzt, fällt man beim Reiten häufiger seitlich oder auf den Hinterkopf. Hier sind einige wesentliche Unterschiede:
- Helmform: Fahrradhelme sind oft aerodynamisch geformt und bedecken nicht den gesamten Hinterkopf, während Reithelme den gesamten Kopfbereich umschließen.
- Bauweise und Materialien: Reithelme setzen auf robustere Materialien und eine Konstruktion, die den gesamten Kopfbereich umfasst. Fahrradhelme sind idealerweise in Leichtbauweise mit vielen Belüftungslöchern gefertigt.
- Belüftung: Reithelme haben oft weniger und kleinere Belüftungslöcher, die zusätzlich mit Schutzgittern versehen sind, um das Eindringen von Ästen zu verhindern.
- Stoßdämpfung: Ein Fahrradhelm ist hauptsächlich für flächigen Druck ausgelegt, weil man eher auf der Straße oder einer Automotorhaube landet. Ein Reithelm dagegen muss insbesondere auch punktuelle Schläge aushalten.
- Fallhöhe: Vom Rad stürzt man etwa einen Meter zwanzig tief, ein Pferd kann den Reiter aus einer Höhe von fast dem Doppelten abwerfen.
Gleichwohl gibt es Reithelme, die auch nach der Fahrradhelmnorm EN 1078 zertifiziert sind.
Sicherheitsaspekte
Mythos: Du hast keine Reitkappe dabei? Streich ihn am besten gleich aus Deinem Gedächtnis! Kein Kopf ist wie der andere und mit Sicherheit hat Deine Freundin nicht den gleichen Kopfumfang wie Du - und schon ist der Helm entweder zu groß oder zu klein. Ein Reithelm schützt Deinen Kopf nur dann optimal, wenn er richtig passt. Achte daher schon beim Kauf darauf, dass der Reithelm eng (aber nicht zu eng) an Deinem Kopf anliegt und nicht drückt oder Luft zwischen Deinem Kopf und dem Helm lässt.
Auch wenn ein Reithelm nach einem Sturz äußerlich unbeschädigt aussieht, sollte er ersetzt werden, da feine Haarrisse entstanden sein könnten, die die Schutzwirkung beeinträchtigen. Auch ohne Sturz sollte ein Reithelm spätestens 8 Jahre nach Herstellungsdatum ausgetauscht werden, bei intensiver Nutzung bereits nach 3 bis 5 Jahren.
Reithelm oder Fahrradhelm - Was ist sicherer?
Mit Fahrradhelm reiten ist immerhin schon mal besser als ganz ohne Helm. Aber empfehlenswert ist es trotzdem nicht. Ein Fahrradhelm und ein Reithelm unterscheiden sich schon allein vom Material. Und glaub mir, vom Pferd fällt man, wenn es mal richtig durchgeht, wesentlich unsanfter als vom Fahrrad. Das hält ein Fahrradhelm definitiv nicht aus. Mein Reithelm war nach meinem Unfall hinüber. Hätte ich da ein Fahrradhelm aufgehabt...dann weiß ich nicht, ob ich dir heute diese Antwort geschrieben hätte.
Auch wenn Skateboard-, Fahrrad- und Reithelme recht ähnlich aussehen, so wurden sie doch für völlig unterschiedliche Sportarten entwickelt. Die Höhen aus denen man bei all diesen Sportarten fallen kann, sind sehr verschieden. Und damit dürfte auch schon klar sein, dass ein Reithelm ganz andere Anforderungen erfüllen muss, als ein Skateboard- oder Fahrradhelm.
Achte beim Kauf darauf, dass Dein Reithelm das TÜV- und VG1-Prüfsiegel trägt. Das garantiert Dir, dass der Helm den harten Anforderungen beim Sturz vom Pferd gewachsen ist.
Reithelm im Alltag
Casco Reithelm Choice ist die neue Weiterentwicklung des beliebten Modells Choice. Er zeichnet sich durch Maximale Sicherheit und höchstem Tragekomfort durch die Monocoque - Plus - Bauweise aus. Ideal für alle Reiter, die mit dem Fahrrad zum Stall fahren. Jetzt benötigen Sie nur noch einen Helm der beide Sicherheitsnormen abdeckt. Casco Reithelm Choice ist nach neuer Norm geprüft!
Normen und Zertifizierungen
Die heute gültige Sicherheitsstandard nach DIN EN 1384.2017 berücksichtigt die typischen Fall- und Aufschlagarten im Reitsport. Die Helme werden u.a. auf Seitensteifigkeit (seitliche Belastung von 60kg), Fallgeschwindigkeit aus einer Höhe von 1,80m, Stoßdämpfung, Splitter und Formstabilität, Durchdringungsfestigkeit, Befestigung- bzw. Verankerung etc. geprüft.
Im Oktober letzten Jahres wurde die Norm für Reithelme EN 1384 in der Fassung von 2012 außer Kraft gesetzt, eine Neufassung ist noch nicht amtlich. Interessant dabei ist die Begründung. Es geht dabei um eine Harmonisierung der Normen für Schutzhelme. Wer mit einem zertifizierten Fahrrad-, Scater-, Snwowboard- oder Berghelm auf dem Pferd unterwegs ist, macht letztendlich in puncto Sicherheit nichts verkehrt, nur auf Turnieren sind sie nicht zugelassen.
Kaufempfehlungen
Auch wenn das Tragen eines Reithelms von der EWU bislang nur empfohlen wird und nur in Disziplinen wie den Walk-Trot-Klassen sowie für jugendliche Turnierteilnehmer der B-Klasse, vorgeschrieben wird, sollte in Punkto Sicherheit keine Ausnahme gemacht werden. Da ein Westernhut keinen ausreichenden Schutz vor Kopfverletzungen bietet, versuchen sich die Hersteller von Reithelmen im Design der klassischen Reithelme dem Westernlook stilistisch anzunähern.
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