Der Rennsteig, Deutschlands bekanntester Fernwanderweg, bietet auch für sportlich ambitionierte Rad- und Mountainbikefans ein Pendant. Auf Wald- und Wiesenwegen und ca. 198 km erleben Sie die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der gesamten Region.
Streckenabschnitte und Highlights
Weite Kulturlandschaften und geschichtsträchtige Orte sind die besonderen Kennzeichen dieser 200 km langen Route von Hörschel bei Eisenach durch die Naturparks Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Weiter führt der Weg nach Oberhof, dem bekanntesten Wintersportort Thüringens, mit den Sportstätten und dem Rennsteiggarten. Über Masserberg, einen heilklimatischen Kurort (Badehaus), kommen Sie in die Glasbläserstadt Neuhaus mit ihrer berühmten Holzkirche. Den Schiefer, das „Blaue Gold“ der Region, durchfahren Sie bei Lehesten, bevor in Blankenstein an der Saale die reizvolle Tour endet.
Der insgesamt 195 km lange Rennsteig-Radwanderweg ist knapp 30 Kilometer länger als der klassische Rennsteig, wobei nur knapp 30 Kilometer mit dem Rennsteig-Wanderweg identisch sind. Die Streckenführung verläuft auf über 5/6 in einer Höhenlage von 700 - 850 Metern. Es faszinieren die einmalige Landschaft des Naturparks Thüringer Wald und vielschichtige Einblicke in die Geschichte der Städte und Gemeinden. Wer sich die Zeit für Abstecher von der Hauptroute nimmt, wird von den Sehenswürdigkeiten beeindruckt sein.
Von Oberhof nach Fladungen
Auf dieser Radtour durchfahren Sie 3 große Naturgebiete zwischen Thüringen und Bayern. Mitten im Thüringer Wald starten Sie im bekannten Wintersport-Ort Oberhof und erklimmen nach der Durchfahrt des Werratals die sanften Hügel der Rhön. Um es langsam angehen zu lassen führt Sie der erste große Abschnitt stets bergab am Rennsteiggarten und dem ehemaligen Bahnhof Oberhhof vorbei. Über das Hotel Waldmühle erreichen Sie bald Zella-Mehlis.
Um den Lerchenberg herum und an der wunderschönen Kirche St. Blasii vorbei erreichen Sie bald Thüringens meistbesuchte Attraktion: Das Meeresaquarium. Es zählt pro Jahr mehr Besucher als die Wartburg! An der Bahnstrecke entlang geht es durch Benshausen und Ebertshausen weiter bergab nach Schwarza.
Wichtiger Hinweis
Achtung: Der Abschnitt zwischen Benshausen und Zella-Mehlis darf nicht mehr auf dem originären Radweg befahren werden. Die Ausschilderung wurde entfernt, und die Wegbeschaffenheit ist sehr schlecht. Bitte nutzen Sie zwischen den beiden Ortslagen die Bundesstraße mit äußerster Vorsicht.
Entang des Christeser Wasser führt der Radweg um den sagenumwobenen Dolmar herum. Durch den kleinen Ort Metzels erreichen Sie bald die malerischen Auen des Wallbach. Die kurvenreiche Strecke führt Sie durch den gleichnamigen Ort hinab ins Werratal. In Walldorf ist ein Abstecher zur Sandstein- und Märchenhöhle sehr empfehlenswert. Entlang der Werra gelangen Sie schließlich in die Karnevalshochburg Wasungen.
Über dem Ort thront die Burg Marienluft Über Mehmels, Wahns, Unter- und Oberkatz gelangen Sie schließlich in die ersten Ausläufer der Rhön. Um den Wunschberg herum führt Sie der Radweg in der malerisch-schönen Gegend nach Aschenhausen. Am Weißbach entlang erreichen Sie über die Alte Chausee bald darauf Gerthausen. Weiter geht es auf bayrischem Gebiet. In Weimarschmieden lädt das gleichnamige Wirtshaus zu einer kurzen Rast ein. Es ist das nördlichste Gasthaus im Bundesland. Auf den letzten Kilometern nach Fladungen passieren Sie auf dem Friedensweg den kleinen Ort Bruchs und den Erlebnisshof "Boxenstopp". Auf dem Marktplatz in Fladungen endet der Rhön-Rennsteig-Radweg. Wer möchte kann hier noch das Rhönmuseum im Rathaus besichtigen.
Ilm-Rennsteig-Radweg
In der bergigen Landschaft zwischen Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge ermöglicht der Ausbau der ehemaligen Nebenbahntrasse den einfachen Zugang zur Mittelgebirgslandschaft dieser Region. Mit nur etwa 3,3 % Steigung fährt man auf der asphaltierten Fahrradstraße zunächst noch im Tal der Ilm, dann aber durch die Wälder hinauf zum Pass "Hohe Tanne" (701 m) und nach Großbreitenbach (630 m). Für die konditionsstarken Radler bietet sich die Weiterfahrt nach Neustadt zum Rennsteig-Radweg an, die Genussradler bevorzugen die Rückfahrt auf der Trasse mit herrlichen Ausblicken hinab ins Tal.
Von Ilmenau (oder Langewiesen) aus hat man Anschluss an den Ilmtal-Radweg, der in den letzten Jahren weiter ausgebaut und verbessert wurde. Der unteren Abschnitt nach Weimar und Apolda bis zur Mündung in die Saale ist landschaftlich reizvoll und ohne große Schwierigkeiten für jeden Radler zu bewältigen ist. Von Ilmenau flussaufwärts zu den Quellbächen der Ilm, können die geübten Radler die Berge des Thüringer Waldes erreichen oder dem Bahnhof Rennsteig einen Besuch abstatten. Von dort aus führt außerdem ein nur knapp 5 km kurzer Bahntrassenradweg nach Frauenwald.
Stationen des Ilm-Rennsteig-Radwegs
- Ilmenau
- Grenzhammer
- Langewiesen
- Gehren
- Möhrenbach
- Neustadt/Gillersdorf
- Großbreitenbach
Geschichte des Ilm-Rennsteig-Radwegs
Die Bahnstrecke Ilmenau - Großbreitenbach wurde in zwei Abschnitten eröffnet, der erste Abschnitt zwischen Ilmenau und Gehren im Jahr 1881, der zweite nach Großbreitenbach im Jahr 1883. Bereits 1884 kam die gesamte Strecke in Privatbesitz und florierte bis zu Beginn des 1. Weltkriegs. Danach begann der wirtschaftliche Niedergang.
Nach Einstellung des Verkehrs 1945, ging die Bahnstrecke 1946 wieder in Betrieb. 1948 wurde die Strecke verstaatlicht, 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Bahnlinie. Nach dem Ende der DDR begann der endgültige Niedergang der Strecke, zumal der bauliche Zustand der Gleisanlagen sich dramatisch verschlechtert hatte. Nach zeitweiligen Einstellungen des Verkehrs zwischen 1994 und 1997 wurde die Bahnlinie Ende September 1998 endgültig stillgelegt. Übrig blieben als Bahnrelikte die ehemaligen Bahnhöfe, der Bahnhof Gehren wurde 2012 abgerissen. Der Radwegebau begann 2011 in mehreren Abschnitten, die offizielle Übergabe des fertigen Gesamtweges fand am 25.10.2013 statt.
Tourenbeschreibung Ilm-Rennsteig-Radweg
Wir starten unsere Tour am Bahnhof Ilmenau, der mit der Erfurter Bahn erreichbar ist. Auch der Ilmtal-Radweg führt hier vorbei und bietet die Möglichkeit zur Weiterfahrt auf der Bahntrasse nach Großbreitenbach (und zum Rennsteig-Radwanderweg), oder nach Allzunah und über den Bahnradweg Frauenwald zum Bahnhof Rennsteig.
Der modernisierte Bahnhof Ilmenau: hier gibt es (für den Notfall) einen Fahrradladen! Einstieg in den Ilmtal-Radwanderweg am Bahnhofsplatz. Auf geht`s, an der Eishalle vorbei. Im folgenden Grüngürtel an der Ilm ist die Trasse zunächst noch nicht ausgebaut (Blick zurück).......denn die folgende Bahnbrücke über die Ilm ist gesperrt. Am Abzweig folgt man der Beschilderung Richtung Langewiesen. Der Ilm-Rennsteig-Radweg verläuft hier noch zusammen mit dem Ilmtal-Radwanderweg flussabwärts. Das Logo des Ilm-Rennsteig-Radwegs fehlte aber 2014 noch.
Nach der neuen Brücke geht es links hinauf auf die Trasse(Blick zurück) und weiter Richtung Haltepunkt Grenzhammer. Vorsicht an der (barrierefreien) Kreuzung, Stoppschild beachten! Der Radweg folgt der Straße durch die Wiesen entlang der Ilm, vorbei am ehemaligen Haltepunkt Grenzhammer. Am Rande des Radwegs in Langewiesen findender Radler auch eine Sitzgelegenheit abseits des Fahrradsattels.
Das große Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1913 ist verwaist. Der Radweg führt etwas oberhalb des Ortes entlang, der Fluss fließt mitten durch den Ort (Wegweiser nach links). Auch hier gibt es noch einmal eine Sitzgelegenheit. Am Ortsausgang muss die B 88 überquert werden. Auch hier wieder eine barrierefreie Kreuzung. Die Trasse führt unter der gigantischen Ilmtalbrücke der neuen ICE-Strecke hindurch. Eine Unterführung sorgt für problemlose Kreuzung mit dem Autobahnzubringer B 88N. Schnell ist man wieder auf der Bahntrasse. Das Stadtgebiet von Gehren ist erreicht.
Man fährt am Bahnhof Gehren-Stadt vorbei, der Bahnsteig ist noch gut zu erkennen. Wenig später endet die Ausbaustrecke abrupt: die Schleife zum 2. Bahnhof wurde (bisher) nicht ausgebaut. Die Beschilderung führt den Radler durch den Ort. Nach gut einem Kilometer trifft man wieder auf die Trasse.
Wieder auf der breiten Fahrradstraße, hier mit Auffahrsperren beidseits. Nun geht es hinauf Richtung Möhrenbach. Haltepunkt Möhrenbach, hoch über dem Ort. Unter den breiten Reifen knirscht der Schotter, der Forstweg schlängelt sich den Berg hinauf. Rechts Nadelbäume und bemooste Hänge und auch links: tiefer, wilder Wald.
Rennsteigradweg: Naturerlebnis und sportliche Herausforderung
Wir sind auf dem Rennsteigradweg unterwegs. Mit uns fährt jemand, der hier jeden Winkel, jede schöne Aussicht - und falls mal nötig - auch jede Abkürzung kennt: Ronald Unger. Der Outdoor-Trainer und Bike-Guide schwärmt vom Thüringer Wald: „Die Natur hier bietet einerseits Ruhe, andererseits alles, was Mountainbiker suchen - Touren, Downhill und Freeride. Von der entspannten Runde für Familien mit kleinen Kindern bis zur 190-Kilometer-Tour ist bei uns alles drin.“
Unger bietet geführte Touren durch den Thüringer Wald an, die einen oder auch mehrere Tage dauern. Schon als Kind fuhr er Radrennen, später stieg er aufs Mountainbike um. Seit einigen Jahren geht er seiner Leidenschaft hauptberuflich nach - und wirkt ziemlich zufrieden, wenn er von seinem Job erzählt. Unsere Tour führt von Oberhof über den Großen Beerberg, Schmiedefeld, Neustadt und Masserberg bis nach Neuhaus am Rennweg. Wir starten in Oberhof, als deutsches Wintersportzentrum einer der meistbesuchten Orte in Thüringen. Der Luftkurort war 1931 erstmals Austragungsort der Weltmeisterschaften in der Nordischen Kombination und im Zweierbob.
Der Rennsteig ist unser roter Faden und die Tour bis Neuhaus ein ständiger Wechsel aus Auf- und Abfahrten. Gleich zu Beginn erreichen wir den höchsten Punkt, den Großen Beerberg. Wenige hundert Meter später gewährt uns der Turm an Plänckners Aussicht einen weiten Blick nach Süden bis in die Ausläufer der Rhön. Von nun an geht’s abwärts, „aber ausschließlich mathematisch“, wie Ronald sagt. Auf wurzelbewachsenen Pfaden werden wir durchgeschüttelt. Rutschiger Schotter fordert anderswo unsere ganze Aufmerksamkeit. Die Hand mit dosiertem Druck immer an der Bremse.
Es geht durch das UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. Diese einzigartige Landschaft aus Hochmoorgebieten, Bergwiesen und Wäldern bietet mehr als 1000 Pflanzenarten und 2.500 Tierarten einen geschützten Lebensraum. Öfter legen wir Abstecher ein, zunächst am zweithöchsten Gipfel im Thüringer Wald, dem 978 hohen Schneekopf. Wer den Turm über 126 Stufen besteigt, der hat eine atemberaubende Rundumsicht.
Früher diente der Rennsteig als Abkürzung für Eilboten. Der Verlauf auf den Bergkämmen und abseits von Ortschaften war die kürzeste Verbindung und verhinderte, dass die Kuriere unterwegs trödelten oder gar in einem Gasthaus geheime Informationen ausplauderten. Schon immer war er ein Grenzweg, heute im südlichen Bereich zwischen Thüringen und Bayern. Im geteilten Deutschland konnte man ihn nicht durchgehend wandern. Sechs Mal kreuzte er die Grenze.
„Der Rennsteig und die vielen Pisten drumherum bieten etwas, wonach sich Mountainbiker sehnen - und das immer seltener wird: oft freie Fahrt“, sagt Ronald Ungerer und liefert uns damit die Erklärung, warum uns unterwegs so viele Gleichgesinnte begegnen. „Hier gibt es noch das Gefühl von Abenteuer und wilder Natur - auch wenn der nächste Gasthof oder Supermarkt nie zu weit weg sind.“ Trotz guter Kondition macht sich irgendwann dann doch ein Ziehen in den Waden bemerkbar und wir sind froh, als Ronald nach einer weiteren wilden Abfahrt ruft: „Da vorne ist das Ziel. Der Klassiker
Der Klassiker: Von Hörschel nach Blankenstein
Unberührte Natur und geschichtsträchtige Orte sind die besonderen Kennzeichen dieser 195 km langen Route von Hörschel bei Eisenach durch die Naturparke Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge bis Blankenstein.
Dem sportlich ambitionierten Radwanderer erschließen sich Sehenswürdigkeiten, wie die Wartburg bei Eisenach, Ruhla mit dem Miniaturenpark "mini-a-thür", der Große Inselsberg bei Brotterode oder der Bergsee Ebertswiese bei Floh-Seligenthal. Weiter führt der Weg nach Oberhof, dem bekanntesten Wintersportort Thüringens, mit seinen Sportstätten und dem Rennsteiggarten. Über Masserberg, einem heilklimatischen Kurort (Badehaus), kommen Sie in die Glasbläserstadt Neuhaus mit seiner berühmten Holzkirche. Von hier aus lohnen sich Abstecher nach Lauscha, der Wiege des Christbaumschmucks, oder in den Hochseilklettergarten nach Steinach.
Den Schiefer, das "blaue Gold" der Region, durchfahren Sie um Lehesten herum, bevor in Blankenstein an der Saale die reizvolle Tour endet. Der Rennsteig-Radwanderweg ist an den Werratal-Radweg angebunden. Die Tour ist für sportlich ambitionierte Radfahrer und Mountainbiker geeignet.
Zusätzliche Informationen
Oberhof erreichen Sie mit dem Transferbus aus Richtung Zella-Mehlis (Linie 422). Die Fahrradmitnahme ist in der Regel möglich. Von Fladungen fahren Sie mit Bus und Bahn über Mellrichstadt und Zella-Mehlis zurück nach Oberhof. Achten Sie stets auf die Verkehrstauglichkeit Ihres Fahrrades.
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