Rhein-Herne-Kanal Radweg: Eine detaillierte Karte für Radfahrer

Der Rhein-Herne-Kanal ist eine zentrale Wasserstraße von großer Bedeutung als Transportweg für Güter, die vom Rhein ins zentrale Ruhrgebiet oder darüber hinaus sogar noch weiter nach Osten geschifft werden.

Der Rhein-Herne-Kanal wird über weite Teile von einem Radweg begleitet, der jedoch nicht explizit ausgeschildert ist und dementsprechend auch keinen eindeutigen Routenverlauf hat. Wer den gesamten Kanal am Stück erradeln möchte, begibt sich auf eine knapp über 50 Kilometer lange Radtour. Die Wegebeschaffenheit ist dabei sehr unterschiedlich.

Der Kanaluferweg führt Euch von der Schleuse am Duisburger Hafen zunächst nach Oberhausen. Als touristische Sehenswürdigkeiten liegen der Gasometer, das Centro, die LUDWIGGALERIE sowie die markante Brücke Slinky Springs to Fame direkt am Kanal.

Im Essener Norden trifft die Route wieder auf den Kanal und führt an der Schurenbachhalde vorbei durch den Nordsternpark nach Gelsenkirchen. Ab der ZOOM Erlebniswelt wechselt der Radweg immer wieder die Kanalseite. Dabei radelt Ihr u.a. über die beeindruckende Grimberger Sichel. Am Herner Meer wird der Kanal plötzlich wie ein kleiner See, unerwartet breit.

In Henrichenburg verlässt die Route nochmal den Kanal, bevor es auf den letzten Kilometern bis zum Schiffshebewerk Henrichenburg wieder am östlichen Kanalufer entlang geht.

Der Dortmund-Ems-Kanal und seine Verbindung zum Ruhrgebiet

Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet als künstliche Wasserstraße zusammen mit schiffbaren Abschnitten der Ems die Nordsee mit dem Ruhrgebiet. In Datteln ist er mit dem Rhein-Herne-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal verbunden.

Vor allem zur Entlastung der Eisenbahn wurde die Wasserstraße von 1892 an innerhalb von nur sieben Jahren Bauzeit errichtet, zusammen mit dem Alten Schiffshebewerk, das am Ende der Stichstrecke nach Dortmund bei Waltrop und Datteln einen Höhenunterschied überwindet.

Der Radfernweg Dortmund-Ems-Kanal

Auf rund 350 Kilometern Länge wurde zum 100. Geburtstag des Kanals 1999 ein Radfernweg eröffnet, der vom Kanal begleitet von Dortmund bis nach Norden-Norddeich führt.

Die mit Nummernpunkten gekennzeichneten Orte werden im Text näher beschrieben. Diese Beschreibung stellt die offizielle Radroute im Bereich des Ruhrgebiets vor, das zwischen Datteln und Olfen verlassen wird. Etwa 18 Kilometer lang ist der Radweg bis zum Schiffshebewerk, weitere zehn Kilometer verläuft er anschließend durch die Stadt Datteln, bis er an der Alten Fahrt Olfen das Ruhrgebiet verlässt und das Münsterland erreicht.

Startpunkt Dortmund: Anreise und Routenbeschreibung

Durch den Startpunkt am Dortmunder Hauptbahnhof drängt sich die Anreise mit dem Zug förmlich auf. Der Bahnhof wird durch die wichtigsten Nahverkehrslinien im Land erreicht, deren Züge üblicherweise Mehrzweckabteile für den Fahrradtransport anbieten. Eine weitere Möglichkeit besteht noch mit der An- und Abreise in Mengede mit RE 3 und S2 und Treffen am Kanal in Höhe Groppenbruch.

Am Hauptbahnhof von Dortmund beginnt also die Fahrt. Wer vom Südausgang losfährt, hält sich auf dem Wall rechts und entkommt dem Verkehrsstrom an der nächsten rechts vor dem Harenberg-City-Center in die Bahnhofstraße und danach unter die Brücken hindurch rechts in die Schützenstraße.

Vom Nordausgang zur Steinstraße und links darauf abbiegen, woraufhin diese in die Grüne Straße übergeht, nach einigen hundert Metern dann rechts ebenfalls in die Schützenstraße abbiegen. Auf dieser immer geradeaus fahren, bis der Fredenbaumpark erreicht wird. Diesen durchqueren wir in westlicher Richtung, bis wir auf die Weidenstraße kommen. Auf dieser links abbiegen und erstmals den Kanal sehen und überqueren. Dahinter rechts auf den Radweg neben dem Kanalufer abbiegen.

Ein paar Parallelstraßen weiter westlich von der Schützenstraße führt der Sunderweg zum Dortmunder Hafen, dem echten Anfang des Dortmund-Ems-Kanals. Das insgesamt etwa elf Kilometer lange Ufer lässt sich dort nicht mit dem Fahrrad anfahren und Hafenaktivität höchstens von den Brücken beobachten. Der uferbegleitende Radweg endet daher in Südrichtung an der Deusener Straße neben der Feuerwehr.

Sehenswürdigkeiten entlang des Kanals

Altes Hafenamt und Deusenberg

Man stößt schließlich auf das sehenswerte Alte Hafenamt. Über den Emscherweg ist der Deusenberg erreichbar. Es ist eine renaturierte Mülldeponie, die zu einem Trainingsparcours für Mountainbiker ausgebaut wurde. Doch auch die „normalen“ Fahrer können von oben eine grandiose Aussicht über den Dortmunder Hafen, den Kanal und die weitere Umgebung genießen.

Kokerei Hansa

Neben dem Berg, auf der anderen Seite der Eisenbahn, liegt die ehemalige Großkokerei Hansa, ein eindrucksvolles Industriemuseum über die Verarbeitung von Kohle in einer einmaligen Kulisse. Über die Hansabahn ist die Kokerei an das im Norden liegende Nahverkehrsmuseum Mooskamp verbunden.

Bergsenkungen und Landschaftsveränderungen

Besonders schön lässt sich an einigen Stellen das Thema Bergsenkung hautnah erleben. Stellenweise ist die Landschaft mehrere Meter tief abgesackt. Der Kanal muss aber zur Wahrung des Wasserstands auf der alten Höhe gehalten werden. Die Folge sind teils hohe Böschungen, die auf unserer Seite abfallen - die früher noch nicht da waren.

Halde Ellinghausen und Sicherheitstor

Linkerhand erstreckt sich die mit etwa 200 ha Fläche äußerst ausgedehnte Halde Ellinghausen in Höhe des ersten Sicherheitstores, die aber höchstens etwa zehn bis 15 Meter über der Umgebung hoch liegt. Im Normalfall sind die Sperrtore angehoben und können im Bedarfs- und Notfall schnell abgesenkt werden. Damit wird der betroffene Abschnitt abgeriegelt.

Hafen Schwieringhausen und Halde Groppenbruch

Rechterhand weitet sich der Kanal bald zum Hafen Schwieringhausen. Von hier aus ist außerdem die Halde Groppenbruch erreichbar. Die Windräder markieren den Standort der nördlichen Halde an der Drucksbrücke. Der Dortmund-Ems-Kanal macht hier eine markante Kurvenform.

Leveringhäuser Vogelteich

Hinter der folgenden Linkskurve liegt ein Campingplatz. Nutzt man dahinter die Abfahrt vom Deich, so gelangt man auf der Zufahrtsstraße zum Platz automatisch an das Ufer des Leveringhäuser Vogelteichs, der sich hinter den Bäumen erstreckt. Seit 1989 ist der große Teich ein Naturschutzgebiet und heute nur an wenigen Stellen zugänglich und einsehbar.

Schleusenpark Waltrop: Das erste Etappenziel

Der Kanal weitet sich auf zu den vier Zufahrten zu den Hebewerken und Schleusen: wir erreichen den Schleusenpark Waltrop. Ganz links befindet sich das Alte Schiffshebewerk. Es ist Teil eines lohnenswerten Museums des Landschaftsverbandes mit Freigelände über die Technik des Hebewerks und die Binnenschifffahrt.

Direkt daneben befindet sich die Alte Schleuse. Das Schleusenbecken ist heute ein Rad- und Fußweg, die angrenzenden Schleusenhalbinseln können zum Spazierengehen genutzt werden. Die Neue Schleuse ist in Betrieb und folgt unzugänglich an dritter Stelle. An der Brücke vor dem Alten Hebewerk führt die offizielle Route vom Deich nach links ab und bald rechts zum Hebewerk, das sogar in einem kurzen Tunnel unweit des Eingangs zum Industriemuseum unterfahren wird.

Hier, vor der Tür des Industriemuseums, beginnt die schöne Radroute Parkway EmscherRuhr, die zunächst am Rhein-Herne-Kanal entlang und schließlich durch einen Grünzug bis zum Kemnader See in Bochum führt.

Alternativen und Rundtouren

Wer nicht am anderen Kanalufer zurückfahren möchte, kann über die Grüne Acht und den Parkway EmscherRuhr bis Henrichenburg am Rhein-Herne-Kanal fahren und dort auf den Emscherweg Richtung Dortmund umschwenken.

Am ehemaligen Bahnhof Datteln wird die Bahnstrecke unterquert. Erst nach rund zwei Kilometern biegen wir rechts ab in die Emscher-Lippe-Straße, die auf das ehemalige gleichnamige Bergwerk eingeht. Im Kreisverkehr fahren wir geradeaus, im zweiten ebenfalls, direkt dahinter jedoch links.

Anschließend geht es links durch Wohnviertel entlang der Herdieckstraße, Löringhofstraße, Oberschlesienstraße, Beisenkampstraße und Gertrudenstraße bis zum Südring. Hier wird die Halde Emscher-Lippe mit einem sehenswerten Bunker- und Bergbaumuseum unter dem Bergematerial passiert. An der Kreuzung Hafenstraße geht es hinter dieser auf einem kleinen Weg rechts, der auf die Hafenstraße führt. Dann links ab zum Kanalufer an der Abzweigung des Wesel-Datteln-Kanals.

Rückweg und weitere Sehenswürdigkeiten

Zurück vom Bunkermuseum am Schleusenpark überqueren wir die Brücke unterhalb des Hebewerkes und folgen der Recklinghäuser Straße auf dem begleitenden Radweg. Nach einigen hundert Metern biegen wir rechts in die Straße zur Schwarzen Kuhle ab (hinter der Bushaltestelle). Nun führt der Weg am anderen Ufer wieder zurück.

Nach einem längeren geraden Abschnitt mit kurzer Steigung an der Stelle des beidseitigen, bereits kennengelernten Hochuferbereichs folgt die S-Kurve mit dem Sperrtor. Den haben wir auf dem Hinweg nur aus der Ferne wahrgenommen, da wir hier hinter die Verladung des Gewerbegebiets umgeleitet wurden.

Halde Hafen Achenbach

Und weil es gerade so schön ist, Halden zu besuchen, liegt zwischen der Autobahn und dem anschließenden Hafen Minister Achenbach noch eine dritte in Folge - die kreativ benannte Halde Hafen Achenbach. Sie erhebt sich nur wenige Meter über der Umgebung und deckt eine Fläche von ca. 5,5 ha ab.

Malakowturm Fürst Hardenberg und Fredenbaumpark

Alternativ geht es halb-rechts auf der nun als Fürst-Hardenberg-Allee bezeichneten Straße weiter. Sie führt nahe am bereits vom anderen Ufer gesehenen Malakowturm Fürst Hardenberg vorbei. Danach geht sie in die Lindenhorststraße über und passiert den Fredenbaumpark am Big Tipi. Der Fredenbaumpark selbst ist eine große Grünanlage mit einem Teich und einem See und viel Baumbestand.

Pumpwerk Evinger Bach

An der großen Kreuzung mit der Beethovenstraße liegt außerdem das Pumpwerk Evinger Bach. Hier wird das Wasser in die Höhe gepumpt, da es aus eigener Kraft wegen der Bergsenkungen der Vergangenheit nicht mehr bis in die Emscher fließen kann. Ohne das Pumpwerk würde der Dortmunder Norden in einer Seenlandschaft versinken. Und irgendwann kommen wir dann wieder am Hauptbahnhof an.

Die Erzbahntrasse: Eine alternative Route

Einst wurden über die Erzbahntrasse die Hochöfen von Schalker und Bochumer Verein mit Eisenerz versorgt. Heute zählt die Trasse zu den bekanntesten touristischen Radwegen in der Metropole Ruhr.

Der Gesamtausbau kostete rund 20 Millionen Euro und umfasst sechs Brückenneubauten sowie die Instandsetzung von neun Brückenbauwerken. An der Jahrhunderthalle im Westpark Bochum beginnt die Erzbahntrasse und endet nach einer sanften Abwärtsfahrt rund zehn Kilometer später am Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen.

Unterwegs sind zahlreiche Abstecher möglich, allesamt gut ausgeschildert. Nach Westen zweigt die Kray-Wanner-Bahn ab. Sie führt zum Zollvereinweg, der am Welterbe Zollverein in Essen endet. Unterwegs ist ein Schlenker zur Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen möglich. Die Zeche Hannover in Bochum und die Halde Pluto in Herne sind lohnenswerte Abstecher in östlicher Richtung. Am Grimberger Hafen in Gelsenkirchen schließt die Erzbahn an den Emscherpark-Radweg an. Nach Norden erreicht man über den Emscherbruch die Haldenlandschaft Hoheward in Herten (Kreis Recklinghausen).

Besondere Bauwerke und Sehenswürdigkeiten entlang der Erzbahntrasse

Die Erzbahntrasse beginnt und endet mit spektakulären Brückenkonstruktionen. Die 130 Meter lange, S-förmige Erzbahnschwinge als Anbindung an den Bochumer Westpark nebst Jahrhunderthalle markiert den Einstieg in den Radweg. Am anderen Ende windet sich die Grimberger Sichel schwungvoll über den Rhein-Herne-Kanal. Ihre Spannweite von 150 Metern wird von einem einzigen, 48 Meter hohen Stahlpylon gehalten.

Unterwegs führt die Strecke über die größte und beeindruckendste Überquerung, die Pfeilerbrücke. Äußerst bequem werden dabei ohne große Störungen durch Autoverkehr einige spannende Ziele der Industriekultur im Ruhrgebiet erreicht.

Der Radweg ist durchgängig breit ausgebaut und größtenteils asphaltiert, sogar stellenweise mit Begrenzungslinie. Es sind lediglich eine sehr wenig befahrene Nebenstraßen sowie eine Firmenzufahrt zu überqueren.

Detaillierte Routenbeschreibung der Erzbahntrasse

Westpark Bochum

Den südlichen Ausgangspunkt der Erzbahntrasse bildet der Westpark rings um die Jahrhunderthalle Bochum. Seine Bezeichnung erhält der Westpark aus seiner Lage westlich von der Stadtmitte. Bedingt durch beengten Raum in der Nähe der Bochumer Innenstadt wurde das Stahlwerk auf verschiedenen Höhenstufen errichtet, um Produktionsabläufe kleinräumig sowie platzsparend aufeinander abzustimmen.

In der Nordwest-Ecke des Westparks befindet sich mit der Erzbahnschwinge, die als Eingangstor zur Erzbahntrasse zu verstehen ist, sofort die erste von besonders spektakulären Brückenkonstruktionen im Verlauf unserer Radtour. In einer sehr speziellen S-Form verläuft der Radweg auf der Erzbahnschwinge über Eisenbahn sowie Straße zugleich und wird durch nur zwei schräg stehende Pylone und Stahlseile gehalten.

Überquerung der Autobahn A40

Nach einer sanften Rechtskurve kommen wir zur Autobahn A40, die wir auf einer ehemals zweigleisigen Brücke überwinden. Wer das Thema Autobahn noch einmal vertiefen möchte, kann einen bekannten Aussichtspunkt direkt am Autobahndreieck Bochum-West von hier aus recht einfach anfahren.

Zeche Carolinenglück II / III

Nach Überquerung der Autobahn A40 verläuft der nächste Abschnitt zuerst wenig idyllisch zwischen hohen Zäunen durch Gewerbegebiete von Bochum. Hier passiert er mit dem in Deutschland seltenen und 1912 gebauten Zschetzsche-Fördergerüst über Schacht III und einem Malakowturm über Schacht II die einzig verbliebenen Relikte der Zeche Carolinenglück II / III.

Grünzug D

Großstadt und Gewerbegebiete werden spätestens zwei Kilometer nach dem Start hinter sich gelassen. Parallel zu noch im Unkraut liegenden Schienen führt der Radweg auf der Erzbahntrasse in einem weiten Bogen um Hordel. Hier macht sich die Natur des etwas bürokratisch bezeichneten „Grünzuges D“ bemerkbar, der sich von nun an bis zum Ende der Trasse als grüner, von Süden nach Norden verlaufender Korridor darstellt.

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Kurz vor der Brücke gibt es dank eines Abzweiges die Möglichkeit, einen Abstecher zum ca. 1,3 km entfernten Industriemuseum in der Zeche Hannover zu machen. Dabei passiert man auf dem Weg zwei Bergehalden der Zeche.

Deponie Becker (Wollkippe)

Unmittelbar auf dem Drei-Städte-Eck von Gelsenkirchen, Herne und Bochum erhebt sich eine Deponie. Sie trägt mehrere Namen: Deponie Thyssen Schalker Verein, Wollkippe, Deponie Becker oder auch Halde 100. Sie ist tatsächlich annähernd 100 Meter über dem Meeresspiegel hoch. Die Aufhaldung begann etwa in den 1950er Jahren in der Südwest-Spitze.

Pfeilerbrücke

In der Form eines großen, umgedrehten V laufen die beiden Radwege zusammen auf das größte und wohl interessanteste Bauwerk der Erzbahn zu, die Erzbahnbrücke Nr. 9, besser bekannt als Pfeilerbrücke. Über ca. 350 Meter verläuft die dreiteilige Brücke seit 1918 über zwei Eisenbahnstrecken sowie eine Niederung an der Ostpreußenstraße.

Landschaftspark Pluto V

Direkt dahinter überfahren Fahrradfahrende heute eine Stadtgrenze und erreichen wieder Herne. Auf der rechten Seite erstreckt sich hinter der nächsten Brücke der Landschaftspark Pluto V auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Pluto V.

Zeche Consolidation und Zeche Unser Fritz

Kurz hinter der Anbindung an die Halde Pluto ist auf stillgelegter Bahntrasse die Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck erreichbar. Es schließt sich das Gelände der Zeche Unser Fritz mit seinem denkmalgeschützten Malakowturm an.

Grimberger Sichel

So spektakulär, wie der Radweg im Westpark Bochum mit der Erzbahnschwinge begonnen hat, wird er hier am Grimberger Hafen zu Ende geführt. Seit 2008 überquert eine äußerst interessante Brückenkonstruktion den Kanal. Der Halbkreis gibt dem Objekt, das offiziell wegen der Nähe zur Erlebniswelt Zoom-Brücke heißt, den schönen Namen Grimberger Sichel.

Weitere Radwege am Wasser im Ruhrgebiet

Radwege am Wasser spielen immer eine wichtige Rolle bei der Planung einer Radtour. Im Ruhrgebiet ist der RuhrtalRadweg der wohl bekannteste Uferweg und auch die Römer-Lippe-Route wird immer beliebter. Ganz entspannt lässt es sich aber auch entlang der vielen Kanäle und kleineren Flüsse und Bachläufe radeln.

Einige dieser Wege, z.B. Mit 25 Kilometern Länge kann man den Seseke-Weg sicherlich noch nicht als ausgewachsenen „Flussradweg“ bezeichnen. Mit 18 Kilometern Gesamtlänge lässt sich der Rotbach-Weg ideal in eine Tagestour im westlichen Ruhrgebiet einbinden.

Über knapp 7 Kilometer verbindet der Kuhbach-Weg den Seseke-Weg mit dem Bahntrassenradweg der Klöcknerbahn.

Radtour zwischen Emscher und Kanal

Vom Parkplatz beim Stadion des Fußballklubs Rot-Weiß Oberhausen, das zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal liegt, geht es auf der Lindnerstraße Richtung Westen. Nach wenigen Metern erreichen Sie den Rhein-Herne-Kanal, dem Sie nun rechts bis zur Schleuse Oberhausen-Lirich folgen.

Über die Schleuse gelangen Sie ans andere Kanalufer, wo Sie dem Uferweg weiter Richtung Duisburg folgen. Nach etwa drei Kilometern passieren Sie den Ruhrtalradweg. Sie folgen weiterhin dem Kanal, überqueren auf der Brücke den Verbindungskanal zwischen Ruhrorter Häfen und der Ruhr und radeln zwischen den Hafenkanälen und der Ruhr weiter Richtung Rhein.

Bei der Duisburger Ruhrschleuse haben Sie die Möglichkeit, einen Abstecher zum Duisburger Innenhafen zu machen, was nicht viel Zeit kostet, aber überaus lohnenswert ist, vor allem was die Gastronomie betrifft.

Ruhrort

Wenn kein Abstecher zum Innenhafen geplant ist, radeln Sie bei der Ruhrschleuse geradeaus weiter, überqueren auf der Ruhrorter Straße den Hafenkanal und später den Vinckekanal. Die Radschilder leiten Sie nun am Vinckekanal entlang und dann durch den Duisburger Stadtteil Ruhrort, der bis weit über die Landesgrenzen hinaus durch Götz George alias Tatortkommisar Schimanski bekannt wurde.

Immer am Rhein entlang

Ab nun folgen Sie dem Rhein immer stromabwärts. Sie radeln dabei größtenteils zwischen Industrieanlagen und dem Rhein, passieren dabei den Knotenpunkt 24 bei der Zechensiedlung Beeckerwerth, den Punkt 36 bei der Eisenbahn- und der Autobahnbrücke A 42 und den Punkt 22 am Fuß des Alsumer Bergs. Danach kehren Sie dem Rhein den Rücken.

HOAG-Bahntrasse und Emscher-Radweg

Immer der Hamborner Straße folgend erreichen Sie schließlich die Brücke und Informationstafel der HOAG-Bahntrasse. Aus der ehemaligen, für den Kohletransport angelegten Güterstrecke der Hüttenwerke Oberhausen Aktiengesellschaft, kurz HOAG, wurde ab 2002 in fünfjähriger Bauzeit ein Rad- und Wanderweg, der schließlich 2007 seiner Bestimmung übergeben wurde. Sie radeln hier hoch auf die Bahntrasse und halten sich oben nach links Richtung Oberhausen-Sterkrade/Revierpark Mattlerbusch. Nun folgen vier Kilometer auf der für Radfahrer gut ausgebauten, beidseitig begrünten Bahntrasse, die abwechselnd durch dicht bebautes Gebiet und landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Ausblicken führt. In Wehofen stoßen Sie automatisch auf die Emscher, der Sie nach rechts Richtung Oberhausen-Sterkrade und dem Knotenpunkt 13 bei Buschhausen folgen.

Weitere Radtouren und Routenempfehlungen

Eine wunderbare Runde geht von Mülheim aus durch das Hexbachtal bis zum Rhein-Herne-Kanal kurz vor dem Centro in Oberhausen. Am Kanal entlang geht es dann, bis man auf die Ruhr trifft. Durch die Oberhausener Ruhrwiesen geht es dann zurück nach Mülheim, wo man zuerst auf das Schloß Styrum trifft und später zum Gelände der Mülheimer Gartenschau (MÜGA).

Radfahren in Gelsenkirchen

Der Rhein-Herne-Kanal mit dem Nordsternpark ist ein Paradies für Radler - gleich mehrere Touren führen hier entlang. Ob Grubenfahrt, Haldenglück oder klimaGEniale Radroute - ausgesuchte Radtouren durch Gelsenkirchen zeigen die Vielfalt und den Abwechslungsreichtum der Stadt und der Region:

  • klimaGEniale Stadtroute: Sie kommt ganz ohne CO2 aus und führt zu Stationen rund um die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung - von den Windrädern auf der Halde Oberscholven im Norden bis zur Solaranlage auf dem gigantischen ehemaligen Erzbunker im Süden.

  • Stadtkunst-Schloss und Sterne: Eine kleine, aber feine Tour, die zu Kunstwerken im öffentlichen Raum Gelsenkirchens führt.

  • Vom Adelssitz zur Industrie-Ikone: Es geht von Haus Lüttinghof bis zur Zeche Nordstern.

  • Grubenfahrt: Ab Zeche Nordstern kann man den Bergbau und einige Juwelen der Industriekultur erfahren.

  • Bahngeschichte(n): Radbegeisterte fahren auf denselben Trassen, über die einst schwere Güterzüge rumpelten.

  • Haldenglück: Die besten Ausblicke findet man sicherlich bei der Tour.

Radtouren rund um Gelsenkirchen

  • Vom Gelsenkirchener Nordsternpark aus nach Bottrop, Essen und zurück: Führt diese 39 Kilometer lange radrevier.ruhr-Rundtour.

  • Vom Gelsenkirchener Süden Richtung Wattenscheid, Bochum und zurück: Führt diese 33 Kilometer lange radrevier.ruhr-Rundtour. Ein guter Einstieg ist zum Beispiel an Holgers kultiger Erzbahnbude.

  • Von Essen nach Recklinghausen: Führt diese 38 Kilometer lange radrevier.ruhr-Tour, die gleich mehrere Halden einbindet. Mittendrin: Gelsenkirchen.

  • Rundkurs durch die Stadt: Diese Tour ist ein 47 Kilometer langer Rundkurs durch die Stadt. Empfohlener Startpunkt ist im Stadtsüden, am Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

  • Von Nord nach Süd-West: Führt diese kleine Radtour durch die Stadt. Startpunkt ist die Wasserburg Haus Lüttinghof, eines der ältesten Bauwerke der Stadt.

  • Vom Süden in den Westen: Führt diese abwechslungsreiche, rund 25 Kilometer lange Tour. Los geht es im Städtedreieck Gelsenkirchen / Essen / Bochum am Landschaftspark Mechtenberg.

  • Kleine Tour im Stadtteil Horst: Diese Tour lädt dazu ein, genau hinzusehen und Kunstwerke im öffentlichen Raum zu entdecken. Vom Renaissanceschloss Schloss Horst führt der Weg zum Nordsternpark, vorbei an insgesamt sechs Stationen mit Skulpturen und Plastiken.

Radweg Castrop-Rauxel

Die bislang fertig gestellte Strecke startet im Süden am „Herner Meer“, dem Hafen- und Schleusenbereich am Rhein-Herne-Kanal in Castrop-Rauxel. Auffallend ist das 23 Meter hohe Emscherkunst.2010-Werk „reemrenreh“ von Bogomir Ecker, das im Kanal steht. An der rund 1,5 km nördlich gelegenen Emscherbrücke gibt es Anschluss an den Emscherweg.

Vom Kanal führt die Fahrt vorbei an den Schachtanlagen König-Ludwig 1/2/6 im Recklinghäuser Stadtteil König-Ludwig sowie vorbei an den Anlagen 4/5 und 7/8 in Suderwich.

Empfohlene Karten und Reiseführer

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Radweg am Dortmund-Ems-Kanal bzw. die Region abgebildet:

  • ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000)
  • Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000)
  • BVA Radwanderkarte Kreis Recklinghausen* (1:50.000)

In diesen Reiseführern oder Büchern ist der Radweg thematisiert:

  • Radfernweg Dortmund-Ems-Kanal* (1:50.000)

Nützliche Links und Informationen

  • Bett + Bike Betriebe sind vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zertifiziert und bieten z.B.
  • Die acht Radtouren durch Gelsenkirchen gibt es auch als praktische Radkarte für unterwegs.

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