Der Richtige Reifendruck: Eine Umfassende Tabelle für Fahrradreifen

Der Reifendruck beschreibt, wie viel Luft du in den Schlauch gefüllt hast, also wie prall der Reifen ist. Er wird in Bar oder psi angegeben. Der Luftdruck hat Einfluss darauf, wie griffig und komfortabel sich der Reifen fährt, wie leicht er abrollt und wie lange er hält. Nichts wird häufiger diskutiert als der richtige Reifendruck für das Fahrrad.

Es gibt die Anhänger, die den Reifen jeweils zum maximal erlaubten Druck aufpumpen und dann der Meinung sind mit dem minimalsten Fahrbahnwiderstand am schnellsten unterwegs zu sein und diejenigen, die mit einem Minimaldruck für maximalen Grip unterwegs sind. Aber was ist nun der beste Reifendruck und wer hat Recht? Nun, der Fachmann würde sagen „Beide haben Recht, denn es kommt auf den Anwendungsfall an!“.

Eine Anpassung des Reifendrucks ist die einfachste und günstigste Möglichkeit das Fahrverhalten deines Bikes und den Komfort zu beeinflussen. Der ideale Reifendruck fürs Fahrrad ist individuell, du solltest aber die vom Hersteller empfohlenen Grenzwerten nicht über- oder unterschreiten. Bitte im Zweifel einen Fahrradfachhändler vor Ort um Rat beim Bestimmen des Luftdrucks für dein Fahrrad.

Warum ist der Luftdruck bei Fahrradreifen wichtig?

Der Luftdruck auf den Fahrradreifen entscheidet maßgeblich mit über den Fahrkomfort und die Langlebigkeit der Reifen. Je nachdem, wie viel Luft in den Schlauch gefüllt wird, wird die Fortbewegung einfacher oder schwieriger. Auch die Lebensdauer des Fahrradmantels hängt vom Druck im Fahrradreifen ab. Ist der Druck zu niedrig - was häufig der Fall ist - kommt es zu Rissen in der Reifenaußenseite und der Verschleiß ist deutlich höher. Um hier vorzubeugen, sollte man einerseits wissen, welcher Reifendruck für die eigenen Fahrradreifen der optimale ist und zudem, wie man diesen überprüfen kann.

Was sagt die Fachliteratur?

Durch den Luftdruck wird der Reifen in seiner Betriebsform stabilisiert. Die Luft als Füllmedium im Reifen lässt auch kleinste Formänderungen zu, wodurch sich der Reifen an die Fahrbahnoberfläche anpassen und Bodenunebenheiten kompensieren kann.

Wie oft sollte man den Luftdruck bei Fahrradreifen prüfen?

Grundsätzlich sollten Sie den Luftdruck ihrer Fahrradreifen regelmäßig überprüfen und bei Bedarf aufpumpen. Denn selbst ein dichter Fahrradschlauch verliert, aufgrund der Materialbeschaffenheit pro Monat im Durchschnitt ungefähr 1 bar an Druck.

Allgemeine Richtlinien für den Reifendruck

Den minimal und den maximal zulässigen Reifendruck kannst du seitlich an deinem Reifen ablesen. Die angegebenen Werte solltest du nicht unter- oder überschreiten. Bei einem zu hohen Luftdruck dehnt sich der Reifen übermäßig und kann im schlechtesten Fall von der Felge springen.

Auf jedem Reifen ist angegeben welcher Druckbereich für den Reifen zulässig ist. Diese Angabe findet man auf der Mantelseite. Der Rollwiderstand wird abhängig vom höheren Luftdruck geringer. Auch der Verschleiß und die Pannenanfälligkeit der Reifen sind bei höherem Druck im Fahrradreifen niedriger.

Eine grobe Orientierung für den zu empfehlenden Luftdruck kann man allerdings anhand der Reifenbreite geben. Basierend auf einem Gewicht des Radfahrers von rund 75 Kilogramm ergeben sich dabei folgende Empfehlungen:

  • 20 mm - 9,0 bar
  • 23 mm - 8,0 bar
  • 25 mm - 7,0 bar
  • 30 mm - 5,5 bar
  • 40 mm - 4,0 bar
  • 54 mm - 2,5 bar
  • 60 mm - 2,0 bar

Einfluss der Temperatur

Die Temperatur hat einen direkten Einfluss auf den Reifendruck. Allgemein gilt, dass sich Luft bei Erwärmung ausdehnt und bei Abkühlung zusammenzieht. Dies bedeutet, dass der Reifendruck in warmen Bedingungen ansteigen kann, während er in kühleren Bedingungen sinkt.

Für Fahrradfahrer ist es wichtig zu wissen, dass ein Reifen, der in einer kühlen Garage auf den richtigen Druck gebracht wurde, einen höheren Druck aufweisen kann, wenn er bei wärmeren Außentemperaturen gefahren wird. Umgekehrt kann ein Reifen, der bei hohen Temperaturen aufgepumpt wurde, einen zu niedrigen Druck haben, wenn die Temperaturen fallen.

Reifendruck nach Fahrradtyp

Citybikes und Trekkingbikes

Citybikes für Erwachsene haben meist eine 28-Zoll-Bereifung, die in der Breite zwischen 30 (schneller) und 50 Millimetern (komfortabler) variieren kann. Für den Reifendruck gelten dieselben Richtwerte wie beim Citybike. Du solltest immer auch das Gewicht des Gepäcks mit einbeziehen, wenn du den Luftdruck wählst. Breite Reifen kannst du mit geringerem Druck fahren.

Mountainbikes

Je geringer der Reifendruck, desto breiter ist die Auflagefläche und damit die Bodenhaftung des Pneus. Über den Daumen gepeilt, benötigt der Reifen beim Mountainbike im Gelände (z. B. Bei Fullys spielt der Reifendruck eine entscheidende Rolle für die Leistung und den Komfort auf Trails. Diese MTBs sind so konzipiert, dass sie über raues Gelände fahren können, und der Reifendruck muss eine Balance zwischen ausreichender Bodenhaftung und effizienter Federungsleistung finden.

Ein zu hoher Reifendruck kann dazu führen, dass das Fahrrad über Unebenheiten hüpft, was die Kontrolle und den Komfort verringert. Ein zu niedriger Reifendruck hingegen kann zu einem Durchschlagen führen, bei dem der Reifen bis auf die Felge gepresst wird, was die Felge beschädigen und die Stabilität in Kurven beeinträchtigen kann.

Rennräder und Gravelbikes

Früher galt beim Luftdruck für Rennräder: je praller, desto besser. Das hat sich heute geändert, Reifenbreiten von 25 und 28 Millimetern sind keine Seltenheit mehr. Vergleichsweise prall aufgepumpt werden die Reifen noch immer, schließlich sollen sie auf glattem Asphalt möglichst widerstandslos abrollen. Der Luftdruck im Rennradreifen richtet sich zum einen nach der Reifenbreite, zum anderen nach dem Gewicht des Fahrers.

Grob herantasten kannst du dich, indem du dein Körpergewicht nimmst und durch 10 teilst. Mehr als 8,5 Bar solltest du aber nicht in den Reifen füllen. Beim Gravelbike ist der Reifen breiter, hat ein zumindest leichtes Profil und muss die Dämpfungsarbeit im Gelände machen, da die Gabel keine Federung hat. Entsprechend niedriger darf der Luftdruck im Reifen ausfallen. Je nach Reifenbreite, Geländebeschaffenheit und Fahrergewicht beträgt er zwischen 1,5 Bar (z. B. breiter 42-mm-Reifen, leichter 60-kg-Fahrer) und 5,5 Bar (z. B.

E-Bikes

Da jedoch ein E-Bike aufgrund seiner Konstruktion mit Akku und Motor von vornherein schwerer ist, musst du den Reifendruck auf dieses Mehrgewicht anpassen, das heißt, ihn um ca. 0,2 bis 0,4 Bar höher ansetzen.

Reifendruck Tabelle für Normalräder

Betrachten wir nun einmal nachstehende Tabelle um einen ersten Überblick zu gewinnen.

Reifengröße Luftdruck in bar
mm Zoll Vorderrad Hinterrad
57-305 16 x 2,125 2,0 2,5
57-406 20 x 2,125 2,0 2,5
57-507 24 x 2,125 2,0 2,5
57-559 26 x 2,125 2,0 2,5
47-305 16 x 1,75 x 2 2,5 3,0
47-406 20 x 1,75 x 2 2,5 3,0
47-507 24 x 1,75 x 2 2,5 3,0
47-559 26 x 1,75 x 2 2,5 3,0
47-622 28 x 1,75 x 2 2,5 3,0
37-540 24 x 1 3/8 3,5 4,0
37-590 26 x 1 3/8 3,5 4,0
37-622 28 x 1 3/8 x 1 5/8 3,5 4,0
32-590 26 x 1 3/8 x 1 1/4 4,0 4,5
32-622 28 x 1 5/8 x 1 1/4 4,0 4,5

Reifendruck Tabelle für Rennsport-Räder

Reifengröße Luftdruck in bar
mm Zoll Vorderrad Hinterrad
28-622 28 x 1 1/8 x 1 3/4 4,5 5,0

Reifendruck Tabelle für Rennräder

Reifengröße Luftdruck in bar
mm Vorderrad Hinterrad
25-622 6,0 6,5
23-622 6,5 7,0
20-622 6,5 7,0
18-622 9,0 9,2

Reifendruck Tabelle für Rennräder mit Schlauchreifen

Schlauchreifen- Körpergewicht Luftdruck in bar
Gewicht (g) des Fahrers (kg) Vorderrad Hinterrad
180 - 240 bis 60 5,0 6,0
200 - 260 60 - 75 5,5 6,5
220 - 300 75 - 80 6,0 7,0
280 - 350 über 80 7,0 8,0

Weitere Faktoren, die den Reifendruck beeinflussen

  • Fahrergewicht: Der Reifendruck ist auch immer abhängig vom Gewicht des Fahrers. Sollte der Reifen nach dem Aufsteigen noch platt wirken, können durchaus 0,5 bar hinzugegeben werden.
  • Reifenbreite: Die Reifenbreite steht in den meisten Fällen auf dem Mantel und kann hier abgelesen werden.
  • Gelände: Weniger Reifendruck sollte man jedoch dann auf die Reifen geben, wenn man beispielsweise mit dem Trekkingrad oder dem Mountainbike (MTB) lange Touren fahren möchte oder im Gelände unterwegs ist.

Wie oft sollte der Reifendruck überprüft werden?

Die Häufigkeit, mit der der Reifendruck überprüft und angepasst werden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art des Fahrrads, der Fahrbahnbeschaffenheit und den Wetterbedingungen. Für regelmäßige Pendler oder Personen, die ihr Fahrrad in einem relativ konstanten Umfeld nutzen, ist eine monatliche Überprüfung eine gute Richtlinie.

Allerdings sollten Fahrradfahrer, die unter verschiedenen Bedingungen fahren, wie beispielsweise Mountainbiker, die zwischen unterschiedlichen Trails wechseln, oder Rennradfahrer, die bei unterschiedlichen Wetterbedingungen unterwegs sind, den Reifendruck öfter überprüfen, idealerweise vor jeder Fahrt. Anpassungen sollten basierend auf den spezifischen Anforderungen der Fahrt gemacht werden, um sicherzustellen, dass der Reifendruck für die jeweiligen Bedingungen optimiert ist.

Wie man den Reifendruck überprüft und optimiert

Da die Daumenprobe, bei der mit Daumen und Zeigefinger geprüft wird, wie „nachgiebig“ der Reifen ist, keine große Aussagekraft hat, sollte der Reifendruck regelmäßig und professionell überprüft werden. Ein Fahrradreifen kann jeden Monat bis zu einem Bar an Druck verlieren.

Um den Reifendruck zu überprüfen, muss zunächst die Schutzkappe vom Ventil des Reifens entfernt werden. Nachdem dann herausgefunden wurde, wie hoch der mindeste und maximale Reifendruck der verwendeten Reifen ist, kann überprüft werden, welcher Druck derzeit auf dem Reifen ist. Hierzu benötigt man eine Luftpumpe mit Manometer.

Ist der Druck zu hoch, kann dieser einfach und schnell reduziert werden. Hierzu wird Luft aus dem Reifen gelassen. Ist der Druck hingegen zu gering, kann mit Hilfe einer Standpumpe mit einem Manometer der Reifen auf den richtigen Reifendruck am Fahrrad aufgepumpt werden. Zuletzt wird dann das Ventil wieder aufgesetzt und festgeschraubt. Räder, die ein Autoventil vorweisen, können zudem ganz bequem und einfach an Tankstellen kontrolliert und eingestellt werden.

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