Energieriegel für Radfahrer im Test: So finden Sie den Richtigen

Energieriegel sind der perfekte Proviant auf langen Fahrradtouren: Sättigend, schmackhaft, portionierbar und gut zu transportieren. Sie bieten viele Vorteile gegenüber Iso-Getränken, Energiegels oder der Völlerei beim Griechen.

Robert Gorgos, Ernährungswissenschaftler und -betreuer beim deutschen Spitzenradsportteam Bora-Hansgrohe, lobt die kleinen Kraftpakete: „Energieriegel sind kompakt und praktisch, essbar bei fast allen Temperaturen und portionierbar.“ Außerdem würden Energieriegel nicht an den Fingern kleben und seien bei entsprechenden Zutaten leicht verdaulich.

Worauf man bei Energieriegeln achten sollte

Kohlenhydrate sind der wichtigste Baustein der Energieriegel. Sie helfen, körpereigenes Muskelglykogen zu sparen und so intensive Belastungen länger auszuhalten. Sportbiologe Prof. Henning Wackerhage von der TU München erklärt: “Je höher die Belastungsintensität, beispielsweise bei Sprints oder Anstiegen, desto wichtiger ist die Zufuhr von Kohlen­hydraten”. Außerdem stabilisieren sinnvoll zusammengesetzte Energieriegel den Blutzuckerspiegel. Die Folge: Man kann sich besser konzentrieren und empfindet die Belastung als weniger schmerzhaft.

Ideal ist eine Mischung aus schnell und mittel- bis langfristig verfügbaren Kohlen­hydraten, beispielsweise Hafer (langfristig) in Kombination mit Trockenfrüchten, Zucker bzw. Sirup oder Honig (schnell). Ernährungsexperte Uwe Schröder erklärt: “Viele Hersteller greifen auf bewährte Kombinationen aus Haushaltszucker, Maltodextrin, Frucht- und Traubenzucker und Stärke, zum Beispiel aus Haferflocken, zurück”. Bewährt deshalb, weil Kohlenhydrate aus unterschiedlichen Quellen und über verschiedene Stoffwechselwege schneller in die Muskeln gelangen. Am besten umgesetzt wird diese Vorgabe vom Nutrixxion-Energieriegel, der ein ausgewogenes Kohlenhydrat-Spektrum aufweist.

Fett im Wettkampf kontraproduktiv

Ideal ist zudem ein Fettgehalt unter 20 Prozent der Gesamtenergie: Fett muss mühsam verdaut werden und ist im Wettkampf daher kontraproduktiv. Auch eigentlich “gesunde” Fette (ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren) sind daher in einem echten Wettkampfriegel fehl am Platz. Deutlich besser verträglich sind leicht verdauliche Fette, etwa aus Bio-Kokosöl.

Wer im Wettkampf viel Schweiß verliert, sollte auf einen Energieriegel mit einer relevanten Menge an Natrium achten, wie zum Beispiel den “Bella Italia” von Power Bar oder “Beet Root & Carrot” von Chimpanzee. Das Natrium hilft dem Körper, Kohlenhydrate besser aufzunehmen. Positiver Nebeneffekt: Man kann normales Leitungswasser dazu trinken und muss Natrium nicht über Gels oder Getränke zu sich nehmen.

Energieriegel für Mehrtagesrennen

Riegel mit viel Kalzium und Magnesium wie die getesteten Energieriegel von Clif Bar und Xenofit sind insbesondere bei einem mehrtägigen Rennen wie etwa der TOUR Transalp sinnvoll. Sie wirken dann als Mikronährstofflieferant, der den Körper mit Mineralstoffen versorgt. Dazu gehört auch Kalium, oft in Riegeln mit vielen Trockenfrüchten enthalten. Bei Mehrtagesrennen im Flachen darf der Riegel auch hochwertige Fette enthalten, weil der akute Kohlenhydratbedarf hier aufgrund der längeren, aber leicht geringeren Intensität niedriger ausfällt. Geht es in die Berge, sollte man auf Riegel mit viel Fett eher verzichten, um die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten. In beiden Fällen macht auch Eiweiß im Energieriegel Sinn, da so die Regeneration angekurbelt wird.

Zusatzstoffe sollten grundsätzlich so wenig wie möglich in Riegeln enthalten sein, da sie vor allem bei höheren Belastungen den Magen-­Darm-Trakt strapazieren und zu Unverträglichkeitsreaktionen führen können. Bio-Energieriegel wie Mulebars “Mango & Cashew” oder Chimpanzees “Beet Root & Carrot” kommen ohne Zusatzstoffe aus. Ballaststoffe hingegen sind grundsätzlich positiv zu bewerten. Bei intensiver Belastung können zwar auch sie zu Unverträglichkeitsreaktionen führen, aber bei geringer Intensität und beim Pausenverzehr ist ein nennenswerter Ballaststoffgehalt durchaus wünschenswert.

Die richtige Renn-Ernährung

Als Faustregel während der Belastung gilt: Bei weniger als einer Stunde Fahrzeit ist Kohlenhydratzufuhr nicht nötig, bei Rennen von bis zu drei Stunden ist eine Mischung schnell und mittelfristig verfügbarer Kohlenhydrate empfehlenswert, und bei noch längeren Belastungen braucht der Körper hauptsächlich langfristig verfügbare Kohlenhydrate als Energiequelle. Für die Menge gilt: je länger die Fahrt, desto mehr Kohlenhydrate pro Stunde.

Wackerhage rät: “Bei Wettkämpfen von über drei Stunden sollten in etwa 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zugeführt werden”. Das bedeutet je nach Hersteller bis zu zwei Energieriegel pro Stunde, wobei man den Bedarf natürlich auch mit Gels und Getränken decken kann. Ernährungswissenschaftler Schröder empfiehlt: in regelmäßigen Abständen kleine Bissen zu sich nehmen und vor allem rechtzeitig anfangen, zu essen, um einen Hungerast zu vermeiden.

Energieriegel im Einzeltest

Hier eine Übersicht über verschiedene getestete Energieriegel:

Energieriegel Preis pro Riegel / pro 100 g Packungsgröße Kohlenhydrate (pro 100 g) Fett (pro 100 g) Energie (pro 100 g) Geschmacksrichtungen
Aktiv3 Energie Reis-Riegel 1,50 / 3 Euro 50 Gramm 72 Gramm 6,6 Gramm 372 kcal Himbeere, Mango, Apfel
Chimpanzee Energy Bar 1,95 / 3,55 Euro 55 Gramm 50,5 Gramm 14,5 Gramm 398 kcal Beet Root & Carrot, Raisin Walnut, Cashew Caramel, Lemon u. a.
Clif Bar Energy Bar 1,99 / 2,92 Euro 68 Gramm 65 Gramm 7,3 Gramm 394 kcal Cool Mint Chocolate, Coconut Chocolate Chip, Oatmeal Raisin Walnut u. a.
High5 4:1 Bar 2,19 / 4,38 Euro 50 Gramm 56 Gramm 14 Gramm 390 kcal Cranberry
Isostar High Energy 0,79 / 1,98 Euro 40 Gramm 72 Gramm 9,4 Gramm 394 kcal Multifruit, Chocolate
Maxim Energy Bar 1,59 / 2,89 Euro 55 Gramm 65 Gramm 9,6 Gramm 391 kcal Oats, Almonds and Salty Nuts, Banana Chocolate, Cappuccino u. a.
Mulebar Energy Bar 1,99 / 4,97 Euro 40 Gramm 62 Gramm 8 Gramm 353 kcal Mango & Cashew, Pineapple & Coconut, Apple Raisin Cinnamon u.
Nutrixxion Energy Bar 1,99 / 3,62 Euro 55 Gramm 64,1 Gramm 6,9 Gramm 364 kcal Fruit, Cappuccino, Oat Raisin, Salty Nut u. a.

Der Intensity Bar von MNSTRY im Fokus

Der Intensity Bar des deutschen Herstellers MNSTRY wurde vor allem auf Wunsch der Fahrer des WorldTour-Teams Bora-Hansgrohe entwickelt. Verschiedene Kohlenhydrat-Quellen und vor allem das 2:1-Verhältnis von Glukose zu Fruktose in Verbindung mit zyklischem Dextrin ermöglichen eine besonders hohe Energiezufuhr. Darüber hinaus ist der Inensity Bar fast komplett fettfrei. Keines der 14 entsprechend der Lebensmittel-Informationsverordnung LMIV zu deklarierenden Lebensmittelallergene ist enthalten.

Im Praxis-Test wurde der Energie-Riegel sowohl bei intensiven Trainingseinheiten als auch bei verschiedenen Radmarathons getestet. Die Verträglichkeit bewerteten dabei alle Tester als sehr gut. Durch seine recht weiche Konsistenz lässt sich der Riegel auch bei recht hohen Intensitäten noch gut kauen und auch ohne zusätzliche Füssigkeit problemlos schlucken. Die enthaltenen Kohlenhydrate lieferten - gefühlt - schnell Energie. Zudem wirkte der Intensity Bar auch über längere Zeit sättigend. Auch geschmacklich überzeugte der Riegel im Test. Der Riegel ist nicht nut weich und „saftig“, sondern schmeckt auch nach echter Aprikose.

Fazit: Der Intensity Bar von MNSTRY überzeugt mit seiner Konsistenz, seinem Geschmack und der guten Verträglichkeit. Die hochwertigen Zutaten und die Hestellung ohne künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe sind top.

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