Riemenantrieb Fahrrad: Hersteller und Vorteile

In den letzten Jahren haben viele Hersteller daran gearbeitet, moderne Fahrräder im Bereich des Antriebs zu verstärken. Eine immer stärker vertretene Lösung ist es nun, wenn ein Fahrrad Riemenantrieb statt einer Kette nutzt. Ursprünglich stammt die Konstruktion aus dem Bereich der Motorräder und wurde nun auf Fahrräder übertragen.

Vorteile eines Fahrrads mit Riemenantrieb

Dadurch, dass das Fahrrad Zahnriemen statt einer Kette nutzt, gestaltet sich die Fahrt wesentlich leiser und bei hoher Laufruhe. Besonders wichtig für leistungsorientierte Fahrer ist, dass die Kraftübertragung beim Riemenantrieb Fahrrad wesentlich direkter und effizienter funktioniert. Das gilt speziell im Bereich der hohen Leistung, wo er der Kette überlegen ist. Im niedrigen Leistungsbereich hingegen schneite der Kettenantrieb besser ab.

Zusätzlich hält das System stärksten Belastungen stand. So kann auch unter extremen Bedingungen wie tiefsten Wintern oder aufgeweichten Matschstrecken noch eine zuverlässige Leistung erreichen. In Kombination mit einer Getriebeschaltung können diese Vorteile noch deutlicher hervortreten.

Diese Robustheit hat gleichzeitig zur Folge, dass der Fahrrad Riemenantrieb sehr langlebig ist. Im Inneren des Riemens sind üblicherweise Zugstränge aus Carbon oder Aramid. So wird verhindert, dass er sich weiten kann. Das verwendete Material gibt schlicht nicht nach. Dadurch geben einige Hersteller an, dass die Lebensdauer beim Fahrrad Riemenantrieb etwa doppelt bis vierfach so hoch ist wie bei einer normalen Kette. Wenn er gereinigt werden soll, genügen dafür klares Wasser und ein Tuch zum Abwischen.

Was muss man bei einem Riemenantrieb Fahrrad beachten?

Das Fahrrad mit Riemenantrieb ist relativ wartungsarm. Das bedeutet wenig Aufwand in der Wartung und der Handhabung. Allerdings gibt es einen ganz entscheidenden Faktor bei einem Fahrrad mit Zahnriemen: die Spannung des Riemens. Diese unterscheidet sich je nach Fahrer und eigener Leistung. Allerdings können alle Vorteile beim Fahrrad Riemenantrieb nur dann vollständig ausgeschöpft werden, wenn die Spannung richtig gewählt wird.

Im Idealfall bietet der jeweilige Hersteller in der Gebrauchsanweisung wichtige Hinweise, wie in welchen Fällen eine ideale Riemenspannung konfiguriert wird. Diesen Bereich sollte man sich also genauer durchlesen, um den Fahrrad Zahnriemen für eine perfekte Leistung abstimmen zu können.

Darüber hinaus ist die Langlebigkeit beim Fahrrad mit Zahnriemen sehr hoch. Dennoch empfiehlt sich die regelmäßige Begutachtung des Riemens. Beschädigungen treten wesentlich später als bei einer Kette auf, doch irgendwann nach vielen Tausend Kilometern sind auch diese durch Abnutzung möglich. Unter anderem sollte man dabei auf die folgenden Punkte achten:

  • Abgebrochene oder fehlende Zähne
  • Risse an der Basis der Zähne
  • Abgenutzte, ausgefranste Riemenfasern

In dem Fall ist eine genauere Prüfung sinnvoll, wie stark sich die Abnutzung auf das Fahrverhalten auswirkt. Dann kann gegebenenfalls auch ein Austausch sinnvoll sein.

Welche Modelle werden als Fahrrad mit Riemenantrieb angeboten?

Dass ein Fahrrad Riemenantrieb nutzt, ist mittlerweile alles andere als eine Seltenheit. Entsprechend ist es schwierig, aus der Vielzahl der vorhandenen Modelle konkrete Fahrräder hervorzuheben. Unter anderem von den folgenden namhaften Herstellern werden Fahrräder mit Riemenantrieb in unterschiedlichen Ausführungen angeboten:

  • Bergamont
  • Cube
  • Gazelle
  • Kalkhoff
  • Riese & Müller

Wichtig zu wissen ist, dass es mittlerweile keine Beschränkung mehr dabei gibt, welcher Typ Fahrrad mit Zahnriemen erhältlich ist. Waren es lange Zeit Fullys aus dem MTB-Sektor, die Schwierigkeiten bei der Kombination eines Riemenantriebs mit einer Hinterradfederung hatten, hat der neuartige Antrieb mittlerweile in nahezu alle Bereiche Einzug gefunden.

Unter anderem die folgenden Kategorien sind als Fahrrad mit Riemenantrieb erhältlich:

  • Citybikes mit Riemenantrieb
  • Trekkingräder mit Riemenantrieb
  • Fullys
  • Falträder mit Riemenantrieb
  • E-Bikes mit Riemenantrieb

So findet sich je nach Gebrauchszweck für nahezu jeden Bereich ein passendes Fahrrad.

Riemenantrieb vs. Kette: Ein Vergleich

Bei einem mit Riemen betriebenen Fahrrad kommt statt einer Kette ein Carbongurt zum Einsatz. Der Riemen verfügt an der Innenseite über aus Nylon gefertigte Zähne. An der Kurbel befindet sich eine größere Riemenscheibe. Die etwas kleinere zweite Riemenscheibe ist an der Hinteradnabe befestigt. Führend am Markt ist die amerikanische Firma Gates, welche den Gates Carbon Drive herstellt. Den Spezialisten gelang es gegenüber anderen Herstellern Zahnriemen herzustellen, die auch unter Belastung keine Längenveränderung aufweisen. Ermöglicht wird dies durch eingearbeitete Carbon-Zugstränge.

Sowohl die Kette als auch der Riemen haben ihre Vorteile. Im Vergleich zu einer Kette mit Nabenschaltung bietet der Zahnriemenantrieb laut Gates nahezu denselben Wirkungsgrad, da der Effizienzverlust bei Nabengetriebe-Kette und Nabengetriebe-Riemen vorwiegend durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben ist. Zudem hat der Hochschulreport ergeben, dass bei höherer Spannung des Fahrrad-Antriebsriemens der Wirkungsgrad steigt. Allerdings sollte nach Angaben des amerikanischen Riemenherstellers keine zu hohe Spannungseinstellung vorgenommen werden.

Auf dem Papier hat der Riemen in puncto Haltbarkeit klare Vorteile gegenüber einer Kette. Eine gut gepflegte Kette hält rund 7.000 Kilometer. Mit Kettenschutz vielleicht auch 10.000 Kilometer. Für den Riemenantrieb hat der Hersteller Gates Carbon Drive hier eine grobe Einschätzung der Laufleistung wie folgt angegeben:

  • Die CDX Serie hält ca. die 2-3-fache Laufleistung im Vergleich zum Konventionellen Kettenantrieb
  • Bei der CDN/CDC Serie ist es ca. noch die 1-2-fache Haltbarkeit.

Die Pflege eines Gates Carbon Drive gestaltet sich wesentlich einfacher, als bei einer Fahrradkette. Beispielsweise kann sich am Riemen aus Kunststoff kein Rost bilden. Auch das Schmieren der Kette fällt weg. Dadurch gibt es keine ölverschmierten Hosenbeine. Ganz pflegefrei ist der Riemenantrieb eines Fahrrads jedoch nicht. Bei Verschmutzungen sollte der Carbonriemen mit Wasser gereinigt werden.

Der Riemen muss bei der Erstmontage, nach einigen Fahrkilometern sowie nach dem Ausbau des Hinterrades gespannt werden. Immer wieder wird betont, dass Fahrrad-Riemenantriebe leise in ihrer Funktion sind. Bei richtig ausgerichtetem Riemen und Riemen-Zähnen in gutem Zustand trifft dies zu. Es gibt keine ausgeleierten Kettenglieder sowie Quietsch- oder Knackgeräusche.

Der Gates Carbon Drive hat in einigen Punkten klare Vorteile gegenüber einem Kettenantrieb. Die einfache Pflege kommt vor allem Pendlern und Alltagsfahrern, aber auch Gelegenheitsradlern, entgegen. Wer seinen Riemen hin und wieder pflegt und die Spannung überprüft, braucht sich auch keine Sorgen bezüglich Störgeräusche sowie klappernde Ketten machen. Auch die Haltbarkeit ist ein Argument, dass speziell für Vielfahrer interessant sein dürfte. Auch preislich hat sich einiges getan. Mittlerweile gibt es Fahrräder mit Riemenantrieb bereits für unter 1.000 Euro. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Citybike Pegasus Premio SL Belt.

Bei geringerer Trittleistung zeigt sich die Kettenschaltung effizienter, wobei der Unterschied nur durch technische Messungen wahrzunehmen ist. In der Praxis merken Radfahrer in der Regel nichts von der höheren Reibung. Schneematsch und Schmutz können dem Gates Carbon Drive stark zusetzen, weshalb beim Wintereinsatz zu überlegen ist, ob ein Kettenantrieb nicht die bessere Option ist. Zu erkennen am gerippten Rücken.

Schäden wie Risse sind beim Zahnriemen als Antriebsstrang schwer zu sehen, wodurch sich die Unfallgefahr bei einem gerissenen Riemen erhöht. Auch für Fahrradfahrer, die öfter ihr Hinterrad ausbauen, um das Fahrrad im Auto zu transportieren, ist ein Bike mit Kettenantrieb die bessere Alternative.

Eine falsche Riemenspannung ist eine häufige Ursache für einen gerissenen oder verschlissenen Antriebsriemen. Typische Merkmale für einen zu locker gespannten Riemen ist das Durchrutschen des Keilriemens oder bei zu straff gespannten Riemen werden sämtliche Lager belastet, was auch nicht gut ist. Um ein Überspringen des Carbon Riemens zu verhindern, gibt es sogenannte Snubber. Der Übersprungschutz kann beispielsweise bei einer Shimano Alfine oder Shimano Nexus Nabenschaltung montiert werden.

Der korrekte Spannungsbereich wird in Pfund, Kilogramm oder bei der App in Hertz angegeben. Aufgrund der Tatsache, dass man für einen Riemenantrieb einen speziellen Rahmen benötigt, ist das Um- bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebs zwar möglich, aber es ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden.

Vor- und Nachteile des Riemenantriebs

Herzstück des Riemenantriebs ist keine klassische Fahrradkette, sondern ein Treibriemen mit Zahnung. Er besteht in aller Regel aus Gummi oder Kunststoff und überträgt die Kraft auf ein großes Zahnrad am Tretlager und eine kleine Zahnradscheibe am Hinterrad. Anschließend setzt sich das Bike in Bewegung. Schmiere, Öl oder Fett sind dabei für den reibungslosen Betrieb nicht nötig, zudem verfügen hochwertige Konstruktionen über Tools, die bei Schlamm oder Schnee die Selbstreinigung verbessern. Dadurch sinkt der Pflege- bzw. Wartungsaufwand und - auch das ist manchen Bikern wichtig - die Sorge um schmutzige Hosenbeine entfällt.

Ansonsten spart ein Riemenantrieb verglichen mit einem Set aus Kette, Kettenblatt und Ritzel rund 200 bis 250 Gramm an Gewicht, außerdem bescheinigen Fachleute der Riemenkonstruktion eine deutlich längere Lebensdauer. Konsequenz: Die Material- bzw. die Folgekosten fallen geringer aus.

Aller Vorteile zum Trotz konnten sich Bikes mit Riemenantrieb bisher nicht wirklich durchsetzen. Das hat mehrere Gründe. So sind die Anforderungen an den Rahmen deutlich höher als bei einem klassischen Kettenrad, denn der Riemenantrieb funktioniert nur, wenn die Zahnradscheiben und deren Achsen exakt parallel verlaufen und sich der Rahmen nicht verzieht. Er muss deshalb außerordentlich steif sein, was die Bikes teuer macht.

Weiterhin ist es notwendig, dass der Riemen immer die richtige Spannung aufweist - und um das zu kontrollieren, braucht es Expertise. Die in den meisten Riemen eingearbeiteten Karbonfasern etwa schützen ihrer Ansicht nach lediglich vor Beschädigungen in Längsrichtung. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass - etwa wenn mehrere Bikes dicht nebeneinander stehen oder angekettet sind - scharfkantike Pedale den Riemen anritzen und dadurch die Stabilität schmälern. Zudem benötigt man auf einer Tour immer ein Ersatzexemplar. Denn wenn der Riemen doch einmal reißt, lässt er sich anders wie eine Kette nicht per Nietdrücker und Ersatzglied reparieren. Und: Die Montage ist schwierig und nur für einen Mechaniker oder für Biker mit soliden Technikkenntnissen machbar.

Für wen eignet sich ein Riemenantrieb?

Da der Riemenantrieb wenig Pflege benötigt, eignet er sich für alle, die sich einen zuverlässigen, unkomplizierten und langlebigen Antrieb wünschen. Ein Riemenantrieb kann zum Beispiel für Pendler interessant sein, die mir ihrem Fahrrad mehrfach die Woche zur Arbeit fahren und nicht ständig die Kette ölen oder säubern wollen. Für sportliche Fahrer ist die Kette meist die bessere Wahl, da sie weniger wiegt als ein Riemenantrieb mit Nabenschaltung und sie einen höheren Wirkungsgrad hat.

Nachrüstung eines Riemenantriebs

Um einen Riemenantrieb nachrüsten zu können, brauchst du ein Fahrrad mit Nabenschaltung, Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Bike. Darüber hinaus muss der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss haben, um den geschlossenen Riemen aufnehmen zu können. Hast du keinen passenden Rahmen , könnte der Split Belt von Veer für dich geeignet sein. Damit musst du deinen Rahmen nicht spalten oder dir extra ein neues Fahrrad mit Riemenantrieb zulegen.

Die Möglichkeit, einen Riemenantrieb nachzurüsten, hängt stark vom spezifischen Fahrradrahmen und dem Fahrradtyp ab. Nicht alle Fahrräder sind für die Nachrüstung mit einem Riemenantrieb geeignet. Ein kritischer Faktor ist die Notwendigkeit eines Rahmenschlosses oder einer Trennstelle im Rahmen, um den geschlossenen Riemen einsetzen zu können, da dieser nicht wie eine Kette geöffnet werden kann. Fahrräder mit einem geeigneten Rahmen, wie einige spezielle Modelle mit Nabenschaltung oder Singlespeed-Bikes, können potenziell für die Nachrüstung in Frage kommen. Allerdings sind viele herkömmliche Fahrräder mit Kettenantrieb und ohne vorgesehene Trennstelle im Rahmen nicht kompatibel. Die Fahrradgröße selbst ist weniger ein limitierender Faktor als vielmehr die Rahmenkonstruktion und die Art der Schaltung.

Kosten eines Fahrrads mit Riemenantrieb

Ein Fahrrad mit Riemenantrieb erhältst du für einen Preis ab circa 1000 Euro. Ein E-Bike mit Riemenantrieb gibt es für einen Preis ab circa 2000 Euro. Willst du dein Rad mit einem Riemenantrieb nachrüsten , musst du mit Materialkosten von 200 bis 400 Euro rechnen. Den Riemen erhältst du für circa 50 Euro, pro Riemenscheibe zahlst du etwa 60 bis 100 Euro. Eine Alternative ist der teilbare Riemen von Veer, für den kein Rahmenschloss notwendig ist. Hier kostet der komplette Riemenantrieb 349 Euro. Achte darauf, dass du einen Kurbelsatz mit dem passenden Lochkreisdurchmesser brauchst, um einen Riemenantrieb verwenden zu können. Hast du keinen, kostet dich ein passender Kurbelsatz zusätzlich 50 bis 250 Euro.

Weitere Tipps vor dem Kauf

Überlege dir vor dem Kauf, welche Ausstattungsmerkmale das Fahrrad haben soll. Für Alltagsfahrer und Pendler lohnt sich eine fest montierte Beleuchtung für das Rad. Je umfangreicher und hochwertiger die Ausstattung, desto höher der Preis. Kannst du auf zusätzliche Ausstattungsmerkmale verzichten oder ist dir das Gewicht weniger wichtig, kannst du hier etwas Geld sparen.

Ein Fahrrad mit Riemenantrieb kostet in der Anschaffung mehr als ein Fahrrad mit Kettenschaltung. Du kannst einen Riemenantrieb nur nachrüsten , wenn der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss hat.

Bekannte Hersteller von Fahrrädern mit Riemenantrieb

Viele Hersteller bieten Fahrräder mit Riemenantrieb an. Hier sind einige Beispiele:

  • BULLS
  • Cannondale
  • Flyer
  • Gazelle
  • Ghost
  • Schindelhauer

Die Vorteile des Riemenantriebs auf einen Blick

Statt Kette ein Zahnriemen - das bietet einige Vorteile. Der Zahnriemen ist leichter als eine Kette. Zudem ist der Zahnrimen sehr haltbar durch ein sehr hochwertiges Carbon-Kunstoff-Composite-Material. So soll er laut dem Hersteller Gates Carbon Drive bis zu 20.000 km halten. Er ist außerdem pflegeleicht. Kein Öl, kein Fett. Dadurch haftet weniger Dreck am Riemen. Ideal für ein Urban Bike, wie mein ein Stadtrad heute nennt. So kann man auch mal in der Anzughose fahren ohne diese gleich zu verschmieren.

Und auch die Physik spricht für den Riemen. Die Biegekurve der Kette wächst proportional an je stärker mann in die Pedale tritt, Die Biegekurve des Zahnriemens hingegen ist konstant. Die Kraft wird besser übertragen. Der Effekt ist spürbar.

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