Fahrrad Ritzel Wechseln: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Sind die Ritzel der Kassette am Fahrrad verschlissen, muss diese gegen eine neue getauscht werden. Sie können diese Reparatur in einer Fahrradwerkstatt von einem Profi erledigen lassen oder sich auch selbst an den Austausch heranmachen.

Mit dieser Anleitung tauschen Sie zu Hause in null Komma nichts das Ritzelpaket. In diesem Beitrag erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du dein Fahrrad-Ritzel wechseln kannst und welche Werkzeuge du dafür brauchst.

Wann sollte man die Kassette wechseln?

Wenn die Kette durchrutscht oder es zu unsauberen Schaltvorgängen kommt, dann ist es Zeit für eine neue Kassette.

Auch bei guter Pflege und regelmäßigem Tausch der Kette sind irgendwann die Ritzel der Kassette an Deinem Mountainbike verschlissen.

Wenn Du spürst, dass trotz korrekter Einstellung die Schaltvorgänge sehr unsauber werden oder die Kette beim harten Antritt gar über die Ritzel springt, ist ein Tausch überfällig, damit Dein Antrieb wieder geschmeidig läuft.

Ich wartete zu lang mit dem Wechsel der Radkette und so war meine Kassette hinüber.

Benötigte Werkzeuge und Materialien

Sie sollten allerdings ein wenig handwerkliches Geschick und Erfahrung beim Basteln am Fahrrad mitbringen. Außerdem benötigen Sie einige Werkzeuge für den Wechsel.

  • Neue Zahnkranzkassette bzw. Zahnkranzwerkzeug
  • Kettenpeitsche
  • Kassettenabzieher oder Drehmomentschlüssel
  • Abzieher
  • Ratsche oder 22/24 er Maulschlüssel

Anleitung zum Wechseln der Fahrradkassette in 5 Schritten

1. Vorbereitung

Nach Möglichkeit sollten Sie einen Reparatur- bzw. Montageständer verwenden. Andernfalls stellen Sie das Fahrrad einfach auf den Kopf. Bauen Sie dann das Hinterrad aus dem Fahrrad aus. Schnellspanner herausziehen.

2. Demontage der alten Kassette

Zuerst müssen Sie die alte verschlissene oder defekte Kassette am Bike demontieren. Setzen Sie den Kassettenabzieher an das Ritzelpaket von der Seite an. Beachten Sie, dass der Abzieher zwingend zu Ihrer Kassette passen muss. Ziehen Sie zuerst den (eventuell vorhandenen) sogenannten Spacer (Abstandshalter) auf. Bei den 9-fach oder 10-fach-Kassetten ist oft kein Spacer nötig.

Wickeln Sie die Kettenpeitsche um das größte Ritzel und halten Sie sie fest. Falls du keine Peitsche hast, probiere es mit einer Rohrzange. Willst du die Kassette danach nutzen, greife zur Kettenpeitsche, um Schäden zu vermeiden.

Stecke den Abzieher in die Kassette und drehe ihn mit dem Maulschlüssel gegen den Uhrzeigersinn.

Um die Kassette abzunehmen, kann etwas Kraft nötig sein. Das Profil (rot), auf dem sie saß, ist oft aus Alu, und die Zahnräder fressen sich minimal ins Material hinein.

3. Vorbereitung der neuen Kassette

Meist werden die Zahnkränze als ganzes Paket verkauft. Dann können Sie diese direkt auf den Freilauf stecken. Haben Sie die unterschiedlichen Ritzel einzeln gekauft oder haben sich diese bei der Entnahme aus der Verpackung gelöst, dann sortieren Sie sie der Größe nach.

4. Montage der neuen Kassette

Reinige als erstes den Freilauf und schenke einige Tropfen Öl. Danach stecke den unbenutzten Zahnkranz drauf. Die Schrift der Ritzel zeigt nach außen.

Nehme den Verschlussring sowie die alte Kassette von dem Freilaufkörper herunter und setze die neue darauf. Bringe das kleinste Ritzel sowie den Verschlussring an.

Achten Sie bei der Montage einzelner Ritzel (Shimano) auf die Reihenfolge. Durch die Verzahnung am Freilauf können Kassetten und Ritzel nur in einer Position aufgeschoben werden. Vergessen Sie bei Shimano-Kassetten nicht, die Distanzringe zwischen die einzelnen Ritzel zu legen. Die Steighilfen für die Kette müssen nach außen zeigen.

Die neue Kassetten/Ritzel passen nur in einer Position auf die Nabe.

5. Fixierung der neuen Kassette

Abschließend ziehen Sie das Ritzelpaket mit dem Kassettenabzieher und dem Gabelschlüssel bzw. Ziehe die Abschlusskappe mit einem Drehmomentschlüssel auf ca. 40 NM fest.

Danach den Lockring mit nur wenig Kraft anziehen, fertig.

Zum Schluss baue das Rad ein und kontrolliere die Schaltung.

Alternative für Schraubkränze bzw. MF

Bei älteren und günstigen Rädern findest du diesen Typ. Da brauchst du einen Abzieher mit einer längeren Aufnahme. Der Austausch geht wie oben beschrieben.

Hast du einen Schraubstock, dann spanne den Abzieher ein. Stecke das Laufrad mit der Kassette drauf. Nun drehe kräftig am Reifen und schon ist das Ritzelpaket lose.

Bei Schraubkränzen reicht auch ein Schraubstock, um das Fahrrad Ritzel abzuziehen.

Unterschiede zwischen Shimano- und Sram-Kassetten

Im Prinzip funktioniert der Wechsel von Shimano- und Sram-Kassetten fast gleich. Bei Sram sind die einzelnen Ritzel jedoch miteinander vernietet, oder die Kassette ist aus einem Block gefräst. Ein Abschlussring wird nicht benötigt, da das Gewinde ins Ritzelpaket integriert ist. Shimano bietet hingegen bei höherwertigen Gruppen Kassetten an, die sich zerlegen lassen. So muss nicht das gesamte Ritzelpaket getauscht werden, wenn Teile noch intakt sind.

Montage und Demontage von Ritzeln bei Fixie- oder Single-Speed-Fahrrädern

Eine der Fragen, die aufkommen, wenn man ein Fixie- oder Single-Speed-Fahrrad aus Einzelteilen zusammenbauen oder ein altes Rennrad restaurieren möchte, ist, wie man das feste und/oder freie Ritzel am Hinterrad montiert und demontiert.

Werkzeuge zum Montieren und Demontieren von Ritzeln

Um die Ritzel am Fahrrad zu wechseln, benötigst du ein Werkzeug, um die Ritzel zu blockieren. Dieses Werkzeug besteht aus:

  • Einer Kette, um das Ritzel richtig einzuschrauben.
  • Einem halbmondförmigen Schlüssel, um den Lockring (Kontermutter) festzuziehen.

Wenn das Ritzel nicht richtig angezogen ist, kann es sich während des Fahrens lösen, was Stürze verursachen oder sogar das Gewinde der Nabe beschädigen kann, sodass diese unbrauchbar wird. Beachte, dass die meisten Hersteller in solchen Fällen keine Garantie übernehmen, da dies auf eine unsachgemäße Installation des Produkts zurückzuführen ist.

Wie demontiert und montiert man ein starres Ritzel Schritt für Schritt?

  1. Stellen Sie sicher, dass die Nabe kompatibel ist: Überprüfe, ob die Hinterradnabe deines Fahrrads zwei Gewinde mit unterschiedlichen Durchmessern hat: Eines für das Ritzel und ein weiteres für den Lockring oder Kontermutter.
  2. Demontieren des Ritzels: Verwende das Ritzel-Lockring-Werkzeug, um den Lockring zu lösen, indem du ihn im Uhrzeigersinn drehst. Schraube anschließend das Ritzel gegen den Uhrzeigersinn ab.
  3. Verwende eine spezielle Bürste, um auch schwer zugängliche Stellen zu reinigen.
  4. Montage und Befestigung des Ritzels: Montiere das Ritzel, indem du es im Uhrzeigersinn drehst. Danach bringe den Lockring an, drehe ihn gegen den Uhrzeigersinn und ziehe ihn mit dem Werkzeug fest.

Wie montiert und demontiert man ein Freilaufritzel?

Das Freilaufritzel ist viel einfacher zu montieren und zu demontieren als ein Fixed-Gear-Ritzel. Trotzdem gibt es einige wichtige Details, die du beachten solltest, um zukünftige Probleme zu vermeiden. Folge diesen Schritten:

  1. Überprüfe die richtige Seite: Stelle zuerst sicher, dass du die richtige Seite der Hinterradnabe verwendest. Bei Flip/Flop-Naben wird das Freilaufritzel auf der Seite mit dem größeren Gewinde montiert. Diese Seite ist speziell für Freilaufritzel ausgelegt und leicht zu erkennen, da sie keine kleinere zweite Gewindeschicht wie die Fixed-Gear-Seite besitzt.
  2. Schraube das Freilaufritzel auf: Setze das Freilaufritzel auf das größere Gewinde der Nabe. Drehe es im Uhrzeigersinn, bis es fest sitzt. Für diesen Vorgang sind keine speziellen Werkzeuge erforderlich, da sich das Freilaufritzel durch das Treten automatisch festzieht.
  3. Achte darauf, dass die Kerben nach außen zeigen: Freilaufritzel haben äußere Kerben oder Einkerbungen. Diese Kerben sind notwendig, um das Ritzel später mit einem Abziehwerkzeug zu demontieren. Achte daher darauf, dass die Kerben beim Montieren immer nach außen zeigen.
  4. Fixiere das Freilaufritzel durch Treten: Sobald es aufgeschraubt ist, wird es durch das normale Treten vollständig fixiert. Trete einige Minuten vorwärts, um sicherzustellen, dass es perfekt sitzt. In diesem Fall sind keine zusätzlichen Werkzeuge erforderlich, da ein Freilaufritzel anders funktioniert als ein Fixed-Gear-Ritzel.
  5. Endkontrolle: Teste das Freilaufritzel, indem du das Hinterrad drehst. Es sollte sich frei drehen, wenn du aufhörst zu treten, ohne ungewöhnliche Geräusche zu machen. Wenn du Widerstand oder Spiel bemerkst, überprüfe das Gewinde und stelle sicher, dass es korrekt aufgeschraubt ist.

Und wie montieren wir Ritzel bei einer Flip/Flop-Nabe?

Die Flip/Flop-Nabe ist eines der vielseitigsten Bauteile für Fixie-Fahrräder, da sie zwei Arten von Ritzeln ermöglicht:

  • Ein Fixed-Gear-Ritzel auf der einen Seite.
  • Ein Freilaufritzel auf der anderen Seite.

Das bedeutet, dass du schnell zwischen einem Fixie-Modus (Fixed-Gear) und einem Freilauf-Modus (Freilaufritzel) wechseln kannst, indem du einfach das Rad drehst.

  1. Identifiziere die Gewinde der Nabe: An der Flip/Flop-Nabe findest du zwei unterschiedliche Seiten:
    • Seite für das Fixed-Gear-Ritzel: Sie hat zwei Gewinde. Das innere, größere ist für das Fixed-Gear-Ritzel. Das äußere, kleinere ist für den Lockring, der das Fixed-Gear-Ritzel sichert.
    • Seite für das Freilaufritzel: Diese hat nur ein Gewinde, das breiter ist und direkt für das Freilaufritzel gedacht ist.
  2. Ein Fixed-Gear-Ritzel auf der Flip/Flop-Nabe montieren: Auf der für das Fixed-Gear-Ritzel vorgesehenen Seite: Schraube das Fixed-Gear-Ritzel auf das größere Gewinde, indem du es im Uhrzeigersinn drehst. Danach setze den Lockring auf das kleinere Gewinde und ziehe ihn gegen den Uhrzeigersinn fest. Benutze das Ritzel-Lockring-Werkzeug, um sicherzustellen, dass sowohl das Ritzel als auch der Lockring vollständig festgezogen sind.
  3. Ein Freilaufritzel auf der Flip/Flop-Nabe montieren: Auf der Seite für das Freilaufritzel: Schraube das Freilaufritzel auf das breitere Gewinde, indem du es im Uhrzeigersinn drehst. Ein Lockring ist nicht erforderlich, da sich das Ritzel durch das Treten automatisch festzieht.

Wichtiger Hinweis: Wenn du häufig zwischen Fixed-Gear- und Freilaufritzel wechselst, denke daran, die Gewinde regelmäßig zu reinigen und etwas Fett aufzutragen, um Schäden an der Nabe zu vermeiden.

Wie entfernt man Rost von Ritzeln?

Ein weiteres häufiges Problem beim Wechseln des Ritzels am Fahrrad ist die Entfernung von Rost. Je nach Grad der Korrosion kannst du folgende Methoden ausprobieren:

  • Backpulver und Zitrone: Mische beides, trage es auf, lasse es 10 Minuten einwirken und schrubbe es mit einer Bürste ab.
  • Weißer Essig: Weiche das Ritzel 20-30 Minuten ein und reinige es anschließend mit einer Drahtbürste.
  • Rostschutzprodukte: Verwende speziell für Fahrräder entwickelte Produkte und befolge die Anweisungen des Herstellers.

Veränderungen durch Ritzel-Tausch

Mit dem Austausch der Übersetzung eines Rades verändert man dessen Charakter maßgeblich. Ein Rad, mit dem man vorher selbst im kleinsten Gang kaum einen Hügel hinaufkam, lässt sich nach dem Kettenblatt- und/oder Ritzel-Austausch mit viel weniger Kraft hinauftreten. Man ist eben etwas langsamer unterwegs, dafür lässt sich die Trittfrequenz über dem fahrbaren Limit halten.

Nachteil: Da die Änderung gerade bei Nabenschaltungsrädern alle Gänge betrifft, sind auch die für hohes Tempo herabgestuft. Bergab kann das dazu führen, dass man selbst im größten Gang kaum noch Widerstand am Pedal hat. Bei Kettenschaltungen kann man meistens auch einzelne Ritzel entfernen und ersetzen.

Gründe für einen Kettenblatt- oder Ritzel-Tausch

Das Demontieren und Austauschen von Kettenblättern und Ritzeln kann nicht nur bei unpassenden Übersetzungen nötig werden. Weitaus gängiger ist der Tausch eins zu eins aufgrund von Verschleiß oder auch mal Korrosion.

Wie im Artikel zum Ketten-Verschleiß angesprochen, kann ein schlecht gewarteter Antrieb am Rad gut ein Fünftel der Tretkraft auffressen, rostige und durch Sand stark aufgeraute Teile sogar deutlich mehr.

Die Kosten für ein Ersatzteil wie ein einzelnes Ritzel liegen mit durchschnittlich 12 Euro so niedrig, dass man hier auch nicht zu lange mit dem Ritzel-Tausch warten sollte.

Abnutzung sichtbar: Zeit zu tauschen

Dass ein Ritzel-Tausch sinnvoll ist, erkennt man daran, dass sich die Zähne von ihrer Form her einer Haiflosse annähern. Ab Werk sind die vorderen und hinteren Profile solch eines Zahns symmetrisch.

Das heißt, die in Fahrtrichtung hintere Form, gegen die die Kette zieht, ist identisch mit der vorderen. Durch die immensen Zugkräfte sowie Reibung und Schmutz fräsen sich die Achsen der Kette - übertrieben gesagt - in den Zahn hinein.

5 Tipps zum Kauf der richtigen Ersatzteile bei Ritzen und Kettenblatt

Wer selbst für neue Zähne - sprich für neue Ritzel und Kettenblätter - an seinem Rad sorgt, muss vor allem darauf achten, das richtige Ersatzteil zu besorgen, während das eigentliche Schrauben tatsächlich kinderleicht ist. Folgende Tipps helfen, sich nicht zu "verkaufen".

  • Wer die Kassette tauscht und ein größeres "größtes Ritzel" montieren will, sollte die Kapazität seines Schaltwerks kennen. Je länger dessen Spannarm ist desto mehr Unterschied zwischen größtem und kleinstem kann es bewältigen; zwei oder drei Zähne mehr sind aber meist kein Problem.
  • Thema Qualität: Alle Hersteller bieten Ritzel und Kassetten zu sehr unterschiedlichen Preisen an. Für Vielfahrer lohnt sich hier die zweithöchste oder höchste Qualitätsstufe da sie deutlich langsamer verschleißen. Gelegenheitsfahrer sind mit der Mittelklasse gut beraten; eine 11-fach-Kassette z. B. für rund 50 Euro. Billigprodukte machen hier nur unnötig früh wieder Arbeit.
  • Die Gewinde von Schraubritzeln bei Nabenschaltungen sind zwar genormt; es gibt jedoch einen Typus (Typ), der deutlich kleiner ist (BMX-Räder). Bitte auf die Bezeichnung Single Speed oder "für Nabenschaltungen" achten. Tipp: rostfreies Ritzel kaufen.
  • Andere Ritzeldurchmesser bedürfen anderer Kettenlängen.

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