Moped Übersetzung: Ritzel, Kettenrad und Kettensatz berechnen und optimal anpassen

Die Moped Übersetzung ab Werk ist immer ein Kompromiss, denn die Hersteller wollen es jedem Kundengeschmack recht machen und möglichst viele Mopeds von einem Modell verkaufen. Deshalb trimmen die Ingenieure ein Serienmoped weder auf besonders viel Traktion noch auf eine maximal mögliche Höchstgeschwindigkeit. Das lässt Spielraum für ein wenig Bastelspaß beim Tuning.

Was willst du erreichen?

Geht es dir darum, auf deiner Geländemaschine eine verbesserte Beschleunigung zu erleben und noch mehr Staub aufzuwirbeln? Oder soll die Endgeschwindigkeit den Adrenalinspiegel durch neue Rekorde anheben? Diese beiden Möglichkeiten stehen dir offen, wenn du die Moped Übersetzung ändern willst. Das ist nicht so schwer.

Der Kettensatz: Das A und O der Übersetzung

Allerdings ist es wichtig, die einzelnen Teile eines Kettensatzes zu kennen. Unter dem Begriff verstehen Zweiradmechaniker die gesamte Antriebseinheit rund um die Kette. Im Prinzip besteht ein Kettensatz aus drei Teilen: der Kette selbst, dem Kettenrad und dem Ritzel.

Das Ritzel: Das treibende Element

Das Ritzel ist das Zahnrad, welches direkt am Motor angebaut ist und die Kette antreibt. Bei der Produktion eines Ritzels setzen die Hersteller einen stark kohlenstoffhaltigen Stahl ein, denn Härte ist Priorität. Zudem haben die Entwicklungsingenieure das Design der Ritzel in verschiedenste Richtungen geändert, um zweckgebunden optimalere Lösungen anzubieten.

  • Super-Sport-Ritzel: Diese sind mit Bohrungen versehen, die für ein leichteres Gewicht bei gleicher Belastbarkeit sorgen.
  • Schlammnutritzel: Diese sind für den Crosseinsatz bestimmt.
  • Silentritzel: Diese Ritzel weisen beidseitig eine Gummierung auf, die zur Minimierung des Kettenabrollgeräusches dient.

Das Kettenrad: Kraftübertragung am Hinterrad

Das größere Zahnrad in einem Kettensatz ist das Kettenrad. Die Mopedkonstrukteure montieren die Kettenräder am Hinterrad. Dort nimmt das Kettenrad die Kette auf und setzt die so übertragene Kraft um, um das Hinterrad anzutreiben. Stahlkettenräder müssen nach dem Ausfräsen nochmals gehärtet werden, um einen ausreichenden Verschleißschutz zu erreichen.

Das geringe Gewicht und die absolute Präzision beim kalten Aushärten favorisieren das Aluminiumkettenrad. Obendrein ist im Aluminium Silizium enthalten, was für eine minimale Eigenschmierung sorgt. Duralminium Kettenräder (manchmal auch Stealth-Kettenräder genannt) sind derzeit das Optimum im Kettensatz. Diese Hightech-Kettenräder werden aus Stahl und Duraluminium hergestellt, einem ultraleichten Material, welches in der Raumfahrt verwendet wird. Duralminium besitzt eine Festigkeit nahe der von Stahl und die Zugfestigkeit ist mehrfach höher als bei Aluminium. Tests haben ergeben, dass die Lebenserwartung bei Stealth-Kettenrädern etwa dreifach höher als bei Alukettenrädern ist.

Die Rollkette: Verbindung und Kraftübertragung

Soll Kraft mittels einer Kette übertragen werden, sind fast immer Rollketten im Einsatz. Die Verbindung der Kettenglieder durch eine Hülse auf einer Rolle ist verschleißarm, weitgehend reißfest, einfach herzustellen und gut zu warten. Ketten für Mopeds und Motorräder besitzen zudem Gummiringe oder Lamellen und werden als O-Ring- sowie X-Ring-Ketten bezeichnet. Lamellen und Gummiringe in der Rollkette bewirken eine verbesserte Abdichtung und damit weniger Eindringen von Dreck. Wichtig bei allen Ketten ist die sogenannte Teilung.

Die Übersetzung anpassen: So geht's

Jede Maßnahme am Kettensatz ist abhängig davon, welches Ziel du mit der Änderung der Übersetzung an deinem Moped erreichen willst.

  • Endgeschwindigkeit optimieren: Die Übersetzung muss so konzipiert sein, dass die maximale Leistung des Motors und das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit zeitlich zusammentreffen.
  • Beschleunigung verbessern: Wähle eine kürzere Übersetzung. Du musst bei diesem Power Tuning mit einem höheren Kraftstoffverbrauch rechnen, der aber minimal ist und nicht immer auftritt.
  • Kraftstoffverbrauch senken: Eine maximal lange Übersetzung ist eine gute Idee, wenn du den Kraftstoffverbrauch senken willst.
  • Fahren mit Sozia: Lohnenswert ist es, die Übersetzung am Moped für das Fahren zu zweit anzupassen.

Insgesamt muss festgestellt werden, dass die meisten Mopeds von den Herstellern eher zu lang übersetzt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen in Bezug auf die Fahrzeuggeräusche sind der Grund dafür.

Um eine kürzere Übersetzung zu realisieren, musst du entweder das Ritzel verkleinern oder das Kettenrad vergrößern.

HINWEIS: Veränderungen der Übersetzung am Moped müssen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Die Übersetzung ist Teil der Betriebserlaubnis.

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