Der Blick auf das Thermometer und vor allem aus dem Fenster macht es momentan unmissverständlich deutlich: Kalt+nass+dunkel= Zeit für Indoortraining auf der Trainingsrolle. Mit einem Rollentrainer holt man sich die Straße ins Haus und kann in der kalten Jahreszeit seine Fitness für die nächste Radelsaison halten. Ob man ein Mountainbike oder Rennrad in den Trainer einbaut, spielt dabei keine Rolle.
Vorteile von Rollentrainern
- Flexibilität: Ermöglichen das Radfahren unabhängig vom Wetter.
- Fitnesserhalt: Ideal, um die Fitness über den Winter zu halten.
Rollentrainer-Typen im Überblick
Rollentrainer ist nämlich nicht gleich Rollentrainer.
Einerseits gibt es günstige Rollentrainer zwischen 50 und 250 Euro, die aus einem Schwungrad, einem Seilzug mit »Gangschaltung« und einer Abstützung bestehen. Diese Rollentrainer funktionieren rein mechanisch - in der Regel mit einem magnetischen Widerstand, der sich stufenweise verstellen lässt. Die Bandbreite liegt dabei von sechs Gängen (bei den vier günstigeren Rollentrainern im Test) bis hin zu zehn Gängen beim Tacx Boost. Klarer Vorteil: Man muss zur Nutzung das Hinterrad nicht aus- und die Schaltkassette nicht umbauen.
Ohne sich die Finger schmutzig zu machen, wird der Hinterbau des Fahrrads direkt in den Trainer eingespannt, der Hinterradreifen liegt direkt auf der Walze des Rollentrainers auf.
Smart Trainer, die sich per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln lassen, haben den Markt für Radtrainer in den vergangenen Jahren revolutioniert. Mit ihnen zaubert man sich ein kleines Fitnessstudio ins heimische Wohnzimmer. Die Smart Trainer müssen natürlich ans Stromnetz angeschlossen werden - ohne Elektrizität, Bluetooth und WLAN geht hier nichts. Um einen Smart Trainer nutzen zu können, muss das Hinterrad ausgebaut und das Fahrrad in den Smart Trainer eingesetzt werden.
Bei freien Rollentrainern - wie dem von Homcom - stellt man das Fahrrad direkt auf die Laufrollen, setzt sich drauf und radelt los - genauso, wie man es im Freien machen würde, nur dass man natürlich nicht vom Fleck kommt. Erst durch ein wenig Übung gelingt es, das Gleichgewicht zu halten - das Training auf der freien Rolle trainiert daher insbesondere den Gleichgewichtssinn und die Rumpfmuskulatur. Das ist gleichzeitig auch ein klarer Nachteil - denn man muss eben das Gleichgewicht halten, da das Rad nicht im Rollentrainer fixiert ist. Außerdem kann kein wattgesteuertes Training stattfinden, was wohl der größte Nachteil der freien Rolle ist.
Elite Quick-Motion: Eine detaillierte Betrachtung
Ein neuer Anwärter, der versucht dieses Phänomen ad absurdum zu führen, ist die freie Trainingsrolle Elite Quick-Motion. Im Gegensatz zu den neuen Direct Mount Trainern mit ihren Bluetooth, ANT+ FEC usw. Schnittstellen, deren Produktbeschreibungen sich lesen wie eine Strophe aus dem Fanta4 Klassiker MfG, kommt die Quick-Motion als freie Rolle eher klassisch daher.
Vorteile der freien Trainingsrollen
Das bringt einige Vorteile mit sich, aber auch einige Vorurteile gegenüber der freien Rolle, die sich bei der Elite Quick-Motion aber widerlegen lassen. Ein riesiger Vorteil von freien Trainingsrollen ist, dass sie super simpel auf- und abzubauen sind. Radstand einstellen, Rad drauf, losfahren (zugegeben, das ist die ersten Male etwas kniffelig). Ihre Stärken in diesem Bereich spielt die Quick-Motion vor allem dann aus, wenn man sie nicht benutzt oder sie transportiert. Durch den cleveren Faltmechanismus lässt sich die Rolle sehr platzsparend zusammenfalten und verbraucht nicht mehr Platz als beispielsweise 2 Laufräder übereinander.
Fahrgefühl und Trainingseffekt
Der nächste Vorteil der Quick-Motion ist, dass man wirklich fährt. Auf einer freien Trainingsrolle wird das Rad nicht eingespannt. Vorder- und Hinterrad drehen sich beide und man fährt auf 3 Walzen. Das hat zur Folge, dass man während des Trainings den Kopf nie komplett ausschalten kann und sich stets ein wenig aufs Manövrieren konzentrieren sollte. So trainiert man nicht nur die Kondition, sondern auch die Koordination und Muskelgruppen, die bei einem eingespannten Rad vernachlässigt würden.
Was das Fahren auf der Quick-Motion sehr angenehm macht, ist die Lagerung der Rolle. Die Rolle schwingt unter einem mit. Nach vorne und hinten werden die Bewegungen beim Aufstehen in den Wiegetritt beispielsweise ausgeglichen und man droht nicht das Rad über die vordere Walze zu schieben. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Minuten nimmt man es fast nicht mehr wahr und findet es selbstverständlich.
Widerstand und Lautstärke
Ein Vorurteil, das freien Rollen immer anhängt, ist, dass der Widerstand der Rollen nicht groß genug ist für ernsthafte Intervalle, weswegen sie meist nur zum Aufwärmen vor Rennen, gerade auf der Bahn, genutzt werden. Das ist bei der Elite Quick-Motion nicht der Fall. Mittels eines Magnetwiderstandes kann der Widerstand der Trainingsrolle in 3 Stufen eingestellt werden. Für Training im GA1-Bereich ist Stufe 1 völlig ausreichend. Wenn es intensiver werden soll, bieten die beiden anderen Stufen noch deutlich mehr Luft nach oben. Als Maximalwert konnte ich 869 Watt auf der Rolle treten. Das sollte genug sein, für alle Intervalle, die man im Winter so fährt. Hier ist die Quick-Motion nicht negativ aufgefallen. Den Fernseher muss man evtl. 1-2 Klicks lauter stellen, aber die Geräusche halten sich noch im Rahmen des Erträglichen und sollten zu Zeiten diesseits der Nachtruhe keinen Nachbarn sturmlaufen lassen. Mit den Lautstärkewerten einer Direct Mount Rolle kann die Quick-Motion aber nicht mithalten.
Smart Trainer im Test
Klar, dass es da gewaltige Unterschiede gibt - aber im Test sind Rollentrainer für jedes Fitnesslevel dabei. Wer bereit ist, etwas mehr auszugeben, steigt in einen Trainingskosmos ein, der keine Wünsche, keine Schwierigkeitsstufen und keine Herausforderungen offen lässt.
Elite Justo 2
Beim Justo 2 kombiniert Elite einen beeindruckend hohen Widerstand von 2.300 Watt mit einer exakten Messgenauigkeit, geringem Gewicht und kleinem Faltmaß. Der kompakte Smart Trainer lässt sich leicht verstauen und punktet mit einer unkomplizierten Handhabung.
Garmin Tacx Neo 2T Smart
Der Garmin Tacx Neo 2T Smart ist leise, klein verstaubar und schön designt - und damit ein Rundum-Sorglos-Paket für Radbegeisterte, die keine Kompromisse eingehen und auf Nummer sicher gehen wollen. Mit 2.200 Watt Widerstand wendet er sich auch an etwas ambitioniertere Radler, er erlaubt zudem, sich leicht zur Seite zu neigen.
Wahoo Kickr Move
Der Kickr Move ist eines der Topmodelle des US-amerikanischen Herstellers Wahoo. Der sehr standsichere Trainer ist über zwei Achsen beweglich, was speziell beim kraftvollen Beschleunigen, beim In-die-Kurve-Legen und beim Wiegetritt für ein realistischeres Fahrgefühl sorgt.
Wahoo Kickr Core Zwift One
Für den Wahoo Kickr Core Zwift One haben sich Wahoo und Zwift zusammengetan, um einen preisgünstigen Smart Trainer zu entwerfen, der sich an einen breiten Nutzerkreis richtet.
Software und Apps für das Rollentraining
Mit der Zeit erschließt sich eine faszinierende, virtuelle Trainingswelt mit ständig wechselnden Herausforderungen. Langweilig wird einem hier garantiert nicht! Zwift kann man sich wie eine riesige Radtrainings-Spielwiese vorstellen - hier kommt jeder auf seine Kosten, vom Anfänger bis zum trainingsbeflissenen Fortgeschrittenen.
Es braucht nicht unbedingt den superintelligenten und teuren Smart Trainer, um virtuell zu trainieren. Genauso kann man beim Training mit einem Rollentrainer das Fahrrad mit einem Geschwindigkeitssensor (je nach Hersteller rund 50 Euro) und/oder einem Trittfrequenzsensor (z. B. von Wahoo im Set für rund 65 Euro) ausstatten und diese dann auf der Smartphone-App auslesen.
Zubehör für ein realistischeres Fahrgefühl
Rund um Smart Trainer und Zwift hat sich ein kleiner, feiner Zubehörmarkt entwickelt. Wahoo bietet beispielsweise mit dem »Headwind« einen Gegenwindsimulator an, mit dem »Kickr Climb« lässt sich sogar die Neigung des Trainings-Rennrads oder -Mountainbikes analog zur Strecke verstellen. Auf diese Weise können mit den schlauen Indoor-Trainingsgeräten sogar Steigungen simuliert werden. Dämpfende, schweißresistente Unterlegematten sind ebenso erhältlich wie Zwift-Radbekleidung, wodurch die virtuelle Zwift-Welt wieder in die Realität »zurückschwappt« - von Handtüchern und Schweißfängern mit Tacx- und Wahoo-Aufschrift ganz zu schweigen. Einige Hersteller legen ihren Modellen eine Vorderradstütze bei.
Rollentrainer im Vergleich
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Rollentrainer-Modelle und ihre Eigenschaften:
| Modell | Typ | Widerstand (Watt) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Elite Quick-Motion | Freie Rolle | 869 | Faltbar, 3 Widerstandsstufen |
| Elite Justo 2 | Direct Drive | 2300 | Kompakt, hohe Messgenauigkeit |
| Garmin Tacx Neo 2T Smart | Direct Drive | 2200 | Leise, simuliert Neigung |
| Wahoo Kickr Move | Direct Drive | N/A | Beweglich, realistisches Fahrgefühl |
| Wahoo Kickr Core Zwift One | Direct Drive | N/A | Preisgünstig, für Zwift optimiert |
Worauf man beim Kauf achten sollte
Um mit einem Indoor-Rollentrainer trainieren zu können, benötigt man nichts weiter als ein Fahrrad - ob man das Rennrad oder Mountainbike als Trainingsgerät verwendet, ist Geschmackssache. Bestzeitenjäger werden eher das Rennrad wählen, da man sportlicher sitzt und die Reifen in der Regel nicht gewechselt werden müssen. Komfortbewusstere Radfahrer greifen indes zum Mountainbike - hier sitzt man aufrechter.
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