Die ultimative Motorradreise: Auf der Route 66 durch die USA

Viele Motorradfahrer träumen davon, einmal im Leben die Route 66 zu befahren. Diese legendäre Straße ist für viele das Tor nach Amerika und bietet unzählige gute Gründe für eine Motorradreise.

Warum die Route 66 für eine Motorradtour wählen?

Eine Motorradreise auf der Route 66 ist ein unvergessliches Abenteuer, das die Möglichkeit bietet, die Schönheit Amerikas zu erleben und die Geschichte dieser legendären Straße zu entdecken. Es ist eine Erfahrung, die deine Leidenschaft für das Motorradfahren und das Reisen auf eine ganz neue Ebene heben kann. Die Route 66 bietet ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, da du die Straße in deinem eigenen Tempo erkunden kannst.

  • Historische Bedeutung: Die Route 66 hat eine reiche Geschichte und ist als "Main Street of America" bekannt. Sie wurde in den 1920er Jahren eröffnet und hat eine wichtige Rolle in der amerikanischen Kultur und im Straßentourismus gespielt.
  • Vielfältige Landschaften: Die Route 66 führt durch eine beeindruckende Vielfalt von ganz besonderen Landschaften, von den flachen Ebenen des Mittleren Westens bis zu den Wüsten und Bergen des Südwestens.
  • Kulturelle Einblicke: Die Route 66 bietet Einblicke in die amerikanische Kultur und Lebensweise.
  • Motorradfreundliche Strecke: Die Route 66 ist für Motorradfahrer ideal, da sie viele Kurven und gerade Straßenabschnitte bietet. Es gibt zahlreiche Biker-freundliche Unterkünfte und Treffpunkte entlang dieser wundervollen Strecke.

Die Route 66: Mehr als nur eine Straße

Die Route 66 ist mehr als nur eine Straße - sie repräsentiert eine Lebenseinstellung und ist Kult. Viele der klassischen Streckenabschnitte und historischen Sehenswürdigkeiten sind liebevoll restauriert und zeigen noch heute den Originalzustand der 50er Jahre.

Die Route 66, auch bekannt als "Mother Road" oder "Main Street of America", wurde 1926 entworfen und gebaut. Vollständig asphaltiert wurde sie schließlich 1938. Zu dieser Zeit hatte bereits eine Massenflucht in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen begonnen. Tausende Autos fuhren Stoßstange an Stoßstange, vollbeladen mit Familien und ihrem Hab und Gut.

Eine persönliche Motorradreise auf der Route 66

Mit 35 Jahren hatte ich einen Motorradunfall, der mich damals davon überzeugte, das Fahren auf zwei Rädern im gefährlichen Verkehrsdschungel Europas lieber an den Nagel zu hängen. Im März 2002 war es dann soweit. Mein Begleiter Winni war schnell mit Begeisterung dabei (obwohl man ihn nicht als den H.-D.-Fan bezeichnen kann, entschied er sich aus solidarischem Aspekt für die gleiche Maschine).

Wir buchten einen Hin- und Rückflug nach Los Angeles und zwei Harleys für sieben Tage. Der ursprüngliche Plan, die Route 66 von A nach B zu fahren, scheiterte an der Rückholgebühr der Bikes. Wir mussten also wieder dahin zurück, wo wir starten würden.

Wir hatten eine grobe Route im Kopf, die uns einen nördlichen Bogen mit einigen markanten Sehenswürdigkeiten ungefähr bei Flagstaff auf die Route 66 stoßen ließ, um dann auf der selbigen zurück nach L.A.

Ziemlich kaputt von dem 12-Stunden-Flug. Am nächsten Morgen saßen wir einige Stunden in der Hotelhalle und warteten auf den Transfer zu unseren Motorrädern. Ich erwartete einen PKW. Was aber kam, war ein Bus und drin saßen schon einige Freaks mit den gleichen Interessen. Man sah es ihnen auch an. Leder und Harley-Davidson-Schriftzüge überall und ich glaube ich war nicht einmal der Älteste.

Jeder erzählte von seinem allmächtigen Motorrad welches er zu Hause lassen musste. Auf dem Hof der Vermietstation war ich der erste, der auf der Maschine saß um ein paar Runden auf dem abgesperrten Gelände zu drehen.

Zwei Stunden später verabschiedeten wir die Freaks aus Hamburg und ich klemmte mich an das Rücklicht des erfahrenen Bikers Winni, der uns innerhalb von eineinhalb Stunden auf dem Highway 15 in Richtung Death Valley aus der Stadt brachte.

Von der Interstate 15 runter, über die 395 von Adelanto nach Johannisburg waren wir die einsamsten und glücklichsten Biker Amerikas. Aber auch die müssen mal schlafen und dafür wurde es Zeit. Johannisburg hatten wir uns dafür ausgeguckt, aber ein Hotel oder ähnliches gibt es dort nicht. Die Welt hört eigentlich vor dem Ort schon auf. Drei bis vier Holzbaracken, das war’s. Oh je, es dämmerte und je mehr wir uns der Wüste näherten, wurden auch die Orte nicht größer. Ein „Zurück” kennen echte Harley-Davidson-Biker nicht.

Am nächsten Tag strahlte der Chrom und die Silbernieten unserer nagelneuen Bikes in der Morgensonne und animierten uns, frühzeitig aufzusitzen und den V-Twin anzuwerfen. In Panamint Springs musste der leider nur 14 Liter fassende Tank randvoll gemacht werden. Vor uns lag die Wüste, auch im März mit Hitze ohne Ende. Wir fuhren durch das Death Valley zum Badwater (280 Fuß unter dem Meeresspiegel), eine kleine Pfütze mit Wasser. Am Hang eines Berges wurde mit einem Strich weißer Farbe der See-Level kenntlich gemacht.

Später blubberten die Harleys im letzten Gang mit 60 Meilen die stetig leicht bergauf, in leichten Kurven führende „190” nach Death Vally Jct. hoch. Ein verlassenes Wüstendorf mit einigen Holzhäusern und einem Theater, in dem in der Woche nur der Staub tanzt. 15 Meilen später überquerten wir die schnurgerade Grenzlinie nach Nevada und verließen das Land der Nichtraucher. Das erste was wir taten und nun auch endlich wieder durften, ist in der Öffentlichkeit rauchen. Ein Saloon an der 127, wie man ihn aus Bilderbüchern des Wilden Westens kennt, lud uns zu einer solchen Pause ein.

Die Zeit auf den Maschinen verging wie im Flug. Wir sind aus Nevada raus und in Utah durch den „Zion National Park” gefahren, dann nach Kanab, dann über die 89 (2500 Meter hoch) durch Schnee zum Big Water, weil der North Rim des Gran Canyons eben wegen diesem gesperrt war. Über Page in Arizona, den endlos langen Highway 89 nach Cameron. Der Horizont war teilweise mit Schneebergen gesäumt und veränderte sich kaum. Diese endlosen Weiten auf dieser Hochebene begreift man erst, wenn man sie erlebt hat.

Von Cameron ging es über die 64 zum Mother Point des Grand Canyon. Es war kalt und es lag Schnee. Unsere Entscheidung, auf der 64 zu bleiben und nicht in Flagstaff auf die Route 66 zu stoßen, sondern in Williams, war ohne es zu wissen, entscheidend für unseren weiteren Urlaubsverlauf.

Nun waren wir auf der legendären Route 66. Erst einmal eher langweilig war es auf der jetzigen Interstate 40. Ein gerader Highway mit den amerikanischen Trucks und allem was man so vom Hörensagen kennt. Dann aber erlebten wir sie, die Straße mit der großen Geschichte, die Route 66. Es war sehr beeindruckend mit diesen Motorrädern auf dieser Straße zu fahren.

Zwischen Kingmann und Essex hatten wir uns verfahren und schipperten das Stück nochmal auf der 40. Das „Muss” eines jeden Abenteurers der die 66 fährt, ist Roys Cafe und Motel in Amboy. Gott sei Dank hat Roy auch eine Zapfsäule, wir tankten die Maschinen und uns auf und beschlossen, dass es das erst mal war, mit der „66”.

Wir bogen links ab nach Twentynine Palms auf die 62 Richtung Palm Springs, um dann nach Palm Desert auf einer wunderschönen Passstraße hinauf in die Berge zu fahren. Bis Aguanga noch einmal Wüste ohne Ende. Rechts und links sahen wir verlassene Hütten mit alten Autos und riesigen Satellitenschüsseln im nicht vorhandenen Vorgarten. Ab Temecula hatte uns die Zivilisation wieder. Der Pazifik kam näher und die Menschen traten wieder in Massen auf.

Es war nun auch noch Sonntag und wir mussten uns einen Weg durch sämtliche Peoples Americas an der Küste hoch, von Carlsbad nach Los Angeles bahnen.

Highlights entlang der Route 66

Während deiner Reise wirst du auf zahlreiche, besondere Sehenswürdigkeiten stoßen, darunter:

  • Cadillac Ranch in Texas
  • Route 66 Museum in Oklahoma
  • Wigwam Motel in Arizona
  • Historische El Rancho Hotel in New Mexico

Praktische Tipps für deine Motorradtour auf der Route 66

  • Reisezeit: Als beste Reisezeit für die Route 66 gelten die Frühlings- und Herbstmonate.
  • Streckenlänge: Die historische Route 66 führt von Chicago (Illinois) nach Santa Monica (Kalifornien) und hat eine Länge von 2.451 Meilen bzw. ca. 3.900 Kilometern.
  • Verkehrsregeln: Die Verkehrsregeln in den USA gleichen in weiten Teilen den Deutschen.
  • Tempolimit: Das Tempolimit in den USA variiert zum Teil zwischen den Bundesstaaten. Innerorts liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Regel zwischen 25 und 30 mph (40 und 48 km/h). Außerorts ist eine Geschwindigkeit von 55 bis 65 mph (88 bis 105 km/h) üblich.

Viele Biker entscheiden sich für den klassischen Südwesten und beginnen ihre Reise in Las Vegas - ein geniales und originales Route 66 Erlebnis bis nach Los Angeles.

Route 66 Reise von Chicago nach Los Angeles

Die gesamte Strecke von Chicago nach Los Angeles/Santa Monica (ca. 3.900 Kilometer), die du in ca. 2 Wochen (ab)fahren kannst.

Als USA-Insider muss ich dich allerdings darauf hinweisen, dass von der alten Motherroute nur noch 27% erhalten sind; der Rest (ca. 2.800 Kilometer) ist die weite Autobahn!

Hier - auf den noch am weitesten erhaltenen Teilstrecken - tuckerst du von Flagstaff nach Seligman, besuchst den Barbershop von Angel Delgandillo, stoppst in Hackberry, Kingman, Amboy, Bagdad oder Barstow: Pures Route 66-(Er)Leben bis kurz vor Los Angeles.

Kurze Beschreibung von einigen Stationen an der Strecke:

  • Chicago: Bewundert die Skyline am Buckingham Fountain und schießt ein obligatorisches Selfie am Cloud Gate. Ebenfalls ein absolutes Muss: Ein Besuch der rund einen Kilometer langen Vergnügungsmeile Navy Pier.
  • St. Louis: In St. Louis springt euch der 192 Meter hohe Bogen Gateway Arch ins Auge. Das Wahrzeichen der Stadt wurde zu Ehren der Lewis-und-Clark-Expeditionen im 19. Jahrhundert errichtet.
  • Oklahoma RT 66 Museum in Clinton
  • Cadillac Ranch: westlich des texanischen Amarillos.
  • Grand Canyon: Der über viele Millionen Jahre vom Colorado River in den Felsen gegrabene Canyon entzieht sich mit einer durchschnittlichen Breite von 16 Kilometern und einer Tiefe von 1,6 Kilometern jeder anschaulichen Beschreibung.
  • Las Vegas
  • Los Angeles und Santa Monica

Weitere Tipps:

Hiermit kannst du deine Reise noch mit den eindrucksvollsten National- und Stateparks und weiteren Höhepunkten verbinden - Höhepunkte, die du mit bequemen Abstechern erfahren kannst, wie z.B. den Hoover Dam, das Valley of Fire, den Bryce Canyon-, Zion- und den Grand Canyon Nationalpark, die Painted Desert Wüste oder der Joshua Tree Nationalpark.

Route 66: Eine Frage der Einstellung

Die Route 66 ist geradezu der Inbegriff von Freiheit und Abenteuer. Während sich die Straße vor euch endlos in Richtung Horizont erstreckt, ziehen zu eurer rechten und linken glitzernde Skylines, weite Wüsten und atemberaubende Naturwunder vorbei. Die Route 66 verspricht spektakuläre Aussichten - und den Geschmack der Freiheit. Nicht ohne Grund ist die verheißungsvolle Strecke der Traum eines jeden Motorradfahrers.

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