Die Route des Grandes Alpes zählt neben der Napoleon Route zu den ganz großen Alpenüberquerungen für motorisierte Urlauber. Bis du die französische Riviera erreichst, ist aber einiges an Strecke zu bewältigen: Auf dem Weg liegen 21 Alpenpässe, darunter 6 hochalpine Übergänge über 2000 Meter. Rund 15.000 Höhenmeter und gefühlt tausende von Kurven wollen überwunden werden.
Die ideale Zeit für Ihre Alpenüberquerung
Beste Reisezeit für die Strecke ist die Zeit von Mitte Juni bis Mitte September. In diesen Monaten sind die Pässe in der Regel schneefrei und geöffnet. Beachte, dass es in Höhen über 2000 Meter aber auch im Hochsommer schneien kann. Eventuell können bestimmte Streckenabschnitte wegen Neuschnee gesperrt oder nur mit Schneeketten befahrbar sein.
Jetzt wo es draußen so ungemütlich geworden ist fängt man ja schon an, von der nächsten Saison zu träumen. Wir würden gerne die Route des Grandes Alpes fahren, doch je länger wir im Internet recherchieren, desto unschlüssiger werden wir. Im Juni ist der Col de l'Iseran noch nicht auf, im Juli läuft die Tour de France, im August haben die Franzosen Ferien und machen die Straßen voll, im September wird das Wetter wieder unbeständiger und die Tage kürzer, im Oktober ist der Col des l'Iseran wieder zu. Klasse!!!
Weitere Hinweise zur Reisezeit:
- Die Ferien der Franzosen beginnen Mitte Juli. Vorher sollte Unterkunft kein Problem sein.
- Als beste Reisezeit erscheint mir der Juli: Im Mai und Juni ist das Wetter zu unbeständig, im August und September ist es evtl. zu voll und die herrlichen grünen Almwiesen braun und von der Sonne verbrannt.
- Die Tour de France geht max. 2 Tage durch die Alpen. Check im Web ab wo sie langgeht, dann ist es kein Problem drumherum zu planen.
Wichtige Informationen zur Strecke
Die Route des Grandes Alpes wurde 1912 eröffnet, einige Teilstrecken wurden aber erst 1937 fertiggestellt. Die Strecke führt über einige der höchsten Gebirgspässe Frankreichs, darunter den Col de l’Iseran, der mit 2.770 Metern der höchste überhaupt befahrbare Pass der Alpen ist.
Die Route des Grandes Alpes wird meist von Motorradfahrern und normalen PKWs befahren. Sichere und erfahrene Fahrer können sich aber auch mit dem Wohnmobil an der Strecke probieren. Zu beachten sind Beschränkungen der Fahrzeuggröße an einigen der Pässe (detaillierte Infos in der Beschreibung der Route weiter unten).
Der Zustand der Straßen ist hervorragend, teilweise ist aufgrund der vielen engen Kurven aber kein Überholen möglich. Deshalb lieber ein bisschen mehr Zeit einplanen. Die Straßen und Pässe werden von den Einheimischen nicht (nur) wegen der schönen Aussichten genutzt, sondern als Verbindunsgwege zwischen den Ortschaften.
Wir empfehlen, die Route mit Wohnmobilen bis maximal 3,5 Tonnen zu fahren. Jedoch kommt nicht jedes Wohnmobil unter 3,5 t kommt mit der dünnen Luft über 2.000 Meter gleich gut zurecht.
Highlights entlang der Route
Los geht’s in dem hübschen Kurort Thonon-les-Bains an den Ufern des Genfer Sees. Mit seinem milden Klima und der schönen Landschaft bietet sich das Städtchen hervorragend für einige Tage zum Entspannen an. Über den bekannten Skiort Morzine und das Bergdörfchen Taninges führt die Route zunächst über den Bergpass Col de la Colombière (1613 m).
Nächster Stopp ist La Clusaz im Herzen des Aravis-Massivs. Der Ort ist vor allem als größtes Skigebiet in der näheren Umgebung bekannt, eignet sich im Sommer aber auch hervorragend zum Wandern. Sehenswert sind zudem die zahlreichen hübschen Häuser in der traditionellen Chalet-Bauweise. Über den Col des Aravis (1486 m) geht es weiter nach Arêches-Beaufort und die Barrage de Roselend. Die viertgrößte Talsperre Frankreichs liegt auf rund 1600 Metern und ist im Sommer ein beliebtes Ziel bei Wanderern.
Die alte Römerstadt Bourg-Saint-Maurice ist der nächste größere Ort der Route - ein herrlicher Ort von dem sich tolle Panoramablicke auf die auch im Sommer verschneiten Berge bieten. Über den bekannten Skiort Val-d’Isère geht es danach weiter zum Col de l’Iseran (2.770 m), dem höchsten befahrbaren Pass der Alpen. Hinter dem Pass lohnt sich ein kurzer Stopp in dem Dörfchen Bonneval-sur-Arc, das bereits im Nationalpark Vanoise liegt und zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt.
Der weitere Verlauf der Strecke führt entlang der traumhaften Gebirgslandschaften des Nationalparks Vanoise - ein wahres Paradies für Naturliebhaber, das von mächtigen Dreitausendern und unberührten Hochgebirgslandschaften geprägt ist, die man so nur in den Westalpen findet. Über Valloire, die südlichste Gemeinde des Départements Savoie, erreichen wir den bekannten Col du Galibier (2642 m). Der Pass ist regelmäßig Teil der Tour de France und ist einer der bekanntesten Anstiege des Radrennnens. Von oben bieten sich grandiose Ausblicke auf den berühmten Mont Blanc, Fahrzeuge über 3,5t dürfen den Pass aber nicht bis ganz nach oben fahren.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Serre Chevalier geht es weiter nach Briançon. Die 12.000-Einwohner-Stadt am Fuß des Col de Montgenèvre ist nach Davos die zweithöchste Stadt Europas und war schon in der Römerzeit eine wichtige Verbindung zwischen dem Rhonetal und der Poebene. Sehenswert ist vor allem die in eine Befestigungsanlage eingegliederte Altstadt.
Nächster Pass auf der Route ist der Col d’Izoard (2361 m). Der Gebirgspass liegt im Naturpark Queyras, der zu den am dünnsten besiedelten Landschaften Frankreichs zählt. Das schluchtenreiche Gebiet ist hervorragend für Wanderungen und Bergtouren geeignet. Ein beliebtes Tourenziel ist der weithin sichtbare Monte Viso, der bereits auf der italienischen Seite im Piemont liegt.
Nach einer weiteren kurvenreichen Fahrt über den Col de Vars (2108 m) erreichen wir das Städtchen Barcelonnette und direkt danach den Col de la Cayolle (2326 m), der im Nationalpark Mercantour liegt. Die Fahrt über den Col de Vars (2108 m) und den Col de la Cayolle (2326 m) im Nationalpark Mercantour ist ein echtes Highlight.
Ein guter Ausgangspunkt, um den Nationalpark zu erkunden ist das Örtchen Valberg, das zwar noch in den französischen Seealpen liegt, aber nur noch eine knappe Autostunde von der Mittelmeerküste entfernt ist. Beachte aber, dass im Mercantour-Nationalpark keine Hunde erlaubt sind, auch nicht angeleint. Am Fuß der Berge des Mercantour liegt das hübsche Dörfchen Saint-Martin-Vésubie - ein wunderschöner Ort um noch einmal Bergluft zu schnuppern, bevor es an die Küste geht. Praktischerweise gibt es mit dem schönen Camping à la Ferme St.
Über den Col de Turini (1604 m) erreichst du anschließend Sospel. Das mittelalterliche Dorf ist für seine alte Mautbrücke aus dem 13. Jahrhundert bekannt und verströmt schon ein spürbar mediterranes Flair. Wer jetzt immer noch nicht genug hat: 2012 wurde die Streckenführung der Route des Grandes Alpes verlängert. Über den Col d’Èze geht es weiter nach Nizza an der französischen Riviera. Dadurch verlängert sich die Strecke um knapp 35 Kilometer.
Unterkünfte entlang der Strecke
Darüber hinaus steht in den meisten Reiseberichten, dass die Unterkunftssuche schwierig werden kann. Also: Wer ist die Tour schon gefahren und hat Tipps für die beste Reisezeit und gute Unterkünfte (wäre zelten evtl. eine Alternative???
An und auf den Pässen sind sie auf Tagesgäste eingerrichtet. Der Hinweis "Bed & Breakfast" oder "Chambre d´Hote" weist auf Zimmer hin, die auch tageweise vermietet werden. Empfehlen kann ich die einfachen und preiswerten "Refuges Napoléon" auf den Passhöhen, die aber auch etwas einsam sind.
Einige Hotelempfehlungen:
- Saint-Jean-d'Aulps: Übernachtung bei Marc und Emma (Engländer, renoviertes Bauernhaus). Restauranttipp: L'Amandier (5 Minuten zu Fuß).
- Bourg-Saint-Maurice: Hotel Autantic.
- Aussois: Hotel du Soleil (unbedingt Halbpension wählen).
- Guillestre: Hotel "Le Chalet Alpin" (Zimmer ok, Ausstattung alt, Restaurant gut).
- Saint-Martin-d'Entraunes: Hotel la Valliere (nette Zimmer, gute Küche, Halbpension empfehlenswert).
Weitere Unterkunftstipps:
- "Le Chalet des Anges" an der Nordrampe vom Col de l´Iséran.
- Das "Refuge Napoleon" am Col de Vars.
- "Les Chalets Blancs" in Pra-Loup bei Barcelonnette.
Zusätzliche Tipps für die Reise
- Niemals ohne Beifahrer fahren!
- Um die Tour voll genießen zu können, solltest du mit dem Wohnmobil mindestens 5 Tage einplanen. So hast du ausreichend Zeit für Pausen und Fotostopps.
- Wenn man im Restaurant isst, dann auf jeden Fall ein Menü nehmen.
- Den Tank nicht bis aufs letzte leer fahren.
- Frühstück in Frankreich ist nicht wie in Deutschland.
- In Frankreich wird Hotel oft nicht pro Person sondern pro Zimmer abgerechnet. Es ist also egal ob man alleine oder zu zweit drin schläft kostet gleich viel.
- Es hilft, wenn man ein paar Brocken Französisch kann.
Route des Grandes Alpes Motorrad Etappen
Hier die wichtigsten Orte und interessantesten Bergpässe auf euren Route des Grandes Alpes Motorrad Etappen:
- Startpunkt der Route des Grandes Alpes ist Thonon-les-Bains, ein malerisch gelegener Kurort am Ufer des Genfer Sees.
- Von hier aus erreicht ihr über den Wintersport-Hotspot Morzine den Pass Col de la Colombière auf 1.613 Höhenmetern.
- Weiter geht´s auf eurer Route des Grandes Alpes Motorrad Tour durch La Clusaz im Aravis-Massiv bis zum Col des Aravis auf 1.486 Metern Höhe.
- Danach kommt ihr nach Arêches-Beaufort und zum Roselend-Stausee.
- Jetzt führt die Straße am See entlang, bis sie sich zum 1.968 Meter hoch gelegenen Bergpass Cormet de Roselend hinauf schlängelt.
- Anschließend fahrt ihr weiter zur ehemaligen Römersiedlung Bourg-Saint-Maurice und durch das Skigebiet von Val-d’Isère, bis ihr auf 2.770 Metern den Col de l’Iseran erreicht. Er ist der höchste asphaltierte Bergpass der Alpen.
- Jetzt geht es auf eurer Route des Grandes Alpes Motorrad Etappe durch den Nationalpark Vanoise nach Valloire und von dort aus zum 2.645 Meter hoch gelegenen Col du Galibier mit Blick auf den Mont Blanc.
- Als nächstes liegt Serre Chevalier auf eurer Route des Grandes Alpes Motorrad Tour, dann kommt ihr nach Briançon.
- Auf 2.361 Metern erwartet euch als nächstes Etappenziel auf der Route Grand Alpes der Col d’Izoard im Naturpark Queyras, von wo aus ihr über Guillestre zum Col de la Cayolle in 2.326 Metern Höhe fahrt.
- Die Passstraße folgt dem Lauf des Flusses Var und gehört zu den landschaftlich schönsten Strecken auf der Route des Grandes Alpes Motorrad Tour.
- Weiter geht es durch den Mercantour-Nationalpark mit den Dörfchen Valberg und Saint-Martin-Vésubie zum 1.604 Metern hoch gelegenen Col de Turini.
- Anschließend erreicht ihr das mittelalterliche Dorf Sospel und den Col de Castillon auf 706 Metern.
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