Der RuhrtalRadweg: Eine Reise von Winterberg nach Duisburg

Der RuhrtalRadweg erstreckt sich von der Rheinmündung in Duisburg bis zur Quelle in Winterberg. Dieses Highlight verbindet die Mittelgebirgslandschaft mit dem industriellen Ruhrgebiet. Auf etwa 230 Kilometern Länge folgt er dem Flusslauf vom Hochsauerland und erreicht etwa auf der Hälfte der Strecke das Ruhrgebiet. Auen, Felder und Weiden wechseln sich ab mit historischen Stadtkernen. Man entdeckt historische Zechengelände und Industrieflächen, passiert aber auch die sechs großen Stauseen. Immer wieder führt der Weg ans Wasser, das an vielen Stellen zum Greifen nah ist. Der RuhrtalRadweg bietet auf einer Länge von knapp 240 Kilometern eine wunderschöne und abwechslungsreiche Strecke. Eine übersichtliche Beschilderung führt dich von Ort zu Ort.

Streckenverlauf und Etappen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die RuhrtalRadweg-Etappenorte mit der Entfernung vom Start-/Endpunkt in Winterberg.

KilometerOrt
0Winterberg
25Olsberg
33Bestwig
43Meschede
68Arnsberg
95Wickede Ense
104Fröndenberg Iserlohn Menden
125Schwerte Holzwickede
134Hagen Dortmund
140Herdecke
144Wetter
154Witten
164Bochum
175Hattingen
202Essen
224Mülheim an der Ruhr
228Oberhausen
240Duisburg

Der RuhrtalRadweg ist durchgehend gut beschildert mit dem bekannten mehrfarbigen Piktogramm. Zusätzlich geben die Schilder des Radverkehrsnetzes eine Orientierung und Entfernungsangabe zu den nächsten Stadtetappen. Für die Routenführung und den späteren Ausbau bemühte man sich, von befahrenen Straßen Abstand zu nehmen. Meistens läuft die Tour auf Nebenwegen oder eigenen Radwegen, die zum Teil straßenbegleitend sind. Einzelne Gefahrenpunkte an Kreuzungen lassen sich nicht vermeiden, sind aber meist gut ausgeschildert und geregelt. Immer wieder sorgen Informationstafeln für einen Überblick über die Orte, in denen man sich befindet. Regelmäßig gibt es Rastmöglichkeiten am Wegesrand. In vielen Orten haben sich Museen, Cafés oder auch Hotels und Pensionen auf Radfahrer eingestellt.

Höhenprofil und Wegebeschaffenheit

Das Höhenprofil beträgt ca. 650 Meter (Ruhrquelle: 674 m NN, Ruhrmündung 17 m NN). Insbesondere auf den ersten 35 Streckenkilometern gibt es einige Steigungen, im weiteren Verlauf überwiegend ebenes Gelände.

Die Wegebeschaffenheit setzt sich wie folgt zusammen:

  • ca. 50 % separat geführte Radwege, abseits von Straßen
  • ca. 30 % Waldwirtschaftswege und innerörtliche Nebenstraßen

Etappenbeschreibungen

Tag 1: Anreise in Winterberg

Die Kleinstadt im Hochsauerland lockt Wintersportfreunde aus ganz Deutschland an.

Tag 2: Von Winterberg nach Bestwig (ca. 35 km)

Zu Beginn der Reise plätschert die junge Ruhr durch enge Täler. Noch wild und ungestüm, bahnt sie sich ihren Weg in das Rosendorf Assinghausen. 150 verschiedene Rosenspezies gedeihen im Ortskern. Alsdann führt die 35 Kilometer lange Etappe nach Bestwig. Dort meint das Erzbergwerk Ramsbeck den stimmungsvollen Abschluss eines erlebnisreichen Tages.

Tag 3: Von Bestwig nach Arnsberg

Radreisende sollten sich Zeit nehmen und links und rechts des heute 35 Kilometer langen Weges eindrucksvolle Panoramen genießen. Die Ruhr, mittlerweile breit und behäbig, schlängelt sich auf Arnsberg zu. Während sie dies tut, kommt der Ruhrradweg an einsamen Seen, märchenhaften Wäldern und satten Wiesen vorbei. In den Dörfern erlebt man Fachwerkromantik pur.

Tag 4: Von Arnsberg nach Schwerte (ca. 40 km)

Die Ruhr verlässt ihre hügelige Kinderstube und bahnt sich ihr Flussbett nun in tiefere Gefilde. Grüne Äcker und gelbleuchtende Rapsfelder gleiten vorüber und ziehen sich bis zum Horizont hin. Über Fröndenberg und Iserlohn geht es auf einer 40 Kilometer langen, stimmungsvollen Strecke nach Schwerte.

Tag 5: Von Schwerte nach Witten

Anderntags mäandert der Radweg weiter durch die Soester Börde, tangiert die Ufer des Hengstey- und Harkortsees und gibt den Blick frei auf die dunklen Wälder des Ardeygebirges. Am Horizont taucht die Hohensyburg auf. Die markante Ruine umgibt eine mittelalterliche, beinahe mystische Aura und wirkt auf ihren Betrachter noch immer uneinnehmbar. Mächtige Steilhänge zeugen von der unbändigen Kraft der Ruhr, die sich seit Jahrmillionen in die Täler eingeschnitten hat.

Tag 6: Von Witten nach Essen (ca. 65 km)

Ein Besuch in der Zeche Nachtigall gehört zum radfahrerischen Pflichtprogramm der 65-Kilometer-Etappe. Sie gilt als Keimzelle des gesamten Ruhrgebiets. Anschließend setzt man mit der Fähre hinüber zur Burgruine Hardenstein und erreicht damit den Kemnader See. Weiter stromabwärts, sieht man die Villa Hügel der Familie Krupp vor der Lenkstange auftauchen.

Tag 7: Von Essen nach Duisburg

Bevor man an der Ruhrmündung zusieht, wie der Fluss sich in den mächtigen Rhein ergießt, lohnt ein Halt am Aquarius-Wassermuseum in Mülheim. Ein gläserner Aufzug fährt innerhalb der Ausstellungsfläche durch ein 500.000-Liter-Bassin.

Tag 8: Abreise aus Duisburg

Wer noch ein wenig Zeit hat, sollte die Sehenswürdigkeiten Duisburgs kennenlernen.

Detaillierte Tourempfehlung: Essen-Steele bis Duisburg

Diese Tourempfehlung stellt den RuhrtalRadweg im Bereich des Ruhrgebiets vor und bildet mehrere Tagesetappen zu je etwa 40-50 Kilometern Länge. Die Karte zeigt den ungefähr 50 km langen Abschnitt vom RuhrtalRadweg zwischen Essen-Steele und der Ruhrmündung in Duisburg. An der Start-Markierung endet die vorherige und beginnt die beschriebene Etappe bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein. Die mit Nummernpunkten gekennzeichneten Orte und Wegpunkte ( , usw.) werden im Text besonders beschrieben. Außerdem sind relevante Bahnhöfe entlang der Route eingezeichnet. Die blauen Pfeile markieren Anschlüsse zu anderen Themenrouten bzw.

Ausgangspunkt dieser letzten Etappe vom RuhrtalRadweg ist die Kurt-Schumacher-Brücke am Bootshaus Ruhreck am Südrand von Steele. Hier beendeten wir die vorherige Etappe zwischen Herdecke und Essen, da dieser Ort bequem über den Bahnhof Essen-Steele oder Essen-Steele Ost mit der S-Bahn erreichbar ist. Direkt am Ausgangspunkt der dritten Etappe wird der RuhrtalRadweg zum Bahntrassenradweg. Einst verlief hier nämlich die Eisenbahnstrecke zwischen Mülheim-Heißen und Altendorf (Ruhr). Von hier aus führt ein Radweg auf der alten Veltenbahn Richtung Kray. Auf dem Gelände des ehemaligen Südbahnhofs von Steele ist heute ein Naherholungsgebiet am Flussufer zu finden. Wir fahren auf einem vom Fußgängerweg getrennten asphaltierten Weg. An die alte Bahntrasse erinnert am rechten Wegesrand ein Überrest des sogenannten Ablaufberges, von dem früher Güterwaggons langsam abgerollt und zu neuen Zugverbänden zusammengestellt wurden. Wir passieren außerdem ein Denkmal in Form einer Lore, das an die Zeche Johann Deimelsberg erinnert. Direkt dahinter befindet sich das Spillendorfer Wehr samt Schleuse. Auf zwei alten Eisenbahnbrücken überqueren wir einen Seitenkanal als Ober- und Untergraben. Die Ruhr fließt links neben uns und einige Stehpaddler und Kanufahrer lassen sich von hier aus beobachten. Schließlich kommen wir zur Zornigen Ameise. Hier müssen wir aufpassen, dass wir nicht aus Versehen auf dem Grugaweg weiterfahren. Am Knotenpunkt 51 biegt der RuhrtalRadweg nämlich nach links ab. Wegweiser und sogar auf den Boden gepinselte Richtungspfeile zum Baldeneysee geben allerdings deutliche Hinweise. Zwischen Heisingen und Holthausen erreichen wir die Heisinger Ruhraue. Durch die Bäume ist auf der anderen Seite der Ruhr unmittelbar am S-Bahnhof Holthausen (der jedoch mangels Brücke von hier aus nicht zu erreichen ist) das Fördergerüst über Schacht III der Zeche Heinrich zu erkennen. Die Schachtanlage dient heute noch und in Zukunft, lange nach Stilllegung des Untertage-Bergbaus, der Grubenwasser-Regulierung. Ohne diese Anlage würden einige Teile des Ruhrgebiets bedingt durch die Bergsenkungen unter Wasser stehen. Nächstes Ziel ist das Fährhaus Rote Mühle und die Rotemühlenschleuse, auch Schleuse Rohmannsmühle genannt, aus der Zeit der aktiven Ruhrschifffahrt. Da sich der Aufstau der Ruhr zum Baldeneysee bereits hier auswirkt und den Wasserspiegel anhebt, verlor die Schleuse ihre Notwendigkeit. Die Schleusenkammer ist noch zu erkennen und wird auch von den Schiffen auf dem Wasser genutzt, da die V-förmige Schlagd dieser Schleuse zwar einige Dezimeter überflutet, aber nach wie vor größtenteils vorhanden ist und eine Untiefe darstellt. Nachdem wir die Autobahn A44 unter- und die Kläranlage umfahren haben, öffnet sich das Ruhrbett nun deutlich zum bekannten Baldeneysee.

Alternativroute Bahntrassenradweg

Der RuhrtalRadweg führt am Südufer des Baldeneysees bis Werden. Alternativ kann auch der Radweg auf der ehemaligen Ruhrtalbahn vorbei an der Zeche Carl Funke und der Regattabahn genutzt werden. Möchte man das Stauwehr überqueren, muss das Fahrrad über Treppen getragen werden. Am Rande des Vogelschutzgebiets Heisinger Bogen, den die Ruhr wie eine Halbinsel umfließt, überqueren wir den Zulauf der Ruhr in den See über die alte 230 Meter lange Eisenbahnbrücke Kupferdreh der ehemaligen Ruhrtalbahn. Sie wurde 1872 eröffnet. Bedingt durch den niedrigeren Wasserstand vor Aufstau des Sees floss die Ruhr ursprünglich nur durch eines der 5 Teilsegmente hindurch. Auf gut ausgebautem Weg führt der RuhrtalRadweg am Seeufer entlang. Von Kupferdreh bis zum Haus Scheppen begleiten uns die Schienen der Hespertalbahn. Hier findet regelmäßig ein Museumsbahnverkehr statt. Der See selbst ist der größte der sechs Stauseen im Ruhrgebiet und entstand in den 1930er Jahren. Er dient der Feinsedimentation, also der Ablagerung von Schwebstoffen im Wasser, der Stromerzeugung aus Wasserkraft und der Freizeitgestaltung am und auf dem Wasser. Doch auch hier lässt sich die Bergbaugeschichte nicht leugnen. Auf dem Weg zum Haus Scheppen erblickt man am anderen Ufer das markante und idyllisch gelegene Fördergerüst der Zeche Carl Funke. Und auch am eigenen Ufer sind Spuren sichtbar. Größtes Relikt der Zeche Pörtingsiepen an der Mündung des Hesperbachs in den See ist die langgestreckte Halde Pörtingsiepen. Nach etwa 3 Kilometern wird das Stauwehr des Baldeneysees erreicht. Unmittelbar dahinter befindet sich die 3. alte Schleuse aus der Zeit der Ruhrschifffahrt auf dieser Etappe. Die Schleuse Neukirchen fiel nach Errichtung des Stauwehres für den Baldeneysee trocken und verlor dadurch ihre Funktion.

Bekannt ist Werden für die ehemalige Abteikirche, die heutige Basilika St. Ludgerus. Bei einem Abstecher vom Radweg in die Stadt, die ein historisches Rathaus und einige Nebenstraßen inmitten eines historischen Ortskerns bietet, lässt sich die Kirche besuchen. Ein besonderes Verkehrsbauwerk ist auch die breite Brücke der B224. In der etwas unübersichtlichen Kreuzungssituation queren wir Brück- und Abteistraße, die Ruhr und schließlich die Ruhrstraße, bis wir vor dem Bahnhof von Werden stehen. Wir folgen der Straße Im Löwental bis unter die Brücke und fahren dahinter der Radverkehrsnetz-Beschilderung folgend nach links Richtung Ruhr. Hinter dem Pegelhäuschen geht es durch die Freizeitanlage im Löwental, ebenfalls einer alten Schleuseninsel - denn dahinter entdeckt man mit der Papiermühlenschleuse die nächste Sehenswürdigkeit am Wegesrand. Stehpaddler auf der Ruhr an der großen Brücke in Werden. Über mehrere Kilometer beginnt nun ein beschaulicher Abschnitt des RuhrtalRadwegs, der direkt am Ufer der Ruhr entlang auf dem alten Leinpfad verläuft. Kurz vor Kettwig befindet sich auf der rechten Seite die Ruine einer sogenannten Motte, die Turmhügelburg Luttelnau. Der Kattenturm ist ein ehemaliger Wohnturm und in wenigen Mauerresten erhalten. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert. Unbemerkt hat man bald den Kettwiger Stausee erreicht. Einen Eindruck eines Sees wird man allerdings kaum bekommen, die Ruhr ist hier höchstens ein wenig breiter, sodass ein exakter Beginn gar nicht definiert werden kann. Es ist der letzte der sechs Stauseen im Flussverlauf und in den 1940er Jahren entstanden. Prägend für den Stausee ist die über 250 Meter lange Eisenbahnbrücke (ausführlicher beschrieben beim Kettwiger Panoramasteig), eine große Stahlfachwerkbrücke, auf der die S-Bahn zwischen Essen und Köln pendelt. Kurz hinter der Brücke beginnt die Promenade mit Sitzgelegenheiten am Seeufer. Wo heute Wohnhäuser stehen, dominierten noch vor wenigen Jahren ausgedehnte Fabrikhallen mit Backsteinwänden das Bild. Die Promenade endet kurz vor dem zweiteiligen Stauwehr samt Schleuse und Kraftwerk.

Manche Besuchende werden sich erstaunt die Augen reiben, wenn sie vor der großen Brücke einen Abstecher in die historische Altstadt von Kettwig machen. Besonders schön ist bereits der Blick auf oder von der alten Steinbrücke, die den kleinen Mühlgraben überquert. Fährt man in die Altstadt und hält sich links, so erreicht man die Kirchtreppe unterhalb der Marktkirche, die sich zwischen Fachwerkhäusern bis vor das Kirchenportal erstreckt. Vor allem Ortsfremde würden eine derartige Altstadtlage eher im Siegerland vermuten oder in anderen ländlichen Regionen - wohl kaum aber im Süden einer der größten Städte in Deutschland, Sinnbild für Industrie und Bergbau. Man muss es sich immer mal ins Gedächtnis rufen. In Kettwig verläuft der Kettwiger Panoramasteig streckenweise parallel zum RuhrtalRadweg. Ein alter Ruhrarm wird heute noch von einer Steinbrücke überspannt. Zurück auf der Brücke am Wehr wechseln wir die Flussseite und folgen der Beschilderung aus Kettwig hinaus. Es geht vorbei an der Schule auf einen Feldweg. Sobald man das Wäldchen linkerhand passiert hat, führt ein Weg links zum hinter eben diesem Wald versteckt gelegenen Schloss Hugenpoet (gesprochen nicht wie ein Dichter, sondern mit Dehnungs-E). Um das Haupthaus mit seinem Schlosshotel zu erreichen, muss die erste und die zweite Vorburg durchquert werden. Alle sind durch einen Wassergraben voneinander getrennt. Die heutigen Gebäude entstanden in ihrem Ursprung im 17. Schloss Hugenpoet ist ein „blauer Glücksort“ im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz „Fahr raus und tauch ein“ bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier. Zurück auf dem Feldweg bildet bereits jetzt die Mintarder Autobahnbrücke eine wichtige Zielmarke auf dem Radweg. Kurz vor Mintard wird die Stadtgrenze zwischen Essen und Mülheim a.d. Ruhr überfahren. Die Mintarder Ruhrtalbrücke ist etwa 1,8 Kilometer lang, besteht aus Stahl und führt die Autobahn A52 zwischen Essen und Düsseldorf als Balkenbrücke in einer maximalen Höhe von ca. 60 Metern über das Ruhrtal. Sie wurde 1966 eröffnet und gilt als längste Stahlbrücke dieser Art in Deutschland. Charakteristisch ist der langgestreckte Bogen, den die Brücke bildet, der auf 18 Pfeilern ruht. Der RuhrtalRadweg schlängelt sich hinter der Brücke durch die Auen. An der Mintarder Straße besteht die Möglichkeit, einen Abstecher zum Kloster Saarn zu machen, das man links am Hang liegen sieht. Schließlich fährt man in Sichtweite zum Deich auf einem Feldweg, dem Ruhrauenweg, inmitten der Äcker. Nun befinden wir uns in der Saarn-Mendener Ruhraue.

Alternativroute über den Wasserbahnhof

Die reguläre Strecke führt auf dem Saarner Auenweg etwas im Hinterland der Ruhrauen, aber immerhin schön schattig durch bewaldete Abschnitte. Der RuhrtalRadweg führt im gesamten Stadtgebiet über einige Brücken, die zum Teil ungewöhnlich, durchaus spektakulär und manches Mal überraschend sind. So scheint das nun folgende, schwer einsehbare Bauwerk beispielsweise kaum ein Ende zu nehmen. Der Steg führt zwischen den Wipfeln der Bäume immer wieder um Knicke weiter und weiter und schraubt sich durch eine konstante Steigung auf kurzer Strecke in die Höhe. Nicht darauf vorbereitete Radler werden ein wenig atemlos oben ankommen. Hier stoßen wir auf den Fossilienweg, der sich thematisch auf Geologie und Bodenthemen konzentriert. Rastplätze und Spielgeräte am Wegesrand lockern die Fahrt auf. Der RuhrtalRadweg wird nun zum Bahntrassenradweg auf der Unteren Ruhrtalbahn. Die Anlage der ehemaligen Mülheimer Landesgartenschau 1992 auf einem alten Bahngelände, kurz MüGa-Park, ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und bietet mit dem Ringlokschuppen, der Camera Obscura im schönen Wasserturm und dem Schloss Broich zahlreiche Sehenswürdigkeiten oder Möglichkeiten für Aktivitäten. Das Schloss hat innerhalb der Ringmauer am ältesten Standort einer karolingischen Burg einen kleinen Erlebnispfad mit mehreren Stationen. Der MüGa-Park wird vom RuhrtalRadweg durchquert. Über die verwinkelte Kfar-Saba-Brücke erreichen wir den östlichen Parkteil auf der anderen Straßenseite. Hier befinden sich einige Wassergärten und ein Wasserspielplatz. Direkt am Fluss laden Bänke zu einer Rast ein, um den Schiffsverkehr und das Treiben im gegenüberliegenden Stadthafen aus dem Projekt Ruhrbania zu beobachten. Die Eisenbahnbrücke der ehemaligen Rheinischen Bahn wird ebenso wie die darauffolgende Straßenbrücke der B223 unterfahren. Es folgt kurz darauf wieder eines dieser überraschenden Brückenbauwerke. In einer konstanten Linkskurve geht es in die Höhe - und bald haben wir registriert, dass es sich um eine vollständige Schneckenform handelt, die die Rampe zur Bergstraße bildet. Es folgt ein Abschnitt auf dem „Broicher Damm“, dem letzten Absch...

Weitere Informationen

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist das Ruhrtal auf diesem Abschnitt abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr West* (1:50.000), Kompass Fahrrad-Tourenkarte RuhrtalRadweg* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000).

Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr

Auf gesamter Länge ist der RuhrtalRadweg an vielen Orten sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Für diese Tourenetappe existieren folgende Verbindungen mit Zügen: Essen-Steele-Ost ist über die S1 und die S3, Essen-Steele über die S1, S3 und S9 sowie RE 14 und RE 49 an den Hauptbahnhof angebunden. Am östlichen Ufer des Baldeneysees fahren vom Bahnhof Kupferdreh RE 49 und S9 Richtung Essen und Wuppertal. In Werden und Kettwig fährt die S6 zwischen Köln und Essen. Auf dem folgenden Abschnitt bietet erst Mülheim a.d. Ruhr mit dem Hauptbahnhof einen guten Anschluss an das Bahnnetz. Das Ziel ist generell über den Duisburger Hauptbahnhof mit Zügen des Nah- und Fernverkehrs erschlossen. Insbesondere vom Binnenschifffahrtsmuseum ist auch die RB 36 nach Oberhausen vom nahegelegenen Bahnhof Ruhrort erreichbar. In allen genannten Linien gibt es Mehrzweckabteile für den Fahrradtransport. Achtung: Im Bereich des VRR ist der Fahrradtransport im Berufsverkehr eingeschränkt oder kann in Stoßzeiten problematisch sein.

Zusätzliche Tipps für Ihre Radtour

  • SafetyFirst: Denken Sie an eine SafetyFirst Taschenversicherung für Ihre wichtigsten Gegenstände.
  • Reiseversicherungen: Informieren Sie sich über Reiserücktritts-, Reiseabbruch- und Auslandskrankenversicherungen.
  • Stempel sammeln: Nutzen Sie den RuhrtalRadweg-Pass und sammeln Sie Stempel an verschiedenen Stationen entlang der Strecke.
  • Beste Reisezeit: Der Spätfrühling und der frühe Herbst bieten angenehme Temperaturen und weniger überlaufene Wege.
  • Wetterfeste Kleidung: Seien Sie auf wechselhaftes Wetter vorbereitet und packen Sie wetterfeste Kleidung ein.
  • Anreise: Nutzen Sie die bequemen Anreisemöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Winterberg oder Duisburg. Beachten Sie aktuelle Hinweise zu Streckensperrungen und Schienenersatzverkehr.

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