MotoGP Misano: Analyse der Rundenzeiten und Renngeschehnisse

Schräglage ist da! Der Talk rund um die Motorrad-WM in Kooperation mit den Kollegen von meinsportpodcast.de widmet sich den Geschehnissen rund um die Motorrad-Weltmeisterschaft. Andreas Thies moderiert, sein Gesprächspartner ist Gerald Dirnbeck.

In dieser Folge geht es um das erste Misano-Rennen und dem zweiten MotoGP-Sieg von Francesco Bagnaia hintereinander. Für eine große Überraschung sorgte Enea Bastianini mit seinem ersten Podestplatz. Ist er ein Star der Zukunft? Wir diskutieren darüber und über viele weitere Themen des MotoGP-Rennens.

Trainings und Qualifyings

Zum Ende dieses Trainingstages gibt es Entwarnung bei Di Giannantonio: Er hat sich bei seinem Sturz am Nachmittag nicht zusätzlich verletzt, auch wenn seine ohnehin angeschlagene Schulter weiterhin Schmerzen verursacht. Er wird das Wochenende aber weiter bestreiten. Wir hoffen, dass morgen auch Alex Rins wieder fit genug ist, um auf die Strecke zu gehen.

Bagnaia bleibt vorn. Martin wird trotz Sturz Zweiter, gefolgt von Marc Marquez und Bastianini. Quartararo belegt Rang fünf. Morbidelli, Bezzecchi, Vinales, Acosta und Espargaro sichern sich die letzten Q2-Direktplätze. Miller scheitert als Elfter nur um 50 Tausendstel am Weiterkommen. Auch Zarco fehlt als Zwölfter nicht mal eine Zehntelsekunde.

Die Zeitenjagd zollt ihren Tribut. Erst rutscht Martin in Kurve 8 aus, dann fliegt Di Giannantonio in Kurve 10 ab - und das bei hoher Tempo. Jetzt greift Bagnaia an und korrigiert die Bestzeit auf 1:30.286 Minuten. Er führt vor Martin, Marc Marquez und Bastianini. Vinales liegt als Fünfter bereits 0,739 Sekunden zurück.

Martin setzt mit 1:30.531 Minuten eine erste Duftmarke und baut damit seine Führung an der Spitze aus. Die Konkurrenz zieht jetzt mit frischen Reifen nach. Jetzt hat es Alex Marquez erwischt. Er stürzt in der Bremsphase von Kurve 1, hat sich aber nichts getan und eilt direkt zurück zur Box. Noch knapp 20 Minuten sind in dieser Session zu fahren.

Martin und Bagnaia sind die ersten Fahrer an diesem Freitag, die die 1:31er-Marke durchbrechen. Bezzecchi ist neuer Dritter, hat aber fast vier Zehntel Rückstand. Acosta folgt auf Platz vier, Marc Marquez hat sich auf Rang fünf vorgekämpft.

Nach fünf Runden führt Bagnaia mit 1:31.129 Minuten vor Martin und Acosta, der jetzt allerdings in Kurve 14 wegrutscht und im Kies landet. Vinales ist Vierter, Quartararo zeigt sich auf Platz fünf. Für Miller beginnt das Training mit einem Sturz in Kurve 6. Der KTM-Pilot ist aber okay. Es geht jetzt nicht nur um die Arbeit an der Rennpace, sondern gegen Ende der Session auch um den wichtigen Direkteinzug in Q2.

Bevor die MotoGP für ihre Nachmittagssession auf die Strecke geht, gibt es schlechte Nachrichten von Yamaha: Alex Rins wird heute nicht mehr ausrücken. Er ist krank. "Leider hat sich mein Zustand im Vergleich zu gestern nicht gebessert und ich konnte heute Morgen nur ein paar Runden drehen. Deshalb haben wir mit beschlossen, das Training heute Nachmittag auszusetzen, um mich für morgen zu erholen.

Marc Marquez verdrängt Marquez am Ende noch von der Spitze und toppt die Session mit einer Zeit von 1:32.082 Minuten. Martin wird nur 0,063 Sekunden dahinter Zweiter. Morbidelli belegt Rang drei. Bagnaia und Vinales komplettieren die Top 5. Alex Marquez, Acosta, Binder, Quartararo und Miller folgen auf den restlichen Top-10-Plätzen.

Das Feld nähert sich mehr und mehr der Bestzeit, die vor zwei Wochen im ersten Freien Training von Misano gefahren wurde. Damals lag Martin mit 1:31.707 Minuten vorn. Jetzt ist der WM-Leader bei 1:32.260 Minuten angelangt. Er führt 0,358 Sekunden vor Acosta.

Quartararo hat als Erster die 1:33er-Marke geknackt und Vinales von der Spitze verdrängt. Auch Acosta ist vorbei und neuer Zweiter. Di Giannantonio und Oliveira reihen sich dahinter ein. Marc Marquez ist unterdessen auch rausgefahren.

Vinales hat mit 1:33.534 Minuten die Führung übernommen. Quartararo ist neuer Zweiter vor Augusto Fernandez. Allerdings ändert sich die Reihenfolge jetzt mit jeder Runde. Fast alle Fahrer sind unterwegs. Bei noch knapp 25 Minuten auf der Uhr füllt sich die Strecke langsam. Immer mehr Fahrer rücken auf Slicks aus. Vorne ist die weiche Mischung der Reifen der Wahl, hinten die Medium-Variante.

Noch führt Binder die Session mit 1:33.384 Minuten an, doch Miller kommt bis auf 0,115 Sekunden heran. Noch ist der Betrieb auf der Strecke überschaubar. Neben Binder und Bezzecchi ist jetzt auch Miller unterwegs. Binder ist, was die Rundenzeiten angeht, inzwischen bei 1:34.212 Minuten angelangt. Während Acosta nach zwei Runden wieder an die Box fährt, bleibt Binder draußen und ist klar schneller. Und er legt mit jedem Umlauf zu. Das signalisiert den anderen Fahrern: Es ist trocken genug für Slicks. Bezzecchi ist der Nächste, der damit ausrückt.

Moto2 und Moto3

Jaume Masia und Ayumu Sasaki sorgen in der Schlussphase für Stürze und gelbe Flagge. Trotzdem gibt es noch einige Steigerungen. Tony Arbolino verbessert sich auf 1:35.386 Minuten und holt sich die Spitze zurück. Aron Canet und Diogo Moreira sind seine ersten Verfolger. Fermin Aldeguer und Joe Roberts runden die Top 5 ab. Ai Ogura wird Sechster. Sergio Garcia kommt am Ende nicht über Platz 14 hinaus.

Der ehemalige WM-Leader Sergio Garcia tat sich zuletzt schwer. Jetzt zeigt er sich immerhin zum ersten Mal in der Top 10. Sein Teamkollege und Titelrivale Ai Ogura führt die Session weiterhin an.

Ai Ogura hat in seinen Rhythmus gefunden und verdrängt Tony Arbolino von der Spitze. Die Bestzeit liegt jetzt bei 1:35.870 Minuten. Arbolino hat nur 0,088 Sekunden Rückstand. Joe Roberts auf Platz drei fehlen 0,167 Sekunden.

Tony Arbolinos Formkurve zeigte zuletzt nach oben. Und auch an diesem Wochenende zeigt er sich von Beginn an im Spitzenfeld. Mit 1:35.958 Minuten hat er eine neue Bestzeit markiert und führt vor Canet und Roberts das Klassement an.

Die Moto2 ist unterwegs. Auch für sie ist es die erste komplett trockene Session, auch wenn viele Fahrer am Ende des Vormittagsstrainings mit Slicks ausrücken konnten. Tony Arbolino wird am Ende noch von Alonso Lopez von der Spitze verdrängt. Er schraubt die Bestzeit auf 1:39.682 Minuten, von Arbolino trennen ihn nur 0,115 Sekunden. Manuel Gonzalez wird Dritter.Somkiat Chantra und Jake Dixon komplettieren die Top 5, haben aber schon über eine Sekunde Rückstand. Insgesamt 27 Fahrer markieren eine Rundenzeit.

Adrian Fernandez toppt die Session mit einer Zeit von 1:41.071 Minuten vor Daniel Holgado und Angel Piqueras. Die Session kann nach einer kurzen Unterbrechung weitergehen und es werden schon wieder fleißig Runden gedreht. Schon heute Vormittag hatte Jacob Roulstone einen Highsider, kam aber glimpflich davon. Jetzt erwischt es ihn erneut.

Vor zwei Wochen markierte David Alonso in Misano mit 1:40.184 Minuten einen neuen Streckenrekord. Jetzt hat er sich zwar an die Spitze geschoben, ist von der Rekordzeit aber noch über eine Sekunde entfernt. Tatsuki Suzuki, Adrian Fernandez, Daniel Holgado und Collin Veijer komplettieren die aktuelle Top 5.

Vincete Perez sorgt in Kurve 4 für einen frühen Sturz in dieser Session. Im Klassement ist viel Bewegung. Die Reihenfolge ändert sich mit jeder Runde. Aktuell führt Daniel Holgado mit 1:41.957 Minuten vor Adrian Fernandez und Ivan Ortola.

Nach der Mittagspause geht es mit der Moto3 weiter. Und die Bedingungen sind für sie deutlich besser als heute Vormittag, denn es ist trocken und die Sonne scheint.

Yamaha und der V4-Motor

(Motorsport-Total.com) - Yamaha hat bestätigt, dass sein neues V4-Bike im kommenden Monat beim Grand Prix von San Marino erstmals im Rennen eingesetzt wird. Die Aufgabe für das Renndebüt wird dabei Testrennfahrer Augusto Fernandez anvertraut.

"Für Misano planen wir, Augusto Fernandez auf unserem neuen M1-Prototyp mit V4-Motor starten zu sehen", sagt Paolo Pavesio, Geschäftsführer von Yamaha Motor Racing, am Montag in einer auf X veröffentlichten Videobotschaft. Dass Fernandez die V4-Maschine in Misano fahren wird, war im MotoGP-Fahrerlager von vielen bereits erwartet worden. Zudem wird angenommen, dass auch die Yamaha-Stammfahrer wie Fabio Quartararo das Motorrad beim offiziellen Misano-Test, der einen Tag nach dem Rennen stattfindet, ausprobieren werden.

Quartararo betonte zuletzt mehrfach, er freue sich auf den Montagstest in Misano, um den V4-Motor erstmals selbst zu fahren, auch wenn er den Zeitpunkt für zu spät halte. "Ja, ich hätte ihn gerne früher getestet, aber ich glaube, Yamaha hatte Angst, dass das Motorrad noch nicht bereit ist. Natürlich hätte ich es vor Misano bevorzugt."

Yamahas Plan für den Misano-Test wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt. Neben Quartararo wird aber auch Satellitenfahrer Jack Miller, der kürzlich mit Pramac verlängerte, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des V4-Motors spielen.

Yamahas Plan für den Misano-Test wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt. Neben Quartararo wird aber auch Satellitenfahrer Jack Miller, der kürzlich mit Pramac verlängerte, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des V4-Motors spielen. Denn während Quartararo in der MotoGP bisher nur Motorräder mit Reihen-Vierzylinder gefahren ist, verfügt Miller über Erfahrung mit V4-Maschinen bei KTM und Ducati.

Angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten mit dem aktuellen Motorrad hat Quartararo Yamaha dennoch unter Druck gesetzt, das Renndebüt der V4 vorzuziehen. Er betont: Zwar sei der Montagstest in Misano ein wichtiger Moment, wirklich entscheidend seien für ihn aber die Vorsaisontests im Februar.

Teamdirektor Massimo Meregalli gegenüber Motorsport-Total.com bestätigt: "Angesichts des neuen Reglements war für uns klar, dass die Zukunft nur mit dem V4 möglich ist." "Deshalb investieren wir viel Zeit und Geld, um schon jetzt Daten zu sammeln und rechtzeitig für 2027 gerüstet zu sein."

Man arbeite momentan parallel an drei Projekten: dem aktuellen Bike, der Version für 26 und der langfristigen Entwicklung für die neuen Regeln. "Das ist anstrengend, aber es motiviert das gesamte Team. Niemand beschwert sich, jeder zieht mit. Und genau dieser Spirit gibt uns Auftrieb."

Auf die Frage, ob schon zu 100 Prozent entschieden sei, dass nächstes Jahr mit dem V4 gefahren wird, sagt Meregalli: "Es ist nicht zu 100, aber zu 90 Prozent sicher." Mit dem Wildcard-Einsatz in Misano und dem anschließenden Test durch die Stammfahrer wird er Hersteller versuchen, die letzten Zweifel zu beseitigen.

Weitere Beobachtungen und Herausforderungen

Alex Rins und Maverick Vinales duellieren sich in Misano um die Trainings-Bestzeit. Luis Salom kommt zu Sturz, zwei Deutsche können überzeugen. In der Moto3 gaben am Freitag in Misano erneut die spanischen KTM-Piloten den Ton an. Jonas Folger und Philipp Öttl schlugen sich aber achtbar.

Alex Rins drückte nach 23 Minuten die Rundenzeit erstmals unter 1:44 Minuten. Danach wechselten sich im Duell um die Tagesbestzeit Maverick Vinales und Rins ab. Das bessere Ende hatte Rins für sich, der eine Zeit von 1:43.457 setzte und seinen Landsmann damit um 0.283 Sekunden auf Rang zwei verwies. Rang drei sicherte sich Alex Marquez vor Jonas Folger, WM-Leader Luis Salom kam nach einem Sturz nicht über den sechsten Platz hinaus. Philipp Öttl zeigte mit einem elften Rang auf und büßte auf die Bestzeit nur 1.362 Sekunden ein.

Nach acht Minuten stürzte Alan Techer, der ion der ersten Kurve wegrutschte. Drei Minuten später stieg auch Juanfran Guevara unfreiwillig ab und purzelte ausgangs Turn 15 in die Auslaufzone. Auch Alex Masbou stürzte und kurz nach Mitte des Trainings unterlief Salom ein Highsider, nach dem er sich das linke Knie hielt. Er konnte die Session danach wieder aufnehmen und dürfte nicht ernsthaft verletzt sein. Livio Loi, Jack Miller, Lorenzo Baldassari und Alex Marquez kamen kurz vor Ende des Session ebenfalls zu Sturz.

Salom sorgte wieder einmal für eine ordentliche Schrecksekunde. Er konnte aber nach einer kurzen Verschnaufpause wieder auf seine KTM steigen und sogar seine persönliche Bestzeit verbessern. Vor dem kräftezehrenden Fernost-Trip macht die MotoGP ein zweites Mal in Misano Adriatico Station.

ServusTV-Experte Stefan Bradl: "Marc war in Misano sicher nicht der Favorit und hat sich mit dem Sturz im Qualifying noch dazu das Leben selbst schwer gemacht. Gemeint ist die kurze Regenphase, in der Márquez Talent und Risikobereitschaft perfekt einzusetzen wusste, erklärt Bradl. "Er bereitet sich Schritt für Schritt auf die nächste Saison vor, aber ganz aufgegeben hat er auch die laufende Meisterschaft nicht."

Derzeit liegt der Fokus im Titelrennen noch auf Francesco Bagnaia und Jorge Martín, der Vorsprung des Pramac-Piloten schmolz nach dem verheerenden Bike-Wechsel in Misano auf sieben Punkte. Dennoch kann Martín optimistisch nach vorne blicken. "Das Vertrauen hat nicht gelitten. Er war der schnellste Mann, das nimmt er ins zweite Misano-Wochenende mit." Bradl ortet gar eine Wiederholung des letztjährigen WM-Fights.

Titelverteidiger Bagnaia hatte ausgerechnet auf seiner Lieblingsstrecke mit dem besten Motorrad im Feld keine Chance auf den Sieg hatte. "Er hatte vielleicht den Aragón-Crash im Hinterkopf und war wohl auch nicht zu hundert Prozent fit. Beim zweiten Akt am Misano World Circuit Marco Simoncelli geht Bradl jedenfalls von noch geringeren Zeitabständen aus.

Zudem richtet sich ein Blick zu KTM, das den zweiten Platz in der Herstellerwertung zurückerobern konnte. Alina Marzi und Sandro Cortese melden sich direkt vom Misano World Circuit Marco Simoncelli, den sie diesmal auf eine etwas andere Art vorstellen.

Reifenstrategie und Michelin

Nach der Analyse der Daten vom Misano-Test hat Michelin beschlossen, die Einführung eines neuen Vorderreifens, der ursprünglich für die nächste Saison geplant war, zu verschieben. Das Feedback der Fahrer war geteilt, weshalb sich der Reifenausrüster gegen eine Einführung im Jahr 2025 entscheiden hat.

Das einzige Motorrad, das in einem größeren Temperaturfenster mit den Reifen funktioniert, ist die Ducati. KTM und Aprilia sind ganz anders“, so der Spanier. „Wir versuchen eine Balance zu finden. Für uns Fahrer ist das nicht einfach. Es ist schwierig zu akzeptieren. Ich gebe hier genauso mein Bestes wie in Barcelona oder in Silverstone und Aragon. Es liegt nicht an den Fahrern.

Als es zu regnen begonnen hat, war das Motorrad sehr kompliziert zu fahren“, berichtet Vinales. „Deshalb bin ich an die Box gefahren, weil ich kein Gefühl für das Motorrad hatte.

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